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Gott trägt uns

In der Bibel lesen wir an mehreren Stellen, dass Gott sein irdisches Volk Israel getragen hat. Dazu einige Beispiele:

  • «Ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe, wie ich euch auf Adlers Flügeln getragen und euch zu mir gebracht habe» (2. Mo 19,4).
  • «In seiner Liebe und in seiner Erbarmung hat er sie erlöst; und er hob sie empor und trug sie alle Tage der Urzeit» (Jes 63,9).
  • «Rette dein Volk und segne dein Erbteil; und weide sie und trage sie bis in Ewigkeit!» (Ps 28,9).

Diese und weitere Bibelstellen lassen sicher die Anwendung zu, dass der Herr Jesus auch uns trägt, die wir zu seinem himmlischen Volk gehören. Was für eine wunderbare Tatsache: Unser Herr und Gott will uns tragen!

Von Anfang an

Von welchem Augenblick an gilt diese Zusage? Eine Antwort finden wir im Gleichnis vom guten Hirten, der seinem verlorenen Schaf nachgeht, bis er es findet. In der Fortsetzung heisst es dort: «Wenn er es gefunden hat, legt er es mit Freuden auf seine Schultern» (Lk 15,5). Sobald ein Mensch sich vom Herrn Jesus finden lässt, sorgt Er als der gute Hirte für ihn. In Jesaja 40,11 lesen wir von Gott: «Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird er auf seinen Arm nehmen und in seinem Schoss tragen, die Säugenden wird er sanft leiten.»

Beobachte einmal junge Eltern, die mit ihren Kindern zu Fuss unterwegs sind. Wie oft tragen sie die Kleinen, wenn diese stolpern oder mit ihren kurzen Beinchen schnell ermüden. Genauso will der Herr Jesus uns von dem Augenblick an tragen, da wir sein Eigentum geworden sind. Er weiss, dass die ersten Schritte in unserem Glaubensleben noch zaghaft und unsicher sind. Darum ist Er da, um uns beizustehen.

So wie Gott sein irdisches Volk aus der Sklaverei Ägyptens erlöste, hat Er jeden, der an den Herrn Jesus glaubt, von der Knechtschaft der Welt, der Sünde, des Teufels und des Todes befreit. Mit welchem Ziel? Um uns «zu sich» in seine Gegenwart und schliesslich ins himmlische Vaterhaus zu bringen. Auf diesem Weg des Glaubens verlangt Er von keinem der Seinen etwas Unmögliches. Doch Er fordert schon die jüngsten Gläubigen auf, «die Schwingen emporzuheben wie die Adler» (Jes 40,31), d.h. die Flügel des Glaubens zu gebrauchen. Er möchte, dass sie mutig und vertrauensvoll ihrem Heiland und Herrn nachfolgen. Wenn dann die jungen Kräfte versagen, will Er uns tragen.

Bis ans Ziel

Bis zu welchem Augenblick oder bis zu welchem Stadium in unserem Leben als Kinder Gottes gilt seine Verheissung, dass Er uns trägt? Bis wir am Ziel bei Ihm im Himmel angelangt sind! Im Rückblick auf die Wüstenreise sagte Gott zu seinem Volk Israel: «Der Herr, dein Gott, hat dich getragen, wie ein Mann seinen Sohn trägt, auf dem ganzen Weg, den ihr gezogen seid, bis ihr an diesen Ort kamt» (5. Mo 1,31). Seine Gnade ist uns gegenüber nicht weniger gross.

Unser Gott denkt auch daran, dass die Seinen älter werden. Er weiss, dass beim Abnehmen der Kräfte die Unsicherheit zunimmt und ein neues Bedürfnis aufkommt, getragen zu werden.

So dürfen wir seine Zusicherung, die Er in Jesaja 46,3.4 dem gläubigen Überrest des Volkes Israel gibt, auf uns anwenden: «Hört auf mich …, die ihr von Mutterleib an aufgeladen, von Mutterschoss an getragen worden seid! Und bis in euer Greisenalter bin ich derselbe, und bis zu eurem grauen Haar werde ich euch tragen; ich habe es getan, und ich werde heben, und ich werde tragen und erretten.» Er, der uns seit unserer Bekehrung getragen hat, will es auch dann noch tun, wenn unser Haar grau wird.

Wollen wir, die wir alt geworden sind, uns nicht an seine starke Hand am Anfang unseres Glaubenswegs erinnern? Wie gnädig hat der Herr uns damals geholfen, als wir uns vertrauensvoll auf Ihn gestützt und Ihn als unseren persönlichen Erlöser vor den Menschen bekannt haben. Seine Treue hat sich seither nicht geändert. Darum wollen wir auch im Alter auf Ihn vertrauen. Er will uns so gern tragen.

Gott wird dich tragen, drum sei nicht verzagt:
Treu ist der Hüter, der über dir wacht.
Stark ist sein Arm, der dein Leben gelenkt,
Gott ist ein Gott, der der Seinen gedenkt.

Gott wird dich tragen mit Händen so lind.
Er hat dich lieb, wie ein Vater sein Kind.
Das steht dem Glauben wie Felsen so fest:
Gott ist ein Gott, der uns niemals verlässt.

Gott wird dich tragen, wenn einsam du gehst,
Gott wird dich hören, wenn weinend du flehst.
Glaub es, wie bang dir der Morgen auch graut,
Gott ist ein Gott, dem man mutig vertraut.

Gott wird dich tragen durch Tage der Not.
Gott wird dir beistehn in Alter und Tod.
Fest steht sein Wort, ob auch alles zerstäubt.
Gott ist ein Gott, der in Ewigkeit bleibt.

(aus dem Englischen) Frances Jane Crosby

Autor: Marcel Graf, Quelle: halte fest