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Die Mitteilung über das Passah

Die Mitteilungen des Herrn über das Passahlamm enthalten viele bildliche Hinweise auf unsere Errettung vor dem göttlichen Gericht:

  • Die neue Zeitrechnung für das Volk Israel deutet darauf hin, dass die Bekehrung ein Neuanfang in unserem Leben ist. Für Gott zählen nur die Tage, die wir als Erlöste leben.
  • So wie jede israelitische Familie ein Lamm für sich nehmen musste, brauchten wir alle persönlich den Herrn Jesus als unseren Erretter.
  • Das Lamm musste fehlerlos, männlich und einjährig sein. Ebenso ist Christus als sündloser Mensch in göttlicher Kraft auf dem Zenit seines Lebens für uns gestorben.
  • Nachdem das Opfertier geschlachtet worden war, sollten die Israeliten das Blut an die beiden Pfosten und an den Türsturz ihres Hauses streichen. Diese Handlung spricht davon, dass wir durch den Glauben an das vergossene Blut des Herrn Jesus Schutz vor dem göttlichen Gericht gefunden haben.
  • In der Nacht assen die Israeliten vom gebratenen Fleisch des Opferlamms. Auch das hat eine Bedeutung für uns: Wir beschäftigen uns mit unserem Heiland und denken daran, wie Er zu unserer Errettung am Kreuz gelitten hat und gestorben ist.
  • «Sehe ich das Blut, so werde ich an euch vorübergehen.» Gott sieht das Blut unseres Erlösers, das eine vollkommene Sühnung bewirkt hat. Darum hat Er uns bei der Bekehrung alle Sünden vergeben und sichert uns seither eine ewige Errettung vor dem Gericht zu.

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Sieben Tage nichts Gesäuertes essen

«Dieser Tag soll euch zum Gedächtnis sein.» Nie sollte das Volk Israel den Tag vergessen, an dem es durch das Blut des Passahlamms vor dem göttlichen Gericht über die Erstgeburt verschont worden war. Darum gab Gott ihnen die Anweisung, jedes Jahr am 14. Tag des ersten Monats das Passah als Erinnerung an ihre Erlösung zu feiern.

Auch wir wollen uns immer wieder an unsere Errettung erinnern und dabei besonders an den Herrn Jesus denken. Welchen Preis hat Er bezahlt, um uns vor dem ewigen Gericht zu retten! Damit wir seine Leiden und sein Sterben am Kreuz nicht vergessen, hat Er selbst das Gedächtnismahl eingesetzt. Jeden Sonntag, wenn wir das Brot brechen, werden unsere Gedanken auf seinen Tod gelenkt.

Anschliessend an die Passahfeier sollten die Israeliten sieben Tage ungesäuertes Brot essen. Während dieser Zeit durfte in ihren Häusern kein Sauerteig gefunden werden. Ausserdem war am ersten und am siebten Tag jede Arbeit untersagt.

Der Apostel Paulus erklärt uns die geistliche Bedeutung davon: «Auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden. Darum lasst uns Festfeier halten, nicht mit altem Sauerteig, auch nicht mit Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern mit Ungesäuertem der Lauterkeit und Wahrheit» (1. Korinther 5,7-8). Weil der Herr Jesus uns durch seinen Opfertod errettet hat, sollen wir nun ein Leben zur Ehre Gottes führen. Das bedeutet, dass wir die Sünde in jeder Form konsequent verurteilen und täglich die Gnade Gottes in Anspruch nehmen, um uns so zu verhalten, wie es Ihm gefällt.

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Die Vorschrift des Passahs

In der Information an das Volk Israel erkennen wir die beiden wesentlichen Punkte unserer Errettung:

  • Der Herr gab seinem Volk mit dem Lamm ein Rettungsmittel vor dem Tod der Erstgeborenen. – Genauso hat Gott den Herrn Jesus vor Grundlegung der Welt als Lamm zuvor erkannt und vor ungefähr 2000 Jahren am Kreuz für uns als Opfer gegeben (1. Petrus 1,18-20).
  • Um vor dem Gericht in Sicherheit zu sein, mussten die Israeliten das Blut des Passahlamms an die Pfosten und den Türsturz streichen. – Auch wir müssen persönlich an den Erlöser Jesus Christus glauben, sonst nützt uns das Angebot Gottes nichts (Römer 3,22-26).

Mit der jährlichen Passahfeier erinnerte sich das Volk Israel an die Rettung vor dem Gericht und an die Befreiung aus Ägypten. Damit auch die nachfolgenden Generationen wussten, warum sie dieses Fest jedes Jahr feierten, sollten die Eltern es ihren Kindern erklären.

Da stellen sich uns zwei ernste Fragen: Wissen wir, warum wir jeden Sonntag das Gedächtnismahl des Herrn halten? Können wir unseren Kindern anhand des Wortes Gottes die Bedeutung des Brotbrechens erklären? Wenn wir am Sonntag mit unbeteiligtem Herzen in den Gottesdienst gehen, hat es wenig Wert für Gott und keine Überzeugungskraft für unsere Kinder.

Die Reaktion der Israeliten in Vers 28 ist sehr schön: Sie glaubten und gehorchten dem Wort Gottes. Sie folgten ihrem Führer, von dem es heisst: «Durch Glauben hat er das Passah gefeiert und die Besprengung des Blutes, damit der Verderber der Erstgeburt sie nicht antaste.»

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Die Erstgeborenen in Ägypten sterben

Weil sich der Pharao verstockt hatte und nicht bereit gewesen war, auf Gott zu hören, traf nun das furchtbare Gericht ein. Wie der Herr es angekündigt hatte, starb alle Erstgeburt im Land Ägypten. Daraus lernen wir zwei Grundsätze, die zu allen Zeiten gültig sind:

  • Gott warnt immer, bevor Er bestraft. Leider wollen viele Menschen nicht auf seinen Warnruf hören. Ihnen gilt das ernste Wort: «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht» (Hebräer 3,15).
  • Obwohl Gott mit seinen Geschöpfen geduldig ist und oft lange wartet, bis Er mit Gericht einschreitet, kann es für eine Umkehr plötzlich zu spät sein. Darum heisst es in 2. Korinther 6,2: «Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.»

Noch in der gleichen Nacht forderte der Pharao das Volk Israel auf, Ägypten zu verlassen. Nun ging alles sehr schnell. Die Israeliten packten ihre Sachen, beraubten die Ägypter und verliessen das Land, in dem sie viele Jahre als Sklaven gedient und gelitten hatten.

Der Auszug Israels aus Ägypten illustriert die Tatsache, dass ein Mensch, der den Herrn Jesus als Retter vor dem göttlichen Gericht angenommen hat, von nun an nicht mehr zu den Ungläubigen gehört. Das Kreuz des Heilands schützt ihn nicht nur vor der Strafe seiner Sünden, sondern trennt ihn auch von der Welt (Galater 1,4; 6,14). Die Frage ist, ob wir daraus die Konsequenzen für unser Leben gezogen haben. Haben wir die Beziehungen und Freundschaften mit der Welt ganz abgebrochen?

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Israel verlässt Ägypten

Es war eine bedeutungsvolle Nacht für das Volk Israel, als es Ägypten verliess, um ins verheissene Land zu ziehen. Jakob war mit 70 Menschen nach Ägypten gekommen, nun machte sich ein Millionenvolk auf den Weg nach Kanaan. Nichts blieb im Land der Knechtschaft zurück. Die Israeliten nahmen sowohl ihre Kinder als auch ihr zahlreiches Vieh mit.

Sie backten den Teig zu ungesäuerten Broten, um die Wirkung des Sauerteigs zu stoppen. Der Sauerteig ist ein Bild der Sünde, die im Leben von Erretteten nicht mehr zum Zug kommen soll.

Viel Mischvolk begleitete das erlöste Volk. Sie stellen Menschen dar, die sich den Glaubenden anschliessen, ohne eine echte Umkehr erlebt zu haben und ohne neues Leben zu besitzen. Wenn Gott durch das Evangelium kraftvoll wirkt und viele Menschen zum Glauben an den Herrn Jesus kommen, besteht besonders die Gefahr, dass einige nur aus Begeisterung mitgehen.

Es scheint, dass der Herr gerade aus diesem Grund ab Vers 43 klare Anordnungen für die Teilnahme am Passahfest gab. Menschen, die nicht zum Volk Israel gehörten, durften nicht davon essen. Die Beschneidung – das äussere Zeichen der Zugehörigkeit zu Israel – war Voraussetzung, damit jemand das Passah feiern konnte.

Der gleiche Grundsatz gilt für die Teilnahme am Gedächtnismahl. Menschen, die kein Leben aus Gott besitzen, sind keine Glieder am Leib des Christus. Deshalb können sie nicht am Brotbrechen teilnehmen.

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Anweisungen über die Erstgeborenen

Die Erstgeborenen aus dem Volk Israel waren durch das Blut des Passahlamms vom Gericht verschont worden. Nun gehörten sie dem Herrn, denn Er sagte zu Mose: «Heilige mir alles Erstgeborene.»

Es werden hier zwei Heilstatsachen dargestellt, die fest miteinander verbunden sind: Erlösung und Heiligung. Durch den Glauben an den Heiland und sein Werk am Kreuz haben wir Vergebung der Sünden bekommen und sind von der Macht der Sünde befreit worden. Wir sind nun erlöst. Gleichzeitig sind wir – was unsere Stellung betrifft – aus der Welt herausgenommen und für Gott auf die Seite gestellt worden. Wir sind nun für Ihn geheiligt. Als Folge davon möchte der Herr, dass wir ein heiliges, Gott geweihtes Leben führen.

Darum spricht Mose ab Vers 3 nochmals über den Sauerteig, der im erlösten Volk während sieben Tagen nicht vorhanden sein durfte. Diese Zeit spricht von unserem ganzen Leben als Glaubende. Wir sollen nicht mehr in der Sünde leben, sondern uns Gott zur Verfügung stellen. Paulus und Petrus machen beide deutlich, dass dies der Wille Gottes für uns ist (Römer 6,13; 1. Petrus 4,2).

Von ihren Tieren sollten die Israeliten alle Erstgeborenen dem Herrn darbringen. Eine Ausnahme bildete der Esel. Warum? Weil er ein eindrucksvolles Bild des natürlichen Menschen ist: Wie der Esel, dieses unreine und eigenwillige Tier, sind auch wir in Unreinheit geboren worden und haben im Eigenwillen gelebt. Doch Jesus Christus, das Lamm Gottes, hat uns durch sein Blut erlöst. Welche Gnade!

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Der Weg zum Schilfmeer

Gott wählte für die Israeliten den Weg nach Kanaan aus. Sie sollten nicht die kürzeste Strecke durch das Land der Philister gehen. Das hatte seinen Grund. Auf diesem Weg wären sie sofort in den Kampf mit Feinden verwickelt worden. Stattdessen liess der Herr sie durch die Wüste ziehen, damit sie Erfahrungen mit sich selbst und mit ihrem Gott machen konnten.

So ist es normalerweise auch mit jungen Christen. Gott bringt sie nicht gleich in Situationen, wo sie den Kampf für die Wahrheit führen müssen. Sie sollen zuerst Gottes Fürsorge erfahren und die Lektion lernen, dass sie in sich selbst keine Kraft für das Glaubensleben haben.

Am Ende seines Lebens hatte Joseph im Glauben gesagt: «Gott wird sich euch gewiss zuwenden; so führt meine Gebeine von hier hinauf!» (1. Mose 50,25). Als der Herr nun dieses Wort wahr machte, vergass Mose nicht, die Gebeine Josephs mitzunehmen.

Die Wolken- und Feuersäule war für die Israeliten einerseits ein sichtbares Zeichen für die Gegenwart Gottes. Anderseits besassen sie damit einen sicheren Führer durch die Wüste. Der Herr selbst leitete sie am Tag durch die Wolkensäule und in der Nacht durch die Feuersäule.

Gott weiss nicht nur den besten Weg für uns. Er will auch bei uns sein und uns Schritt für Schritt führen. Der Tag spricht von den einfachen Lebenslagen, die Nacht stellt schwierige Umstände dar. In jeder Situation will der Herr uns leiten. Leben wir deshalb in seiner Abhängigkeit!

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Der Pharao jagt Israel nach

Gott wollte das Volk Israel endgültig aus der Macht des Pharaos befreien. Darum führte Er es nach Pi-Hachirot. Vor ihnen lag das Rote Meer, hinter ihnen war Ägypten und auf beiden Seiten befand sich eine gebirgige Wüste. In dieser ausweglosen Situation konnte die Rettung nur noch von oben kommen.

Der Pharao bedauerte es nachträglich, dass er die Israeliten freigelassen hatte. Nun liess er seine Armee ausrücken, um die Geflohenen wieder unter seine Gewalt zu bringen. Weil die Ägypter mit Pferden und Wagen viel schneller waren als das Volk Israel, das zu Fuss ging, erreichten sie es bald.

Doch es sollte nicht zu einem Kampf zwischen den Ägyptern und den Israeliten kommen. Gott selbst würde dem Feind entgegentreten und sich am Pharao und seiner mächtigen Armee verherrlichen. Ein letztes Mal wollte der Herr seine Macht im Gericht an Ägypten entfalten, um allen Völkern zu zeigen, wie gross und herrlich Er ist.

Diese Begebenheit spricht prophetisch von der zukünftigen Befreiung der glaubenden Israeliten. Wenn die Not aufs Höchste gestiegen sein wird, wird der Herr Jesus in Macht und Herrlichkeit erscheinen und sie aus der Hand der Feinde erretten.

Die geistliche Bedeutung für uns Christen ist folgende: Jeder Erlöste muss lernen, dass er die Versuchungen des Teufels und der Sünde nicht aus eigener Kraft überwinden kann. Aber er darf im Glauben erfassen: Durch den Tod des Herrn Jesus bin ich von der Macht der Sünde und des Satans befreit!

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Steht und seht die Rettung des HERRN!

Die Israeliten standen am Ufer des Roten Meeres – vor sich das Wasser, hinter sich die heraneilende Armee der Ägypter. Weil sie keinen Ausweg sahen, schrien sie voll Furcht zu Gott. Da bekamen sie zur Antwort: «Fürchtet euch nicht! Steht und seht die Rettung des Herrn.» Sie brauchten nichts zu tun. Gott selbst wollte sie vom Pharao und seinen Soldaten befreien. Darum heisst es weiter: «Der Herr wird für euch kämpfen, und ihr werdet still sein.»

Die Situation und Reaktion des Volkes Israel ist vergleichbar mit den Erfahrungen eines Menschen, der noch nicht lange bekehrt ist. Obwohl er die Vergebung seiner Sünden besitzt, hat er mit grossen Schwierigkeiten zu kämpfen. Er merkt jetzt, wie böse und verdorben er ist. Obwohl er nicht mehr sündigen will, sündigt er doch noch. Satan nutzt diese Tatsache aus und weckt in seinem Herzen Zweifel an der Errettung. Da hilft nur eins: Der Glaube an das, was Gott in seinem Wort sagt. In Römer 8,1 heisst es: «Also ist jetzt keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.» Das darf jedes Kind Gottes für sich in Anspruch nehmen.

Um einen Angriff der Ägypter unmöglich zu machen, stellte sich Gott in der Wolkensäule zwischen Israel und dessen Feinde. – Etwas Ähnliches tut Gott, wenn Satan eine Anklage gegen uns erheben will. Er tritt selbst für uns ein und rechtfertigt uns vor dem Feind (Römer 8,33). Er weist auf das Erlösungswerk seines Sohnes hin, das die sichere Grundlage unserer ewigen Errettung ist.

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Die Befreiung aus Ägypten

Mose, den der Herr zum Retter seines Volkes bestimmt hatte, streckte seine Hand über das Meer aus. Da spalteten sich die Wasser durch das Eingreifen Gottes, so dass sich die Israeliten in Sicherheit bringen konnten. Während sie das rettende Ufer erreichten, ertranken die ägyptischen Soldaten in den zurückkehrenden Wasserfluten. Das Volk Israel ging diesen Weg der Rettung im Glauben an Gottes Wort (Hebräer 11,29). Der Pharao und seine Truppen hingegen betraten das Meer im Unglauben und in Auflehnung gegen Gott. Das Ergebnis brachte diesen bedeutsamen Unterschied klar ans Licht: Kein Ägypter konnte sich retten und kein Israelit kam in den Wellen um.

Das Rote Meer spricht vom Tod und der Auferstehung des Herrn Jesus. Der Durchzug des Volkes Israel illustriert uns, wie wir durch den Glauben an seinen Tod von der Macht der Sünde und des Teufels befreit werden.

  • Jesus Christus hat durch seinen Tod die Macht des Teufels gebrochen. Als Folge davon befreit Er alle, die sich Ihm anvertrauen, aus der Sklaverei Satans (Hebräer 2,14-15).
  • Der Herr Jesus ist am Kreuz der Sünde gestorben. Nun rechnet Gott allen Glaubenden den Tod seines Sohnes an. Dadurch sind sie frei gemacht von der Macht der Sünde (Römer 6,5-6).

Wenn wir im Glauben erfassen, dass wir mit Christus gestorben sind, gehen wir sozusagen durch das Rote Meer. Wir verlassen den Machtbereich Satans und müssen der Sünde nicht mehr dienen.

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Das Lied der Erlösung

Israel steht als ein erlöstes Volk am anderen Ufer des Roten Meeres und singt dem Herrn ein Loblied. Daraus wird ersichtlich, dass nur Menschen, die Gott kennen und seine Rettung erfahren haben, Ihn von Herzen loben können. Es ist das erste Lied, das in der Bibel erwähnt wird. Im Lauf der Zeit haben viele glaubende Menschen Gott gelobt (Psalm 101,1). Auch vom Herrn Jesus heisst es, dass Er mit seinen Jüngern ein Loblied gesungen hat (Matthäus 26,30). Im Himmel werden wir mit allen Erlösten das neue Lied zur Ehre des Lammes Gottes singen (Offenbarung 5,9). Ist dieser Ausblick nicht ein Ansporn für uns, jetzt schon täglich unserem Herrn zu singen (Psalm 34,2)?

Die Israeliten singen nicht von dem, was sie sind oder getan haben. Der Inhalt ihres Liedes ist die Person und das Werk Gottes:

  • Sie nennen Ihn einen Kriegsmann und bewundern seine Macht, Erhabenheit und Heiligkeit. Sie kommen zum Schluss, dass niemand mit dem Herrn zu vergleichen ist.
  • Sie beschreiben, wie Gott ihre Rettung vollbracht hat. Er selbst stürzte die Wagen des Pharaos und seine Heeresmacht ins Meer. Dazu war nur ein Hauch seines Mundes nötig.

Vers 13 zeigt, welches Ziel Gott mit der Erlösung seines Volkes verfolgte: Er brachte sie aus Ägypten zu sich in die Wüste, damit Er in ihrer Mitte wohnen konnte. – Auch heute hat der Herr einen Plan mit den erlösten Menschen. Er möchte sie an den Ort führen, wo Glaubende in seinem Namen versammelt sind und Er in ihrer Mitte ist (Matthäus 18,20).

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Loben und murren

Im zweiten Teil des Liedes richten die Israeliten ihren Blick auch nach vorn. Sie beschreiben die Furcht der Völker, denen sie auf ihrem Weg nach Kanaan begegnen werden. Im Glauben halten sie daran fest, dass diese Nationen Gott nicht daran hindern können, sein erlöstes Volk ins verheissene Land zu bringen.

Ab Vers 22 beginnt die Wüstenwanderung. Sie spricht von den Erfahrungen, die jeder Glaubende in seinem Leben nach der Bekehrung macht. Die Welt, in der er sich auf dem Weg zum Himmel noch aufhalten muss, ist für ihn eine Wüste geworden. Sie bietet seinem neuen Leben weder Nahrung noch Erfrischung.

Nachdem das Volk drei Tage durch die Wüste gewandert war, ohne Wasser zu finden, kam es nach Mara. Dort gab es Wasser, aber es war nicht geniessbar. Was für eine bittere Enttäuschung! – Auch wir werden auf der Suche nach innerer Erfrischung von der Welt immer enttäuscht. Wir erleben sogar bittere Momente, wenn uns vielleicht alte Freunde im Stich lassen, weil wir dem Herrn Jesus nachfolgen.

Was tat Mose, als das Volk wegen des bitteren Wassers gegen ihn murrte? Er rief den Herrn um Hilfe an und warf dann ein Holz ins Wasser. Da wurde das Wasser süss. – Dieses Holz erinnert uns an das Kreuz, wo der Herr Jesus aus Liebe sein Leben für uns gegeben hat. Der Blick auf seine unendliche Liebe gibt uns Kraft, die bitteren Erfahrungen zu überwinden.

In Elim konnte sich das Volk erfrischen und ein wenig ausruhen. – Auch uns schenkt der Herr Momente der Ruhe, um unseren Glauben durch das Wort zu beleben.

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Gottes Antwort auf den Hunger

Die Station nach Elim war die Wüste Sin. Die Israeliten waren bereits mehr als einen Monat auf der Reise. Nun hatten sie nichts mehr zu essen. Wieder murrten sie gegen Mose und Aaron. Meinten sie wirklich, dass Gott sie aus Ägypten erlöst habe, um sie in der Wüste vor Hunger sterben zu lassen? – Oft verhalten wir uns genauso wie das Volk Israel. Obwohl wir bei unserer Bekehrung Gottes Gnade erfahren haben, machen wir im Alltag bei jeder Schwierigkeit unserem Unmut Luft, anstatt auf die Hilfe des Herrn zu vertrauen.

Gott gab sein Volk nicht auf. In seiner Güte kündigte Er den Israeliten an, wie Er es in der Wüste mit Nahrung versorgen wollte: «Ich werde euch Brot vom Himmel regnen lassen.» – Dieses Brot vom Himmel spricht vom Herrn Jesus, der die geistliche Nahrung für uns Christen ist (Johannes 6,35). Beim Lesen der Evangelien lernen wir Ihn kennen, wie Er vom Himmel auf die Erde kam, hier als vollkommener Mensch lebte und am Kreuz für uns starb. Diese Beschäftigung mit Jesus Christus anhand des Wortes Gottes nährt und stärkt unser neues Leben.

Wenn die Israeliten ihren Unwillen durch Murren offenbarten, zeigte Gott als Antwort darauf seine herrliche Grösse, wie sie sich zu ihren Gunsten entfaltete. Das war Gnade! Sie sahen die Herrlichkeit des Herrn in der Wolke. Sie erfuhren seine Güte und Allmacht, als Er ihnen am Abend Fleisch und am Morgen Brot zu essen gab. Gott selbst war mit ihnen in der Wüste und versorgte sie so, dass sie keinen Mangel haben mussten.

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Wachteln und Brot aus dem Himmel

Gott gab seinem Volk klare Anweisungen, wann und wie es das Manna einsammeln sollte. Diese Anordnungen haben eine geistliche Bedeutung für uns im Blick auf das Aufnehmen von geistlicher Nahrung aus dem Wort Gottes:

  • Ausser am Sabbat sollten die Israeliten jeden Tag hinausgehen und das Manna auflesen (Vers 4). – Das bedeutet für uns, dass wir täglich einen Abschnitt aus der Bibel lesen. Wir haben diese Tagesration aus dem Wort Gottes für unser Glaubensleben nötig.
  • Jeder Israelit sollte seinen eigenen Bedarf einsammeln (Vers 16). Das gilt genauso für uns: Die Predigt vom Sonntag ersetzt das persönliche Bibellesen nicht. Forschen wir selbst im Wort Gottes, damit wir daraus Wegweisung für den Alltag bekommen!
  • Der Israelit musste das Manna frühmorgens einsammeln. Sobald die Sonne heiss wurde, zerschmolz es (Vers 21). – Wir wissen, dass am Morgen unser Geist noch frisch und unbelastet ist. Darum können wir zu diesem Zeitpunkt das Wort Gottes am besten aufnehmen.

Wir lesen hier zum ersten Mal vom Sabbat als einer Verordnung für das Volk Israel – und zwar nicht in Verbindung mit dem Gesetz, sondern mit dem Manna. Daraus lässt sich folgender Grundsatz ableiten: Israel kann die Ruhe, die durch den siebten Tag oder den Sabbat dargestellt wird (1. Mose 2,3), nur in Beziehung zu Christus, dem wahren Brot des Lebens, geniessen. – Auch wir finden auf der Erde nur echte Ruhe, wenn wir zum Herrn Jesus kommen und Ihn in seinem Gehorsam und seiner Demut nachahmen (Matthäus 11,28-30).

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Das Manna zur Aufbewahrung

Die Beschreibung des Mannas in Vers 31 enthält Hinweise auf Jesus Christus und das Wort Gottes:

  • Das Brot aus dem Himmel sah weiss aus. Das lässt uns an die Reinheit unseres Herrn denken. Obwohl Er in der Welt ständig von der Sünde umgeben war, blieb Er doch heilig und unbefleckt (Hebräer 7,26).
  • Der Geschmack des Mannas war wie Kuchen mit Honig. Etwas Ähnliches erleben wir, wenn wir die Bibel lesen: «Wie süss sind meinem Gaumen deine Worte, mehr als Honig meinem Mund!» (Psalm 119,103).

Mose musste einen Krug voll Manna aufbewahren. Später wurde dieser goldene Krug in die Bundeslade gestellt (Hebräer 9,4). Dieses verborgene Manna erinnerte die folgenden Generationen daran, wie Gott sein Volk in der Wüste mit Nahrung versorgt hatte.

So werden auch wir uns in der himmlischen Herrlichkeit ewig am Herrn Jesus freuen, der für uns das verborgene Manna ist (Offenbarung 2,17). Wir werden daran denken, wie Er vom Himmel gekommen ist und auf der Erde als himmlischer Mensch abgesondert von der Sünde gelebt hat. Die Aussicht auf diese zukünftige Freude an unserem Herrn ermutigt uns, jetzt als himmlische Christen abgesondert von der Welt zu leben.

Die Israeliten assen das Manna 40 Jahre lang (Vers 35). Jeden Tag – ausser am Sabbat – liess der Herr dieses Brot vom Himmel regnen. Sie mussten es nur einsammeln. Dank dieser schmackhaften und vollwertigen Nahrung brauchten sie nie Hunger zu leiden. So zeugte das Manna während der ganzen Wüstenwanderung von der unaufhörlichen Treue Gottes.

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Wasser aus dem Felsen

Die Israeliten zogen aus der Wüste Sin weiter nach Rephidim. Weil es dort nichts zu trinken gab, litten sie Durst. Das war eine Erprobung von Gott. Würden sie Ihm, der ihnen bis hierher geholfen hatte, vertrauen? Nein! Sie murrten gegen Mose und offenbarten so, was sich auch in unseren Herzen findet: Unglaube und Unzufriedenheit. Gerade die Bezeichnung, die Mose diesem Ort gab, macht deutlich, wie schlimm dieses Verhalten der Israeliten war. Obwohl sie die Gegenwart Gottes in der Befreiung aus Ägypten deutlich erfahren hatten, fragten sie ungläubig: «Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?»

Wieder begegnete Gott dem Murren des Volkes in Gnade. Er wies Mose an, mit seinem Stab den Felsen zu schlagen. Da kam Wasser heraus, so dass alle ihren Durst stillen konnten.

Das fliessende Wasser aus dem geschlagenen Felsen stellt eine weitere Hilfsquelle für unseren Glaubensweg durch die Welt dar:

  • Der Fels ist ein Bild von Christus, der am Kreuz von Golgatha die Schläge des heiligen Zornes Gottes über die Sünde erdulden musste (1. Korinther 10,4; 2. Korinther 5,21).
  • Das Wasser aus dem Felsen spricht vom Heiligen Geist, der nach dem Erlösungswerk und der Himmelfahrt des Herrn Jesus auf die Erde gekommen ist, um in allen Glaubenden zu wohnen (Johannes 7,37-39).

Der Heilige Geist gibt uns Einsicht in das Wort Gottes und Kraft, damit sich das neue Leben entfalten kann.

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Der Kampf gegen Amalek

In Rephidim machte Israel eine weitere Erfahrung auf seiner Wüstenreise. Es wurde von Amalek angegriffen. Später erinnerte Mose daran, wie niederträchtig dieser Feind das Volk Gottes attackierte: «Wie er dir auf dem Weg entgegentrat und deine Nachzügler schlug, alle Schwachen hinter dir her, als du erschöpft und müde warst» (5. Mose 25,18).

Josua sollte nun eine Armee aufstellen und gegen Amalek kämpfen. Zur gleichen Zeit erhob Mose auf dem Berg seine Hände in Fürbitte für das Volk. Davon hing schliesslich der Sieg über den Feind ab.

Dieser Kampf enthält auch eine geistliche Lektion für uns:

  • Der Angriff von Amalek illustriert uns, wie der Teufel unser sündiges Fleisch anspricht, um uns auf dem Glaubensweg aufzuhalten.
  • Josua ist ein Bild des Herrn Jesus, der in der Kraft des Heiligen Geistes seine Erlösten im Kampf gegen den Feind anführt.
  • In Mose, der mit dem Stab der Autorität Gottes auf dem Berg war, sehen wir, wie sich der Herr Jesus im Himmel für uns verwendet.
  • Aaron und Hur weisen auf seinen doppelten Dienst als Hoherpriester und Sachwalter hin, den Er für uns tut. Mit seiner Hilfe können wir trotz unserer Schwachheit einen Sieg über den Feind erringen.
  • Der Altar mit dem Namen «Der Herr, mein Banner!» lenkt unsere Gedanken nach Golgatha. Wir führen diesen Kampf gegen den Feind im Bewusstsein, dass der Herr Jesus am Kreuz den Teufel besiegt hat.

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Die Kernbotschaft des Philipper-Briefs

Zwei Briefe im Neuen Testament beschreiben die Entfaltung des christlichen Lebens:

  • Der erste Thessalonicher-Brief zeigt die Frische dieses Lebens am Beispiel der jungbekehrten Christen in Thessalonich. Sie lebten in Hingabe an Gott und erwarteten das Kommen des Herrn Jesus. Dieser frische geistliche Zustand kann mit einem blühenden Apfelbaum im Frühling verglichen werden.
  • Der Philipper-Brief beschreibt die Reife des christlichen Lebens. Paulus selbst ist ein Beispiel davon, wie sich nun alles um Christus dreht. Er hat in den vielfältigen Erfahrungen seines Lebens mit dem Herrn gelernt, die Gesinnung Jesu Christi zu offenbaren und in der Kraft des Heiligen Geistes über die Umstände zu triumphieren. Sein gereifter geistlicher Zustand gleicht einem Apfelbaum im Herbst, der voller gesunder Früchte ist.

In den Kapiteln 2 und 3 unterweist uns der Apostel, wie sich unser christliches Leben in dieser Schönheit entfalten kann.

  • Zuerst lenkt er unsere Blicke auf Jesus, der auf der Erde demütig und gehorsam gelebt hat. Wenn wir seine Gesinnung nachahmen, sehen die Menschen in unserem Verhalten etwas von Ihm.
  • Dann weist Paulus auf Christus im Himmel hin. Der tiefe Eindruck seiner herrlichen Person richtet uns ganz auf Ihn dort oben aus. Er wird zum Mittelpunkt unseres Lebens, dem sich alles andere unterstellt.

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Paulus dankt für die Philipper

Obwohl Paulus der eigentliche Verfasser des Briefs ist, verbindet er sich mit Timotheus, der sein vertrauter Mitarbeiter war und die Gläubigen in Philippi gut kannte. Beide sind Knechte Christi Jesu, die seinem Beispiel folgten und den Erlösten in Demut dienten. Der Apostel wünscht den Philippern Gnade und Frieden. Sie hatten beides nötig, um einmütig den Glaubensweg weiterzugehen und trotz Widerstand den Dienst am Evangelium fortzusetzen.

Paulus betete mit Freuden für die Gläubigen in Philippi, weil sie sich in einem guten geistlichen Zustand befanden. Das zeigte sich in ihrer beharrlichen Teilnahme am Evangelium. Ihr Einsatz für die Verbreitung der guten Botschaft war kein Strohfeuer, sondern bezeugte, dass Gott in ihnen wirkte. Wir sehen hier, wie die beiden Seiten nebeneinander herlaufen:

  • Einerseits ist es die Aufgabe der Glaubenden, mit dem Herrn Jesus zu leben und von Ihm zu zeugen.
  • Anderseits beginnt Gott bei ihrer Bekehrung ein gutes Werk, das Er vollenden wird. Am Tag Jesu Christi, d.h. vor seinem Richterstuhl, wird offenbar werden, was Gott in ihrem Leben zu seiner Ehre bewirkt hat.

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Paulus bittet für die Philipper

Aus Vers 7 erkennen wir, dass die Philipper eine gute Beziehung zu Paulus hatten. Sie trugen ihn auf einem sorgenden, liebenden und betenden Herzen. Ausserdem bezeugten sie ihm ihre Verbundenheit mit seiner evangelistischen Arbeit durch ihre materielle Unterstützung (Philipper 4,15-17). Gott wusste, wie Paulus die Gläubigen in Philippi liebte und sich nach ihnen sehnte, obgleich er sie nicht besuchen konnte.

Auf das Dankgebet in den Versen 3-8 folgen in den Versen 9-11 einige Bitten, die auch unser Glaubensleben betreffen:

  • Unsere Liebe zum Herrn Jesus, zu den Gläubigen und zu den Verlorenen nimmt in dem Mass zu, wie wir uns mit der göttlichen Liebe zu uns beschäftigen.
  • Unsere Liebe soll durch die Erkenntnis des Wortes Gottes geprägt sein, indem wir die biblischen Grundsätze mit Einsicht im täglichen Leben umsetzen.
  • Wie freut sich der Herr, wenn wir aufrichtig sind und uns so verhalten, dass wir uns selbst und anderen keinen Anstoss zur Sünde geben.
  • Eine gerechte Lebensführung ehrt und verherrlicht Gott. In einer lebendigen Beziehung zu Jesus Christus können wir diese Frucht bringen (Johannes 15,5).

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Das Evangelium breitet sich aus

Ab Vers 12 spricht Paulus über seine persönliche Situation. Er befand sich schon ungefähr vier Jahre in Haft, was bestimmt nicht leicht für ihn war. Trotzdem war er nicht entmutigt, sondern erkannte, dass Gott dadurch einen zweifachen Segen bewirken konnte. Einerseits wurden durch seine Gefangenschaft neue Zuhörer mit dem Evangelium erreicht (Vers 13). Anderseits wurden neue Verkündiger ermutigt, den Menschen die gute Botschaft zu bringen (Vers 14). Leider geschah es nicht bei allen mit guten Beweggründen: Einige predigten Christus aus Neid und Streit, andere jedoch aus Liebe.

Paulus zeigt hier durch seine Einstellung, wie ein Christ in der Gemeinschaft mit dem Herrn Jesus und in der Kraft des Heiligen Geistes über schwierige Umstände triumphieren kann.

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Das Leben ist für mich Christus

Paulus freute sich nicht über die unguten Motive in der Verkündigung des Evangeliums, sondern über die Tatsache, dass Christus gepredigt wurde. Das Heil in Vers 19 ist nicht die Errettung der Seele bei der Bekehrung, sondern die Bewahrung in den Schwierigkeiten auf dem Weg zum himmlischen Ziel. Paulus vertraute darauf, dass er in seiner Haft vom Heiligen Geist die Kraft bekommen würde, dem Herrn treu zu bleiben. Er hatte den Wunsch, Ihn in jeder Situation zu verherrlichen, ob er nun am Leben blieb oder den Märtyrertod erleiden sollte. Der Grund dafür lag in der Tatsache, dass Christus sein Lebensinhalt war. Alles drehte sich um diese herrliche Person. Folglich sah Paulus im Sterben einen Gewinn: Dann würde er bei Christus im Paradies sein!

Paulus sah zwei Möglichkeiten vor sich: Entweder würde er freigelassen, um noch eine gewisse Zeit auf der Erde zu leben. Oder er würde als Märtyrer sterben und zu Christus in die Herrlichkeit gehen, was für ihn persönlich viel besser wäre. Weil er jedoch ganz auf den Herrn Jesus ausgerichtet war und sich selbst vergass, erkannte er, dass sein Bleiben auf der Erde noch nötig war. Paulus wusste, wie kostbar dem Herrn die Erlösten sind. Darum wollte er ihnen noch eine Zeit lang dienen. Wie glich der Apostel in seiner Selbstlosigkeit seinem Meister!

Die Verse 25 und 26 zeigen, was der Besuch eines Dieners in einer Versammlung bewirken kann: Durch die Unterweisung wird das Glaubensleben gefördert und durch die Gemeinschaft wird die geistliche Freude vertieft.

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Im Evangelium mitkämpfen

Es lag dem Apostel am Herzen, dass die Philipper in ihrem Glaubensleben nicht von ihm abhängig waren. Darum gab er ihnen in seinem Brief manche Anweisungen. Sie sind auch für uns wichtig. Im gelesenen Abschnitt legt Paulus zuerst grossen Wert auf unsere Lebensführung. Wie kann sie dem Evangelium des Christus angemessen sein? Wenn unser Verhalten im Alltag die Gnade Gottes und unsere himmlische Berufung widerspiegelt.

Im Weiteren werden wir aufgefordert, gemeinsam ein Zeugnis für den Herrn zu sein: Wir sollen an dem Ort, wo wir als Christen zusammengestellt sind, in einem Geist feststehen und in einer Seele mitkämpfen. Es geht darum, dass wir trotz des Widerstands durch den Feind miteinander an der Wahrheit des Evangeliums festhalten und uns für die Verbreitung der guten Botschaft einsetzen. Wenn Christus der Zentralpunkt unseres Lebens ist, kann Er diese Einmütigkeit bewirken.

Wir brauchen uns von denen, die der Ausbreitung des Evangeliums aktiv widerstehen, nicht einschüchtern zu lassen. Wenn sie in ihrer Feindschaft verharren, werden sie ewig verloren gehen. Wir hingegen, die wir Jesus Christus als persönlichen Erlöser angenommen haben, besitzen eine ewige Errettung. Weil Gott sie uns geschenkt hat, wird Er auch dafür sorgen, dass wir das himmlische Ziel erreichen. Auf dem Weg dorthin erfahren wir das Glück unserer Glaubensbeziehung zu Christus und die Leiden vonseiten der Welt (Apostelgeschichte 5,41; 2. Timotheus 3,12). Beides gehört zusammen, wie es auch das Leben und der Dienst des Apostels Paulus deutlich machen.

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Demütig und einmütig

In der Versammlung von Philippi gab es ein Problem, das der Apostel nun anspricht: Die Gläubigen hatten Mühe miteinander, obwohl sie alle dem Herrn Jesus nachfolgen und dienen wollten. Bevor Paulus ihnen zeigt, wie sie einander begegnen sollen, lobt er ihr Verhalten ihm gegenüber. Durch ihre materielle Unterstützung war er ermuntert und getröstet worden, denn sie hatten ihm dadurch ihre Verbundenheit und ihr Mitgefühl ausgedrückt. – Wir erkennen hier, dass der Umgang mit den Christen, die wir nur ab und zu sehen, einfacher ist als mit den Gläubigen, die sich mit uns am gleichen Ort versammeln.

Die Philipper konnten die Freude des Apostels noch steigern, indem sie untereinander gleich gesinnt und einmütig waren. Damit ist nicht Uniformität im Denken und Handeln gemeint. Das wäre eine Übereinstimmung, die von aussen aufgedrückt wird. Es geht um etwas anderes. Paulus bittet um eine gleiche Denkweise, ohne die Vielfalt unter den Glaubenden einzuschränken. Es geht darum, dass wir alle die Ehre des Herrn und das Wohl der anderen suchen. Das Gegenteil davon ist eine egoistische Einstellung, die schnell zu Streit und Ehrsucht führt, weil in diesem Fall jeder selbst im Mittelpunkt stehen möchte.

Stattdessen werden wir aufgefordert, in Demut den anderen höher zu achten als uns selbst und in Liebe dem anderen Beachtung zu schenken. Das ist nur möglich, wenn wir uns selbst verleugnen und vom Herrn Jesus lernen. Darum wird uns ab Vers 5 seine beispielhafte Gesinnung in seinem Leben auf der Erde vorgestellt.

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Die Gesinnung des Herrn Jesus

Die Verse 6-8 beschreiben den Weg, den Jesus Christus freiwillig gegangen ist. Er, der von Ewigkeit her Gott ist, wurde Mensch. Durch diesen ersten Schritt des Hinabsteigens nahm Er Knechtsgestalt an, um seinem Gott und den Menschen zu dienen. Obwohl Er sündlos ist, glich Er äusserlich den anderen Menschen. Doch Er stieg noch tiefer hinab, weil Er den letzten Platz einnehmen wollte. Als gehorsamer Mensch erniedrigte Er sich bis zum Tod am Kreuz. Das war der zweite Schritt seines Hinabsteigens. Der Weg unseres Herrn auf der Erde ist einzigartig. Unmöglich können wir Ihm darauf folgen. Aber wir stehen voll Bewunderung vor Ihm still, der sich so tief erniedrigt hat!

In diesen Versen erkennen wir auch die Gesinnung, die Jesus auf seinem Lebensweg offenbart hat. Er war von Herzen demütig und gehorsam. Darin können wir Ihn nachahmen. Gott möchte, dass in unserem Verhalten etwas von der Einstellung sichtbar wird, die den Herrn Jesus in seinem Leben auf der Erde gekennzeichnet hat.

In seiner freiwilligen Erniedrigung hat Er seinen Gott und Vater völlig geehrt. Darum hat Gott Ihn hoch erhoben und Ihm den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben. Christus besitzt nun den Namen, der über jeden Namen ist, d.h. Er nimmt als Mensch eine Stellung ein, in der Er alle anderen übertrifft. Bald wird seine Überlegenheit für alle sichtbar sein, wenn sich jedes Knie vor Ihm beugen und jeder Mund seine Herrschaft anerkennen wird. Seine zukünftige Erhöhung wird zur Verherrlichung seines Gottes und Vaters ausschlagen.

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Gehorchen und Licht verbreiten

Nach der Aufforderung zur Demut in Vers 3 folgt nun in Vers 12 die Erinnerung an den Gehorsam. Beides hat uns der Herr Jesus vorgelebt.

Der Apostel fordert uns auf, das eigene Heil zu bewirken. Damit will er uns zu einem selbstständigen Glaubensleben anhalten. Die Errettung der Seele konnten wir nicht selbst erlangen. Sie ist ein Geschenk Gottes. Um jedoch auf dem Weg zum himmlischen Ziel aus den Gefahren errettet zu werden, ist es nötig, dass wir uns nahe beim Herrn aufhalten und uns davor fürchten, Ihn zu verunehren. Gott unterstützt uns dabei, damit wir gern seinen Willen tun und uns bewahren lassen.

Wenn wir alles im Namen des Herrn Jesus tun, der nie gemurrt und nie an der Liebe Gottes gezweifelt hat, können wir in einer dunklen Welt Himmelslichter sein und den Menschen den Weg zu Gott zeigen. Wir stellen dann durch unser Verhalten das Wort des Lebens dar, d.h. wir offenbaren die Wesenszüge unseres Meisters, der immer makellos und aufrichtig gewesen ist.

Ein solches Leben ist nicht nur zur Ehre Gottes, sondern auch eine Ermutigung für die Mitarbeiter, die uns durch ihren Dienst geistlich unterstützen. Sie werden am Richterstuhl des Christus Lohn für ihren Einsatz und ihre Treue bekommen.

Paulus glich in seiner Denkweise dem Herrn Jesus. Bescheiden nannte er den eigenen Dienst ein kleines Trankopfer, während er im hingebungsvollen Glauben der Philipper das Hauptopfer sah. Sein Herz war voll Freude, weil er gern den unteren Platz einnahm und sich mit den Gläubigen in Philippi verbunden fühlte.

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Timotheus und Paulus

Paulus dachte nicht an seine Bedürfnisse, sondern an das Wohl der Philipper. Darum war er bereit, auf Timotheus zu verzichten und ihn nach Philippi zu senden. Dieser Mitarbeiter besass die gleiche Gesinnung wie der Apostel. Er war von Herzen für das geistliche Wohlergehen der Gläubigen besorgt. Weil Paulus und Timotheus dasselbe dachten und zu erreichen suchten, standen sie sich innerlich sehr nahe. – Wir sehen an ihrem Beispiel deutlich, wie eine selbstlose, demütige Denkweise die Herzen miteinander verbindet und eine Einmütigkeit unter den Erlösten bewirkt.

In diesem Moment hatte Paulus keinen Mitarbeiter bei sich, der so die Gesinnung des Herrn Jesus mit ihm teilte wie Timotheus. Traurig musste er sagen: «Alle suchen das Ihre.» Dieser kurze Satz stellt uns ins Licht Gottes. Wie bin ich persönlich eingestellt? Suche ich meine eigenen Interessen oder liegen mir die Glaubensgeschwister am Herzen?

Timotheus hatte sich als Mitarbeiter im Werk des Herrn bewährt. Seine selbstlose Hingabe war echt und dauerhaft. Viele Jahre hatte er in einer guten Beziehung mit dem Apostel Paulus am Evangelium gedient. – Wie schön, wenn es heute diese gute geistliche Gemeinschaft zwischen älteren und jüngeren Mitarbeitern gibt!

Sobald der Apostel wusste, wie seine Verhandlung in Rom ausgehen würde, sollte Timotheus die Philipper besuchen und sie darüber informieren. Paulus vertraute zugleich dem Herrn, dass er selbst zu ihnen kommen würde. Wie lagen ihm doch die Philipper am Herzen!

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Epaphroditus

Aus Philipper 4,18 wissen wir, dass Epaphroditus die materielle Gabe der Philipper dem gefangenen Apostel gebracht hatte. Unterwegs oder in Rom war er bei der Erfüllung dieses Auftrags todkrank geworden. Von dieser Krankheit war er aber inzwischen genesen. Nun sollte Epaphroditus mit dem Brief des Apostels Paulus zu den Philippern zurückkehren.

Epaphroditus war ein Gläubiger, der verbindend wirkte. Das wird aus seiner Aufgabe und aus seiner Einstellung ersichtlich:

  • Mit seiner Reise nach Rom und zurück nach Philippi stellte er einen Kontakt zwischen den Gläubigen seines Heimatortes und dem Apostel her. Er informierte Paulus über die Situation der Philipper und konnte ihnen die Umstände des Apostels mitteilen.
  • In seiner selbstlosen Gesinnung dachte Epaphroditus mehr an die Sorgen der Philipper als an seine eigene Krankheit. Darum zog es ihn nach Philippi und verband es ihn mit Paulus, der auch so uneigennützig eingestellt war (Vers 28).

Der Apostel benutzte seine Gabe der Krankenheilung nicht, um seinen Mitarbeiter gesund zu machen. Warum? Weil das nicht dem Zweck dieser Gabe – nämlich der Unterstützung des Evangeliums – entsprochen hätte. Aber er durfte erfahren, wie sich Gott über ihn erbarmte und Epaphroditus heilte.

Gläubige, die sich wie Epaphroditus für das Werk des Herrn und für die Seinen einsetzen, sollen wir anerkennen und schätzen (Vers 29). Vergessen wir nicht: Jeder Dienst erfordert Verzicht und bringt Leiden mit sich.

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Religiöse Vorzüge

In diesem Kapitel zeigt uns der Apostel, was uns Kraft und Motivation für ein Leben in der Gesinnung des Herrn Jesus gibt. Es ist der Glaubensblick nach oben auf den verherrlichten Christus und nach vorn auf das Ziel. Paulus beginnt mit zwei Aufforderungen:

  1. Freut euch im Herrn! Er ist die Quelle einer Freude, die nicht vergeht und uns im Glauben stärkt.
  2. Hütet euch vor bösen Arbeitern, die den christlichen Glauben mit jüdischen Elementen vermischen. Dadurch wollen sie dem natürlichen Menschen wieder Platz zur Entfaltung geben. Doch sie zerstören damit alles.

In Vers 3 geht es um eine geistliche Beschneidung: Die Glaubenden halten daran fest, dass der alte Mensch am Kreuz gerichtet worden ist. Als Folge davon verurteilen sie das, was aus ihrer alten Natur kommt. Im Gottesdienst lehnen sie alles Zeremonielle ab und unterstellen sich der Führung des Heiligen Geistes. Sie haben den Wunsch, dass der Herr Jesus geehrt wird, und stützen sich nicht auf menschliche Fähigkeit und Tatkraft, sondern auf Gott.

Wenn jemand Grund hätte, auf «Fleisch», d.h. auf seine Person, seine Bildung und seine Frömmigkeit zu vertrauen, dann wäre es Paulus gewesen. Er war ein gebürtiger Israelit aus dem Stamm Benjamin. Als Pharisäer zählte er zu den strenggläubigen Menschen in Israel. Sein Eifer für den jüdischen Glauben und seine Gesetzestreue galten als vorbildlich. Alle diese Vorzüge machten Paulus in der Gesellschaft zu einem angesehenen religiösen Menschen. Doch welchen Wert hatte diese menschliche Gerechtigkeit vor Gott?

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Christus gewinnen

Als Paulus vor Damaskus eine Begegnung mit dem verherrlichten Christus hatte, sah er seine menschlichen Vorzüge in einem anderen Licht. Alles, was ihm bis zu diesem Zeitpunkt wertvoll war, achtete er für Verlust, weil es ihn daran hinderte, den Herrn Jesus zu erkennen. Er konnte nicht gleichzeitig ein religiöses Ansehen bei den Menschen geniessen und Christus zum Lebensinhalt haben. Das eine schloss das andere aus.

Der Herr Jesus Christus im Himmel ist so vortrefflich, dass es Paulus nicht schwerfiel, alles andere für Dreck zu achten. Er hatte nur einen Wunsch, der sein ganzes Leben bestimmte: Er wollte Christus in der himmlischen Herrlichkeit gewinnen. Darum strebte er im täglichen Leben nicht mehr nach einer menschlichen Gerechtigkeit, sondern nach einem Verhalten, das mit Gott übereinstimmte. Auf diesem Weg konnte er Christus praktisch erkennen, wie Er das Herz ganz erfüllt und auf das himmlische Ziel ausrichtet. Wer den himmlischen Herrn so kennt und erfährt, sucht keinen Platz mehr auf der Erde, sondern sehnt sich nach dem Himmel.

Auf dem Weg dorthin wünschte Paulus, dass die göttliche Auferstehungskraft in ihm wirkte, damit das neue Leben zur Entfaltung kam. Weil ihm Christus so viel bedeutete, war er auch bereit, wie sein Meister durch Leiden und durch den Tod zu gehen. Paulus wusste, dass er zur Auferstehung aus den Toten gelangen und so die himmlische Herrlichkeit erreichen würde. Sein zielgerichtetes Leben spornt uns an, ebenfalls ganz auf Christus im Himmel ausgerichtet zu sein.

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Ans Ziel laufen

Paulus war noch nicht zur Auferstehung aus den Toten gelangt und noch nicht im verherrlichten Körper bei Christus im Himmel angekommen. Aber er lief auf dieses Ziel zu. Wo fand er die Kraft dazu? In Christus Jesus, dieser unvergleichlich herrlichen Person! Von Ihm war Paulus so ergriffen, dass er Ihm mit Energie entgegenlief.

Paulus war seinem Herrn sehr nahe, aber er hatte das Ziel noch nicht erreicht. Darum lief er unentwegt weiter. Er blickte nicht zurück, um zu sehen, was er alles zurückgelassen hatte oder wie weit er schon gelaufen war. Nein, er schaute nach vorn, ans Ziel. Er streckte sich nach Christus aus und wurde so wie von einem Magneten angezogen. Sein Glaubenslauf war nicht ein Krampf, sondern die glückliche Folge davon, dass der Herr Jesus sein Herz erfüllte.

Gott hat die Glaubenden der Gnadenzeit von Anfang an dazu bestimmt, bei Christus im Himmel zu sein. Erlöste, die diese Berufung Gottes im Herzen erfassen und im Leben verwirklichen, sind «vollkommen», weil sie sich auf das richtige Ziel ausrichten. Davon sollen sie sich durch nichts abhalten lassen. Gläubige, die «anders gesinnt» sind, haben Christus in der Herrlichkeit noch nicht als ihr Lebensziel. Doch Gott wird dafür sorgen, dass in ihrem Herzen dieses Licht aufgeht und sie beginnen, dem verherrlichten Herrn entgegenzulaufen.

Obwohl wir noch nicht alle auf den Himmel ausgerichtet leben, sollen wir den Glaubensweg trotzdem gemeinsam weitergehen und dabei die Gesinnung Jesu Christi offenbaren.

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Das Bürgertum im Himmel

In Vers 17 fordert uns der Apostel auf, seinem guten Beispiel zu folgen. Ein Nachahmer ist jemand, der einen anderen genau beobachtet und es ihm gleichtut. Es geht hier darum, dass wir Paulus und alle zielorientierten Christen in ihrem Wettlauf zu Christus im Himmel zum Vorbild nehmen und sie darin nachahmen.

In den Versen 18 und 19 warnt uns Paulus vor dem schlechten Einfluss irdisch gesinnter Menschen, die uns von einer himmlischen Ausrichtung abbringen können. Er nennt sie «Feinde des Kreuzes des Christus», weil sie meinen, ohne das Kreuz von Golgatha auszukommen. Sie anerkennen Jesus als historische Persönlichkeit. Aber sie nehmen seinen Tod nicht als Grundlage ihrer Errettung an und wollen der Schmach seines Kreuzes ausweichen. Darum werden sie ewig verloren gehen. Diese religiösen Menschen leben so, dass sie selbst und der Genuss des Irdischen im Mittelpunkt stehen. Ausserdem möchten sie auf der Erde zu Ehre und Ansehen kommen. Das ist eine Schande für sie, weil ein Christ dadurch gekennzeichnet sein soll, dass er die Ehre seines Herrn sucht und auf den Himmel ausgerichtet ist.

Unser Bürgertum ist im Himmel. Darum warten wir sehnsüchtig auf den Moment, an dem der Herr Jesus unsere Errettung zum Abschluss bringen wird. Er wird wiederkommen und in göttlicher Kraft unseren schwachen, sterblichen Körper umgestalten, so dass wir uns mit einem verherrlichten Körper im Himmel aufhalten können. Dort werden wir Christus gleich sein und Ihn sehen wie Er ist (1. Johannes 3,2). Was für eine herrliche Hoffnung!

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Freude im Herrn

Die Aussicht auf das herrliche Ziel nimmt der Apostel als Anlass, um den geliebten Brüdern und Schwestern in Philippi einige Hinweise für das Glaubensleben zu geben. Sie gelten auch uns. Zuerst fordert er uns auf, im Herrn festzustehen. Anstatt in den Schwierigkeiten mutlos zu werden und aufzugeben, sollen wir bei unserem Herrn bleiben.

Sowohl Evodia als auch Syntyche setzten sich für das Evangelium ein. Aber sie waren uneins. Nun ermahnt Paulus sie, im gleichen Sinn und Geist zu handeln, d.h. einander in einer demütigen Gesinnung zu begegnen. Epaphroditus, der treue Mitknecht des Apostels, konnte ihnen dabei behilflich sein, weil er gelernt hatte, selbstlos an andere zu denken (Philipper 2,25-26).

Der Herr Jesus ist Quelle und Inhalt einer echten und bleibenden Freude. Lassen wir uns durch notvolle Situationen nicht davon abhalten, uns in Ihm zu freuen! Unser Verhalten gegenüber unseren Mitmenschen soll milde und nachgiebig sein. Jesus hat es uns vorgelebt. Nie hat Er auf seine Rechte gepocht, nie ist Er den Menschen mit Härte begegnet.

Immer wieder steigen Sorgen in unseren Herzen auf. Sie trüben den Blick zum Herrn, nehmen uns die Freude weg und beschäftigen uns mit uns selbst. Wie können wir sie loswerden? Durch das Gebet! Werfen wir die Sorgen auf Gott! Er nimmt sie uns ab und gibt uns seinen Frieden, so dass unser Herz und unsere Gedanken zur Ruhe kommen. Wenn wir zu Gott beten und Ihm unsere Anliegen vorstellen, wollen wir das Danken nicht vergessen. Wie viel Gutes hat Er uns schon geschenkt!

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Das Gute erwägen und tun

In den Versen 6 und 7 lernen wir, in unserem Leben das Vertrauen auf Gott zu setzen. Nun führt uns Paulus in den Versen 8 und 9 einen Schritt weiter. Er zeigt uns, wie wir die Gemeinschaft mit Gott geniessen können. Dazu ist zweierlei nötig:

  1. Es gilt, das Wahre und Gute zu erwägen (Vers 8). Dann beschäftigen wir uns mit dem, was von Gott kommt. Das führt uns in die Gemeinschaft mit Ihm.
  2. Paulus fordert uns auch auf, seine Belehrungen zu befolgen (Vers 9). Wenn wir dem Wort Gottes gehorchen, ist der Gott des Friedens mit uns, so dass wir in der Lage sind, seine Liebe zu geniessen (Johannes 14,23).

Paulus drückt in Vers 10 seine Freude darüber aus, dass die Gläubigen in Philippi an ihn gedacht und ihn materiell unterstützt haben. Eine Zeit lang ist es ihnen nicht möglich gewesen. Als sich dann aber eine Gelegenheit bot, lebten sie auf und sandten ihm gern durch Epaphroditus eine Unterstützung (Vers 18).

Ab Vers 11 spricht Paulus über seine persönlichen Erfahrungen im Blick auf seinen täglichen Lebensbedarf. Er kannte Zeiten des Mangels und Zeiten des Überflusses. Durch jede Situation ging er mit dem Herrn. Dabei lernte er, sich in der aktuellen Lage mit dem zu begnügen, was vorhanden war. Die Kraft, um in allen Umständen zufrieden und glücklich zu sein, bekam Paulus vom Herrn. Aus seinen Erfahrungen wusste er: «Alles vermag ich in dem, der mich kräftigt.» Auch uns will der Herr Jesus jeden Tag Kraft geben, damit wir im neuen Leben über die Umstände triumphieren können.

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Erfahrungen mit dem Herrn

Paulus stellt uns hier einige geistliche Aspekte vor, die mit der praktischen Unterstützung von Dienern des Herrn zusammenhängen:

  • Die materielle Gabe ist ein Ausdruck der Gemeinschaft mit dem Diener und seiner Situation (Vers 14).
  • Paulus hat die Gabe von der Versammlung in Philippi bekommen (Vers 15). Das stimmt mit seinen Belehrungen über das Sammeln und Verwalten des Geldes in der örtlichen Versammlung überein (1. Korinther 16,1-3).
  • Die Unterstützung der Diener im Werk des Herrn soll eine Frucht des neuen Lebens sein. Das hat einen geistlichen Wert für Gott (Vers 17).
  • Durch unsere materielle Freigebigkeit sammeln wir uns Schätze im Himmel (Lukas 12,33; 1. Timotheus 6,19). Paulus sagt es hier so: Die Gabe aus Philippi als eine Frucht, die Gott bewirkt hat, wird dem «Konto» der Philipper im Himmel gutgeschrieben (Vers 17).
  • Der Apostel nennt die materielle Unterstützung der Diener «einen duftenden Wohlgeruch, ein angenehmes Opfer, Gott wohlgefällig» (Vers 18). Damit bezeugt er, wie der Herr solche Gaben wertschätzt.
  • Aus der Erfahrung mit seinem Gott weiss Paulus, dass Gott keinem Geber etwas schuldig bleibt, sondern nach seinem Reichtum alles Nötige gibt (Vers 19).

In Vers 20 verbinden sich der Empfänger und die Geber miteinander und sagen mit anderen Worten ausgedrückt: Wir kennen gemeinsam unseren Gott und Vater im Himmel und wünschen zusammen, dass Er verherrlicht wird. Auch durch die gegenseitigen Grüsse soll diese Verbundenheit der Gläubigen zum Ausdruck kommen.

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Einführung in die Psalmen

Die Psalmen schildern nicht so sehr die Ereignisse, sondern die Gefühle und Empfindungen der Glaubenden in verschiedenen Situationen. Unter der Leitung des Geistes Gottes bringen sie ihre Hoffnungen und Befürchtungen, ihre Schmerzen und ihr Gottvertrauen zum Ausdruck.

Die Psalmdichter lebten in einer anderen Zeit als wir. Sie kannten das Erlösungswerk des Herrn Jesus noch nicht und besassen deshalb keine Heilssicherheit. Weil sie in der Zeit des Gesetzes lebten, baten sie um Rache und Vergeltung an ihren Feinden. Ausserdem hatten sie eine irdische Hoffnung: Sie erwarteten den Segen des Reichs Gottes im Land Israel.

Aus diesem Grund tragen die Psalmen einen prophetischen Charakter. Beim Lesen hören wir die Stimme der Glaubenden aus dem Volk Israel, wie sie in der Not der zukünftigen Drangsalszeit zu Gott rufen und auf seine Hilfe hoffen. Einige Psalmen bringen auch die Gefühle des Herrn Jesus zum Ausdruck, wenn Er prophetisch über seine Leiden und seine Herrlichkeit spricht (Lukas 24,44; 1. Petrus 1,11).

Wir können also nicht jede Aussage in den Psalmen direkt auf uns Christen übertragen. Dennoch gibt es vieles, was in diesem Bibelbuch auch zu unserer Ermunterung und Ermahnung geschrieben ist:

  • Wir lernen, wie wichtig das Gebet für uns ist. Gott hört und antwortet, wenn wir zu Ihm rufen.
  • Das Gottvertrauen der Psalmdichter spornt uns an, geduldig auf die Hilfe des Herrn zu warten.
  • Gottesfurcht ist ein Kennzeichen aller Gläubigen, die mit Gott leben und Ihm gefallen möchten.

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Der Gerechte und der Gottlose

Im ersten Psalm werden einige Merkmale des Gottesfürchtigen und die allgemeine Regierung Gottes auf der Erde vorgestellt.

Der Mensch, der an Gott glaubt und mit Ihm leben möchte, sondert sich von der gottlosen Welt ab:

  • Er lebt nicht nach den Ideen und Gedanken der gottlosen Menschen.
  • Er handelt nicht so wie die Ungläubigen, die bedenkenlos sündigen.
  • Er hält sich nicht dort auf, wo sich Menschen über Gott und die Bibel lustig machen.

Stattdessen macht sich der Glaubende das Wort Gottes zur Richtschnur seines Lebens. Er freut sich über das, was Gott in seinem Wort sagt, und nimmt sich Zeit zum Bibellesen. Er denkt auch über das Gelesene nach.

Die Absonderung von der Welt und die Hinwendung zum Wort Gottes wirkt sich auf das Leben des Gläubigen aus. Er bringt Frucht für Gott und zeugt durch sein Verhalten vom Herrn Jesus. Es wird sichtbar, dass er von Gott gesegnet ist.

Im Gegensatz dazu hat das Leben des Ungläubigen keinen Wert für Gott. Er kann zwar in der Welt zu Ruhm und Ansehen kommen, aber in den Augen des Herrn ist er wie Spreu, die einmal verbrannt werden wird (Lukas 3,17). Wenn er sich am zukünftigen Gerichtstag vor Gott verantworten muss, wird er zu ewiger Strafe verurteilt werden.

Das Bewusstsein, dass Gott den Weg des Gerechten anerkennt und in der Zukunft belohnen wird, spornt uns an, getrennt von der Welt zur Ehre des Herrn zu leben.

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Christus als König in Israel

In diesem Psalm kündigt Gott an, dass Jesus Christus als König in Zion regieren wird.

Er beginnt mit der Rebellion der Völker gegen Gott (Verse 1-3). Sie wollen die göttliche Oberherrschaft, die Er durch seinen Gesalbten auf der Erde ausüben möchte, nicht anerkennen. Darum sind vor ungefähr 2000 Jahren Pilatus, Herodes und die führenden Juden übereingekommen, den Sohn Gottes zu kreuzigen (Apostelgeschichte 4,25-28). In der Zukunft werden die Nationen nochmals gegen Christus kämpfen, aber dabei eine Niederlage erleiden (Offenbarung 17,14; 19,19).

In den Versen 4-9 erfahren wir den Plan Gottes mit seinem Christus und mit der Erde. Er wird der Rebellion der Völker durch Gericht ein Ende machen und seinen König auf dem Berg Zion einsetzen. Wer ist denn der Gesalbte des Herrn, der König in Zion sein wird? Es ist ein Mensch, der von Gott gezeugt worden ist und von Ihm als Sohn anerkannt wird (Vers 7). Das kann nur Jesus sein, der vom Heiligen Geist gezeugt und deshalb Sohn Gottes genannt wurde (Matthäus 1,20; Lukas 1,35).

Als Sohn Gottes hat der Herr Jesus das Recht, die Königsherrschaft zu fordern. Er wird sie von Gott bekommen, und zwar nicht nur über Israel, sondern über die ganze Welt (Epheser 1,10). Durch Gericht wird Er sich alle Völker unterwerfen.

Der Psalm endet mit einem Appell an die Regenten der Erde (Verse 10-12), sich der Autorität Gottes zu beugen und seinen Sohn als Weltenherrscher anzuerkennen. Das wird der einzige Weg sein, um dem zukünftigen Gericht zu entgehen.

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In der Bedrängnis zu Gott rufen

Dieser Psalm beschreibt die Erfahrungen, die die Glaubenden aus dem Volk Israel in der zukünftigen Drangsalszeit machen werden:

  • Sie sind von vielen Feinden umgeben, die sie bedrängen und ihnen weismachen wollen, dass Gott ihnen nicht helfen könne (Verse 2-3).
  • Trotzdem halten sie am Herrn fest. Sie glauben, dass Er sie beschützen kann. Darum beten sie zu Ihm und suchen bei Ihm Hilfe (Verse 4.5).
  • Weil sie in der Bedrängnis auf Gott vertrauen, besitzen sie im Herzen einen tiefen Frieden. Deshalb können sie ruhig schlafen. Sie fürchten sich nicht vor ihren Bedrängern (Verse 6-7).
  • Ungeachtet ihrer notvollen Situation blicken die gläubigen Juden vertrauensvoll in die Zukunft. Sie sind überzeugt, dass der Herr zur rechten Zeit aufstehen und alle bestrafen wird, die sie bedrängen. Das Gericht an ihren Feinden wird für sie Rettung aus tiefster Not bedeuten (Verse 8-9).

Was können wir Christen aus diesem Psalm lernen? Unser Leben verläuft nicht immer reibungslos. Oft werden wir von Problemen regelrecht bedrängt. Wenn wir dann mit unseren Schwierigkeiten zu Gott gehen, Ihn um Hilfe bitten und Ihm die Lösung auch zutrauen, kommen wir innerlich wieder zur Ruhe. Diese Erfahrung wird durch Philipper 4,6-7 bestätigt: «Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden; und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und euren Sinn bewahren in Christus Jesus.»

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Gerecht leben und Gott vertrauen

In diesem Psalm gelangt der Glaubende zu einer wichtigen Erkenntnis: Damit Gott seine Gebete erhört, muss er in Übereinstimmung mit Ihm leben.

Der Erlöste ist von gottlosen Menschen umgeben, die ihn bedrängen. In dieser Not ruft er zum Herrn. Im Blick auf seine Feinde appelliert er an Gottes Gerechtigkeit, die dem Bösen Einhalt gebieten soll. Für sich selbst bittet er um Gnade und um die Erhörung seiner Gebete.

In den Versen 3 und 4 werden die Gottlosen und die Gottesfürchtigen einander gegenübergestellt:

  • Menschen, die bewusst ohne Gott leben, interessieren sich nicht für seine Herrlichkeit. Stattdessen suchen sie Ehre in der Welt und lieben die Lüge.
  • Menschen, die gottesfürchtig und gerecht leben möchten, werden von Gott geschätzt. Er hört sie, wenn sie zu Ihm rufen.

Die Verse 5 und 6 zeigen die Voraussetzungen für ein Leben, das Gottes Zustimmung findet. Es erfordert Ehrfurcht vor Ihm und die Bereitschaft, alles zu meiden, was Er als Sünde verurteilt. Gottesfurcht zeichnet sich auch durch ein gerechtes Verhalten – das uns etwas kosten kann – und durch Vertrauen auf den Herrn aus.

Die äussere Situation des Gläubigen, der gottesfürchtig lebt und auf Gott vertraut, mag unverändert schwierig sein. Aber er bekommt vom Herrn zwei wertvolle Geschenke: eine Freude, die nicht von den Umständen abhängt, und einen Frieden, der ihn ruhig schlafen lässt.

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Gott hört, führt und segnet

Dieser Psalm drückt die Empfindungen der Gläubigen in der zukünftigen Drangsalszeit aus. Weil sie unter der Gottlosigkeit der Welt seufzen, rufen sie zu Gott und bitten Ihn, die Gottlosen zu bestrafen, damit die Gerechten den Segen des Herrn geniessen können.

Die Verse 2-4 enthalten Unterweisungen zum Gebet, die auch für uns wichtig sind:

  • Wer Gott kennt, weiss, dass er zu jeder Zeit und in jeder Situation zu Ihm beten kann.
  • Wer früh am Morgen betet, misst dem Gebet eine hohe Priorität bei. Er setzt die beste Zeit dafür ein.
  • Wer auf die Antwort Gottes harrt, sucht nicht selbst nach einer Lösung, sondern wartet geduldig auf Ihn.

In den Versen 5-7 wird Gott beschrieben. Er freut sich nicht über das Böse in der Welt und verabscheut jede Sünde. Er kann den Sünder nicht in seiner Gegenwart dulden, sondern muss ihn bestrafen, wenn er nicht Buße tut. Das ist zu allen Zeiten wahr.

Der glaubende Überrest aus Israel ist überzeugt, dass er zum Haus Gottes kommen wird, um Ihn dort in Ehrfurcht anzubeten. Bis er an diesem Ziel ist, hat er zwei Bitten, die auch uns kennzeichnen sollen:

  1. «Leite mich, Herr, in deiner Gerechtigkeit.» Ist es unser Wunsch, ein gerechtes Leben zu führen?
  2. «Ebne vor mir deinen Weg.» Möchten wir den Weg gehen, den Gott für uns vorgesehen hat!

Die gläubigen Juden wissen, dass der Herr die Gottlosen bestrafen (Vers 11) und die Gerechten segnen wird (Vers 13). Weil sie zu Gott Zuflucht nehmen, werden sie an der Freude des Tausendjährigen Reichs teilhaben.

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Buße und Hilferuf in grösster Not

Die gläubigen Juden in der Endzeit sehen in ihrer Drangsal die erziehende Hand Gottes. Weil sie das Erlösungswerk des Herrn Jesus nicht kennen, kommen sie zum Schluss, Gott sei zornig und strafe sie. Trotzdem nehmen sie Zuflucht zum Herrn und erwarten die Befreiung von Ihm.

Als Christen wissen wir, dass der Heiland die Strafe für unsere Sünden am Kreuz getragen hat. Wenn Gott uns in den Schwierigkeiten des Lebens erzieht, bestraft Er uns nicht für das, was wir verkehrt gemacht haben. Es kann aber sein, dass Er uns das ernten lässt, was wir gesät haben (Galater 6,7). Wir müssen dann die Folgen unseres Versagens tragen, was aber nie eine Strafe Gottes ist.

Die Hoffnung der Glaubenden aus Israel ist das Leben auf der Erde im Tausendjährigen Reich. Darum bitten sie in der Bedrängnis um Bewahrung. Sie möchten am Leben bleiben und in den Segen des Reichs eingehen, um den Herrn zu preisen. Aus dem Neuen Testament wissen wir, dass viele gläubige Juden in der Drangsalszeit den Märtyrertod erleiden werden. Doch sie werden auferstehen und den göttlichen Segen im himmlischen Bereich des Reichs geniessen (Offenbarung 20,4).

Der zukünftige Überrest aus Israel seufzt und weint unter der erziehenden Hand Gottes, weil er einerseits den Druck der Leiden spürt und anderseits über die begangenen Sünden Buße tut. Auf diese Demütigung reagiert der Herr in Gnade. Er erhört die Gebete des Überrests und befreit ihn aus der Hand seiner Feinde.

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Ungerechte Verfolgung

In diesem Psalm hören wir wieder die Stimme der gläubigen Juden in der zukünftigen Drangsalszeit. Weil sie bedrängt sind und verfolgt werden, nehmen sie Zuflucht zu Gott und bitten Ihn um Rettung und Befreiung. Zweimal nennen sie Ihn «Herr, mein Gott» (Verse 2.4). Sie haben eine persönliche Beziehung zu Gott und machen persönliche Erfahrungen mit Ihm.

Sind sie uns darin nicht ein Bespiel? Pflegen wir täglich die Gemeinschaft mit Gott? Leben wir im Alltag bewusst mit unserem Herrn? Dann erfahren wir, wie Er uns in den Schwierigkeiten hilft.

Die Treuen aus Israel sind sich im Umgang mit ihren Mitmenschen keines Unrechts bewusst. Sie üben sogar Gnade an ihren Feinden. Ihr gerechtes und gütiges Verhalten veranlasst sie, Gott freimütig um Befreiung von den Bedrängern zu bitten.

In den Versen 7-9 geht es um die gerechte Regierung Gottes über die Menschen: Er bestraft die Gottlosen und segnet die Gerechten. Auf diesen Grundsatz beruft sich der Überrest in seinem Gebet. Wenn der Herr in Macht und Herrlichkeit erscheint, wird Er danach handeln.

Zuerst wird Er in seinem Zorn die Gottlosen richten und dadurch den bedrängten Überrest befreien. Später wird Er an einer Gerichtssitzung das Verhalten der Völker gegenüber den gottesfürchtigen Juden beurteilen und sie entsprechend belohnen oder bestrafen (Matthäus 25,31-46). Schliesslich wird auch der Überrest beurteilt werden. Sein gerechtes und aufrichtiges Leben wird die göttliche Zustimmung erhalten.

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Gerechtes Gericht

Die Glaubenden in der zukünftigen Drangsalszeit sehnen sich danach, dass die Bosheit der Ungläubigen ein Ende nimmt. Darum rufen sie zu Gott und bitten Ihn um sein Eingreifen im Gericht. Zugleich beten sie zu Ihm, dass Er sie auf dem Weg, den sie in Übereinstimmung mit Ihm gehen möchten, bestärke und bewahre.

Die erste Bitte ist in der christlichen Zeit nicht angebracht. Da sollen wir für unsere Feinde beten (Lukas 6,27-28). Die zweite Bitte hingegen passt durchaus in die Zeit der Gnade. Weil wir von einer bösen Welt umgeben sind, haben wir die göttliche Bewahrung nötig, damit wir auf dem rechten Weg bleiben.

Gott prüft unsere Zuneigungen (= Herz) und unser Unterscheidungsvermögen (= Nieren). Er sieht, ob wir Ihn von Herzen lieben und welches Urteil wir über Gut und Böse haben.

Wenn Gott auch langmütig ist und mit dem Gericht wartet, so ist Er doch ein gerechter Richter. Einmal wird Er jeden bestrafen, der nicht Buße tun und zu Ihm umkehren will. Das wird besonders in der zukünftigen Gerichtszeit deutlich werden. Auch keiner, der ohne Vergebung seiner Sünden gestorben ist, wird seiner Strafe entgehen.

Die Verse 15-17 beschreiben die gottlosen Menschen. Um anderen schaden zu können, schrecken sie nicht vor dunklen Machenschaften zurück. Aber Gott sorgt dafür, dass sie in die Grube fallen, die sie selbst für andere gegraben haben.

Weil Er in der Zukunft der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen wird, werden Ihn die Glaubenden preisen.

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Der Sohn des Menschen

Dieser Psalm stellt den Herrn Jesus in seiner Herrlichkeit als Sohn des Menschen vor, wie Er über die ganze Schöpfung regiert. Aufgrund seiner universellen Herrschaft wird der «Herr», der eine Beziehung zu Israel eingegangen ist, im Himmel und auf der Erde anerkannt sein.

Die Kinder und Säuglinge stehen für den schwachen Überrest aus Israel in der Zukunft. Gott wird gerade ihn auswählen, um seine Macht und Herrlichkeit zu verkünden. Dadurch werden seine Feinde zum Schweigen gebracht. Eine Vorerfüllung davon finden wir in Matthäus 21,15, wo Kinder dem Herrn Jesus zuriefen: «Hosanna dem Sohn Davids!»

Der Himmel mit den zahlreichen Sternen ist ein besonderes Zeugnis der Grösse und Allmacht Gottes. Wie klein ist doch der Mensch im Vergleich zum Universum! Trotzdem denkt Gott an ihn. Sein besonderes Augenmerk gilt dabei dem Sohn des Menschen.

  • Seine Erniedrigung: Jesus Christus ist am Kreuz von Golgatha gestorben. Durch seine Menschwerdung und seinen Tod hat Er sich unter die Engel erniedrigt, denn diese himmlischen Geschöpfe können nicht sterben.
  • Seine Erhöhung: Gott hat Ihm den Ehrenplatz zu seiner Rechten gegeben. Dort sehen wir Ihn im Glauben mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt (Hebräer 2,9). Im Tausendjährigen Reich wird Er als Sohn des Menschen Herrscher über die ganze Schöpfung sein.

Gott wird Christus die Verwaltung von Himmel und Erde anvertrauen (Epheser 1,10). Dadurch wird die göttliche Herrlichkeit auf der ganzen Erde offenbar werden.

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Befreiung und Lob

Die gläubigen Juden in der Zukunft werden den Herrn für die Befreiung aus der Hand der Feinde preisen und sich über diese Rettung von Herzen freuen. Sie werden alle Ehre dem Höchsten geben, der im Tausendjährigen Reich von allen Menschen auf der ganzen Erde anerkannt sein wird.

Die Aussage in Vers 4 erinnert an Johannes 18,6, wo der Herr Jesus kurz seine Macht zeigte, so dass seine Feinde zurückwichen und zu Boden fielen. Wie viel mehr wird dies der Fall sein, wenn Er in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird. Dann werden die Widersacher sogar umkommen.

Gleichzeitig werden die Glaubenden aus Israel nach jahrelanger Unterdrückung und Drangsal zu ihrem Recht kommen. Christus wird als gerechter Richter ihre Sache in die Hand nehmen und ihnen das Erbteil zurückgeben.

Mit dem zweiten Kommen des Herrn wird sich die Situation auf der Erde grundlegend verändern:

  • Vorher kann die gottlose Welt unter der Zulassung Gottes ungerecht handeln und die Glaubenden bedrängen. Das Böse kann über das Gute triumphieren.
  • Wenn Christus erscheint, wird Er die ganze Erde richten und die Gottlosen bestrafen. Dann wird die Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit triumphieren.

Bis dieser Wechsel stattfindet, ist Gott für die Glaubenden eine hohe Festung. Während sie in einer bösen Welt leben und ungerecht behandelt werden, finden sie bei Ihm ihre Zuflucht. Sie vertrauen auf Ihn und wissen, dass Er sie nie im Stich lassen wird. – Ist das nicht eine grosse Ermutigung für uns?

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Das Gericht der Gottlosen

David hält daran fest, dass Zion der Wohnort Gottes auf der Erde ist. Im Blick darauf fordert er die Glaubenden zu zweierlei auf:

  • «Singt Psalmen dem Herrn!» – Heute loben die Erlösten ihren Gott und Vater in der Versammlung. Sie beten Ihn als heilige Priester an (1. Petrus 2,5).
  • «Verkündet unter den Völkern seine Taten!» – Heute haben die Gläubigen die Aufgabe, ihren Mitmenschen durch ihr Verhalten zu zeigen, wer Gott ist (1. Petrus 2,9).

In der zukünftigen Gerichtszeit wird der Überrest den Herrn um Rettung anrufen, damit er in Zion Gottes Lob verkünden und sich über die Befreiung freuen kann.

Das göttliche Eingreifen im Gericht wird die grosse Wende bringen: Die Glaubenden werden aus den Toren des Todes emporgehoben (Vers 14) und die Ungläubigen werden in die Grube versinken (Vers 16).

Durch die Bestrafung der Gottlosen wird der Herr auf der Erde bekannt gemacht werden (Vers 17). In der Drangsalszeit wird Er sich durch Gericht verherrlichen. Heute verherrlicht Er sich durch Gnade, indem Er das Evangelium verkünden lässt und Menschen errettet, die an den Heiland glauben.

Die Bestrafung der gottlosen Nationen wird gleichzeitig die Befreiung der Gläubigen aus Israel mit sich bringen. Sie werden arm und elend sein, aber der Herr wird sie nicht vergessen – auch wenn es manchmal den Anschein haben wird. Das Gericht Gottes auf der Erde wird bei den Menschen, die verschont werden, Gottesfurcht und Demut bewirken (Vers 21).

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Kennzeichen des Gottlosen

In diesem Psalm wird der «Gottlose» mehrmals erwähnt. Im Allgemeinen sind damit Menschen gemeint, die Gott vollständig aus ihrem Leben ausklammern und Feinde der Gläubigen sind. Im Besonderen handelt es sich um den Antichristen, der die Gottlosigkeit und die Gesetzlosigkeit verkörpern wird (2. Thessalonicher 2,3-8).

Die Verse 2-11 beschreiben verschiedene Kennzeichen des Gottlosen:

  • Er ist hochmütig und bedrängt den Elenden, der an Gott glaubt (Vers 2).
  • In seiner Habsucht und Gier strebt er nach Besitz und Reichtum (Vers 3).
  • Er glaubt nicht, dass es einen Gott gibt (Vers 4).
  • Äusserlich hat er in seinem Leben Erfolg (Vers 5).
  • Er ist überheblich und glaubt, das Glück auf seiner Seite zu haben (Vers 6).
  • Seine Worte sind voll Falschheit und Verwünschungen. Man kann ihm nicht trauen (Vers 7).
  • Er ist hinterlistig und schreckt weder vor Gewalt noch vor Mord zurück (Vers 8).
  • Wie ein Raubtier lauert er auf seine Beute und schlägt plötzlich aus dem Hinterhalt zu (Vers 9).
  • Er handelt böse und meint, Gott sehe es nicht (Vers 11). Zu diesem verkehrten Schluss kommt er, weil Gott das Böse oft nicht sofort bestraft (Prediger 8,11).

Wir sind von einer Welt umgeben, die diese Merkmale aufweist. Sie lehnt sich gegen Gott auf und hasst die Gottesfürchtigen. Wir bekommen ihren Widerstand zu spüren, weil wir an den Herrn Jesus glauben (Johannes 15,18).

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Gott kommt den Bedrängten zu Hilfe

In der Endzeit werden die Glaubenden aus Israel der Gottlosigkeit ihrer Zeitgenossen besonders stark ausgesetzt sein. In ihrer Not werden sie zu Gott rufen und Ihn bitten, zu ihrer Rettung einzugreifen.

Weil sie an den lebendigen Gott glauben, wissen sie, dass Er alles Böse auf der Erde wahrnimmt. Zu seiner Zeit wird Er einschreiten und die Gottlosen bestrafen. Dieses Bewusstsein stärkt ihr Gottvertrauen:

  • Wenn sie verfolgt, geplagt und bedrängt werden, überlassen sie die Vergeltung dem Herrn.
  • Wenn sie wie die Waise niemand haben, der sich für sie einsetzt, glauben sie, dass Gott ihr Helfer ist (Psalm 68,6).

Gott wird das Flehen und das Vertrauen der gläubigen Juden erhören. Durch das Gericht am Gottlosen wird Christus sie aus ihrer Bedrängnis befreien. Er wird dafür sorgen, dass seine Autorität als König auf der Erde anerkannt wird.

Diese Gebetserhörung wird den Glauben der Treuen stärken, wie sie es auch in Psalm 138,3 zum Ausdruck bringen: «An dem Tag, als ich rief, antwortetest du mir; du hast mich ermutigt: In meiner Seele war Kraft.» Ihr Gott ist auch unser Gott. Obwohl wir nicht in der gleichen Weise bedrängt werden, können wir doch ähnliche Glaubenserfahrungen machen.

Wenn der Herr Jesus im Tausendjährigen Reich über die Erde regieren wird, wird es für alle Sicherheit und Frieden geben. Die Schwächeren werden nicht mehr benachteiligt werden, denn der Herr wird jeden Morgen die Gottlosen aus dem Land vertilgen (Psalm 101,8).

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Gott vertrauen und bei Ihm bleiben

Die Psalmen 9 und 10 beschreiben das gottlose Umfeld, in dem sich die Glaubenden aus Israel in der Zukunft befinden werden. In den Psalmen 11 bis 15 bringen sie ihre Empfindungen und Gefühle mitten in dieser schwierigen Situation zum Ausdruck.

Psalm 11 beantwortet eine wichtige Frage: Was soll der Gläubige tun, wenn die Bosheit und Ungerechtigkeit in der Welt überhandnehmen? Der Unglaube rät zur Flucht: Wenn der Druck des Bösen zunimmt, möchten wir am liebsten wie ein Vogel davonfliegen. Aber der Glaube sucht Hilfe, Bewahrung und Unterstützung bei Gott.

Trotz grosser Turbulenzen auf der Erde bleibt zweierlei wahr:

  1. Der Herr ist in seinem heiligen Tempel. Obwohl die meisten Menschen nicht nach Ihm und seinem Wort fragen, hält Gott seine heiligen Ansprüche aufrecht.
  2. In den Himmeln ist sein Thron. Von dort herrscht Er über alles. Nichts läuft Ihm aus den Händen. Die Umwälzungen auf der Erde erschüttern Ihn nicht.

Gott schaut vom Himmel auf die Erde und sieht alles. In seiner gerechten Regierung über die Menschen prüft und erzieht Er die Seinen, damit sie im Glauben Fortschritte machen. Im Gegensatz dazu hasst Er die Ungläubigen, die gottlos und gewalttätig sind. Obwohl Er sie nicht sofort richtet, werden sie seiner Strafe nicht entgehen.

Vers 7 enthält eine Ermutigung für uns: Gott schätzt es, wenn wir gerecht und aufrichtig sind. Er blickt mit Wohlwollen auf uns.

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Bei Gott Zuflucht suchen

David kommt sich allein und verlassen vor. Kein gottesfürchtiger Mensch ist in seiner Nähe. Er ist nur von Leuten umgeben, denen er nicht vertrauen kann. Der Herr lässt ihn diese Erfahrung machen, damit er bei Ihm Zuflucht sucht und sich ganz auf Ihn stützt. – Paulus erlebte etwas Ähnliches. Als er sich vor dem römischen Kaiser verantworten musste, stand ihm niemand bei. Da erfuhr er den Beistand des Herrn, der die Seinen nie im Stich lässt (2. Timotheus 4,16-18).

In diesem Psalm stellt David die Worte der Ungläubigen (Verse 3-5) den Worten des Herrn (Vers 7) gegenüber:

  • Die Gottlosen lügen und prahlen, um sich selbst gut hinzustellen. Sie schmeicheln, reden trügerisch und geben gross an. – Kommen wir nicht zum gleichen Schluss, wenn wir in den Medien lesen, was die ungläubigen Menschen sagen?
  • Im Gegensatz dazu sind die Worte Gottes vollkommen rein. Was in der Bibel steht, ist wahr und zuverlässig (Psalm 19,8-10). – Ist es nicht ein grosser Trost für uns, dass der Herr alle seine Verheissungen erfüllen wird?

Vers 6 wird sich in der Zukunft erfüllen, wenn Lüge und Gottlosigkeit auf der Erde ihren Höhepunkt erreichen werden. Dann wird Gott auf das Flehen der gläubigen Juden antworten. Er wird sie aus grösster Not befreien und vor ihren Bedrängern in Sicherheit bringen.

Vers 8 enthält ein Versprechen, das für alle Zeiten wahr ist. Gott bewahrt die Seinen mitten in einer bösen Welt (Johannes 17,15-17).

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Bei Gott verharren

Auch dieser Psalm spricht von den Erfahrungen der Glaubenden aus Israel in der kommenden Drangsalszeit. Sie werden bedrängt und Gott greift nicht ein. Da haben sie den Eindruck, der Herr habe sie vergessen.

Weil sie nicht wissen, wie lange die notvolle Situation noch anhält, fragen sie viermal: «Bis wann?» Trotzdem glauben sie, dass Gott sie aus ihrer Bedrängnis retten wird. Darum beten sie zu Ihm.

In unseren Herzen steigen manchmal ähnliche Gedanken und Gefühle auf. Wir sind in grosser Not und rufen zu Gott um Hilfe. Doch es ändert sich nichts. Da suchen wir unter dem Druck der Umstände selbst nach einer Lösung. Weil wir meinen, wir müssten die Situation aus eigener Kraft in den Griff bekommen, sind wir bekümmert und mit Sorgen erfüllt. Das ändert sich erst, wenn wir unsere Zuflucht zu Gott nehmen und Ihm unsere Anliegen bringen. Dadurch werden unsere Augen erleuchtet, d.h. wir bekommen neue Zuversicht.

Der Psalm endet mit einem herrlichen Glaubenssieg. Die Situation hat sich nicht verändert, aber das Herz ist wieder auf den Herrn ausgerichtet.

  1. Das Gebet zu Gott bewirkt Vertrauen in seine Güte. Der Glaubende hält fest, dass der Herr die Seinen nie im Stich lässt und sie zur rechten Zeit rettet.
  2. Dieses Gottvertrauen ruft im Herzen Freude über Gottes Rettung hervor, obwohl Er noch nicht eingegriffen hat.
  3. Diese Freude führt zum Lob Gottes. Der Gläubige rühmt die Wohltaten des Herrn, die er in der künftigen Befreiung erfahren wird (2. Chronika 20,19).

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Der gottlose Mensch

In der zukünftigen Drangsalszeit wird das Böse auf der Erde den Höhepunkt erreichen. Was vom natürlichen Menschen in diesem Psalm gesagt wird, ist immer wahr, wird sich dann aber völlig entfalten.

Der törichte und gottlose Mensch will nicht glauben, dass es einen Gott gibt. Weil er die göttliche Autorität nicht anerkennt, sündigt er skrupellos.

Aber der Herr sieht alles, was auf der Erde geschieht. Sein Urteil ist eindeutig: Von Natur aus ist kein Mensch gut. Alle sind von ihrem Schöpfer abgewichen und haben ein verdorbenes Herz. In Römer 3 zitiert Paulus diese Aussage, um die gesamte Menschheit von ihrer Schuld vor Gott zu überzeugen. Nachdem er klargemacht hat, dass alle das göttliche Gericht verdient haben, stellt er die Erlösung vor: Wer an die Person und das Werk des Herrn Jesus glaubt, wird von Gott gerecht gesprochen.

In den Versen 4-6 erkennen wir einen Sachverhalt, der sich immer wieder zeigt: Menschen, die nicht an Gott glauben und sich Ihm widersetzen, sind auch gegen die Gläubigen feindlich eingestellt. Sie fürchten sich sogar vor ihnen, weil sie wahrnehmen, dass Gott in ihrer Mitte ist. Ein Beispiel dafür sind die Kanaaniter. Sie glaubten nicht an den lebendigen Gott und widerstanden den Israeliten beim Einzug ins Land Kanaan. Gleichzeitig fürchteten sie sich vor ihnen, weil der Herr mit Israel war (Josua 2,9-11).

Der letzte Vers weist deutlich auf die Zukunft hin. Die gläubigen Juden leiden unter dem Druck der Gottlosen, erwarten aber die Rettung vom Herrn.

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Merkmale des Gottesfürchtigen

In Vers 1 stellt der gläubige Überrest aus Israel eine Frage: Wer wird am Segen des Tausendjährigen Reichs teilhaben, wenn der Herr den Sitz seiner Regierung in Zion aufschlagen wird?

Ab Vers 2 folgt die Antwort: Es sind Menschen, die in Übereinstimmung mit Gott leben, weil sie eine Glaubensbeziehung zu Ihm haben. Aus den einzelnen Merkmalen, die aufgezählt werden, lernen wir, wie auch wir ein Leben zur Ehre des Herrn führen können:

  • In Vers 2 geht es um unseren persönlichen Charakter als Glaubende: Er soll durch eine aufrichtige Lebensführung, gerechte Handlungen und wahre Worte gekennzeichnet sein.
  • Vers 3 befasst sich mit unserem Verhältnis zu denen, die uns nahestehen: Wie schnell reden wir schlecht über unsere Mitmenschen. Das soll jedoch nicht vorkommen. Echte Gottesfurcht bewahrt uns davor, dass wir einander in der Ehe und Familie Böses tun.
  • In Vers 4 wird die richtige Einstellung zu Gut und Böse gezeigt. Wenn wir uns am Massstab des Wortes Gottes ausrichten, verurteilen wir das Böse und anerkennen alle, die Gott gefallen möchten. Ausserdem achten wir darauf, dass unsere innere Haltung nicht durch den Einfluss der Welt verändert wird.
  • Vers 5 betrifft unser Verhalten in der Geschäftswelt und bei der Arbeit. Wir sollen immer ehrlich sein und nie jemand übervorteilen.

Der Psalm endet mit einer Verheissung: «Wer dies tut, wird nicht wanken in Ewigkeit.» Ist das nicht ein Ansporn für uns, gottesfürchtig zu leben?

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Christus als der vollkommene Mensch

Dieser Psalm spricht prophetisch vom Herrn Jesus, wie Er für Gott gelebt und Ihm vollkommen gedient hat.

Abhängigkeit von Gott und Vertrauen auf Ihn prägten sein tägliches Leben (Vers 1). Freiwillig unterordnete Er sich als Mensch der Autorität Gottes (Vers 2). Zugleich freute Er sich an allen, die in Israel Buße taten und sich von Johannes taufen liessen (Vers 3). Mit diesen «Herrlichen» verband Er sich.

Dem Herrn Jesus genügte sein Gott völlig (Vers 5). Er war ganz auf Ihn ausgerichtet. Alles, was Ihm begegnete, nahm Er aus der Hand Gottes an. Er betrachtete die einzelnen Lebenssituationen als liebliche Örter, weil Er wusste, dass Er sich auf dem Weg Gottes befand (Vers 6).

Jesus Christus liess sich jeden Morgen das Ohr öffnen, um von Gott belehrt zu werden (Jesaja 50,4). So bekam Er täglich göttlichen Rat und Wegweisung (Vers 7). In allem, was der Herr tat, hatte Er immer Gott vor sich (Vers 8). Nie wandte Er sein Auge von Ihm ab, sondern lebte in ununterbrochener Gemeinschaft mit seinem Vater (Johannes 14,31; 16,32).

Im Blick auf seinen Tod und seine Auferstehung setzte Er die Hoffnung auf seinen Gott und wurde nicht enttäuscht (Verse 9-10). Gott sorgte dafür, dass Er würdig begraben wurde und die Verwesung nicht sah. Weil der Herr Jesus fromm und gottesfürchtig gelebt hatte, auferweckte Ihn Gott. 40 Tage nach seiner Auferstehung fuhr Er in den Himmel auf. Dort – in der Gegenwart Gottes, am Ort völliger Freude – nahm Er als Mensch den Platz zur Rechten Gottes ein (Vers 11; Hebräer 12,2).

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Gerecht und gottesfürchtig leben

Auch dieser Psalm enthält viele prophetische Hinweise auf den Herrn Jesus.

Weil Er in seinem Leben gerecht handelte und wahr redete, konnte Er immer freimütig zu Gott beten (Vers 1). Nie setzte Er seine Rechtsansprüche durch, sondern übergab sich dem, der gerecht richtet (Jesaja 49,4; 1. Petrus 2,23). Seine Bitte war, dass Gott sein Recht ausführe (Vers 2).

Gott sah nicht nur, wie vollkommen Christus lebte. Er prüfte auch sein Herz und stellte dabei fest, dass die Gedanken und Empfindungen des Herrn Jesus ebenfalls tadellos waren (Vers 3). Es gab überhaupt keine Ungleichheit zwischen dem inneren und äusseren Leben unseres Herrn (Johannes 8,25).

Das Wort Gottes leitete Ihn in allem, was Er tat (Vers 4). Als der Teufel Ihn in der Wüste versuchte, wich Er keinen Schritt vom rechten Weg ab, weil das Wort die absolute Richtschnur seines Handelns war. Lieber wollte Er Hunger leiden, als ungehorsam sein.

Obwohl der Herr im Voraus wusste, dass der Weg, den Gott Ihn auf der Erde führte, viele Leiden mit sich bringen und am Kreuz enden würde, hielt Er an den Spuren Gottes fest (Vers 5). Er machte sein Angesicht wie einen Kieselstein und ging mit Entschiedenheit hinauf nach Jerusalem und hinaus nach Golgatha (Lukas 9,51; Johannes 19,17).

Auf diesem Weg erfuhr Jesus Christus den Widerstand seiner Feinde. Aber Er wusste, dass Gott alle rettet, die auf Ihn vertrauen. Darum nahm Er im Gebet Zuflucht zu Ihm (Verse 6-7).

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Rettung vor dem Gottlosen

Das gerechte und aufrichtige Verhalten des Herrn Jesus rief einerseits eine besondere Wertschätzung vonseiten Gottes (Vers 8) und anderseits den Widerstand vonseiten der Ungläubigen hervor (Vers 9). Darum bewahrte Ihn Gott, so dass die Menschen Ihm nichts antun konnten, solange die Stunde des Menschen und die Gewalt der Finsternis noch nicht gekommen war (Lukas 22,53).

Die Verse 10 und 11 beschreiben die ungläubigen Menschen, wie Christus sie erlebte und wie die treuen Juden in der Zukunft sie erfahren werden:

  • «Ihr fettes Herz verschliessen sie.» Obwohl sie im Wohlstand leben, helfen sie den Notleidenden nicht (Matthäus 12,9-14).
  • «Mit ihrem Mund reden sie stolz.» Sie sind hochmütig und geben gern gross an (Johannes 8,33).
  • «Bei unseren Schritten haben sie uns jetzt umringt.» Sie bedrängen die Gerechten (Lukas 11,53).
  • «Sie richten ihre Augen darauf, uns zu Boden zu strecken.» Sie verfolgen die Heiligen bis aufs Blut (Lukas 22,2).

Ab Vers 13 ruft Jesus zu Gott und bittet Ihn um Rettung vor dem Gottlosen und von den Leuten dieses Zeitlaufs. Gott erhörte dieses Gebet und rettete Christus nach seinem Tod durch die Auferstehung aus der Hand der ungläubigen Menschen (Hebräer 5,7). Als Auferstandener verliess Er die Welt, kehrte in den Himmel zurück und ging in die strahlende Herrlichkeit der Gegenwart Gottes ein. Aufgrund seiner persönlichen Gerechtigkeit stand Ihm als Mensch dieser Wechsel in die himmlische Welt zu.

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Gottes Lob für seine Rettung

Dieser Psalm ist ein Lied von David, das die Rettung besingt, die Gott ihm von allen seinen Feinden verschafft hat. Gleichzeitig ist es eine Beschreibung der Geschichte Israels von der Befreiung aus Ägypten bis zur Einführung ins Tausendjährige Reich. Immer wieder gibt es auch einen Bezug zu Christus, der Ähnliches wie das Volk Israel durchlebt hat.

Zuerst lobt David den Herrn für die Rettung und beschreibt, wie er Gott erfahren hat. Er hat ihm Kraft gegeben, ihn aus Gefahren gerettet und vor Feinden beschützt. – Genauso können wir in allen Situationen des Lebens mit Gott rechnen. Er wird auch uns zu Hilfe kommen.

In den Versen 5-7 erkennen wir den Herrn Jesus, wie Er die Leiden des Todes erduldete. Es war furchtbar für Ihn, dass die Menschen Ihn an ein Kreuz nagelten und umbrachten. Doch Gott hörte auf sein Rufen und auferweckte Ihn aus den Toten.

Die Verse 8-16 weisen mehr auf das hin, was das Volk Israel in Ägypten erlebte. In dieser poetischen Beschreibung erkennen wir einzelne Plagen, die das Land Ägypten trafen: Hagel, Finsternis (2. Mose 9,23; 10,22). Ausserdem wird Gottes Handeln am Schilfmeer beschrieben. Er spaltete das Meer für die Israeliten und verwirrte die ägyptische Armee, die ihnen nachjagte (2. Mose 14,21-25). Das war damals eine gewaltige Machtentfaltung Gottes zur Befreiung Israels und im Gericht an Ägypten. Auf ähnliche Weise wird Er in der zukünftigen Gerichtszeit zur Rettung seines Volkes eingreifen.

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Der HERR rettet und belohnt

Die Verse 17-20 sprechen einerseits davon, wie Gott das Volk Israel von allen Feinden rettete und ins verheissene Land brachte. Anderseits wird hier von Christus gesprochen, wie Gott Ihn nach dem Tod durch die Auferweckung dem Zugriff der ungläubigen Menschen entzog. Nachdem der Soldat die Seite des Herrn Jesus durchstochen hatte, konnte Ihn kein Gottloser mehr antasten.

Wenn wir die Verse 21-25 auf David anwenden müssten, kämen wir in Schwierigkeiten. Nur Einer konnte diese Worte aussprechen – Jesus Christus, der vollkommene Mensch. Er lebte gerecht, blieb immer rein, wich nie von seinem Gott ab und befolgte jederzeit das Wort Gottes. Als Einziger war Er völlig untadelig, so dass der Herr Ihm nach seiner Gerechtigkeit vergalt und Ihn aus den Toten auferweckte.

Sein vollkommenes Leben zeigt uns, was Gott auch bei uns wertschätzt und belohnt. Er freut sich, wenn wir dem Beispiel unseres Herrn folgen und Ihn in unserem Verhalten nachahmen (1. Petrus 2,21-23).

Die Verse 26 und 27 stellen die Grundsätze der gerechten Regierungswege Gottes mit den Menschen und im Besonderen mit den Glaubenden vor. Es wird hier klar, dass wir das ernten, was wir gesät haben (Galater 6,7). Wenn wir gütig sind, erfahren wir Gottes Güte. Wenn wir verkehrt handeln, muss der Herr uns widerstehen.

Vers 28 zeigt, dass Gott auch gnädig mit uns ist. Er erbarmt sich über uns und hilft uns in notvollen Situationen. Mit einer demütigen Gesinnung erschliessen wir uns die Quelle seiner Gnade.

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Mit Gott einen Sieg erringen

Die Erfahrungen Davids mit seinem Gott in den Versen 29-32 machen uns Mut, den Glaubensweg vertrauensvoll mit dem Herrn zu gehen:

  • Auf dunklen Strecken gibt Er uns durch sein Wort Licht (Psalm 119,105).
  • Mit unserem Gott sind wir in der Lage, dem Feind kühn entgegenzutreten und Hindernisse zu überwinden.
  • Auch wenn wir nicht jede Führung des Herrn in unserem Leben verstehen, wollen wir doch im Glauben festhalten, dass sein Weg vollkommen ist.
  • Gott kann uns auf dem Weg zum himmlischen Ziel bewahren (Judas 24). Suchen wir Schutz bei Ihm!

Wenn wir unseren Gott auf diese Weise im Alltag erleben, wird Er uns noch grösser und wichtiger (Vers 32).

Ab Vers 33 wird der Kampf beschrieben, den Christus in der Zukunft gegen seine Feinde führen wird, um sein Reich auf der Erde aufzurichten. Er wird hier als Mensch gesehen, wie Er in Abhängigkeit von Gott alles ausführen wird. Der Herr wird Ihm die Kraft für den Kampf geben und Ihm zum Sieg verhelfen. Sein Triumph wird gross sein. Seine Feinde werden nicht vor Ihm bestehen können. Er wird sie wie Staub vor dem Wind zermalmen (Vers 43). Das erinnert uns an den Traum von Nebukadnezar im Propheten Daniel. Der König von Babel sah ein grosses Standbild, das von einem Stein zermalmt wurde. Dieser Stein ist ein Bild vom Herrn Jesus, wie Er alle Weltmächte besiegen wird, um dann ein Königreich aufzurichten, das in Ewigkeit nicht zerstört werden wird (Daniel 2,44-45).

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Christus als König der Könige

Die Verse 44-46 beschreiben die Macht und Herrschaft des Herrn Jesus als König der Könige im Tausendjährigen Reich. Er wird von Gott als Regent über alle Völker eingesetzt werden:

  • Das wiederhergestellte Israel – bestehend aus dem gläubigen Überrest – wird Ihn bereitwillig als König anerkennen und Ihm dienen (Psalm 110,3).
  • Weil seine Macht und Herrlichkeit so aussergewöhnlich sein werden, werden sich die Menschen aus den Nationen sofort seiner Autorität beugen und Ihn als Weltenherrscher akzeptieren.
  • Einige ihrer Nachkommen – die Söhne der Fremde – werden sich nur mit Schmeichelei unterordnen. Am Ende der 1000 Jahre Friedensherrschaft werden sie sich unter der Führung Satans gegen den Herrn auflehnen und gerichtet werden (Offenbarung 20,7-10).

Nach dem Sieg über seine Feinde wird Christus mit dem befreiten Überrest aus Israel den Herrn für die Errettung loben (Verse 47-51). Durch diesen Lobpreis werden sie den lebendigen Gott unter den Völkern bekannt machen.

Wir können diese Schlussverse in zweierlei Weise auf uns übertragen:

  1. Wir verkündigen jetzt in unserem Leben die Eigenschaften Gottes, der uns aus der Gewalt der Finsternis errettet und in das Reich seines Sohnes versetzt hat (1. Petrus 2,9; Kolosser 1,13).
  2. In der Zukunft werden wir vor aller Welt ein Zeugnis für unseren Herrn sein, der uns errettet, bewahrt und ans Ziel gebracht hat (2. Thessalonicher 1,10).

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Das Zeugnis der Schöpfung

Dieser Psalm kann in zwei Teile gegliedert werden: In den Versen 1-7 erfahren wir etwas von der Offenbarung Gottes in der Schöpfung. Die Verse 8-15 beschreiben, wie sich der Herr durch das geschriebene Wort Gottes zu erkennen gibt.

Es ist hier vor allem der Himmel, der die Herrlichkeit und Allmacht des Schöpfers bezeugt. Das hat zwei Gründe:

  • Erstens ist der Himmel nicht so vom Menschen verdorben worden wie die Erde. Auf unserem Planeten sehen wir doch vielerorts die negativen Folgen der Sünde. Aber der Blick zum Sternenhimmel gibt uns einen deutlichen Eindruck von der Grösse Gottes.
  • Zweitens kann jeder Mensch auf der Erdkugel dieses Zeugnis Gottes sehen. Überall ist es z.B. möglich, den herrlichen Anblick eines Sonnenaufgangs zu betrachten.

Die Schöpfung bezeugt ohne Worte die Existenz des allmächtigen Gottes. Es ist eine stumme Demonstration seiner Herrlichkeit. Trotzdem ist es eine deutliche Sprache an den Menschen. Der Apostel Paulus drückt es so aus: «Das Unsichtbare von ihm wird geschaut, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit, die von Erschaffung der Welt an in dem Gemachten wahrgenommen werden» (Römer 1,20).

Gott offenbart sich in der Schöpfung, damit die Menschen, die sonst nichts von Ihm wissen, Ihn kennen lernen können. Er möchte, dass sie sich seiner Autorität beugen und Ihn verehren. Doch die meisten tun es nicht. Anstatt ihren Schöpfer zu verherrlichen, machen sie eigene Götter, die sie anbeten (Römer 1,21-23).

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Das Zeugnis des Wortes Gottes

In den Versen 8-10 benutzt der Psalmdichter verschiedene Ausdrücke für das Wort Gottes. Er beschreibt, wie es ist und was es bewirkt:

  • Die Bibel ist vollkommen, denn der Geist Gottes hat den Schreibern alles wörtlich eingegeben. Wir können uns voll auf ihre Aussagen verlassen. Alles, was in diesem Buch steht, erweist sich als richtig. Das Wort Gottes enthält keine Hintergedanken, es ist lauter, rein und wahr. Im Gegensatz zu dem, was Menschen sagen oder schreiben, besteht die Bibel ewig (Jesaja 40,8; Matthäus 24,35).
  • Das Wort Gottes stellt uns innerlich wieder her, gibt uns Weisheit für den Glaubensweg und schenkt Freude ins Herz (Psalm 119,162). Es erleuchtet unsere Augen, damit wir eine Situation richtig beurteilen können. Wenn wir die Bibel lesen und das Wort Gottes aufnehmen, bekommen wir für alles die rechte Sicht.

Der Wert des Wortes Gottes ist unermesslich, er übersteigt jeden materiellen Reichtum (Gold) und ist besser als jeder natürliche Genuss (Honig).

Doch es stellt sich die Frage: Wie stehen wir zur Bibel? Sind wir Knechte, die sich dem Wort Gottes unterordnen und es im Alltag befolgen? Dann kann Gott uns durch sein Wort von verborgenen Sünden reinigen und vor Fehltritten bewahren.

Der Herr hört alle unsere Worte und nimmt alle unsere Überlegungen wahr. Das soll uns dazu bringen, unsere Zunge zu zügeln und schlechte Gedanken zu verurteilen. Wie freut Er sich, wenn wir Ihm auch darin gefallen möchten!

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Gott rettet seinen Christus

In diesem Psalm sprechen die Glaubenden aus Israel zu Christus über seine Leiden vonseiten seines Volkes.

Der Herr Jesus wurde von der jüdischen Führungsschicht bedrängt und mithilfe der Römer ans Kreuz gebracht. In dieser Not rief Er zum Herrn und wurde erhört. Er musste zwar durch den Tod gehen, aber Gott sorgte für eine würdige Grablegung, so dass der Körper des Herrn in Sicherheit ruhen konnte (Vers 2).

Jesus Christus durfte mit der göttlichen Hilfe rechnen, weil Er immer mit der Heiligkeit und Gnade Gottes übereinstimmte (Vers 3).

  • Er war in seinem Leben das vollkommene Speisopfer. Er tat nie eine Sünde und lebte in ganzer Hingabe an Gott.
  • Am Kreuz gab der Herr Jesus als das wahre Brandopfer sein Leben, um Gott unendlich zu verherrlichen.

Darum rettete Gott Ihn aus dem Tod, indem Er Ihn nach drei Tagen zum Leben auferweckte. Er nahm seinen Gesalbten in den Himmel auf und setzte Ihn zu seiner Rechten. Freuen wir uns mit Ihm über diese Ehre?

Die Leute, die ohne Gott leben, stützen sich in Notsituationen auf menschliche Hilfsmittel. Sie zählen auf ihre eigenen Möglichkeiten – und werden über kurz oder lang scheitern. Aber die Gläubigen, die ihr Leben mit Gott führen, handeln anders. Weil sie gesehen haben, wie Er seinen Christus erhört und errettet hat, rechnen sie mit seiner Unterstützung – und werden nicht beschämt. In Jeremia 17,5-8 wird dieser doppelte Grundsatz bestätigt: Wer auf Menschen vertraut, hat kein Gelingen. Wer sich jedoch auf den Herrn verlässt, ist reich gesegnet.

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Gott verherrlicht seinen Christus

Dieser Psalm beschreibt die Herrlichkeit des Herrn Jesus – und zwar aus dem Blickwinkel des Volkes Israel:

  • Gott hat seine Macht entfaltet, um seinen Christus aufzuerwecken. Dadurch hat Er Ihn aus dem Tod errettet (Vers 2).
  • Gott ist Ihm mit Segnungen entgegengekommen und hat Ihn zum König über Israel bestimmt (Vers 4). Wenn Er zum zweiten Mal zu seinem Volk kommen wird, wird Ihn ein gläubiger Überrest annehmen.
  • Gott hat den Herrn Jesus erhört: Er ist auferweckt worden, um ewig zu leben (Vers 5). Auf seine Bitte: «Nimm mich nicht weg in der Hälfte meiner Tage!», hat Er zur Antwort bekommen: «Von Geschlecht zu Geschlecht sind deine Jahre» (Psalm 102,25).
  • Gott hat Ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt. Bald wird seine Majestät und Pracht vor aller Welt sichtbar werden (Vers 6).
  • Gott hat seinen Christus zum Vermittler seines Segens gemacht (Vers 7). Unter seiner Regierung werden alle Völker der Erde gesegnet sein (1. Mose 22,18).

Der Grund, warum sich die Bitten und Wünsche des Herrn Jesus erfüllen, ist sein vollkommenes Gottvertrauen.

Wenn Christus als König der Könige auf der Erde erscheinen wird, wird sein gerechter Zorn alle Feinde treffen (Verse 9-13). Obwohl sie mit riesigen Heeren gegen Ihn antreten werden, werden sie nichts gegen Ihn vermögen (Offenbarung 19,19-21). Keiner, der sich Ihm widersetzt, wird der Strafe entgehen. Die Glaubenden aus Israel werden sich über seinen Sieg freuen und den Herrn dafür loben (Vers 14).

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Leiden im Verlassensein von Gott

Dieser Psalm spricht prophetisch vom Herrn Jesus. Das Hauptthema sind seine tiefen Leiden in den drei Stunden der Finsternis (Matthäus 27,45-46). Weil Gott zu rein ist, um Böses zu sehen, musste Er sich vom Heiland abwenden, als Dieser die Strafe für unsere Sünden trug und zur Sünde gemacht wurde.

In seiner Not rief Jesus: «Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?» Wie furchtbar war es für Ihn, der sein ganzes Leben mit Gott geführt hatte, nun von Ihm verlassen zu sein! Dennoch hielt Er in tiefem Vertrauen an seinem Gott fest. Er rechtfertigte sogar Gottes Handeln mit den Worten: «Doch du bist heilig.» Er wusste, dass die göttliche Heiligkeit dieses furchtbare Gericht forderte, damit sündige Menschen begnadigt werden können.

Die Glaubensmänner im Alten Testament setzten ihr Vertrauen auf Gott. In Notsituationen riefen sie zu Ihm und wurden erhört. Aber der Herr Jesus, der wie kein anderer vollkommen auf seinen Gott vertraute, bekam keine Antwort. Er erlebte etwas, was es noch nie gegeben hatte und nie wieder geben wird: Der Gerechte wurde von Gott verlassen!

Er litt auch unter dem Hohn und der Verachtung der Menschen. Sie verspotteten sein Gottvertrauen, weil der Allmächtige nicht eingriff und Ihn vom Kreuzestod rettete. Trotzdem blieb Er seinem Gott treu, dem Er von Jugend an völlig vertraut hatte. Als alles gegen Ihn war und die Wellen des göttlichen Gerichts über Ihn hingingen, sagte Er mit tiefster Überzeugung: «Du bist mein Gott.»

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Leiden von den Menschen

Was der Heiland am Kreuz vonseiten der Menschen erduldete, bringt Er prophetisch in den Versen 12-19 zum Ausdruck:

  • Er vergleicht die jüdische Führungsschicht mit starken Stieren. Sie hatten ihre Macht und ihren Einfluss benutzt, um Ihn zum Tod zu bringen. Nun standen diese vornehmen Männer beim Kreuz und öffneten ihren Mund, um den Herrn Jesus zu verspotten (Matthäus 27,41-43).
  • Der Heiland spricht auch über seine körperlichen Leiden. Seine Gebeine zertrennten sich, sein Herz war einer erheblichen Belastung ausgesetzt und starker Durst quälte Ihn. In all diesen Schmerzen wusste Er, dass Gott Ihn in den Staub des Todes legte. Er war bereit, am Kreuz zu sterben, weil es Gottes Wille war.
  • Die grausamen römischen Soldaten nennt Er Hunde. Sie trieben die Nägel durch seine Hände und seine Füsse, um Ihn am Kreuz zu befestigen (Lukas 23,33). Sie nahmen Ihm auch die Kleider weg und verteilten sie unter sich (Johannes 19,23-24). Als Christus am Kreuz hing, war Er dem Blick der Schaulustigen ausgesetzt. Welche Schmach!

Der Heiland rief zu Gott um Hilfe. Doch Er wurde nicht erhört: Das Schwert Gottes wandte sich gegen Ihn und strafte Ihn für fremde Schuld. Satan begegnete Ihm mit seiner ganzen Macht wie ein brüllender Löwe.

Erst als die drei Stunden der Finsternis vorüber waren und der Herr Jesus im Begriff stand, sein Leben zu lassen, war die Gemeinschaft mit Gott wieder da. Nun konnte Er sagen: «Du hast mich erhört von den Hörnern der Büffel.»

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Segen aus den sühnenden Leiden

Auf die sühnenden Leiden des Herrn Jesus folgt der göttliche Segen für die Menschen. Sein Werk am Kreuz bringt herrliche Resultate hervor:

  • Der erste Kreis von Glaubenden, die in den Genuss dieses Segens kommen, sind die Jünger, die dem Herrn Jesus nachgefolgt sind (Verse 23-25). Sie werden auf der Erde in die Beziehung zu Gott, dem Vater, gebracht (Johannes 20,17). In ihrer Mitte stimmt Christus das Lob zur Ehre Gottes an. Alle, die in der Zeit der Gnade an den Heiland glauben, gehören auch zu dieser Gruppe.
  • Der zweite Kreis von Menschen, die aufgrund des Erlösungswerks von Gott gesegnet werden, sind die Glaubenden aus dem Volk Israel in der Zukunft (Verse 26-27). Sie bilden die grosse Versammlung, die sich um Christus, ihren König, vereinen wird. Auch sie öffnen ihren Mund zum Lob Gottes.
  • Der dritte Kreis umfasst alle glaubenden Menschen aus den Nationen, die ins Tausendjährige Reich eingehen werden (Verse 28-30). Auch für sie gilt das Erlösungswerk von Golgatha. Unter der Herrschaft des Herrn Jesus werden sie auf der Erde einen bis dahin nie gekannten Frieden geniessen.
  • Der vierte Kreis betrifft die Menschen, die im Friedensreich geboren werden und an den Herrn Jesus glauben (Verse 31-32). Sie gehören ebenfalls zur Frucht seiner Leiden.

Der Psalm endet mit den Worten: «Dass er es getan hat.» Das Werk, das der Heiland am Kreuz vollbracht hat, wird die Herzen der Glaubenden immer wieder neu berühren und der Grund ihrer ewigen Anbetung sein.

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Die Fürsorge des Hirten

Der 23. Psalm knüpft an Psalm 22 an. Weil der gute Hirte am Kreuz gelitten hat und gestorben ist, kann jeder, der an Ihn glaubt, sagen: «Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.» Wie wahr diese Aussage ist, zeigen die weiteren Verse. Sie beschreiben die unermüdliche und vielseitige Fürsorge des Hirten, die wir täglich erfahren.

  • Er lagert uns auf grünen Auen, um uns in seiner Gemeinschaft Momente der Ruhe zu schenken.
  • Er stillt den Durst der Seele, indem Er uns zeigt, wie gross und herrlich Er ist.
  • Durch sein Wort schenkt Er uns innere Erfrischung. Wenn wir gesündigt haben, stellt Er uns wieder her.
  • Er leitet uns auf einem Weg, der mit Gott und seinem Wort übereinstimmt.
  • In Notsituationen ist Er uns ganz nahe. Weil Er uns beisteht, brauchen wir uns nicht zu fürchten.
  • Mit dem Stecken schützt Er uns vor den Angriffen des Feindes und mit dem Stab bewahrt Er uns vor einem Fehltritt oder einem verkehrten Weg.
  • Der Tisch, den der Hirte für uns bereit macht, spricht von der geistlichen Nahrung, die Er uns aus dem Wort Gottes zur Stärkung unseres Glaubens gibt.
  • Die Salbung mit Öl weist auf den Segen des Heiligen Geistes hin, der in uns wohnt und uns eine Freude gibt, die den Becher überfliessen lässt.
  • Jeden Tag können wir mit der Güte und Gnade des Herrn rechnen (Johannes 1,16).
  • Vor uns liegt ein herrliches Ziel. Wir werden ewig im Haus des Vaters sein (Johannes 14,2-3).

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Der König der Herrlichkeit

Wie David ist der Herr Jesus nicht nur Hirte (Psalm 23), sondern auch König (Psalm 24). Alles, was auf der Erde ist, gehört Ihm, weil Er der Schöpfer ist. Im Tausendjährigen Reich wird Er diesen Besitz- und Herrschaftsanspruch geltend machen.

Nun stellt sich die Frage: Wer wird bei seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit vor Ihm bestehen können? Es sind die Menschen, die an Gott glauben und sich deshalb so verhalten, wie es Ihn ehrt (Vers 4). Sie werden am göttlichen Segen im Reich des Herrn teilhaben, weil sie ihr Leben auf Gott ausrichten und das Wohl des Volkes Israel suchen (Vers 6). – Daraus können wir etwas für uns lernen: Wenn wir das tun, was dem Herrn Jesus gefällt, und uns für das Wohl unserer Mitchristen einsetzen, wird Gott uns segnen.

Der höchste Segen im Friedensreich wird darin bestehen, dass der Herr selbst durch die Tore Jerusalems eintreten wird. Es ist Christus, der Sohn Gottes, der dort als König der Herrlichkeit seine gerechte Regierung ausüben wird.

Vor ungefähr 2000 Jahren ist Er auf einem Esel reitend in die Stadt Jerusalem eingezogen. Doch die Menschen wollten Ihn nicht annehmen. Sie riefen einige Tage später Pilatus zu: «Kreuzige ihn!» In der Zukunft wird es anders sein. Ein gläubiger Überrest aus Israel wird die Tore Jerusalems bereitwillig für Christus öffnen und Ihn mit Freuden als König aufnehmen.

Seine Macht und Autorität wird so gross sein, dass Er alle seine Feinde schlagen wird. Jeder wird Ihn als Weltenherrscher anerkennen müssen.

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Auf die Führung Gottes vertrauen

Dieser Psalm bringt die Empfindungen der Gläubigen aus Israel in der zukünftigen Drangsalszeit zum Ausdruck. Sie vertrauen auf Gott und möchten sich von Ihm leiten lassen. Das tiefe Bewusstsein ihrer Sünden bringt sie dazu, darüber Buße zu tun und sich ganz auf die göttliche Gnade zu stützen.

Wir finden in diesem Psalm auch manche Belehrung und Ermutigung für uns. Wenn wir in den Schwierigkeiten beim Herrn Hilfe suchen und das Vertrauen auf Ihn setzen, werden wir nie enttäuscht. Wir stehen dann in Verbindung mit dem grossen, allmächtigen Gott, der jedes Problem lösen und jedes Hindernis aus dem Weg räumen kann.

Auf das Gottvertrauen folgt der Wunsch, den Weg des Herrn zu wissen, damit wir im Glauben mit Ihm vorangehen können. Je genauer wir die Wahrheit im Wort Gottes kennen, desto besser können wir in Übereinstimmung mit unserem Herrn leben.

Für diesen Weg sind wir jeden Tag auf die Güte und das Erbarmen Gottes angewiesen. Wenn es auf uns ankäme, könnten wir keinen Schritt zur Ehre des Herrn gehen. Wie oft haben wir schon eigenwillige und verkehrte Wege eingeschlagen! Trotzdem hat Gott uns nicht aufgegeben. In seiner Gnade hat Er uns zur Umkehr und zum Bekenntnis unserer Sünden gebracht. Damit wir nun den richtigen Weg gehen können, unterweist Er uns in der Gerechtigkeit.

Das Handeln Gottes mit uns ist durch Güte und Wahrheit gekennzeichnet. Darum wollen wir sein Wort festhalten und dem Herrn von Herzen gehorchen.

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Der HERR bewahrt den Gottesfürchtigen

Ehrfurcht vor Gott ist ein Merkmal, das zu jeder Zeit seine Anerkennung findet. Wer gottesfürchtig lebt, ist sich seiner Verantwortung gegenüber Gott bewusst. Darum möchte er nichts tun, was Ihm missfällt. Zwei Verheissungen werden ihm gegeben:

  1. Der Herr wird ihm einen Weg zeigen, auf dem er von der Welt bewahrt bleibt und zur Ehre Gottes leben kann (Vers 12).
  2. Der Herr teilt dem Gottesfürchtigen seine Gedanken und Pläne mit (Vers 14). Ein schönes Beispiel dafür ist Abraham (1. Mose 18,17).

Solange wir unsere Augen auf Gott richten und Ihm vertrauen, werden wir auf dem Glaubensweg trotz Gefahren sichere Schritte tun können (Vers 15).

Ab Vers 16 hören wir, wie die Glaubenden aus Israel in der Zukunft zum Herrn beten. Sie besitzen keine Heilssicherheit, hoffen aber auf die Gnade Gottes. Die Bedrängnis von aussen führt sie dazu, ihre Sünden zu erkennen und Gott um Vergebung anzurufen. Wir sehen hier deutlich, wie der Herr den Druck der Umstände dazu benutzt, um ein Werk der Wiederherstellung in ihren Herzen zu vollbringen.

Sie sind von vielen Feinden umgeben: Die ungläubigen Juden unter der Führung des Antichristen verfolgen sie. Die Nachbarvölker bedrängen sie und der König des Nordens bereitet eine Invasion gegen Israel vor. In dieser Situation, die menschlich aussichtslos ist, nehmen sie Zuflucht zu Gott. Mit offenen und ehrlichen Herzen rufen sie Ihn um Bewahrung und Rettung an.

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Ein gutes Gewissen vor Gott

Das Thema dieses Psalms ist die Aufrichtigkeit des Glaubenden vor Gott. Er möchte ein gutes Gewissen vor dem Herrn haben und Ihm vertrauen. Die Beurteilung seiner Beweggründe überlässt er Gott, indem er sagt: «Läutere meine Nieren und mein Herz!»

Von David, der diesen Psalm gedichtet hat, konnte der Herr sagen, dass er aufrichtig und lauter war (Psalm 78,72; 1. Könige 9,4). Aber nur Jesus Christus war vollkommen aufrichtig. In seinem Inneren war nichts da, was Gott hätte verurteilen müssen (Psalm 17,3).

Die Verse 3-5 zeigen, warum der Glaubende sich von Gott prüfen lassen möchte:

  1. Er ist sich bewusst, dass der Herr ihn nach seiner Güte beurteilen wird.
  2. Er lebt nach der göttlichen Wahrheit, darum muss er sich nichts Verkehrtes vorwerfen.
  3. Er sondert sich von der gottlosen Welt ab und sieht das Böse so, wie Gott es beurteilt.

Nachdem der Gläubige sich selbst geprüft und – wenn nötig – gereinigt hat, kann er mit der richtigen Haltung in die Gegenwart Gottes treten (Vers 6). Dort umgeht er den Altar und betrachtet das Opfer von allen Seiten. Die Folge davon ist, dass er seinen Gott lobt. – So wird auch uns die Beschäftigung mit der Person und dem Werk des Herrn Jesus zur Anbetung führen.

Das Herz der gläubigen Israeliten schlägt für den Tempel, weil Gott seine Herrlichkeit dort offenbart. – Lieben wir den Ort, wo der Herr Jesus in der Mitte der Seinen ist und ihnen zeigt, wie herrlich Er ist?

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Im Haus des HERRN wohnen

David zeigt uns hier, dass echtes Gottvertrauen die Furcht aus dem Herzen nimmt. Das Geheimnis seines unerschütterlichen Glaubens ist einfach: Er blickt zuerst auf seinen Gott und erst dann auf seine Lebenssituation.

Er weiss, dass der Herr sein Licht, seine Errettung und seine Kraft ist. Von seinem Gott kann er jede Hilfe und Unterstützung erwarten. Darum fürchtet er sich nicht vor feindlichen Menschen, die ihm etwas Böses antun wollen. Er glaubt, dass Gott stärker ist als die Macht der Welt und ihn zu bewahren vermag.

Mit diesem tiefen Gottvertrauen ist der sehnliche Wunsch verknüpft, in der Gegenwart des Herrn zu sein. Als Folge davon hat der Erlöste die Bitte und das Streben nach Gemeinschaft mit seinem Gott:

  • Er möchte jeden Tag bei Gott wohnen, um ständig mit Ihm Gemeinschaft zu pflegen.
  • Zudem hat er den Wunsch, in der Gegenwart Gottes die Herrlichkeit des Herrn Jesus zu betrachten, der das Bild des unsichtbaren Gottes ist.
  • Schliesslich strebt er danach, den Willen und die Gedanken Gottes zu erforschen.

Wenn wir die Gegenwart Gottes aufsuchen und Ihm vertrauen, macht Er drei Verheissungen wahr:

  1. Die «Hütte am Tag des Unglücks» spricht vom Schutz, den Gott uns bietet.
  2. Das «Verborgene seines Zeltes» weist auf den Frieden hin, den wir beim Herrn finden.
  3. Der «Fels» ist ein Symbol für die Sicherheit, die Gott uns mitten in den Lebensstürmen verleiht.

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Auf den HERRN harren

David ruft in seiner Notsituation zum Herrn. Dabei stützt er sich auf die göttliche Aussage: «Sucht mein Angesicht!» Solche Aufforderungen zum Gebet finden wir sowohl im Alten als auch im Neuen Testament (Psalm 50,15; Philipper 4,6).

David weiss: Der heilige Gott, den er um Hilfe anruft, verurteilt das Böse. Aber er vertraut darauf, dass die Gnade des Herrn grösser ist als sein Versagen. Seitdem der Herr Jesus am Kreuz das Erlösungswerk vollbracht hat, besitzt der Glaubende Heilssicherheit. Er steht in der Gunst Gottes und weiss sich von Ihm angenommen (Römer 5,2; 8,31).

Die Bitten, die David hier äussert, zeugen von seinem Vertrauen auf Gott. Wenn er betet: «Lass mich nicht und verlass mich nicht», so ist er gleichzeitig überzeugt, dass der Herr treu ist und ihn nie im Stich lassen wird. Sogar im Fall, dass ihm kein Mensch mehr zur Seite stehen würde, rechnet er fest damit, von Gott aufgenommen zu werden.

In Vers 11 bittet David den Herrn um seine Führung, damit er in Übereinstimmung mit Ihm den rechten Weg gehen kann, so dass seine Feinde keinen berechtigten Anklagegrund gegen ihn finden können.

Die Hoffnung Davids bezieht sich auf ein gutes Leben unter dem göttlichen Segen im Land Israel. Wir Christen warten auf das Kommen des Herrn zur Entrückung, um ewig bei Ihm in der himmlischen Herrlichkeit zu sein. In der Wartezeit wollen wir wie David jeden Tag mit der Hilfe des Herrn rechnen. Er gibt uns Kraft und Mut für den Glaubensweg.

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Gott hört auf den Hilferuf der Seinen

In der zukünftigen Gerichtszeit wird das Volk Israel von seinen Feinden stark bedrängt sein. Diese äussere Drangsal wird den gläubigen Überrest läutern und die gottlose Masse des Volkes ins Gericht bringen.

In unserem Psalm beten die Glaubenden, die sich in dieser unsagbaren Not befinden, zum Herrn. Sie sind sich bewusst: Wenn Er nicht eingreift, werden sie sterben. Darum flehen und rufen sie zu Ihm.

Sie bitten Gott, dass Er im Gericht einen Unterschied zwischen dem Gerechten und dem Ungerechten macht. Das wird tatsächlich so sein:

  • Die Gläubigen, die ihre Hoffnung auf Gott setzen, werden durch die Drangsal für den Messias und das Reich Gottes bereit gemacht.
  • Die Ungläubigen hingegen, die dem Antichristen folgen, werden in dieser Gerichtszeit ihre gerechte Strafe bekommen.

Das Gericht wird die Gottlosen aus zwei Gründen treffen: einerseits wegen ihrer Bosheit (Vers 4) und anderseits, weil sie das Werk Gottes zur Rettung seines Volkes missachten (Vers 5).

Ab Vers 6 dankt der gläubige Überrest seinem Gott für die Erhörung der Gebete. Sein Herz ist voll Vertrauen und Dankbarkeit. – Auch wir haben schon erfahren, wie der Herr uns in Notsituationen einen Ausweg aus der Schwierigkeit geschaffen hat. Haben wir Ihm von Herzen dafür gedankt?

In Vers 9 blicken die Treuen aus Israel in die Zukunft und erbitten vom Herrn einen ewigen Segen für das ganze Volk.

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Die Stimme Gottes

Dieser Psalm beginnt mit einer Aufforderung an die Grossen und Mächtigen der Welt, die Autorität des Herrn anzuerkennen. Anstatt die eigene Ehre zu suchen, sollen sie den Herrn und seine Herrlichkeit bewundern.

Ab Vers 3 teilt uns der Psalmdichter mit, wie Gott seine Allmacht und Herrlichkeit zeigt.

In der Natur offenbart Er seine Macht durch Sturm, Regen und Gewitter. Wie verheerend kann ein Unwetter sein! Es entwurzelt Bäume, zerstört Häuser, überflutet ganze Landstriche. Auch Vulkanausbrüche oder Waldbrände bezeugen, wie mächtig Gott ist. Das Erschüttern der Wüste lässt uns an ein Erdbeben denken, das ebenfalls die Stärke des Herrn erkennen lässt.

Alle diese Naturgewalten stehen symbolisch für das Gericht Gottes in der Zukunft. Es wird wie eine Flut über die Erde hereinbrechen und wie ein Sturm alle Stolzen und Hochmütigen erniedrigen (Jesaja 2,12-17). Das prüfende Feuer Gottes wird die gottlose Welt richten. Alle Völker der Erde werden erschüttert werden (Haggai 2,6-7). Die Geburtswehen der Hirschkühe weisen darauf hin, dass in dieser Zeit ein gläubiger Überrest aus Israel gebildet wird (Jesaja 66,7-9).

Es gibt einen Ort, wo die Herrlichkeit des Herrn in besonderer Weise gesehen, verstanden und bewundert wird: in seinem Tempel! Heute ist die Versammlung der Wohnort Gottes auf der Erde. Dort offenbart Er sich in seinem Sohn, dort beten Ihn die Erlösten an.

Der Psalm endet mit einer Ermutigung: Der Herr, der über allem steht, wird sein Volk in den Segen des Tausendjährigen Reichs bringen.

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Lob für Gottes Hilfe

Dieser Psalm spricht prophetisch von der zukünftigen Drangsalszeit. Er hat zwei Teile: In den Versen 1-6 loben die Glaubenden aus Israel den Herrn, weil sie seine Errettung erfahren haben. Die Verse 7-13 beschreiben ihre Erfahrungen in der Drangsalszeit.

Sie werden von ihren Feinden bedrängt und befinden sich in höchster Lebensgefahr. Doch der Herr rettet sie zur rechten Zeit vor dem Tod und bringt sie in Sicherheit. Darum preisen sie seinen Namen.

Im Rückblick auf die Rettung erkennen sie, dass ihre Bedrängnis, die sie an den Rand des Todes gebracht hat, eine Erziehungsmassnahme Gottes gewesen ist. Verglichen mit der tausendjährigen Segenszeit haben sie nur eine kurze Zeit gelitten und geweint. Mit dem Kommen des Herrn in Herrlichkeit bricht für sie ein Morgen ohne Wolken an (2. Samuel 23,3-4).

Die Erfahrung in den Versen 7-9 haben wir bestimmt auch schon gemacht: Wir befanden uns in einer guten Lebenssituation und meinten deshalb, wir seien stark im Glauben. Als Gott es jedoch zuliess, dass sich die Umstände verschlechterten, verschwand unsere Zuversicht. Wir waren bestürzt, bis wir zum Herrn flehten und unser Vertrauen ganz auf Ihn setzten.

Der zukünftige Überrest aus Israel besitzt eine irdische Hoffnung. Darum fragt er, als er sich in Lebensgefahr befindet: Was nützt es, wenn ich sterbe? Wie kann ein Toter den Herrn loben und von Ihm zeugen?

In seiner Not ruft er zu Gott und erfährt seine Rettung. So verwandelt sich seine Wehklage in Jubel und Freude. Seinen Gott will er ewig preisen.

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Gott ist unsere Zuflucht

Der Anfang dieses Psalms enthält allgemeine Grundsätze, die für die Glaubenden zu allen Zeiten wahr sind. In den Schwierigkeiten und Nöten, die sie erleben, nehmen sie im Gebet Zuflucht zu Gott. Er ist für sie wie ein unerschütterlicher Felsen mitten in der Brandung des Zeitgeschehens. Bei Ihm finden sie Schutz und Geborgenheit.

Die Erlösten haben auch mit Feinden zu tun, die sie zu Fall bringen möchten. Der Teufel möchte sie zur Sünde verleiten, die Welt versucht sie vom Herrn abzuziehen. Aber Gott kann sie bewahren. Darum legt der Gläubige, der auf Ihn vertraut, sein Leben bewusst in die Hand Gottes.

Vers 6 lässt uns auch an den Herrn Jesus denken, der am Kreuz betete: «Vater, in deine Hände übergebe ich meinen Geist!» (Lukas 23,46). In tiefem Vertrauen und innerem Frieden legte Er sein Leben in die Hände des Vaters.

Die Glaubenden freuen sich über die Güte Gottes, die sich in ihrem Leben in zweifacher Hinsicht zeigt:

  1. In seiner Gnade nimmt Gott Kenntnis von der Not, in der sich die Seinen befinden. Er weiss genau, welche Schwierigkeiten sie durchmachen müssen (Vers 8).
  2. In seiner Gnade rettet der Herr die Seinen von ihren Feinden und verschafft ihnen Freiraum, so dass sie ihren Glauben leben können (Vers 9).

Die Verse 10-14 beschreiben eine äusserst notvolle Situation. Einzelne Aussagen treffen auch auf den Herrn Jesus zu: Die Menschen verhöhnten und ignorierten Ihn. Seine Feinde überlegten, wie sie Ihn töten könnten.

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Mit Gottvertrauen beten

Der Gottesfürchtige befindet sich in grosser Not und wird von den Menschen im Stich gelassen. Da setzt er sein ganzes Vertrauen auf den Herrn, zu dem er eine persönliche Beziehung hat. Dieses starke Gottvertrauen beruht auf der Überzeugung, dass die Zeiten und Geschicke des Erlösten in der Hand Gottes liegen. In seinem Leben geschieht nichts, was der Herr nicht zulässt.

Nie beschämt Gott das Vertrauen derer, die zu Ihm rufen (Vers 18; Psalm 34,16.18). Er erhört zwar ihre Gebete nicht immer so, wie sie es denken, aber Er hilft und rettet zur rechten Zeit.

Ab Vers 20 bewundert David die Güte des Herrn, die er in den Schwierigkeiten erfahren hat:

  • Gottesfurcht im Leben und Gottvertrauen im Gebet sind Voraussetzungen, damit wir in den Genuss dieser Güte kommen.
  • Die Gnade Gottes zeigt sich darin, dass Er uns bei sich vor dem Widerstand und den Verleumdungen gottloser Menschen bewahrt.
  • Obwohl unser Glaube manchmal ins Wanken gerät, bleibt Gottes Güte bestehen. Er lässt uns nicht im Stich und hört auch unser kleingläubiges Rufen.

Aufgrund seiner Erfahrungen mit dem Herrn empfiehlt uns David, auf Gott zu vertrauen und auf seine Rettung zu warten. Er weiss, dass der Herr unsere Gottesfurcht und unsere Treue zu seinem Wort belohnt. Darum spornt er uns an, in den Schwierigkeiten auszuharren. Auch wenn sich die Situation nicht so schnell ändert, sollen wir stark im Glauben sein und immer wieder neuen Mut fassen.

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Die Vergebung Gottes

Dieser Psalm spricht von der Vergebung, die wir als Gläubige, die gesündigt haben, auf das Bekenntnis unserer Sünden hin erfahren. Er beginnt mit dem Segen, der für uns daraus hervorkommt: Wenn Gott uns die Sünden vergibt, kommt Er nie mehr darauf zurück. Seine Vergebung bewirkt in uns echte Wahrheitsliebe, so dass wir unsere Sünden nicht entschuldigen, sondern ehrlich zu ihnen stehen.

Die Verse 3-5 beschreiben den Zustand zwischen dem Fehltritt und dem Bekenntnis. Oft versuchen wir wie David, die begangene Sünde zu verschweigen. Aber solange wir kein aufrichtiges Bekenntnis vor Gott und – wenn nötig – vor Menschen ablegen, finden wir keine innere Ruhe. Der Herr muss sich gegen uns stellen, bis wir unsere Übertretung aufdecken und bekennen.

Die Gnade, die Gott uns durch seine Vergebung schenkt, bringt uns innerlich näher zu Ihm. Wir suchen seine Gemeinschaft und möchten in Abhängigkeit von Ihm leben. Darum beten wir zu Ihm und suchen in den Stürmen des Lebens Hilfe und Schutz bei Ihm. – In Vers 8 gibt Gott uns ein Versprechen: Er will uns den Weg zeigen, auf dem wir in einer gefahrvollen Welt vor Fehltritten bewahrt werden. Um dieses Ziel mit uns zu erreichen, unterweist Er uns durch sein Wort und leitet uns mit seinen Augen, d.h. in einer lebendigen Glaubensbeziehung zu Ihm. Wenn wir nicht mit Ihm leben, leitet Er uns durch die Umstände (Vers 9). – Der Glaubende, der seine Sünden bekennt und sich von Gott führen lässt, erfährt die Güte des Herrn. Aber der Gottlose, der keine Vergebung besitzt, hat eine schreckliche Zukunft vor sich (Vers 10).

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Die Allmacht des Schöpfers

Dieser Psalm beschreibt, was der Herr ist und was der Herr tut – in der Schöpfung, in seiner Regierung über die Welt und in seinem Handeln mit den Glaubenden.

Die Erlösten haben allen Grund, sich in Gott zu freuen und Ihm ein Loblied zu singen, weil sie die Vergebung der Sünden besitzen (Psalm 32) und die Rettung des Herrn erfahren (Psalm 33). In der Zukunft singen die Erlösten sowohl im Himmel als auch auf der Erde ein neues Lied zur Ehre Gottes (Offenbarung 5,9; 14,3).

Das Wort des Herrn ist zuverlässig und gerecht, wir können uns vertrauensvoll darauf stützen. Sein Werk geschieht in Gerechtigkeit und Güte, das macht uns innerlich ruhig.

  • Die Verse 6-9 zeigen die Macht des Wortes Gottes in der Erschaffung von Himmel und Erde. Ein Hauch seines Mundes genügte, um die vielen für uns unzählbaren Sterne ins Dasein zu rufen. In seiner Allmacht setzte Er dem Meer eine Schranke (1. Mose 1,9-10). Durch sein Wort entstand die Schöpfung. Wenn wir durch Glauben verstehen, dass der allmächtige Gott alles erschaffen hat (Hebräer 11,3), stehen wir in tiefer Ehrfurcht vor Ihm still und anerkennen seine Autorität über uns.
  • Der Herr regiert die Welt (Verse 10-12). Er tritt den Plänen der Menschen entgegen und bringt seinen Vorsatz zur Ausführung. In der zukünftigen Gerichtszeit wird dies für alle sichtbar werden. Christus wird öffentlich erscheinen, um die Gottlosen zu bestrafen und das erwählte Volk Israel zu segnen.

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Der HERR hat den Überblick

Gott überblickt das ganze Weltgeschehen. Er sieht alle Menschen und weiss, was jeder tut, spricht und denkt. In seiner Vorsehung lenkt Er die Geschicke auf der Erde, indem Er die Pläne in den Herzen der Menschen benutzt, um seinen eigenen Vorsatz auszuführen. Dennoch bleibt die menschliche Verantwortung bestehen. Gott achtet «auf alle ihre Werke» und wird sie dafür einmal zur Rechenschaft ziehen (Prediger 12,14).

Die Menschen, die ohne Gott leben, stützen sich auf ihre eigene Kraft und auf ihre eigenen Möglichkeiten. Doch das ist trügerisch. Wie schnell kann in der Welt Macht, Ansehen und Reichtum verloren gehen. Das wird in der Zukunft besonders deutlich sichtbar werden: Wenn der Herr zur Rettung seines geliebten Volkes mit Gericht eingreifen wird, wird keine Armee vor Ihm bestehen können.

Darum ist es für uns viel besser, unser Vertrauen auf Gott zu setzen. Er hat ein besonderes Interesse an allen, die Ehrfurcht vor Ihm haben und auf seine Hilfe warten. Er wird sie bewahren und am Leben erhalten. Ein schönes Beispiel dafür ist die Frau von Sunem (2. Könige 8,1).

Die Beweise seiner Allmacht und Güte stärken unseren Glauben an Gott. Dann erwarten wir in notvollen Situationen alle Hilfe von Ihm. Bis Er eingreift, wissen wir, dass Er uns beisteht und bewahrt. Wenn der Herr zur Entrückung wiederkommt, wird die göttliche Errettung für uns zum Abschluss kommen. Im Rückblick wird eine tiefe Freude unser Herz erfüllen, weil Gott uns geholfen und unser Vertrauen belohnt hat.

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Lobt den HERRN für seine Rettung!

Es ist nicht schwer, Gott zu loben, wenn in unserem Leben alles nach Wunsch verläuft. Doch der Glaube macht uns fähig, auch in schwierigen Situationen an seiner Güte festzuhalten und Ihm ein Loblied zu singen. Vergessen wir nicht: Durch eine beständige Dankbarkeit gegenüber Gott werden andere ermutigt, ebenfalls den Herrn zu loben. Als Folge davon können wir unseren Gott gemeinsam erheben.

Vers 5 spornt uns an, den Herrn zu suchen, um bei Ihm Hilfe für unsere Notsituation zu finden. Gott möchte uns die Angst wegnehmen und unser Vertrauen auf Ihn stärken. Aufgrund dieser Erfahrung richten wir unseren Blick auf den Herrn und erkennen, wer Er ist. Weil wir nun unsere widrigen Umstände im Licht der göttlichen Herrlichkeit sehen, fassen wir Mut und gehen mit neuer Zuversicht auf dem Glaubensweg weiter.

In Vers 7 geht es um die Rettung aus aller Not und Bedrängnis. Für uns Christen wird diese Verheissung mit der Entrückung wahr werden. Die Glaubenden aus dem Volk Israel werden diese vollständige Befreiung in der Zukunft erfahren, wenn der Herr in Macht und Herrlichkeit erscheint.

Solange die endgültige Errettung noch aussteht, können wir täglich die göttliche Bewahrung für uns in Anspruch nehmen. Die Erfahrungen, die wir dabei mit dem Herrn machen, veranlassen uns, andere zu ermutigen, ebenfalls auf seine Güte zu vertrauen und bei Ihm Zuflucht zu suchen (Vers 9). Junge Löwen können trotz ihrer Kraft Hunger haben, aber die Gläubigen, die mit Gott leben, bekommen von Ihm alles, was sie brauchen.

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Unterweisung in Gottesfurcht

Dieser Abschnitt legt das gerechte Handeln Gottes mit den Menschen in ihrem Leben auf der Erde dar. Man kann es wie folgt zusammenfassen: Wer gottesfürchtig und gerecht lebt, indem er z.B. ein Familienleben nach Gottes Gedanken führt, erfährt den göttlichen Segen in seiner Familie. Wer jedoch Böses tut, hat Gott gegen sich. Dieser doppelte Grundsatz ist für jeden Menschen zu allen Zeiten wahr. Dabei gilt es jedoch zu bedenken, dass der Gottesfürchtige manchmal wegen seines gerechten Verhaltens zu leiden hat, weil die Welt von Menschen regiert wird, die nicht nach Gott fragen.

Ein gottesfürchtiges und gerechtes Leben weist folgende Merkmale auf:

  • Wir hüten uns davor, etwas Böses zu sagen oder andere mit Worten zu täuschen.
  • Wir meiden das Böse und möchten das tun, was Gott gutheisst und den Menschen nützlich ist.
  • Wir versuchen mit allen Menschen in Frieden zu leben und sind bereit, uns dafür einzusetzen.

Vers 19 enthält eine Verheissung, die über den Segen in der Regierung Gottes hinausgeht: Wenn wir uns über unser persönliches Versagen und über den Niedergang im Volk Gottes demütigen, ist der Herr uns nahe und hilft uns.

Weil der Herr seine Regierung noch nicht öffentlich ausübt, erfahren die Gerechten manche Widerwärtigkeiten. Aber es gibt keine Schwierigkeit, in der Gott nicht über ihnen wacht und sie bewahrt.

Der Psalm schliesst mit dem Blick in die Zukunft: Das göttliche Gericht wird nur die Ungläubigen treffen, die Erlösten sind von der Strafe freigesprochen.

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Notschrei und Bitte um Rache

In diesem Psalm hören wir, wie die bedrängten Glaubenden aus Israel in der Zukunft zu Gott rufen. Sie bitten Ihn, dass Er ihre Feinde bestrafe, weil sie dadurch aus ihrer Not befreit werden. In der zukünftigen Drangsalszeit wird diese Bitte um eine gerechte Vergeltung der Bedränger Gott gemäss sein.

Der Herr Jesus rief nie für sich selbst das Gericht über seine Feinde herbei, obwohl Er ihrem Druck und ihrer Bosheit ausgesetzt war. Stattdessen bat Er um Gnade für die, die Ihn ans Kreuz schlugen (Lukas 23,34). Genauso sollen auch wir Christen in der Zeit der Gnade denken und handeln.

Vers 7 lässt sich auf Jesus Christus anwenden. Die Pharisäer versuchten Ihn in der Rede zu fangen und hofften, dass Er in ihre Falle tappen würde. Für diese Feindseligkeit gab es keine berechtigte Ursache.

Ab Vers 11 wird das Verhalten der Bedränger der Handlungsweise der Gläubigen gegenübergestellt:

  • Die Feinde des treuen Überrests aus Israel treten in den Gerichtsverhandlungen ungerecht gegen ihn auf. Sie vergelten ihm Böses für Gutes und freuen sich über seine Not. Sie verspotten und schmähen ihn. – Jesus Christus hat das Gleiche von der feindlichen Führungsschicht der Juden erfahren (Markus 14,55-59; Psalm 109,5; Matthäus 27,39-44).
  • Der Überrest hingegen trauert über die Not seiner Feinde und betet für sie. Ihre missliche Lage tut ihm aufrichtig leid. – Der Herr Jesus fordert auch uns zu diesem Verhalten gegenüber feindlichen Menschen auf (Matthäus 5,44; Römer 12,20).

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Ruf um Rettung und Bestrafung

Im Glauben werden die Treuen aus Israel in der zukünftigen Drangsalszeit zu Gott rufen: «Wie lange willst du zusehen?» Sie wissen, dass durch sein Eingreifen die göttlichen Pläne in Erfüllung gehen werden und ihre Befreiung kommen wird. Als Folge davon werden sie den Herrn für ihre Rettung loben.

Ab Vers 19 beschreibt der gläubige Überrest mit eindrucksvollen Worten die Bosheit seiner Feinde:

  • Sie zwinkern mit den Augen, weil sie etwas Böses gegen die Glaubenden im Sinn haben.
  • Sie wollen keinen Frieden, darum greifen sie die Friedfertigen an.
  • Lauthals rufen sie: «Haha!», und freuen sich über das Unglück der Treuen in Israel.

Auf diese Weise hat auch der Herr Jesus den Hass seiner Feinde erfahren.

Der Überrest weiss, dass Gott das böse Verhalten seiner Feinde sieht. Darum bittet er, dass der Herr zu dieser Bosheit nicht schweige, sondern im Gericht eingreife. Weil Gott gnädig ist und nicht den Tod des Sünders will, schweigt Er lange zum Bösen in der Welt und zur Unterdrückung der Gerechten. Aber in der zukünftigen Gerichtszeit wird Er sein Schweigen brechen und die Gottlosen bestrafen. Sein Gericht wird alle treffen, die sich gegen die gläubigen Juden und gegen Christus stellen werden.

Aber alle, die dem jüdischen Überrest wohlwollend gegenüber stehen und Christus anerkennen werden, werden sich über die Befreiung Israels freuen. Sie werden den Herrn loben, der alles zum Guten wenden wird.

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Gott ist gütig, der Mensch ist böse

Dieser Psalm beginnt mit der Beschreibung von gottlosen Menschen. Weil in ihren Herzen gar keine Gottesfurcht vorhanden ist, schrecken sie vor nichts zurück. Sie lieben es, Böses zu tun und andere mit Worten zu betrügen. Sie schmieden niederträchtige Pläne und führen sie skrupellos aus. – Lassen wir uns vor solchen Menschen warnen! Von ihnen können war nichts Gutes erwarten!

Gott wohnt im Himmel und steht über all dem Bösen in der Welt. Niemand kann seine Pläne vereiteln oder sein Handeln mit den Menschen verhindern. Seine Eigenschaften sind völlig verschieden von den Merkmalen der Gottlosen:

  • Der Herr handelt in Güte mit den Menschen. Die Glaubenden wissen: Er meint es immer gut mit ihnen.
  • Er bleibt sich selbst und seinem Wort treu. Niemals verändert Er sich. Was Er gesagt hat, führt Er auch aus.
  • Seine Gerechtigkeit steht so fest wie ein Berg. Mit den Menschen handelt Er immer gerecht, auch wenn wir es nicht verstehen können.

Zu diesem Gott können wir mitten in einer bösen Welt Zuflucht nehmen. In seiner Gegenwart erfahren wir einen Segen, der unseren Glauben stärkt und uns echt glücklich macht. Er ist der Ursprung des Lebens und des Lichts. Darum kann Er denen, die an Ihn glauben, neues Leben schenken und ihnen mitten in den Schwierigkeiten Licht für ihren Weg schenken. In seiner Güte und Gerechtigkeit wird Gott die Seinen ans Ziel bringen. Daran kann Ihn niemand hindern.

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Auf Gott warten

Solange der Herr nicht öffentlich auf der Erde regiert, machen die Gläubigen die Erfahrung, dass es den Ungläubigen äusserlich oft besser geht als ihnen. Das kann in ihren Herzen Zorn und Neid hervorrufen. Weil wir auch in dieser Gefahr stehen, wollen wir die Ermahnung im ersten Vers zu Herzen nehmen. Denken wir an das Ende derer, die ohne Gott leben. Wie furchtbar wird das Gericht sein, das sie treffen wird!

Anstatt auf die Ungläubigen neidisch zu sein, sollen wir in den Schwierigkeiten unser Vertrauen auf den Herrn setzen und weiter das Gute tun, das seine Anerkennung findet. Wenn wir Gott und seinem Wort treu bleiben, die Gemeinschaft mit Ihm pflegen und uns an Ihm freuen, befinden wir uns in einem guten geistlichen Zustand. Unsere Bitten entsprechen dann dem Willen Gottes, so dass Er sie erhören kann.

Was für eine Hilfsquelle besitzen wir doch im Gebet! Alles, was uns begegnet, können wir unserem Gott anbefehlen. Wenn wir vertrauensvoll auf seine Antwort warten, wird Er unseren Glauben belohnen und zu unseren Gunsten eingreifen.

Ab Vers 7 werden wir nochmals davor gewarnt, über gottlose Menschen, die Erfolg haben, zornig zu werden. Wenn wir diesen Zorn in uns nähren, anstatt ihn zu verurteilen, wird er uns zu weiteren Sünden verleiten (Jakobus 1,19-20). Die Zeit, in der die Gottlosen Gelingen haben und die Gottesfürchtigen leiden müssen, ist kurz. Aber das zukünftige Reich, in das nur Glaubende eingehen werden, wird 1000 Jahre dauern!

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Der Gottlose widersteht dem Gläubigen

Die Verse 12-15 beschreiben den Widerstand der Gottlosen gegen die Gläubigen. Warum gibt es diese Feindschaft seit Beginn der Menschheitsgeschichte, als Kain seinen Bruder Abel erschlug? Weil die Bosheit der Ungläubigen durch das gerechte Verhalten der Glaubenden verurteilt wird. Das ruft ihren Hass hervor.

Das Urteil von Vers 16 wollen wir uns zu Herzen nehmen: Es ist besser, wenig mit Gott zu besitzen, als ohne Gott reich zu sein (Lukas 12,16-21).

Wenn wir in einer bösen Welt gerecht leben, müssen wir manchmal Nachteile in Kauf nehmen. Aber wir besitzen die Zustimmung des Herrn, der uns in notvollen Situationen zu Hilfe kommt. Er wird unser Vertrauen auf Ihn nie beschämen.

Im Gegensatz zu den Gottlosen, die die Güte ihrer Mitmenschen zu ihrem Vorteil ausnutzen, sollen wir gnädig sein und den Not leidenden Menschen helfen (Vers 21). Gott wird uns und unsere Familie dafür segnen (Vers 26).

Ab Vers 23 finden wir, wie Gott uns hilft, wenn wir mit Ihm leben und sein Wort befolgen möchten:

  • Er führt uns durch die gefahrvolle Welt einen Weg, auf dem wir mit festem Schritt dem Ziel entgegengehen können.
  • Wenn wir in eine Prüfung fallen (Jakobus 1,2), wird der Herr unseren Glauben stützen, so dass wir nicht aufgeben (2. Korinther 4,9).
  • Er lässt uns nie im Stich. Wenn wir Ihm gefallen und gerecht leben möchten, wird Er seine segnende Hand nicht zurückziehen.

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Vom Bösen weichen und auf Gott harren

In Vers 27 gibt Gott den Seinen einen wichtigen Rat: «Weiche vom Bösen und tu Gutes!» Menschen, die gottlos leben und Böses tun, mögen kurzfristig Erfolg haben. Aber ihr Ende ist Gericht. Dem Gottesfürchtigen hingegen steht eine herrliche Zukunft bevor. Er mag in der Welt wegen seines gerechten Verhaltens Nachteile haben, aber der Herr wird ihn für sein Reich bewahren.

Wenn wir das Wort Gottes im Herzen bewahren, wird es sich auf unser Leben auswirken. Es hilft uns, bei Fragen eine weise Antwort zu geben und im Glauben sichere Schritte zu tun.

In Vers 34 bekommen wir einen weiteren Ratschlag: «Harre auf den Herrn und bewahre seinen Weg.» Wenn wir von der Welt bedrängt werden, sollen wir beharrlich auf Gott warten und gleichzeitig entschieden auf dem rechten Weg weitergehen.

Die Verse 35 und 36 beschreiben den Gottlosen, wie er äusserlich und für eine Zeit Erfolg hat. Er gleicht einer Pflanze, die wächst und zu einem grossen Baum wird. Doch das göttliche Gericht wird ihn treffen, so dass er plötzlich nicht mehr da ist. Darin kann man den Antichristen sehen, der die Gottlosigkeit in Person sein wird.

Die Verse 37-40 enthalten zwei Ermutigungen für jeden Glaubenden, der in einer gottlosen Welt dem Herrn gefallen möchte:

  • Für den, der ehrlich ist und den Frieden sucht, gibt es eine Zukunft.
  • Der Herr hilft dem Gerechten. Er gibt ihm Kraft zum Ausharren und rettet ihn aus seiner Not.

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Die erziehende Hand Gottes

Dieser Psalm schildert die Empfindungen der Glaubenden aus Israel in der Zukunft. Sie erleiden Drangsale und erkennen darin die erziehende Hand Gottes. Es ist ihnen bewusst, dass ihre Sünden die Ursache dafür sind. Darum beugen sie sich unter das Schwere, das sie trifft, und rechtfertigen das Handeln Gottes mit ihnen. Gleichzeitig setzen sie ihr Vertrauen auf Ihn und rufen Ihn um Erbarmen an.

Obwohl sie sich von Gott angenommen wissen, kennen sie doch die vollen Auswirkungen des Erlösungswerks nicht. Darum sprechen sie hier von einer Strafe für ihre Sünden. Erst wenn sie auf Christus blicken und die Wundmale des Kreuzes an Ihm erkennen, erfassen sie im Glauben, dass die Strafe zu ihrem Frieden auf Ihm lag (Jesaja 53,5).

Wir können aus diesem Psalm auch eine praktische Belehrung für uns nehmen: Wenn wir als Gläubige sündigen oder einen verkehrten Weg gehen, möchte Gott uns durch erziehende Massnahmen wieder zurechtbringen. Es kann sein, dass Er uns deswegen in eine körperliche oder seelische Not bringt, wie es die Verse 6-9 beschreiben, um uns zur Buße und zum Bekenntnis unserer Sünden zu bringen. Dabei gilt es allerdings zu bedenken, dass nicht jede Krankheit die direkte Folge einer Sünde ist.

In Vers 11 erkennen wir bildlich die geistlichen Folgen eines Fehltritts: Das Herz ist unruhig und das Gewissen klagt uns an, weil wir gesündigt haben. Zudem verlieren wir unsere Glaubenskraft und das geistliche Unterscheidungsvermögen.

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In der Anfechtung zu Gott rufen

Die Verse 12-15 beschreiben, was der treue Überrest aus Israel in der Zukunft von seinen ungläubigen Verwandten und seinen Feinden erfahren wird. Sie werden ihn in seiner Bedrängnis im Stich lassen. Einige werden ihm sogar nach dem Leben trachten. Wie verhält sich der gläubige Überrest in dieser Situation?

  • Er verschliesst seine Ohren vor den Worten seiner Feinde, die ihn verleumden.
  • Er schweigt zu den verkehrten Anschuldigungen und überlässt die Sache Gott.

So hat sich auch der Herr Jesus verhalten, als Er vor seinen Anklägern stand. Damit hat Er uns ein Beispiel hinterlassen (1. Petrus 2,21-23).

In seiner Not harrt der Überrest auf den Herrn und weiss, dass er von Ihm eine Antwort bekommen wird. Er erwartet von Gott die rechtzeitige Hilfe, damit er nicht fällt und die Feinde sich nicht über ihn freuen können.

In Vers 19 bekennt er Gott seine Sünden und bereut seine Fehltritte zutiefst. Gerade die Bedrängnis durch seine Feinde bewirkt diese Buße in seinem Herzen. Im Gegensatz zum Überrest sind die ungläubigen Juden unbekümmert über ihre eigenen Sünden. Sie zeigen sich stark und überlegen. Sie hassen die Glaubenden ohne Grund und vergelten ihnen Böses für Gutes. So sind sie schon mit Jesus Christus umgegangen (Johannes 15,25).

Dem treuen Überrest bleibt in dieser notvollen Situation nur eins: der Hilferuf zu Gott! Wenn der Herr in Macht und Herrlichkeit erscheinen wird, wird die Drangsal als göttliche Erziehungsmassnahme zu Ende und die Schuld abgetragen sein (Jesaja 40,2).

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Das Leben auf der Erde ist kurz

Die Verse 2-4 enthalten manche Hinweise für unser Verhalten in der Welt:

  • Geben wir acht auf den Weg, den wir gehen, damit wir vor einem Fehltritt bewahrt werden.
  • Richten wir ein besonderes Augenmerk auf unsere Worte! Wie schnell sündigen wir doch mit der Zunge und geben den Ungläubigen einen berechtigten Anlass, uns zu verurteilen!
  • Schweigen wir zum Bösen, das in der Welt geschieht! Manchmal ist es besser, das Gute nicht zu sagen, weil die Welt es nur mit Füssen treten würde.

Aber das Gebet bleibt uns immer. Zu unserem Gott können wir jederzeit reden und Ihm alles sagen.

In den Versen 5-8 geht es um die Kürze und Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Der Ungläubige verbringt diese kurze Zeit voll Unruhe und im Streben nach Geld und Besitz. Was tut der Gläubige? Er setzt seine Hoffnung auf Gott, der ihm echten Lebenssinn, tiefen Frieden und ewigen Segen geben kann.

Ab Vers 9 hören wir den gläubigen Überrest aus Israel, wie er seine Ungerechtigkeit erkennt und den Herrn bittet, ihn aus der Bedrängnis zu retten. Er hat den Eindruck, dass die Hand Gottes so stark auf ihm lastet, dass er die Drangsal nicht überlebt. Aber der Herr wird auch in der zukünftigen Gerichtszeit die Glaubenden nicht über Vermögen prüfen, sondern die Tage verkürzen, damit sie gerettet werden (Matthäus 24,22).

Die Glaubenden aus Israel besitzen eine irdische Hoffnung. Sie bitten den Herrn, dass Er sie am Leben erhält, damit sie ins Reich eingehen können (Vers 14).

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Christus gehorcht seinem Gott

In diesem Psalm hören wir den Herrn Jesus reden. Das wird besonders aus den Versen 7-9 deutlich, die in Hebräer 10,5-7 zitiert werden.

Weil Jesus Christus in seinem Leben auf Gott geharrt und im Garten Gethsemane zu Ihm gerufen hatte, wurde Er durch die Auferweckung aus der Grube des Verderbens heraufgeführt. Als Folge dieser Rettung singt Er ein neues Lied. Es ist ein Lobgesang unserem Gott, denn Er ist der Gott aller Glaubenden, die wie Christus ihr Vertrauen auf Ihn setzen und seine Hilfe erfahren. So verbindet sich der Herr Jesus mit den Erlösten, um gemeinsam mit ihnen die Wundertaten Gottes zu rühmen.

Die Opfer, die in Vers 7 genannt werden, hatte Gott eingesetzt. Aber sie wurden von sündigen Menschen dargebracht. Darum konnten sie nicht die Grundlage zur Erfüllung der Pläne Gottes sein. Es brauchte dazu ein anderes Opfer.

So war der Sohn Gottes bereit, Mensch zu werden und als Mensch die Stellung eines Knechtes einzunehmen. Er liess sich von Gott Ohren bereiten, um zu hören und zu gehorchen. Der Herr Jesus kam freiwillig in die Welt, um den Willen Gottes zu tun. Es war sein oberstes Ziel, Gott zu gefallen und alles zu tun, was sich der Vater in seinem Herzen vorgenommen hatte. Zu seinen Jüngern sagte Er: «Meine Speise ist, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat, und sein Werk vollbringe» (Johannes 4,34). Das Wort Gottes hatte im Herzen des Herrn Jesus einen festen Platz, so dass es seine Gedanken, Worte und Handlungen prägte.

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Christus verkündigt die Gerechtigkeit

In den Versen 10 und 11 beschreibt der Herr Jesus den Auftrag, den Er in seinem Leben zur Ehre Gottes ausführte. In einer ungerechten Welt verkündigte Er die Gerechtigkeit Gottes. Er machte auch seine Güte und seine Wahrheit bekannt. Dadurch zeigte Er den Menschen, wer Gott ist. Das rief den Widerstand der religiösen Leute hervor, die sich zwar äusserlich zu Gott bekannten, aber innerlich weit weg von Ihm waren. Trotzdem hielt Christus seine Botschaft nicht zurück. Er blieb der treue Zeuge bis in den Tod am Kreuz.

Der Heiland wusste im Voraus, dass Er am Kreuz die Ungerechtigkeiten der Glaubenden auf sich nehmen und die Strafe dafür tragen würde (Vers 13). Er litt schon im Garten Gethsemane, als Er daran dachte, wie Gott in den Stunden der Finsternis die Last der zahlreichen Sünden, die wir getan haben, auf Ihn legen würde. Aber zu diesem Zeitpunkt war Er noch nicht von Gott verlassen. Darum konnte Er Ihn um Hilfe anrufen.

In den Versen 15-17 äussert der Herr Jesus zwei Bitten, die dem Charakter der Psalmen entsprechen:

  • Er fleht um die Bestrafung seiner Feinde, die sich am Kreuz über Ihn lustig gemacht haben (Markus 15,29).
  • Er bittet um Freude für die Glaubenden, die Gott suchen und nach seinem Willen fragen.

Jesus Christus war in seinem Leben elend und arm. Er litt in einer bösen Welt als gehorsamer Knecht, als treuer Zeuge und schliesslich als Sündenträger. Doch Er harrte bei Gott aus, weil Er wusste, dass Er Ihn nicht im Stich lassen und durch die Auferweckung aus den Toten retten würde.

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Gott bewahrt den Armen

Der Arme ist der Gläubige, der sich in schwierigen Umständen befindet, aber vom Herrn gestützt wird. Die Welt beachtet ihn kaum, aber für Gott ist er wertvoll. Prophetisch trifft das auf den Überrest aus Israel zu. Gott wird ihn in der Drangsalszeit bewahren und ihn nicht der Gier seiner Feinde preisgeben. – Er kann auch uns auf dem Weg des Glaubens bewahren (Judas 24).

Die Feinde des gläubigen Überrests wünschen ihm Böses und hoffen, dass er umkommen wird. Sie schmeicheln ihm, aber in Wirklichkeit suchen sie sein Unglück. Sogar solche, die ihm nahe stehen und sein Vertrauen besitzen, stellen sich gegen ihn. Diese «Freunde» erweisen sich plötzlich als Feinde. Der Herr Jesus hat Ähnliches durchgemacht:

  • Seine Volksgenossen wollten Ihn töten. Vor Pilatus schrien sie: «Hinweg, hinweg! Kreuzige ihn!» (Johannes 19,15).
  • Judas, einer der zwölf Jünger, verriet Ihn an seine Feinde. Wie schmerzlich war es für den Herrn, dass gerade einer aus seiner nächsten Nähe gegen Ihn aufstand.

In seinem Elend stützt sich der Überrest auf die Gnade Gottes. Er weiss, dass er gesündigt hat und die Folgen davon tragen muss. Aber er rechnet damit, dass der Herr ihn retten wird. Im Gegensatz zu seinen Feinden, die falsch und hinterlistig sind, ist der Überrest aufrichtig vor Gott. Er weiss, dass der Allmächtige ihn in der Bedrängnis aufrecht hält und schliesslich in den Segen des Reichs einführt. Dann werden die Erlösten den Herrn für seine Rettung ewig preisen.

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Zum Markus-Evangelium

Das Evangelium nach Markus ist das kürzeste. Die Berichterstattung erfolgt in sehr knapper Form.

Weder der Stammbaum noch die Geburt Jesu werden erwähnt. Schon im ersten Kapitel berichtet Markus über den Dienst des Herrn. Viel häufiger als in den anderen Evangelien zieht sich der Herr Jesus in die Stille zurück. Oft wird auch seine Bescheidenheit erwähnt: Er wollte nicht, dass seine Taten bekannt wurden. Kein einziges Mal nennen Ihn die Jünger «Herr». Nur siebenmal wird Er «Christus» genannt.

Alle diese Eigenarten weisen auf das Thema dieses Evangeliums hin: Markus stellt uns Jesus Christus als Knecht Gottes vor, wie Ihn schon die Propheten angekündigt haben (Jesaja 42,1-9; Jesaja 49,1-6; Jesaja 52,13-15; Sacharja 3,8). Er sagt selbst von sich: «Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, um bedient zu werden, sondern um zu dienen und sein Leben zu geben als Lösegeld für viele» (Markus 10,45).

Zudem zeigt uns Markus den Herrn Jesus als den Propheten Gottes, der das «Evangelium» verkündet. Dieses Wort kommt bei Markus achtmal vor – deutlich mehr als bei den anderen Evangelisten. Wiederholt lesen wir auch, dass der Herr Jesus die Menschen lehrte. Er selbst umschreibt seinen Dienst als Prophet wie folgt: «Lasst uns woandershin gehen in die nächsten Ortschaften, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich ausgegangen» (Markus 1,38).

Jesus Christus ist auch der leidende Knecht und der verworfene Prophet. Darum nimmt der Bericht über sein Leiden und Sterben in diesem Evangelium einen verhältnismässig grossen Raum ein.

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Der Vorläufer des Herrn Jesus

Der Evangelist Markus stellt uns den Herrn Jesus als den vollkommenen Diener und wahren Propheten Gottes vor. Aus diesem Grund finden wir hier keinen Hinweis auf seine Geburt und seine Abstammung als Mensch. Aber der Heilige Geist macht von Anfang an klar, dass dieser demütige Diener eine göttliche Person ist. Jesus Christus ist der Sohn Gottes. Dies wird durch die beiden Zitate in den Versen 2 und 3 unterstrichen. In den Worten aus Maleachi 3,1 ist die Rede von «deinem» Weg. Jesaja 40,3 zeigt aber, dass damit der Weg «des Herrn» gemeint ist. Der Kommende war der Herr (Jahwe) des Alten Testaments.

Die «Stimme des Rufenden in der Wüste» ist das Zeugnis von Johannes dem Täufer. Er war der Vorläufer Dessen, der die gute Botschaft der Gnade bringen würde. Aber die Herzen der Menschen mussten für den Kommenden zubereitet werden. Deshalb verkündete Johannes die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden. Viele wurden in Herz und Gewissen angesprochen und aufgerüttelt, so dass sie ihre Sünden bekannten und sich taufen liessen.

Der Täufer wies in seiner Predigt auf Jesus Christus hin, der nach ihm kommen sollte, aber unendlich weit über ihm stand. Er würde mit Heiligem Geist taufen. So etwas konnte nur Gott selbst tun – ein weiterer Hinweis auf die Gottheit des Herrn Jesus. Im Gegensatz zu Matthäus 3,11 wird hier die Taufe mit Feuer, die von Gericht spricht, nicht erwähnt. Warum? Weil im Markus-Evangelium der Schwerpunkt auf dem Dienst der Gnade liegt, den der Herr damals auf der Erde ausübte.

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Vom Jordan in die Wüste

Nun erschien der Angekündigte selbst – es war Jesus von Nazareth – und liess sich von Johannes taufen. Hatte der Herr Jesus Buße und Vergebung der Sünden nötig? Nein, absolut nicht! Aber mit der Taufe nahm Er vor Gott den Platz seines Volkes ein und stellte sich neben jene aus Israel, die sich in Buße vor Gott beugten.

Um aber jedem Missverständnis vorzubeugen, ertönte die Stimme Gottes, des Vaters, aus den Himmeln: «Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen gefunden.» Zugleich fuhr der Heilige Geist wie eine Taube auf Ihn, den reinen, sündlosen Menschen.

Bei dieser Gelegenheit sehen wir zum ersten Mal, wie sich die Dreieinheit Gottes offenbarte: Der Sohn Gottes stand als Mensch am Jordan, der Heilige Geist kam wie eine Taube auf Ihn und Gott, der Vater, bezeugte sein Wohlgefallen am geliebten Sohn.

In Vers 10 wurde der Sohn Gottes als Mensch mit dem Heiligen Geist versiegelt (Johannes 1,33-34; 6,27). Ab Vers 12 sehen wir, wie Er in der Kraft dieses Geistes seinen öffentlichen Dienst begann. Doch dem ersten öffentlichen Auftreten des Herrn ging die Versuchung in der Wüste durch Satan voraus. Markus erwähnt keine Einzelheiten. Wir sehen einfach, wie es dem Teufel nicht gelang, den reinen, sündlosen Diener zum Sündigen zu verleiten.

Mit dem Abtreten von Johannes dem Täufer fing der Dienst des Herrn Jesus an. Als Prophet predigte Er in Galiläa das Evangelium des Reichs Gottes. In seiner Person war dieses Reich nahe gekommen. Nun sollten die Menschen Buße tun und Ihn im Glauben annehmen.

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Der Herr ruft in die Nachfolge

Als der Herr Jesus am Ufer des Sees Genezareth entlang ging, rief Er zwei Brüderpaare in seine Nachfolge: Simon Petrus und Andreas sowie Jakobus und Johannes. Mit dieser Berufung verband Er sie mit sich selbst im Dienst. Dabei wollte Er sie in seiner Schule ausbilden und zu Menschenfischern machen. Aus der Bemerkung des Herrn Jesus in Vers 17 wollen wir den wichtigen Grundsatz festhalten: Die Nachfolge geht dem Dienst für Ihn voraus. Ein Leben in praktischer Gemeinschaft mit dem Herrn, indem man seinen Fussstapfen nachfolgt, ist die Voraussetzung für jede Arbeit in seinem Werk.

Simon und Andreas warfen ihre Netze aus, als der Herr sie rief. Am Anfang der Apostelgeschichte sehen wir, wie Petrus als Menschenfischer durch seine Ansprachen «das Netz» auswarf. Dabei kamen Tausende zum rettenden Glauben an Christus. Jakobus und Johannes besserten die Netze aus, als sie den Ruf des Herrn hörten. Im hohen Alter erkannte der Apostel Johannes, wie «die Netze des Christentums» zu reissen begannen, als Irrlehrer verkehrte Dinge verbreiteten. Mit seinen Briefen, die er durch den Heiligen Geist inspiriert niederschrieb, trat er diesen Irrlehrern und Irrtümern entgegen.

In Vers 15 hatten wir den Glauben an das Evangelium, in den Versen 17 und 20 die Nachfolge. Welch eine Gnade, dass es auch heute Menschen gibt, die bekennen, an den Herrn Jesus zu glauben. Doch es fragt sich, ob sie alle bereit sind, dem verachteten Jesus von Nazareth auf dem Weg des Glaubens nachzufolgen und seine Schmach mit Ihm zu teilen.

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In der Synagoge von Kapernaum

In den Synagogen, den jüdischen Versammlungsstätten, wurde das Alte Testament gelesen und gelehrt. Auch der Herr Jesus suchte diese Orte auf, um als der vollkommene Diener und Prophet das Volk zu lehren.

Die Zuhörer stellten schnell einen Unterschied zwischen Ihm und den Schriftgelehrten fest. Im Gegensatz zu den jüdischen Gelehrten, die ihre Ansichten weitergaben und ihre Meinungen vertraten, lehrte der Herr Jesus mit göttlicher Autorität und verkündete die Wahrheit.

In der Synagoge zeigte sich nicht nur die Vollmacht seiner Worte. Durch die Anwesenheit seiner Person wurden auch die Dämonen beunruhigt. Angstvoll rief der Mann, der von einem unreinen Geist beherrscht wurde: «Was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus, Nazarener?» Die Dämonen wissen, wer der Herr Jesus ist, und zittern vor seiner Strafe (Jakobus 2,19). Doch im Augenblick war der Heiland nicht da, um die Dämonen zu richten, sondern den gebundenen Menschen zu befreien. Mit göttlicher Vollmacht trieb Er den unreinen Geist aus.

So etwas hatten die in der Synagoge anwesenden Menschen noch nie erlebt. Sie entsetzten sich und befragten sich untereinander: «Was ist dies für eine neue Lehre?» Ja, das Evangelium verändert Menschen (Römer 1,16). Doch diese gute Botschaft muss geglaubt werden, damit sie etwas bewirkt. Gerade dieser Glaube fehlte hier. Die «Kunde von ihm» wurde zwar zum Gesprächsthema in Galiläa, aber es gab keine Anzeichen von echtem Herzensglauben (Matthäus 11,23).

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Der aktive und abhängige Diener

Nach der Synagoge kam der Herr Jesus mit seinen Nachfolgern in das Haus von Simon und Andreas. Simon Petrus war verheiratet. Die Mutter seiner Frau war an Fieber erkrankt. Nun taten die Angehörigen das einzig Richtige: Sie erzählten dem Herrn von der Not. Als der grosse göttliche Arzt griff Er in diesem Fall sofort ein und heilte die Kranke. Dabei beschäftigte Er sich ganz persönlich mit ihr: Er ergriff sie bei der Hand und richtete sie auf. Wie schön ist die Reaktion der gesund gewordenen Frau: «Sie diente ihnen.» Es war ein Dienst für den Herrn an den Seinen.

Sobald der Sabbat abends um 6 Uhr zu Ende gegangen war, versammelte sich die ganze Stadt an der Tür des Hauses, worin sich der Heiland befand. Wie viel äussere und vermutlich auch innere Not kam da zusammen! Viele wurden von ihren Krankheiten geheilt und von ihren dämonischen Bindungen befreit. Diese Heilungen waren nicht einfach Beweise seiner Macht, sondern sie zeigten seine Güte, die in göttlicher Kraft wirkte.

Für seinen anstrengenden Dienst brauchte unser Herr als Mensch auch Zeiten der Stille, um im Gebet allein mit Gott zu sein (Jesaja 50,4).

Den Grund, warum Simon Petrus und die anderen Ihm nachliefen, gaben sie mit einem kurzen Satz an: «Alle suchen dich.» Doch es ging dem vollkommenen Diener nicht um die Anzahl Zuhörer oder um persönliche Berühmtheit. Nicht die Bedürfnisse der Menschen waren für Ihn ausschlaggebend, sondern der Wille Gottes. Seine Absicht war, dass alle in Galiläa die gute Botschaft hörten (Matthäus 4,15-17).

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Der Herr heilt einen Aussätzigen

Der Aussätzige war von der Macht des Herrn überzeugt. Doch er war unsicher, ob die Gnade und Liebe des Heilands auch für ihn in göttlicher Kraft tätig würde. Welch eine wunderbare Erfahrung durfte dieser bedauernswerte Mann machen! Innerlich bewegt streckte der Heiland seine Hand aus, rührte den Kranken an, ohne angesteckt zu werden. Dann sagte Er: «Ich will; werde gereinigt.» Da wurde er auf der Stelle gesund.

Der Geheilte sollte das Erlebte nicht weitererzählen, denn der demütige Diener Gottes wollte nicht berühmt werden. Stattdessen bekam er den Auftrag, sich dem Priester zu zeigen und die Opfer zu bringen, die in 3. Mose 14 für die Reinigung vom Aussatz vorgeschrieben waren. Der Herr fügte hinzu: «Ihnen zum Zeugnis.» Der Priester musste stutzig werden, wenn ein gereinigter Aussätziger zu ihm kam. Wer ausser Gott konnte jemand vom Aussatz heilen? Daraus hätte der Priester erkennen müssen, dass Gott in seinem Sohn Jesus Christus mitten unter seinem Volk war (Matthäus 1,23). Doch die Bibel gibt uns keinerlei Anzeichen für eine solche Reaktion. Vielmehr wurden der Hohepriester und die übrigen Führer des Volkes zu den erbittertsten Feinden des Herrn Jesus.

Weil der geheilte Aussätzige nicht gehorchte und seine Heilung überall bekannt machte, wurde der Dienst des Herrn Jesus zu einer Sensation, so dass Er sich zurückziehen musste. Er suchte keine Publizität, sondern wollte seinem Gott gehorchen und den Dienst erfüllen, den Dieser Ihm aufgetragen hatte. Es ging Ihm um die Herzen und Gewissen der Zuhörer.

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Ein Gelähmter kann gehen

Nachdem sich die Situation von Markus 1,45 etwas beruhigt hatte, ging der Herr Jesus wieder nach Kapernaum hinein. Doch es dauerte nicht lang, da strömten Unzählige in das Haus, wo Er sich aufhielt. «Er redete zu ihnen das Wort.» Die Verkündigung war das Wichtigste in seinem Dienst.

Dann kamen vier Männer, die einen Gelähmten zum Herrn Jesus bringen wollten. Doch es war unmöglich, ins Haus zu gelangen. Überall versperrten die Menschen den Zugang zu Ihm. Sollten sie ihr Vorhaben aufgeben und wieder umkehren? Nein. Sie liessen sich nicht entmutigen. Ihr Freund brauchte Hilfe, und sie hatten ein tiefes Vertrauen zum Herrn, dass Er in seiner Liebe und Macht helfen würde. Deshalb stiegen sie aufs Dach, deckten es ab und liessen den Gelähmten auf seinem Bett direkt vor den Herrn Jesus hinab.

«Als Jesus ihren Glauben sah», liess Er die fünf Männer nicht ohne Antwort. Er zeigte ihnen, dass Psalm 103,3 durch Ihn in Erfüllung ging: «Der da vergibt alle deine Ungerechtigkeit, der da heilt alle deine Krankheiten.» Zuerst sprach Er den Kranken von Schuld und Strafe frei. Dann sagte Er zu ihm: «Steh auf, nimm dein Bett auf und geh in dein Haus.» Vergebung und Heilung gingen hier Hand in Hand. Die körperliche Wiederherstellung bestätigte, dass Gott vergeben hatte.

Die anwesenden Kritiker wollten nicht wahrhaben, dass hier Gott selbst vor ihnen stand. Aber durch die Heilung des Gelähmten bewies der Herr Jesus allen Anwesenden, dass Er der Sohn des Menschen ist, der die Vollmacht besitzt, auf der Erde Sünden zu vergeben.

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Jesus im Kontakt mit Zöllnern

In der Nähe des Sees Genezareth rief der Herr Jesus einen weiteren Jünger in seine Nachfolge. Es war der Zöllner Levi oder Matthäus (Matthäus 9,9). Dieser stand nicht nur auf, um Ihm nachzufolgen, sondern lud den Herrn mit seinen Jüngern zu einem Essen in sein Haus ein. Levi hatte noch viele weitere Gäste eingeladen: Zöllner und Sünder. Dadurch bekamen sie alle eine Gelegenheit, mit Jesus Christus in Kontakt zu kommen.

Wie bereits im ersten Abschnitt des Kapitels erhoben die Schriftgelehrten und Pharisäer wieder ihre kritischen Stimmen. Die Tatsache, dass die Juden den Römern Zoll entrichten mussten, war demütigend. Sie bewies, dass sie unter der Herrschaft der Nationen standen. Darum wurden die Leute, die für die Römer arbeiteten, verachtet und als Sünder betrachtet. Doch der Herr war in seiner Gnade nicht für die Selbstgerechten auf die Erde gekommen, sondern für alle, die wussten, dass sie einen Retter brauchten.

Die Fastenfrage beantwortete der Herr Jesus wie folgt: Die Zeit seiner Anwesenheit war kein Grund für Trauer und Fasten. Im Gegenteil! Später, wenn Er nicht mehr hier sein und der Widerstand gegen die Seinen zunehmen würde, dann konnten sie fasten.

In den Versen 21 und 22 spricht Er vom religiösen System, zu dem das Fasten damals gehörte. Diese alte Ordnung war völlig unvereinbar mit der Gnade, die Er brachte. Der neue Wein ist ein Bild der Wahrheit und der geistlichen Kraft der christlichen Zeitperiode. Beides ist unvereinbar mit den gesetzlichen Formen des Judentums. Gesetz und Gnade können nicht zusammengehen.

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Die Sabbatfrage

Den Juden bedeutete der Sabbat sehr viel. Einerseits war er das Zeichen für die Ruhe Gottes in der ersten Schöpfung (2. Mose 20,11). Anderseits gehörte er zu den Merkmalen des Bundes des Herrn mit Israel. Doch der Mensch hatte völlig versagt und konnte als Sünder nicht an der Ruhe Gottes teilhaben.

Diesen Punkt übersahen die Juden. Trotzdem wollten sie den Sabbat besonders heilighalten. In der Umsetzung gingen sie jedoch weiter als die Anordnungen Gottes und klagten deshalb die Jünger als Übertreter der Sabbatgebote an. In seiner Antwort nahm Jesus Bezug auf David und zog eine Parallele zur aktuellen Situation. Damals war David, der rechtmässige König, verworfen und verfolgt. Was nützte es, die Anweisungen über die Schaubrote festzuhalten, wenn der von Gott bestimmte König abgelehnt wurde? Genauso wollten die Juden das Sabbatgebot peinlich genau einhalten und gleichzeitig Christus, den Gesetzgeber und Herrn des Sabbats, ablehnen. Das konnte Gott nicht gutheissen.

Auch in den Anfangsversen von Kapitel 3 geht es um den Sabbat. Der Herr wusste, dass die jüdischen Führer Ihn belauerten. Darum fragte Er sie, bevor Er handelte, ob es erlaubt sei, am Sabbat Gutes oder Böses zu tun. Nun waren ihre Gewissen ins Licht Gottes gestellt. Leider verhärteten sie sich und schwiegen. Und der Herr? Unwillig über ihre verstockten Herzen heilte Er den Mann mit der verdorrten Hand. Ihre böse Gesinnung konnte seine Gnade nicht zurückhalten. Wie traurig war die Reaktion: Zwei verfeindete Parteien verbanden sich und suchten gemeinsam, den Herrn Jesus zu töten!

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Der Herr beruft zwölf Jünger

Die Menschenmengen, die von überall her zum Herrn Jesus strömten, machen deutlich, wie gross die Wirkungen seines Dienstes waren. So viele drängten sich in seine Nähe, dass sie ein Boot für Ihn bereithalten mussten. Nun konnte Er vom Schiff aus zu den Menschen am Ufer reden (vgl. Matthäus 13,2; Lukas 5,3).

Die Menschen, die von unreinen Geistern besessen waren, standen völlig unter ihrer Kontrolle. Das macht die Formulierung in Vers 11 klar. Obwohl diese Dämonen wussten, dass sie es mit dem Sohn Gottes zu tun hatten, wollte Er kein Zeugnis von ihnen annehmen. Er gebot ihnen, Ihn nicht offenbar zu machen.

Wir haben bereits früher gesehen, wie der Herr Jesus als Mensch in seinem Dienst Zeiten der Stille brauchte. In Vers 13 verlässt Er die Volksmenge für eine Weile und steigt auf den Berg. Dann beruft Er seine zwölf Apostel und erweitert damit seinen Dienst. Aber beachten wir die Reihenfolge. Zuerst sollen sie bei Ihm sein und von ihrem Meister lernen. Das Aussenden, um zu predigen und den Menschen zu dienen, folgt später (vgl. Markus 6,7).

Bei der Aufzählung der Namen seiner Apostel fällt auf, wie Er drei von ihnen zusätzliche Namen gibt. Simon bekommt den Beinamen Petrus (= Stein). Schon bei seiner ersten Begegnung nannte ihn der Herr Jesus so (Johannes 1,42). Johannes und Jakobus werden Söhne des Donners genannt. In der Gemeinschaft mit Jesus Christus veränderte sich Johannes zum «Jünger, den Jesus liebte» (Johannes 13,23).

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Der Herr ist stärker als Satan

Der Dienst des Herrn Jesus wurde nicht von allen geschätzt und verstanden. Als Er von den vielen Leuten so sehr in Beschlag genommen wurde, dass Er mit seinen Jüngern nicht einmal Zeit zum Essen fand, meinten seine Angehörigen, nun übertreibe Er. Ihr Urteil lautete: «Er ist ausser sich.»

Seine Feinde aber zogen einen viel schrecklicheren Schluss: Sie schrieben sein wunderbares Handeln der Macht Satans zu. Wie schlimm, wenn der Mensch in der gütigen Tätigkeit des Sohnes Gottes nur Überspanntheit oder sogar das Werk des Teufels sieht!

Nun versuchte der Herr Jesus seinen Gegnern mit einem Gleichnis den Unsinn ihrer Worte aufzuzeigen. Satan kämpft doch nicht gegen sich selbst! In Vers 27 weist Er auf sich hin: Er ist stärker als der Teufel. Durch sein Erlösungswerk am Kreuz würde Er den Starken besiegen und ihm die Beute entreissen (Hebräer 2,14-15).

Die Verse 28-30 beziehen sich vor allem auf das Volk der Juden. Zu ihnen war der verheissene Messias gekommen. Doch sie lehnten Ihn ab, indem sie behaupteten: «Dieser Mensch hält den Sabbat nicht» (Johannes 9,16). Eine solche Sünde hätte vergeben werden können. Aber sie gingen weiter und schrieben das Wirken des Herrn in der Kraft des Heiligen Geistes dem Teufel zu. Sie nannten also den Heiligen Geist einen Dämon. Damit war die Hoffnung für Israel im Blick auf die Verantwortung des Volkes zu Ende. Hier gab es keine Vergebung mehr. Eine Wiederherstellung Israels wird es in der Zukunft nur auf dem Boden der bedingungslosen Gnade geben.

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Der Sämen sät das Wort

Weil die Juden den Heiligen Geist, durch den der Herr wirkte, einen Dämon nannten, brach der Heiland die Beziehung zu Israel als verantwortlichem Volk ab. Das wird aus seiner Antwort an seine Mutter und seine Brüder deutlich, die gekommen waren und Ihn zu sich gerufen hatten. Mit einem Blick in die Runde fragte Er: «Wer ist meine Mutter und meine Brüder?» Sein Volk hatte Ihn verworfen. Doch Er bekannte sich zu den Einzelnen, die bereit waren, den Willen Gottes zu tun. Es waren die, die an Ihn glaubten. Sie bildeten jetzt seine Familie. – Trotz diesem Bruch mit seinem Volk fuhr der Herr in seiner Langmut bis zum letzten Passah fort, den Menschen Gottes Güte zu erweisen.

Der Herr fand keine Frucht für Gott im Weinberg Israel. Der verantwortliche Mensch hatte völlig versagt. Auf dem Weg der Erfüllung der Forderungen Gottes, kann der Mensch Gott niemals gefallen.

Nun begab sich der Herr an den See und belehrte die Volksmenge von einem Schiff aus. Das erste Gleichnis, das Er den Zuhörern vorstellte, war das vom Sämann. Er selbst ist der Sämann, der das Wort in die Herzen der Menschen sät, damit es Frucht für Gott hervorbringe. Doch das Gleichnis macht klar, dass längst nicht jedes Menschenherz, in das der Same des Wort Gottes fällt, Frucht bringt.

Der Same kann an vier verschiedene Orte fallen, was vier unterschiedlichen Herzenszuständen entspricht. Aber nur im Herzen, das mit der guten Erde verglichen wird, wächst der Same und bringt dreissig-, sechzig-, ja, sogar hundertfache Frucht.

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Hören und Frucht bringen

Die Verse 11 und 12 machen nochmals das Gerichtsurteil deutlich, unter dem das jüdische Volk als Ganzes stand, weil es Christus verworfen hatte. Doch seinen Aposteln und den Einzelnen, die echtes Interesse am Wort Gottes hatten, wollte der Herr Jesus das Gleichnis in Gnade erklären.

Der Weg illustriert ein hartes Herz. Wenn so jemand das Wort hört, bleibt es an der Oberfläche. Es dringt nicht ins Herz. Da ist der Satan sofort zur Stelle und nimmt das Wort weg. Das Gehörte wird schnell wieder vergessen und es entsteht keine Frucht.

Im zweiten Fall wird das Wort mit Freuden aufgenommen. Der Hörer freut sich über das Wort der Gnade. Aber weil sein Gewissen nicht erreicht und überführt wird, gibt er das Gehörte wieder auf, sobald Schwierigkeiten auftreten.

Das unter die Dornen gesäte Wort wird von allem, was sonst noch das Herz bewegt, erstickt und bringt auch keine Frucht. Es können die Sorgen, der Einfluss des Geldes und das Verlangen nach Vergnügen sein, die sich im Innern breitmachen und das Wort verdrängen.

Die gute Erde ist das Bild eines zubereiteten Herzens. Solche Menschen hören das Wort nicht nur, sondern nehmen es auch auf, so dass es das Gewissen erreicht und zur Buße und zum Glauben führt. Das Resultat ist dreissig-, sechzig- oder sogar hundertfache Frucht. Wie sie zustande kommt, wird nicht näher gesagt. Es wird nur von der sichtbaren Auswirkung gesprochen. Zweifellos wird die Gnade tätig, so dass das gehörte Wort Gottes wächst und Frucht bringt.

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Das Licht und die Wirkung des Wortes

Wer das Wort Gottes geglaubt und ins Herz aufgenommen hat, ist in der Lage, die Botschaft auch anderen weiterzugeben. Gott möchte nicht, dass das Licht des Evangeliums, das Er uns geschenkt hat, verborgen bleibt. Die Lampe gehört auf den Lampenständer. Doch das Licht, das wir in der Welt verbreiten sollen, kann durch «den Scheffel» (ein Hohlmass) oder «das Bett» gedämpft werden. Wenn uns die Beschäftigungen des Lebens (Scheffel) zu stark in Beschlag nehmen, oder wenn wir uns der Bequemlichkeit hingeben (Bett), wird unser Zeugnis in der Welt beeinträchtigt.

In Vers 22 spricht der Herr über das verborgene Wirken Gottes im Herzen von Menschen. Wenn sich jemand wirklich bekehrt, kann dies vor den anderen nicht verborgen bleiben. Sie werden eine Veränderung in seinem Leben feststellen. Die Verse 24 und 25 reden vom Wachstum bzw. von der Stagnation des geistlichen Lebens eines Glaubenden. Wir können nur an Erkenntnis und an Gnade zunehmen, wenn wir auf das Wort Gottes hören. Je mehr wir uns mit der Bibel beschäftigen, umso mehr «wird uns gegeben werden».

Im nächsten Gleichnis spricht der Herr Jesus von seinem eigenen Wirken. Er ist der Sämann, der den Samen auf das Land geworfen hat. Nach seinem Tod und seiner Auferstehung ist Er in den Himmel zurückgekehrt und lässt den ausgestreuten Samen wachsen. Zur Zeit der Ernte wird Er wiederkommen, um die Garben in seine Scheune zu sammeln. In der Zwischenzeit aber wirkt Er in seiner Gnade im Verborgenen, damit das ausgestreute Wort zur Frucht heranreift.

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Mit Jesus Christus im Sturm

In den Versen 30-34 unterweist der Herr Jesus seine Zuhörer durch ein weiteres Gleichnis über das Reich Gottes. Es zeigt die äussere Entwicklung des Reichs. Am Anfang glich das Christentum einem unscheinbaren Senfkorn. Die Botschaft vom Heiland der Welt, der am Kreuz für sündige Menschen gestorben ist, wurde von den Menschen verachtet (1. Korinther 1,18.23).

Doch es blieb nicht so. Unter der menschlichen Verantwortung wurde die christliche Lehre den Vorstellungen der Menschen angepasst und das Christentum in der Welt salonfähig gemacht. Die Folge davon war, dass es sich zu einer grossen Macht auf der Erde entwickelte. Hinter den Vögeln des Himmels müssen wir den Einfluss Satans sehen (Verse 4.15). Er sorgt dafür, dass alle Ideen der sündigen Menschen unter dem Deckmantel des Christentums geduldet und verbreitet werden.

Die Überfahrt in den Schlussversen des Kapitels illustriert die heutige Zeit und die Umstände, in denen wir leben. Manchmal scheint es, als kümmere sich der Herr Jesus nicht um uns. Aber denken wir daran, dass die Jünger den Willen des Herrn befolgten, als sie ans jenseitige Ufer übersetzten. Das gilt auch für uns. Wenn wir seinen Willen tun möchten, ist Er mit uns in unserem Lebensboot. Vielleicht lässt Er einen Sturm zu, um unseren Glauben zu testen. Dann lasst uns nie vergessen: Ein Schiff, in dem Er sich befindet, kann nicht untergehen! Wir sind mit Ihm unterwegs. Darum brauchen wir uns nicht zu fürchten. Seine Sicherheit ist auch die unsere.

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Ein Bessesener wird befreit

Der Herr Jesus hat nicht nur Macht über die Schöpfung, so dass Wind und Wellen Ihm gehorchen müssen. Ihm haben auch die bösen Geister zu gehorchen. Das sehen wir bei der Heilung des besessenen Gadareners.

Dieser bedauernswerte Mann zeigt uns das Bild eines unbekehrten Menschen. Wir begegnen ihnen tagtäglich. Viele denken zwar, sie seien frei und könnten tun und lassen, was ihnen gefällt. Doch sie täuschen sich. Es stimmt nicht. Natürlich stehen die meisten nicht so direkt unter dem satanischen Einfluss. Aber alle Menschen befinden sich in ihrem natürlichen Zustand unter der Macht der Finsternis und sind Sklaven der Sünde (Hebräer 2,14-15; Römer 6,17-21).

Dieser Mann war mit allen menschlichen Mitteln nicht zu bändigen. So schlagen alle Versuche fehl, den Menschen zu kultivieren und zu verbessern. Die jahrtausendealte Menschheits-Geschichte liefert den besten Beweis dafür.

Hier aber kam Einer, der stärker als der Teufel ist. Die Dämonen wussten genau, mit wem sie es zu tun hatten: mit Jesus, dem Sohn Gottes, des Höchsten. Als Er ihnen befahl, aus dem Menschen auszufahren, baten die unreinen Geister Jesus, Er möge sie nicht aus der Gegend vertreiben. Offensichtlich war man in diesem Landstrich besonders empfänglich für okkulte Einflüsse. So erlaubte der Herr ihnen, in die Herde Schweine zu fahren. Da zeigten sie ihren Hang zur Zerstörung und Vernichtung. Die Schweine stürzten sich in den See, wo sie ertranken.

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Die Gadarener schicken Jesus fort

Man kann sich den Schrecken der Schweinehirten vorstellen, als sie zusehen mussten, wie die ganze Herde von einer unsichtbaren Macht getrieben ins Verderben stürzte. Sie flohen in die Stadt und berichteten, was vorgefallen war. Nun kamen die Bewohner, um Den zu sehen, der solches bewirken und zulassen konnte.

Was sahen sie beim Herrn Jesus? Einen völlig befreiten Mann. Er, der einst unter der Macht Satans gestanden hatte, sass nun ruhig, bekleidet und vernünftig bei seinem Erlöser. Welch ein Zeugnis von der Macht und Gnade des Sohnes Gottes!

Wie traurig ist da die Reaktion jener Leute! Mit der Anwesenheit Satans in Form dämonischer Mächte konnten sie leben. Aber die Gegenwart Gottes in der Person seines Sohnes als demütiger Diener war für sie unerträglich. Fürchteten sie vielleicht, dass Er auch in ihrem Leben Ungereimtheiten aufdecken würde? Jedenfalls baten sie den Herrn Jesus, ihre Gegend zu verlassen. Später stiessen die Menschen Christus aus der Welt hinaus. Sie schlugen Ihn ans Kreuz und sagten damit: Kehre dorthin zurück, woher Du gekommen bist.

Der Geheilte wäre gern mit dem Heiland gegangen. Doch der Herr schickte ihn als Zeuge von dem, was er erlebt hatte, zu seiner Familie zurück. Wie schön ist der Gehorsam dieses Mannes! Nicht nur seinen nächsten Angehörigen, sondern in jener ganzen Gegend erzählte er, «wie viel Jesus an ihm getan hatte». In Markus 7,31-37 finden wir eine Frucht dieses Zeugnisses in der Dekapolis.

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Die Frau mit dem Blutfluss

Sobald der Herr Jesus aus dem Land der Gadarener zurückkam, versammelten sich wieder viele Menschen um Ihn. Da kam ein Synagogenvorsteher mit einer grossen familiären Not zum Heiland. Seine zwölfjährige Tochter lag im Sterben. Er bat Ihn: «Komm doch und lege ihr die Hände auf.» Sofort machte sich der Herr auf den Weg.

So wie dieser Mann mit seiner Not zum Herrn Jesus kam, können heute alle gläubigen Eltern ihre Sorgen im Blick auf die Errettung ihrer noch unbekehrten Kinder im Gebet vor den Herrn bringen. Es ist sein Wille, dass sie gerettet werden.

In der Volksmenge, die dem Herrn Jesus wegen der Wunder, die Er tat, aus reiner Neugier nachfolgte, befand sich eine kranke Frau, die wirklich glaubte. Sie war überzeugt, dass das Anrühren seiner Kleider genügte, um geheilt zu werden. So kam sie von hinten, rührte mit Glaubensüberzeugung sein Gewand an und wurde auf der Stelle gesund.

Dann drehte sich der Heiland um und wollte wissen, wer Ihn angerührt und wer die heilende Kraft, die von Ihm ausgegangen war, erfahren hatte. Seine Augen suchten die Person, die Ihn im Glauben angefasst hatte. Doch Er wollte sie nicht einfach blossstellen, sondern sie in eine persönliche Beziehung zu sich bringen. Dazu war nötig, dass sie Ihm die ganze Wahrheit bekannte. Sie tat es, wenn auch mit Furcht und Zittern. Dann durfte sie jedoch die Bestätigung aus seinem Mund hören: «Dein Glaube hat dich geheilt; geh hin in Frieden und sei gesund von deiner Plage.» Sein Wort gab ihr die Gewissheit, dass sie gesund geworden war.

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Die Tochter von Jairus wird auferweckt

Wie ging es Jairus in der Zwischenzeit? Der Heiland wollte doch mit ihm nach Hause zu seiner todkranken Tochter gehen! Unterdessen bekam der Synagogenvorsteher die traurige Nachricht: «Deine Tochter ist gestorben.» Nun war es zu spät! Was nützte es noch, dass der Herr Jesus zu ihm kam?

In dieser hoffnungslosen Situation sagte der Heiland zu ihm: «Fürchte dich nicht; glaube nur.» Zudem ging der Herr mit Petrus, Jakobus und Johannes einfach den Weg weiter, bis Er beim Haus von Jairus ankam.

Dort zeigte sich die ganze Hoffnungslosigkeit der Menschen angesichts des Todes: Sie weinten und jammerten laut. Welch ein Lärm! Nun betrat der Sohn Gottes das Trauerhaus. Für Ihn, den Allmächtigen, war das Mädchen nicht gestorben. Es schlief nur. Doch die ungläubigen Menschen verlachten Ihn, so dass Er alle hinausschicken musste.

Allein mit den Eltern des Kindes und den drei Jüngern trat Er in das Zimmer, wo das Mädchen lag. Dort offenbarte Er sich als der Sohn Gottes, der das Leben ist und es wiedergeben kann. Mit den Worten «Mädchen, ich sage dir, steh auf!» rief Er es ins Leben zurück. Welch ein Wunder durften diese geprüften Eltern erleben!

Die Aufforderung des Retters in Vers 43, man möge ihr zu essen geben, gilt auch im übertragenen Sinn. Wenn ein Mensch durch den Glauben an den Herrn Jesus neues, göttliches Leben empfängt, braucht er geistliche Nahrung aus der Bibel. Nur so kann sich sein Glaubensleben gesund entwickeln.

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Der Herr sendet die zwölf Apostel aus

Auf dem Weg seines Dienstes kam der Herr auch nach Nazareth. Am Sabbat lehrte Er in der Synagoge, wo Ihn alle kannten. Was die Bewohner seiner Vaterstadt zu hören bekamen, passte überhaupt nicht ins Bild, das sie bis dahin von Jesus Christus hatten. Für sie war Er der Sohn der Maria. Erstaunt fragten sie sich: «Woher hat dieser das alles, und was ist das für eine Weisheit, die diesem gegeben ist?» Um in diesem demütigen Menschen nicht nur den Sohn der Maria, sondern den Christus und den Sohn Gottes zu erkennen, wäre Glauben nötig gewesen. Doch dieser fehlte jenen Menschen. Sie sahen in Ihm nur den Zimmermann. Durch ihren Unglauben behinderten sie das Wirken der Macht Gottes. «Er konnte dort kein Wunderwerk tun.»

Vor einiger Zeit hatte der Herr die Apostel zu sich gerufen, «damit sie bei ihm seien und damit er sie aussende» (Markus 3,13-14). Nun war der Zeitpunkt gekommen, wo Er sie zu zwei und zwei aussandte. Für ihren Dienst rüstete Er sie mit besonderer Vollmacht aus. Darin zeigte sich einmal mehr, dass Jesus Christus Gott war, denn kein Mensch kann einem anderen solche Kraft verleihen. Wie ihr Meister übten auch seine Gesandten diese göttliche Macht in Güte aus.

Noch war ihr Lehrer bei ihnen. Sie brauchten nichts mitzunehmen. Er würde für sie sorgen (Lukas 22,35). Ihre Botschaft richtete sich ans Volk Israel. Da, wo man sie nicht aufnehmen wollte, sollten sie den Staub abschütteln als ein Zeugnis gegen jene Stadt. Wer die Boten des Herrn ablehnte, verwarf Ihn selbst.

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Herodes und Johannes der Täufer

In jener Zeit hörte auch König Herodes, zu dessen Herrschaftsbereich Galiläa gehörte, von Jesus Christus. Nun regte sich sein Gewissen, denn er hatte Johannes den Täufer ins Gefängnis geworfen und ihn schliesslich enthauptet. Als er nun vom Wirken Jesu hörte, dachte er, Johannes sei auferstanden.

Ab Vers 17 folgt der ausführliche Bericht vom Zeugnis des Johannes gegenüber König Herodes, von seiner Gefangennahme und den Begleitumständen seines gewaltsamen Todes. Weshalb wird diese Geschichte an dieser Stelle im Markus-Evangelium erwähnt? Weil mit dem Tod des Vorläufers des Herrn die Berichterstattung beginnt, den Widerstand des menschlichen Herzens gegen das Zeugnis Gottes aufzuzeigen. Die Feindschaft gegen die Wahrheit und das Licht erreichte mit der Kreuzigung des Herrn Jesus ihren Höhepunkt.

Aus dem Verhalten von König Herodes lernen wir zudem einiges, was allgemein gültig und wichtig ist. Herodes wusste, dass Johannes ein gerechter und heiliger Mann war. Er hatte manche Unterredung mit ihm und es schien, als habe das Zeugnis von Johannes einen guten Einfluss auf den König (Vers 20). Doch es waren nur natürliche Regungen. Diese genügen nicht, um die gefallene Natur des Menschen in Schach zu halten. Eine wirkliche Veränderung gibt es nur bei einem Menschen, der im Gewissen getroffen wird, Buße tut und Gott seine Sünden bekennt. Ihm wird vergeben und er empfängt ein neues Leben. Bei Herodes ging es nicht so tief. Er blieb ein Sklave seiner Begierden.

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Die Speisung der Fünftausend

Wir können uns vorstellen, wie die Apostel zum Herrn Jesus zurückkamen. Sie waren ganz erfüllt von dem, was sie erlebt und gewirkt hatten. Alles erzählten sie Ihm. Doch der Heiland sagte kein Wort dazu. Er forderte sie vielmehr auf: «Kommt ihr selbst her an einen öden Ort für euch allein und ruht ein wenig aus.» Wie nötig ist es für jeden Arbeiter des Herrn, sich nach einem Dienst in die Gegenwart Gottes zurückzuziehen. Beim Herrn Jesus in der Stille werden wir nicht überheblich. Im Gegenteil! Dort lernen wir, was wir in Wahrheit sind. In seiner Gegenwart geniessen wir seine Liebe. Wir sind mit Ihm und nicht mit uns beschäftigt.

Die Ruhepause war kurz, denn die Liebe Gottes findet in dieser Welt keinen Ruheort. Am Ziel ihrer Überfahrt trafen sie eine grosse Volksmenge, die bereits auf den Herrn Jesus wartete. Und Er? Er wurde nicht ärgerlich über die gestörte Ruhe. Er dachte nicht an sich, sondern wurde innerlich bewegt, als Er die geistlichen Bedürfnisse dieser Menschen sah. «Er fing an, sie vieles zu lehren.»

In dieser Menschenmenge waren auch körperliche Bedürfnisse vorhanden. Der Heiland übersah sie nicht. Als die Jünger die Leute wegschicken wollten, sagte Er zu ihnen: «Gebt ihr ihnen zu essen.» Doch der Kleinglaube seiner Nachfolger rechnete menschlich. Der Herr aber nahm das Wenige, das vorhanden war, dankte für das Essen und verteilte es unter alle. Keiner kam zu kurz. Jeder bekam genug. Es blieben sogar zwölf Handkörbe voll Brocken übrig. Welch eine Gnade!

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Der Herr Jesus wandelt auf dem See

Die Beschreibung der Umstände bei der Überfahrt ab Vers 45 gibt uns manche Hinweise auf die Zeit, in der wir leben. Der Herr Jesus ist abwesend, aber Er ist im Himmel als Hoherpriester für uns tätig. Obwohl die Jünger sich gehorsam auf den Weg machten, den der Meister sie angewiesen hatte, litten sie bald unter starkem Gegenwind. So lässt der Herr auch auf unserem Glaubensweg Stürme zu. Aber Er sieht alles und hat alles in seiner Hand. Lasst uns dies nicht vergessen!

In der Überfahrt sehen wir auch ein prophetisches Bild. Die Volksmenge wird entlassen. So wurde Israel nach der Verwerfung des Messias als Volk auf die Seite gestellt. Die Jünger im Schiff stellen den gläubigen Überrest der Juden am Ende der Zeit dar. Sie werden durch die schwere Drangsalszeit gehen müssen. Doch der Herr vergisst sie nicht. Zu seiner Zeit erscheint Er und tröstet sie mit den Worten: «Fürchtet euch nicht.» Er gibt sich als ihr Erretter zu erkennen und befreit sie aus ihrer Not.

Die Verse 53-56 runden das soeben beschriebene prophetische Bild ab. Ähnlich wie der Herr Jesus in seiner Schöpfermacht zu den Jüngern kam, wird Er in Macht für den treuen Überrest erscheinen und das Tausendjährige Reich einführen. Dann wird es so sein, wie es hier bildlich gezeigt wird. Nicht nur Israel wird gesegnet sein. Auch die Völker werden den Segen geniessen, den der Herr Jesus auf der Erde geben wird. Diese Verse illustrieren, wie alles von Christus ausgehen wird. Dann wird Er da angenommen werden, wo Er einst abgelehnt wurde.

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Der Herr tadelt menschliche Vorschriften

Im Judentum gab es viele Überlieferungen der Ältesten. Diese Vorschriften regelten das Verhalten der Menschen. Eine Religion, die auf äusseres Benehmen Wert legt, wird im Allgemeinen geschätzt. Es ist einfach, solche Vorschriften zu befolgen. Dazu braucht man kein reines Herz vor Gott. Zudem kann man sich durch ein besonders genaues Einhalten von Vorschriften vor den anderen in ein gutes Licht stellen. Man erscheint frömmer als sie.

Um dieses Thema geht es in den ersten Versen dieses Kapitels. Es störte die Pharisäer, dass die Jünger des Herrn Jesus ihre Waschvorschriften nicht befolgten. Die Antwort des Meisters könnte nicht deutlicher sein. Mit einem Wort aus dem Propheten Jesaja deckte Er ihre Heuchelei auf. Die äussere Frömmigkeit brachte sie nicht in die Gegenwart Gottes. Nein, ihr Herz war weit von Gott entfernt.

Aber noch schlimmer war, dass die Pharisäer ihre Überlieferungen über das ewige Wort Gottes stellten und damit die Aussagen der Bibel ungültig machten. Der Herr Jesus führte dazu ein Beispiel an: Gott verlangt in der Bibel, dass wir die Eltern ehren. Die frommen Führer aber wandten ein: Wenn du das, was du zur Unterstützung deiner Eltern brauchen würdest, als Opfer Gott gibst, befreit dich das vom Halten des fünften Gebots.

Auch heute lieben viele Menschen eine Religion äusserer Werke. Sie sind froh, dass keine echte innere Heiligkeit von ihnen gefordert wird. Aber Gott verabscheut eine solche oberflächliche Frömmigkeit. Er sieht auf das Herz und erkennt, wie der Mensch zu Ihm steht.

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Innere und äussere Verunreinigung

Die Pharisäer legten grossen Wert auf äussere Reinheit. Doch der Herr macht in den Versen 14-16 allen Zuhörern klar, dass der Mensch durch das, was er durch den Mund aufnimmt, vor Gott nicht verunreinigt wird. Was ihn verunreinigt, ist das, was aus dem Innern des Menschen hervorkommt und in seinem Verhalten sichtbar wird.

Die Jünger verstanden die Worte des Herrn nicht. Ihr natürliches Verständnis war durch die Traditionen der Ältesten getrübt. Auch heute gibt es ernsthafte Menschen, die meinen, sie würden sich vor Gott verunreinigen, wenn sie diese oder jene christliche Tradition nicht mehr befolgten.

Nun ist der Herr Jesus in seinen Ausführungen ganz deutlich: Das Böse, das den Menschen vor Gott schuldig macht, kommt aus seinem eigenen Herzen. Dort liegt die Quelle der schlechten Gedanken, die oft zu bösen Taten führen. Die Aufzählung all der schlimmen Dinge, die dem menschlichen Herzen entspringen, zeigt, dass Gott unser Herz nicht nur erforscht, sondern es auch durch und durch kennt.

Glücklicherweise gibt es eine Lösung für dieses Problem. Wenn wir an den Herrn Jesus glauben, werden wir von neuem geboren. Wir empfangen neues, göttliches Leben. Oder anders ausgedrückt: Wir erfahren eine Ganzwaschung und werden rein für Gott (Johannes 13,10). Da wir aber nach der Bekehrung neben dem neuen Leben auch die alte, sündige Natur noch haben, gilt es, ständig wachsam zu sein. «Behüte dein Herz mehr als alles, was zu bewahren ist; denn von ihm aus sind die Ausgänge des Lebens» (Sprüche 4,23).

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Zwei Heilungen

Von Galiläa zog der Herr Jesus weiter nördlich in das angrenzende Gebiet von Tyrus und Sidon. Er suchte etwas Ruhe. Aber Güte gepaart mit göttlicher Macht ist in der Welt so etwas Unbekanntes, dass es auffällt. Es kann nicht verborgen bleiben.

Eine heidnische Frau aus jener Gegend, deren Tochter unter der Gewalt eines unreinen Geistes stand, fiel zu den Füssen des Herrn Jesus nieder und bat Ihn, den Dämon auszutreiben. Weil die Frau nicht zu Israel gehörte, hatte sie kein Anrecht auf den Segen, den der Messias seinem Volk brachte. Darauf machte der Herr sie in Vers 27 aufmerksam. Doch die Not in ihrer Familie und das Vertrauen in die Güte und Macht des Herrn bewog sie, nicht aufzugeben. Sie anerkannte die Rechte des Volkes Israel und gab zu, dass sie nur ein Hund war. Aber sie stützte sich auf die Gnade Gottes, von der sie dachte, dass sie auch für Rechtlose genüge. Sie wurde nicht enttäuscht.

Zurück in Galiläa zog der Herr Jesus durch das Gebiet der Dekapolis. Hier brachten sie einen tauben Menschen zu Ihm, der auch schwer redete. Der Heiland nahm ihn auf die Seite und kümmerte sich persönlich um ihn. Warum seufzte Er, als Er zum Himmel aufblickte und sagte: «Werde aufgetan!»? Dieser Mann war ein Abbild seines irdischen Volkes. Die Menschen aus Israel waren taub gegenüber der Stimme des guten Hirten. Die schwere Zunge zeigt, dass es auch am Lob Gottes fehlte. Das alles beschwerte den Herrn. Dennoch half Er dem Tauben in seiner Gnade und Macht, so dass die Menschen erstaunt sagten: «Er hat alles wohlgemacht.»

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Die Speisung der Viertausend

Der Herr Jesus fährt fort, in Güte zu handeln. Viele Menschen waren von Ihm angezogen worden. Nun weilten sie bereits drei Tage bei Ihm. Ans Essen hatte niemand mehr gedacht. Aber jetzt sehen wir den Heiland innerlich bewegt über die Menschen, die Hunger hatten. In diesem Zustand wollte Er sie nicht nach Hause schicken.

Der Meister hätte seine Empfindungen gern mit den Jüngern geteilt. Doch sie sahen nur die menschliche Unmöglichkeit, diesen vielen Leuten in der Einöde zu essen zu geben. Sie waren weder innerlich bewegt wie der Herr, noch zeigten sie Vertrauen in Gott und seine Allmacht. Ja, sie hatten in der Schule des Meisters noch manches zu lernen!

Nun begann Er selbst zu handeln. Wieder wurden die Vielen mit dem Wenigen, das vorhanden war, mehr als gesättigt. Es blieben sieben Körbe voll Reste übrig.

Aufs Neue überquerte der Herr mit den Jüngern den See Genezareth. Im Gebiet von Dalmanuta griffen Ihn die Pharisäer wieder an. Sie forderten von Ihm ein Zeichen vom Himmel. Waren all die Wunder und Zeichen, die sie bisher von Ihm gesehen hatten, nicht vom Himmel? Doch! Er war vom Himmel herabgekommen, um den Menschen die Werke seines Vaters zu zeigen (Johannes 6,38; 10,32). Aber der Unglaube ist nie zufrieden. Das zu erleben, war für den Herrn Jesus eine grosse Not, so dass Er in seinem Geist tief seufzte. Ja, für die ungläubigen Pharisäer war die Zeit abgelaufen. So liess der Herr sie einfach stehen. Wenn das Herz nicht glauben will, nützen alle Zeichen nichts.

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Warnung vor den Pharisäern

Die Jünger des Herrn waren nicht ungläubig wie die Pharisäer, aber sie waren geistlich blind. Als der Herr sie mit dem Bild des Sauerteigs vor der Heuchelei und der Weltförmigkeit der Führungsschicht in Israel warnte, dachten sie an materielle Brote. Sie hatten keine mitgenommen und sorgten sich nun. Da musste der Herr Jesus ernst mit ihnen reden. Hatten sie wirklich all das, was kurz vorher geschehen war, vergessen? Waren die Speisung der 5000 und die der 4000 mit den wenigen vorhandenen Broten und Fischen ohne Eindruck auf sie geblieben? – Wie steht es um uns? Muss der Herr nicht auch uns manchmal vorwurfsvoll fragen: «Begreift ihr noch nicht?» Haben wir noch nicht gemerkt, was für einen wunderbaren Herrn wir haben?

Die Heilung in zwei Schritten, wie sie der Blinde erfuhr, der in Bethsaida zum Herrn Jesus gebracht wurde, enthält eine geistliche Belehrung. Wenn ein Mensch zum Glauben an den Herrn Jesus kommt, erfolgt das geistliche Sehen oft auch in zwei Schritten. Zuerst erkennt man die Vergebung seiner Sünden und empfängt neues, göttliches Leben. Aber oft fehlt eine wirkliche Heilsgewissheit. Erst wenn der Erlöste den Umfang und den Inhalt der Errettung gemäss den Belehrungen der Bibel erkennt, verschwinden die Zweifel. Dann bekommt er einen festen inneren Frieden.

Wie viel Mühe gab sich der Herr Jesus, um diesen Blinden ganz zu heilen! So bemüht Er sich auch heute um die, die an Ihn glauben. Er möchte ihnen das ganze Ausmass des göttlichen Heilsplans verständlich machen.

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Einem verworfenen Herrn nachfolgen

Auf die Frage des Herrn Jesus an die Jünger: «Wer sagen die Menschen, dass ich sei?», gab es ganz verschiedene Antworten. Das Entscheidende aber war, dass die Jünger selbst überzeugt waren, dass Er der Messias war: «Du bist der Christus.» Sie sollten es jedoch niemand weitersagen, weil sein Zeugnis unter dem Volk bereits zu Ende war. Die Mehrheit hatte Ihn abgelehnt.

Die Jünger erkannten den Herrn Jesus wohl als den Christus, aber sie verbanden Ihn nur mit der Herrlichkeit seines Reichs. Darum musste Er von seiner Verwerfung und seinem Tod reden. Wenn Er ihnen das Kreuz vorstellte, redete Er immer auch von seiner Auferstehung. Als der Heiland so offen mit den Jüngern sprach, meinte Petrus, er müsse Ihm widersprechen. Da machte der Herr ihm klar, dass seine Worte von Satan kamen und keineswegs dem Willen Gottes entsprachen.

Es ist nicht so einfach, dem Herrn Jesus in einer Welt nachzufolgen, die Ihn verworfen hat. Das zeigen uns die Verse 34-38. Wirklich sein Jünger zu sein, bedeutet Selbstverleugnung. Weiter sagt der Herr: «Er nehme sein Kreuz auf.» Wenn damals einer ein Kreuz trug, war er auf dem Weg zur Richtstätte. Ein solcher hatte mit der Welt abgeschlossen und die Welt mit ihm. Genau dies sollen wir als Nachfolger des Herrn verwirklichen und keine unnötige Verbindung zur Welt um uns her unterhalten. Wenn uns ein solcher Weg Mühe macht, dann lasst uns daran denken, dass dieser Weg zur Herrlichkeit führt. Wir gehören dem Sohn des Menschen an, der in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen heiligen Engeln kommen wird.

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Die Herrlichkeit auf dem Berg

In Kapitel 8 hatte der Herr Jesus zu den Jüngern von seiner Verwerfung als Messias und von seinem Tod gesprochen. Wenn sie Ihm wirklich nachfolgen wollten (Markus 8,34), mussten sie bereit sein, in der Welt auf der Seite eines verworfenen Herrn zu stehen. Im Hinblick auf diese veränderte Situation wollte Er den Glauben der Jünger stärken.

Dazu nahm Er drei von ihnen mit auf einen hohen Berg und zeigte ihnen etwas von seiner persönlichen Herrlichkeit. Die Eindrücke, die der Apostel Petrus dabei empfing, vergass er nicht mehr. In seinem zweiten Brief beschreibt er dieses Erlebnis auf dem heiligen Berg (2. Petrus 1,16-18).

Dem verwandelten Herrn erschienen zwei grosse Glaubensmänner aus dem Alten Testament: Mose und Elia. Sie stellen im Bild die verherrlichten Gläubigen dar, die in der himmlischen Herrlichkeit des zukünftigen Reichs mit dem Herrn Jesus vereint sein werden.

Als Petrus durch seine Aussage den Herrn auf die gleiche Stufe mit Mose und Elia stellte, griff Gott, der Vater, ein und unterstrich die Einzigartigkeit seines geliebten Sohnes. Auf Ihn sollten sie hören. Gleichzeitig verschwanden Mose und Elia.

Die Auferstehung des Sohnes des Menschen aus den Toten ist die Voraussetzung für die Erfüllung der angedeuteten Herrlichkeit auf dem Berg. Darum sollten die drei Jünger erst nach seiner Auferstehung über das Erlebte berichten. Die Frage über den kommenden Elia (Maleachi 3,23) veranlasste den Herrn, von seinen bevorstehenden Leiden und seinem Tod zu sprechen.

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Der Junge mit dem stummen Geist

Als der Herr Jesus mit den drei Jüngern vom Berg herabkam, begegnete Er dem Unglauben der Welt, einem Mangel an Glauben bei den Seinen und der Schwachheit des Glaubens bei dem, der in Not war. Die Macht des Feindes schien stärker als alles zu sein. Warum waren die Jünger nicht in der Lage, den stummen Geist auszutreiben, obwohl sie früher solche Wunder in der Kraft des Herrn getan hatten (Kapitel 6,13)? Ihnen fehlte der Glaube. Darum konnten sie die Kraftquelle, die im Herrn vorhanden war, nicht gebrauchen.

Als dem Heiland die ganze Situation geschildert wurde, sehen wir, wie Er trotz des Versagens der Jünger in Geduld und Güte handelte. Er konnte ihnen zwar einen Tadel nicht ersparen. Doch im gleichen Atemzug sagte Er: «Bringt ihn zu mir!»

Der Vater des okkult belasteten Jungen war ganz verzweifelt. Gab es überhaupt noch Hoffnung für ihn und sein krankes Kind? Traurig bat er den Heiland: «Wenn du etwas kannst, so erbarme dich unser und hilf uns!»

Auf der Seite des Herrn gibt es jedoch kein Wenn. Es geht immer um den Glauben auf unserer Seite. Der arme Vater verstand die Antwort des Herrn und rief: «Ich glaube; hilf meinem Unglauben!» Diese aufrichtigen Worte aus einem schwer geprüften Herzen blieben nicht ohne Antwort vonseiten des Heilands. Mit göttlicher Autorität gebot Er dem unreinen Geist, für immer von dem Knaben auszufahren. Noch einmal zeigte sich die schreckliche Macht Satans. Aber dann musste sich der Dämon dem Befehl des Herrn beugen.

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Unterweisungen an die Jünger

Weil der Herr Jesus als der verheissene Messias abgelehnt wurde, sprach Er von sich als dem Sohn des Menschen, der sterben, aber nach vollbrachtem Erlösungswerk auferstehen würde. Doch die Herzen der Jünger waren von ganz anderen Gedanken erfüllt. Deshalb verstanden sie seine Ankündigung nicht. Sie dachten an das Reich in Herrlichkeit und fragten sich, wer von ihnen darin den höchsten Platz einnehmen würde.

Wie gross sind die Langmut und die Güte des Herrn! Er setzte sich hin, um sich Zeit für seine Jünger zu nehmen (Vers 35). Er zeigte ihnen, dass sich ein Nachfolger des verworfenen Christus durch Demut auszeichnen soll. Da fragen wir uns: Offenbaren wir als Jünger des Herrn Jesus seine demütige Gesinnung?

Johannes betrachtete sich und die anderen Apostel immer noch als eine besondere Gruppe, denn er sprach von einem, «der uns nicht nachfolgt», und fügte hinzu: «Wir wehrten ihm.» Durch seine Antwort machte der Herr klar, wie vollständig seine Verwerfung war. Die ganze Welt war gegen Ihn. Sie ist es heute noch.

In den Versen 43-48 geht es nicht um Körperteile, sondern um die bösen Neigungen unserer alten Natur. Wir dürfen ihnen keinen Spielraum lassen, sondern müssen konsequent gegen sie vorgehen. Obwohl ein Gläubiger seine ewige Errettung nicht mehr verlieren kann, heisst es doch in Römer 8,13: «Wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben.»

Durch das Salz in den Schlussversen werden wir zu einer klaren Absonderung vom Bösen und zu einem Leben für Gott ermahnt (vergleiche dazu Römer 12,1-2).

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Die Ehe und die Kinder

Immer wieder versuchten die Pharisäer dem Herrn Jesus mit verfänglichen Fragen eine Falle zu stellen. Doch der demütige Diener, der vor ihnen stand, ist der ewige Sohn Gottes, der jedem Menschen unendlich weit überlegen ist. Er wusste, was sie letztlich beabsichtigten. Deshalb stellte Er ihnen die Frage nach dem, was Mose geboten hatte. Als Antwort erwähnten sie die Möglichkeit eines Scheidebriefs.

Nun rückte der Herr Jesus alles ins göttliche Licht: Gott hatte den Scheidebrief nur zugelassen, weil Er wusste, wie hart die Herzen der Menschen sein können und wie wenig sie zum Vergeben bereit sind. Aber dies entsprach nicht dem, was im Herzen Gottes war. Er hatte am Anfang der Schöpfung die Ehe als unlösbare Verbindung zwischen einem Mann und seiner Ehefrau eingesetzt. Solange die Erde, d.h. die erste Schöpfung, besteht, bleibt die Ehe so, wie Gott sie eingesetzt hat. «Was nun Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.» Wer die Ehe trotzdem scheidet und eine neue Verbindung mit einem anderen Partner (oder einer anderen Partnerin) eingeht, begeht vor Gott die Sünde des Ehebruchs.

Als die Jünger diejenigen zurückwiesen, die Kinder zum Heiland bringen wollten, wurde Er unwillig. Seine Ermunterung «Lasst die Kinder zu mir kommen, wehrt ihnen nicht» hat schon manchen Christen im Dienst an den Kindern bestärkt. Bringen wir die Kinder zum Herrn Jesus, indem wir ihnen aus der Bibel von Ihm erzählen und für sie beten! Er liebt sie und will sie segnen, wie Er es damals getan hat.

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Der reiche junge Mann

Der Mann, der vor dem Herrn Jesus auf die Knie fiel, hätte gern gewusst, wie er ewiges Leben bekommen konnte. Weil er nicht nach der Errettung fragte, sondern etwas tun wollte, verwies ihn der Herr auf das Gesetz. Nun meinte er, dies alles befolgt zu haben. Auf diese kühne Behauptung ging der Heiland nicht ein. Er blickte ihn jedoch an, liebte das Liebenswürdige an seinem Charakter und enthüllte den wahren Zustand des Herzens: Hier regierte das Geld! Weil er es dem Herrn Jesus vorzog, ging er betrübt weg.

Die Jünger betrachteten materielles Vermögen als eine Gunst Gottes. Doch sie mussten lernen, dass man den Segen des Reichs Gottes nicht mit Geld erwerben kann. Reichtum kann sogar ein grosses Hindernis für die Errettung sein. Der wohlhabende Mensch vertraut auf sein Vermögen, anstatt sich ganz auf die Gnade zu stützen. Wer kann dann errettet werden? Niemand, der denkt, er könne etwas zu seiner Errettung beitragen. «Durch die Gnade seid ihr errettet, mittels des Glaubens; und das nicht aus euch, Gottes Gabe ist es» (Epheser 2,8).

Nun bemerkte Petrus gegenüber dem Herrn, dass er und die anderen Apostel den Weg der Nachfolge, den Er dem reichen Mann vorgestellt hatte, beschritten hatten. Was sollte aus ihnen werden? Wie ermutigend ist die Antwort des Herrn! Wer alles verlässt und Ihm nachfolgt, kommt nicht zu kurz. Er ist ein Kind Gottes, das die Fürsorge des himmlischen Vaters erfährt. Doch die wirkliche Belohnung für ein Leben der entschiedenen Nachfolge empfängt man erst im kommenden Zeitalter.

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Hochmut und Neid

Nachdem der Herr Jesus bereits in Markus 8,31 und Markus 9,31 von seinen bevorstehenden Leiden und seinem Tod gesprochen hatte, kommt Er in den Versen 32-34 zum dritten Mal auf dieses Thema zu sprechen. Nun redet Er ausführlicher von seinen Leiden. Warum entsetzten sich die Zwölf darüber? Warum fürchteten sie sich, während sie ihrem Meister auf dem Weg nach Jerusalem folgten? Sie scheuten sich vor den Leiden und der Verachtung, die sie als Jünger des Herrn Jesus treffen konnte.

Die weiteren Verse beweisen, dass sie von anderen Gedanken erfüllt waren. Sie erwarteten immer noch das Reich in Herrlichkeit und hofften, darin einen bevorzugten Platz zu bekommen. Sie waren noch nicht bereit, die völlige Ablehnung des Messias durch ihre Landsleute anzuerkennen. Dann hätten sie sich zu einem verworfenen Herrn bekennen müssen.

Der egoistische Wunsch von Jakobus und Johannes rief den Unwillen der anderen Apostel hervor. Eifersüchtig stellten sie fest, dass diese beiden etwas vom Herrn erbaten, was sie selbst gern gehabt hätten. Doch der Herr ertrug seine Jünger mit grosser Geduld und versuchte ihnen zu zeigen, dass sie als Glaubende nicht nach Grösse und Einfluss streben sollten. «Wer irgend unter euch der Erste sein will, soll der Knecht aller sein.» Das war genau das Gegenteil von dem, was sie wollten! Der Heiland ermahnte die Jünger nicht nur. Er war auch ihr grosses Vorbild. Als Sohn des Menschen war Er gekommen, um zu dienen und schliesslich sein Leben als Lösegeld für die zu geben, die an Ihn glauben würden.

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Bartimäus

Jericho war der Ausgangspunkt der letzten Reise des Herrn Jesus nach Jerusalem. Eine zahlreiche Volksmenge folgte Ihm. Wussten diese Leute, wer Er wirklich war? Nein! Für sie war Er Jesus, der Nazarener. Mehr nicht.

Doch der blinde Bartimäus, der bettelnd am Wegrand sass, war da anderer Meinung. Sobald er hörte, wer vorbeikam, rief er den Herrn Jesus mit aller Kraft als Sohn Davids um Erbarmen an. Er wusste: Dieser ist der verheissene Messias, der auch Blinden das Augenlicht geben kann (Jesaja 35,5). Als die Menschen aus der Menge ihn anfuhren und zum Schweigen bringen wollten, schrie er umso lauter. Auf diesen Glauben antwortete der Heiland. Er blieb stehen und rief Bartimäus zu sich.

Nun änderte sich die Stimmung in der Masse. Die Leute, die sich vorher durch das Schreien des Blinden gestört fühlten, sagten nun zu ihm: «Sei guten Mutes; steh auf, er ruft dich!» Doch auf die Meinung der Volksmenge konnte man und kann man sich nicht verlassen. Kurze Zeit später riefen sie: «Gepriesen sei, der da kommt im Namen des Herrn!», und einige Tage nachher: «Kreuzige ihn!» (Kapitel 11,9; 15,13-14).

Bartimäus warf sein Oberkleid ab, um noch schneller zum Heiland zu kommen. Bei Ihm wurde der grösste Wunsch des Bettlers erfüllt. Er durfte die Worte des Herrn vernehmen: «Geh hin; dein Glaube hat dich geheilt!» Auf der Stelle wurde er gesund und konnte wieder sehen. Wohin ging er nun? Er folgte seinem Heiland auf dem Weg in Richtung Jerusalem nach.

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Jesus reitet in Jerusalem ein

Wenn der Herr Jesus zu seinen Jüngern redete, nannte Er sich immer wieder Sohn des Menschen. Dieser Titel ist sehr umfassend. Als Sohn des Menschen steht Er in Beziehung zu allen Menschen. Der Titel Sohn Davids hingegen beschränkt sich auf das Volk Israel. Als Nachkomme von König David ist Er der Erfüller aller Verheissungen Gottes an sein irdisches Volk und der wahre König Israels.

In unserem Abschnitt zeigte sich der Herr seinem Volk noch einmal als Sohn Davids, der die Voraussage aus Sacharja 9,9 erfüllte. Zwei seiner Jünger sollten aus dem gegenüberliegenden Dorf ein Eselsfohlen holen und herbeibringen. Die Worte, die Er ihnen mitgab, drücken königliche Autorität aus, so dass die Besitzer des Fohlens die Jünger gewähren liessen.

Sobald sie das Tier brachten, setzte sich der Herr darauf und zog als demütiger König in Jerusalem ein. Die Menschen, die Ihn begleiteten, jubelten Ihm mit den Worten aus Psalm 118,25-26 zu. Damit anerkannten sie Ihn als königlichen Messias. Hinter allem aber sehen wir das Wirken Gottes. Er sorgte dafür, dass seinem Sohn, der von den Menschen verworfen war, für kurze Zeit dieses Zeugnis gegeben wurde.

Nachdem der Herr als Sohn Davids in Jerusalem eingezogen war, warf Er einen prüfenden Blick in den Tempel. Vieles, was Er da sah, stimmte nicht und passte nicht zu dem, was der Tempel sein sollte: das Haus Gottes. Hier konnte Er nicht bleiben. Er verliess die Stadt wieder und zog nach Bethanien hinaus, wo Herzen waren, die in Liebe für Ihn schlugen.

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Der Herr reinigt den Tempel

Am nächsten Tag kam der Herr Jesus von Bethanien nach Jerusalem zurück. Er ging an einem Feigenbaum vorbei, von dem Er hoffte, Früchte an ihm zu finden. Doch er fand nur Blätter. Mit ernsten Worten verfluchte Er ihn.

Dieser fruchtlose Baum, an dem es nichts als Blätter gab, ist zunächst ein Bild des Volkes Israel unter dem Gesetz. Wie sehr hat Gott sich um sein Volk bemüht, um bei ihm Frucht zu seiner Freude zu finden! Aber alle Bemühungen blieben erfolglos (Lukas 13,6-9). Doch Israel unter dem Gesetz steht nicht für sich allein da. Es illustriert eigentlich jeden Menschen in seinem natürlichen Zustand vor Gott. Die Menschheitsgeschichte von Adam bis zum Kreuz hat zur Genüge bewiesen, dass der Mensch unfähig ist, Frucht für Gott zu bringen. Die Worte des Herrn in Vers 14 sind also das göttliche Urteil über den natürlichen Menschen.

In den Versen 15-19 sehen wir, wie der Messias, der Sohn Davids, mit Unwillen gegen alles vorging, was die Menschen in das Haus Gottes hineingebracht hatten. Anstatt den Tempel als ein Bethaus für alle Menschen offen zu halten, hatten die Juden daraus einen Ort gemacht, wo es Geld zu verdienen gab. Die geistlichen Führer – bekannt für ihre Habsucht – spielten bei diesen gierigen und betrügerischen Geschäften eine wesentliche Rolle. Sie hätten den Herrn Jesus, der dagegen intervenierte, am liebsten umgebracht. Aber seine Stunde war noch nicht gekommen. Am Abend verliess Er diese Stadt wieder, die äusserlich so fromm erschien, aber innerlich ganz verdorben war.

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Der Glaube an Gott

Am nächsten Morgen ging der Herr Jesus wieder nach Jerusalem. Er beantwortete den Hinweis von Petrus auf den verdorrten Feigenbaum mit den Worten: «Habt Glauben an Gott.» Das ist ein ganz wichtiges Wort für unseren Weg und Dienst als Christen.

So wie Gott damals dem Herrn Jesus geantwortet hat, möchte Er auch unsere vertrauensvollen Bitten erhören und die Hindernisse (Berg) auf dem Weg beseitigen. Damit Er aber auf unsere Gebete antworten kann, müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Die erste Bedingung ist der vorbehaltlose Glaube an Gott. Ein solches Vertrauen kommt aber nur da zustande, wo der Glaubende eine ungetrübte Gemeinschaft mit Gott geniesst. Diese lebendige Gemeinschaft geht Hand in Hand mit dem Vertrauen zu Ihm.
  • Die zweite Voraussetzung hängt mit der Natur Gottes zusammen. Gott ist Liebe. Er hat uns aufgrund des vollbrachten Erlösungswerks unendlich viel vergeben. Wenn wir nun im Vertrauen von Ihm etwas erbitten, muss dieses Gebet in einer Herzenshaltung erfolgen, die dem Gott der Liebe entspricht. Sollte uns jemand Unrecht getan haben, so müssen wir ihm in einer vergebenden Haltung begegnen. Wenn wir nicht bereit sind zu vergeben, wird Gott unsere Bitten nicht erhören. Stattdessen werden wir seine gerechten Regierungswege mit uns zu spüren bekommen. Das bedeutet, dass wir ernten müssen, was wir gesät haben: Gott wird seine Vergebung im Blick auf die Ewigkeit nicht rückgängig machen, aber Er wird seine väterliche Vergebung zurückhalten.

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Die Frage über das Recht des Herrn

Wieder ging der Herr Jesus in den Tempel. Nun kamen die religiösen Führer des Volkes auf Ihn zu. Sie traten als solche auf, die für das Gotteshaus verantwortlich waren, und fragten Ihn, wer Ihm die Vollmacht gebe, so im Tempel aufzutreten, wie Er es am Tag zuvor getan hatte (Verse 15-19). Dabei ging es ihnen nicht um die Heiligkeit des Hauses Gottes, sondern um ihre eigene Vorherrschaft.

Als Herzenskenner sah der Herr Jesus die Überlegungen, die hinter ihrer Frage standen. Anstatt ihnen einen sichtbaren Beweis für seine Autorität zu liefern, stellte Er eine Gegenfrage: «Die Taufe des Johannes, war sie vom Himmel oder von Menschen?»

Damit traf Er ihre Herzen. Weil sie nicht Buße tun und nicht zu Gott umkehren wollten, hatten sie den Vorläufer des Messias und seinen Aufruf zur Buße abgelehnt. Das Volk aber war der Überzeugung, dass Johannes ein Prophet Gottes war. Nun kamen sie in Verlegenheit. Ihre Überlegungen zeigen, dass sie nicht an einer aufrichtigen Antwort interessiert waren. Um sich aus der Affäre zu ziehen, schoben sie Unwissenheit vor, was aber nichts anderes als eine Lüge war.

Sie waren also nicht in der Lage zu beurteilen, ob Johannes – der von sich sagte, dass er mit einem Auftrag von Gott gekommen war (Johannes 1,23) – die Wahrheit sagte oder nicht. Wie konnten sie sich da anmassen, vom Sohn Gottes, der als Diener und Prophet vor ihnen stand, zu verlangen, sich für sein Tun zu legitimieren? Aus diesem Grund gab der Herr ihnen keine weitere Auskunft.

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Das Gleichnis der Weingärtner

Der Herr war bereit zu leiden und zu sterben. Doch den Juden musste Er klar vor die Blicke stellen, wie sie im Begriff standen, das Mass ihrer Ungerechtigkeit vollzumachen. Er tat es mit dem Gleichnis von den Weingärtnern. In dieser Geschichte ist Er selbst der eine geliebte Sohn des Weinbergbesitzers.

Im ersten Vers wird angedeutet, wie Gott für sein Volk – diesen Weinberg – alles getan hat, was Er konnte. Israel genoss vonseiten des Herrn alle erdenklichen Vorzüge. Durch die Knechte, d.h. die Propheten, die Gott zu ihnen sandte, suchte Er Frucht bei seinem Volk. Aber anstatt Frucht für Gott zu bringen, behandelten die Menschen in Israel die Propheten Gottes aufs Schlimmste. Sie verschlossen sich ihrer Botschaft und misshandelten sie. Einige töteten sie sogar (2. Chronika 36,15.16; Nehemia 9,26; Apostelgeschichte 7,52). Schliesslich kam der Augenblick, wo Gott seinen geliebten Sohn als Letzten zu ihnen sandte (Hebräer 1,2). Aber anstatt Ihn als den Gesandten Gottes anzuerkennen und entsprechend zu ehren, brachten sie Ihn um.

Die Schlussverse des Gleichnisses zeigen die Konsequenzen auf: Der jüdischen Nation wurden die Vorrechte als Volk Gottes weggenommen. Gott stellte es für eine Zeit beiseite. Der Stein aber, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Die ungläubigen Führer des Volkes Israel haben den von Gott gesandten Messias verworfen und gekreuzigt. Doch Gott hat Ihn auferweckt und Ihn dadurch als die zentrale und massgebende Person bestätigt.

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Die Steuerfrage

Die führenden Leute in Israel verstanden den Inhalt des Gleichnisses und erkannten, dass sie die Weingärtner waren. Am liebsten hätten sie den Herrn Jesus beseitigt. Doch sie fürchteten die Volksmenge, die noch sehr unter dem Einfluss seiner Worte und Werke stand.

Zwei Gruppen, die sonst ganz unterschiedliche Interessen vertraten, schlossen sich zusammen, um dem Herrn eine raffinierte Fangfrage zu stellen. Aber die schönen und schmeichelhaften Worte nützten nichts. Der Sohn Gottes durchschaute ihre Heuchelei und erkannte ihre Überlegungen. Hätte Er ihre Frage «Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu geben, oder nicht?» mit Ja beantwortet, dann konnte Er nicht der Messias sein, der sie vom Joch der Römer befreien würde. Hätte Er mit Nein geantwortet, dann hätten Ihn die Herodianer bei den Römern als Aufrührer angeklagt.

Die göttlich weise Antwort des Heilands brachte beide Gruppen zur Verwunderung und zum Schweigen. Seine Aussage ist klar: Einerseits hätten sich die Juden demütig unter das Joch beugen sollen, das Gott ihnen durch die Römer auferlegt hatte. Die Zeit der Befreiung und der Wiederherstellung wird kommen, und zwar durch den von Gott gesandten Erretter (Römer 11,26-27). Anderseits sollten sie bis zu dieser Erfüllung in aller Demut Gott das geben, was Ihm gebührt, und die demütigende Unterjochung aus seiner Hand annehmen. Das ungläubige Volk versagte in beiden Punkten. Die Menschen rebellierten gegen die politische Macht, unter der sie standen, und im Blick auf die Ansprüche Gottes zeichneten sie sich durch Heuchelei aus.

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Gibt es eine Auferstehung?

Die Sadduzäer waren eine jüdische Sekte. Sie glaubten weder an eine unsichtbare Welt noch an Engel noch an die Auferstehung (Apostelgeschichte 23,8). Sie meinten einfach, Gott habe seinem Volk das Gesetz gegeben. Das sei alles.

Nun kamen diese Leute zu Jesus. Mit einer gestellten Geschichte und einer Frage versuchten sie die Auferstehung anzugreifen und lächerlich zu machen. In seiner Antwort verwies der Herr die Fragesteller auf den Irrtum, der ihren Worten zugrunde lag. Sie meinten, die Beziehungen und Zustände, in denen die Menschen in dieser Welt leben, würden im Jenseits weiter bestehen. Sie vermischten ihre Gedanken mit den Gedanken Gottes. Da sie beides nicht zusammenbrachten, verwarfen sie das, was sie nicht verstanden.

In seiner Weisheit brachte der Herr Jesus seine Widersacher nicht nur zum Schweigen. Er enthüllte gleichzeitig die Wahrheit der leiblichen Auferstehung, die bereits im Alten Testament in verborgener Form gelehrt wurde (z.B. Hiob 19,25-26; Psalm 16,10). Das Bemerkenswerte dabei ist, dass der Herr nur von der Auferstehung der Gläubigen spricht, obwohl auch die Ungläubigen zum Gericht auferstehen werden. Aber nur die Glaubenden werden «aus den Toten auferstehen», wie Er in Vers 25 sagt. Sie werden wie Engel sein, die geschlechtslos sind und nicht sterben.

Obwohl Abraham, Isaak und Jakob – diese Glaubensmänner – längst gestorben waren, als Mose vor dem brennenden Dornbusch stand, nannte sich Gott ihr Gott. Er ist der Gott der Lebenden.

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Welches ist das wichtigste Gebot?

Die Schriftgelehrten bildeten eine weitere Gruppe unter den Juden. Nach den Pharisäern, Herodianern und Sadduzäern kam auch einer von ihnen mit einer Frage zu Jesus Christus. Er hatte gehört, wie der Heiland den anderen mit göttlicher Weisheit geantwortet hatte. Da die Schriftgelehrten der Ansicht waren, dass einzelne Gebote bedeutungsvoller seien als andere, hätte der Mann gern gewusst, welches das wichtigste und wertvollste von allen war.

In seiner Antwort ging der Herr nicht auf die zehn Gebote ein, sondern zeigte die grossen Grundsätze des Gesetzes auf. Zuerst wies Er auf die Einzigartigkeit Gottes hin. Es gibt nur einen Gott. Er allein ist es, dem der Name Herr (Jahwe) zukommt. Dann fasste der Herr Jesus das Gesetz zusammen und wies auf die Verantwortung des Menschen hin, die daraus resultierte. Er sollte Gott mit aufrichtigem Herzen lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Jesus Christus hatte dies Tag für Tag vollkommen ausgelebt.

Die Reaktion des Fragestellers zeigt, dass sein Herz und sein Gewissen berührt worden waren. Er erkannte, dass es auf das Herz ankam und nicht auf das formale Halten irgendwelcher Anordnungen. Er war nicht weit vom Reich Gottes entfernt. Doch die Herrlichkeit des Herrn, der ihm so weise geantwortet hatte, erkannte er nicht. Ebenso wenig sah er die Gnade, die dieser demütige Knecht Gottes offenbarte. Um ins Reich Gottes einzugehen, hätte er sein Versagen im Halten des Gesetzes einsehen und die Gnade des Heilands in Anspruch nehmen müssen.

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Der Herr und die Witwe

Als niemand mehr wagte, den Herrn Jesus zu befragen, stellte Er selbst eine Frage. Sie betraf seine eigene Person. Wie konnte Er sowohl der Sohn als auch der Herr Davids sein? Die Antwort war klar: Dieser demütige Knecht und Prophet Gottes, der als Mensch der verheissene Sohn Davids war, ist gleichzeitig Gott, der Sohn – also der Herr des Alten Testaments.

Die Schriftgelehrten hätten das Wort Gottes erklären und selbst nach seinen Anweisungen leben sollen. Doch sie hatten nur eine äussere religiöse Form. Sie suchten ihre eigene Ehre und bereicherten sich auf Kosten der Witwen. Ihr Gericht vonseiten Gottes wird besonders schwer ausfallen.

Mitten in all dieser religiösen Heuchelei entgingen dem göttlichen Auge des Herrn die Glaubenden nicht. Er sah die arme Witwe, die zwei Scherflein in den Schatzkasten des Tempels legte. Die reichen Leute spendeten hohe Beträge. Doch sie gaben von ihrem Überfluss und hatten immer noch viel für sich übrig. Darum legte diese Witwe in den Augen des Herrn mehr ein als sie alle. Sie gab von ihrem Mangel, und zwar alles, was sie hatte, ihren ganzen Lebensunterhalt. Sie opferte eigentlich sich selbst als ein lebendiges Schlachtopfer (Römer 12,1). Gott sah ihre Herzenshaltung.

Von den Christen in Mazedonien konnte der Apostel Paulus den Korinthern etwas Ähnliches schreiben: Ihre tiefe Armut war in den Reichtum ihrer Freigebigkeit übergeströmt. Dabei «gaben sie sich selbst zuerst dem Herrn» (2. Korinther 8,2-5).

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Der Anfang der Wehen

Einer der Jünger machte den Herrn Jesus auf die äussere Herrlichkeit des Tempels aufmerksam. Das gab dem Meister die Gelegenheit, ihn auf die völlige Zerstörung des Tempels hinzuweisen: Infolge des Gerichts, das Gott über sein schuldiges Volk bringen wird, wird nicht ein Stein auf dem anderen gelassen werden.

Nun fragten Ihn Petrus und drei weitere Apostel, wann dies geschehen werde. In seiner Antwort nannte der Herr keinen Zeitpunkt. Vielmehr beschrieb Er den Zustand seines Volkes im Blick auf den Dienst der Apostel bis zu seinem Kommen in Herrlichkeit.

In diesem Abschnitt geht es nicht um das Evangelium der Gnade für alle Menschen, sondern um den Dienst der Jünger im jüdischen Volk. Sie taten ihn damals als Apostel des Herrn. Ausserdem wird dieser Dienst am Ende der Zeit durch jüdische Boten des treuen Überrests ausgeführt werden. Die Zeit der Gnade, in der wir leben, wird hier ausgeblendet.

Der Herr Jesus kündigte ihnen die Verführung an, die von solchen ausgehen wird, die sich als Christus ausgeben werden. Er sprach aber auch von der Verfolgung um seines Namens willen. Das erlebten die Apostel zu Beginn der Apostelgeschichte. Das werden auch jene erfahren, die am Ende der Zeit das Evangelium des Reichs allen Nationen predigen werden. Der 13. Vers zeigt die tiefe Ursache des Hasses gegen die Boten des Herrn: Es ist die Offenbarung Gottes in der Person von Jesus Christus. Gott als solchen tolerieren viele. Sobald aber der Name Jesus verkündigt wird, regt sich Widerstand und Hass.

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Der Gräuel der Verwüstung

Diese Verse sprechen ausschliesslich von der heute noch zukünftigen Zeit des Endes, die dem Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit unmittelbar vorausgeht.

Der «Gräuel der Verwüstung» ist ein Götzenbild, das der Antichrist im Tempel aufstellen wird. Eine Andeutung darauf finden wir bereits in Daniel 12,11. Von dem Gegenchristus hatte der Herr in Johannes 5,43 gesagt: «Wenn ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, den werdet ihr aufnehmen.» Unter dem Einfluss dieser Person werden die Juden sich wieder dem Götzendienst zuwenden (Matthäus 12,43-45).

Dann wird das göttliche Gericht über das Volk und die Stadt Jerusalem kommen: eine noch nie dagewesene Drangsal. Sie wird 3 ½ Jahre dauern. Auch wenn der Herr Jesus über so ernste Zeiten reden muss, bleibt seine Güte bestehen. In den Versen 17 und 18 denkt Er an die Schwangeren und Stillenden in jenen furchtbaren Tagen und fordert die Jünger auf, dafür zu beten, dass die Flucht nicht im Winter stattfinde.

Am Ende der Drangsalszeit wird jede bestehende Ordnung umgestürzt werden. Schliesslich werden die Menschen Den kommen sehen, der die Erde nicht nur erschaffen hat, sondern durch seinen Tod als Sohn des Menschen auch ein Anrecht an sie erworben hat.

Die Auserwählten in den Versen 20 und 22 sind die gottesfürchtigen Juden, die den Antichristen nicht anerkennen werden. Der Herr Jesus wird sie am Ende der Drangsalszeit durch sein Erscheinen befreien. Sie werden zusammen mit den von den Engeln Gesammelten in den Segen des Tausendjährigen Reichs eingehen.

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Wacht und betet!

Der Feigenbaum ist ein Bild des Volkes Israel. Die weichen Zweige und das Hervortreiben der Blätter deuten die Rückkehr der Juden in das Land Israel und das Erscheinen des treuen Überrests in der Zeit der Drangsal an. Dann weiss man, dass der Sommer, d.h. die Zeit des Tausendjährigen Reichs, nahe ist. Mit dem Ausdruck «dieses Geschlecht» sind die ungläubigen Juden gemeint, die es bis ans Ende geben wird.

Wie tröstlich sind die Worte des Herrn in Vers 31! Sie gelten zunächst für das, was Er über die Zukunft gesagt hat. Alles wird in Erfüllung gehen. Dieser Vers ist aber auch eine Ermunterung für jeden Bibelleser. Was in diesem Buch steht, ist absolut verlässlich, weil Gott es gesagt hat.

Am Schluss des Kapitels werden wir ermahnt, zu wachen und zu beten. Der Herr Jesus ist dieser Mensch, der ausser Landes reiste. Wir, die Gläubigen, sind seine Knechte. Jedem von uns hat Er einen Auftrag erteilt. Nun sollen wir wachen – man könnte auch sagen: an der Arbeit sein –, damit Er uns bei seinem Kommen nicht als Schlafende, sondern als Wachende vorfindet.

In Vers 35 werden die vier Nachtwachen aufgezählt, in die man damals die Nacht einteilte. Vom Tag wird nichts gesagt. Daraus lernen wir, dass die Abwesenheit des Herrn Jesus die Situation auf der Erde zu einer geistlichen Nacht macht (Römer 13,11-14). In dieser Nacht sollen wir wachen. Woher nehmen wir die Kraft, um wach zu bleiben und nicht einzuschlafen? Sie liegt im Gebet. Darum heisst es: «Wacht und betet.»

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Eine Frau salbt den Herrn Jesus

Die Führer des Volkes Israel suchten eine Möglichkeit, Jesus von Nazareth, der ihnen so verhasst war, zu töten. Da sie einen Aufruhr des Volkes befürchteten, sagten sie: «Nicht an dem Fest.» Das war ihre Meinung. Gott aber sagte: An dem Fest! Sein Sohn sollte nämlich das wahre Passahlamm werden, das für uns sterben musste. Als Erfüllung aller Passahlämmer, die im Lauf der Zeit geschlachtet worden waren, sollte Er am Tag des Passah sterben.

Gerade in der Zeit, als der Hass gegen den Herrn Jesus wuchs und sein Tod näher rückte, erfuhr Er in Bethanien ein besonderes Zeichen der Liebe und Hingabe. Aus dem Johannes-Evangelium wissen wir, dass die Frau, die Ihn salbte, Maria von Bethanien war. Sie hatte früher zu seinen Füssen gesessen und seinem Wort zugehört (Lukas 10,39). Ihr Herz schlug hingebungsvoll für Ihn, und sein Wort hatte bei ihr geistliches Verständnis hervorgerufen. Nun wollte sie Ihm ihre Wertschätzung bezeugen und seinen Körper im Voraus zum Begräbnis salben.

Die anwesenden Jünger hatten kein Empfinden dafür und betrachteten das Ausgiessen des Salböls als Verschwendung. Der Herr Jesus aber nahm die Frau in Schutz und sagte: «Sie hat ein gutes Werk an mir getan», und: «Sie hat getan, was sie vermochte.» Der Herr vergisst nichts von dem, was wir in Hingabe an Ihn getan haben, und sei es noch so gering und unbedeutend in den Augen der Menschen. Die Tat von Maria sollte zu einem Denkmal von Hingabe und Liebe zu Christus werden (Vers 9).

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Der Ort für die Passahfeier

Judas, der jahrelang in der Nähe des Heilands gewesen war, der seine Worte und Werke erlebt hatte, wurde vom Teufel getrieben und von der Habsucht überwältigt. Weil er sein Herz dem Herrn Jesus nie geöffnet hatte, war er jetzt soweit, seinen Meister gegen Geld an seine Feinde zu verraten. Er suchte nur noch eine geeignete Gelegenheit, um seine böse Tat umzusetzen.

Es war das letzte Passah, das der Herr Jesus mit seinen Jüngern feiern wollte. In der Stadt gab es bereits ein durch die Gnade zubereitetes Herz, das dem Herrn Jesus dafür sein Gastzimmer zur Verfügung stellte. Obwohl Er als demütiger Knecht vor uns steht, ist Er doch Der, dem alle Rechte gehören.

Nach seinem Kreuzestod trat das Mahl des Herrn an die Stelle der Passahfeier. Mit diesem Gedächtnismahl denken wir jeden Sonntag an seinen Tod. Darum können wir in diesem Abschnitt eine schöne Illustration des Zusammenkommens der Gläubigen zu seinem Namen hin erkennen (Matthäus 18,20). Wir versammeln uns in der Welt (Stadt). Der Mensch mit dem Wasserkrug ist ein Bild des Heiligen Geistes, der uns durch das Wort Gottes unterweist. Das Gastzimmer deutet an, dass wir als Glaubende nur vorübergehend auf der Erde sind. Unsere Heimat ist das Vaterhaus droben. Das mit Polstern belegte Obergemach stellt das Zusammenkommen als Versammlung als einen Ort der Ruhe und des Friedens dar. Die Gemeinschaft mit unserem Herrn, zu dem wir versammelt sind, erhebt uns über die Umstände. Da geniessen wir gemeinsam die Gemeinschaft mit unserem geliebten Herrn und atmen Himmelsluft.

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Das Passah und das Gedächtnismahl

Am Abend kam der Heiland, um mit den Zwölfen das Passah in Erinnerung an die Befreiung aus Ägypten zu feiern. Doch Er stand im Begriff, eine grössere und bessere Erlösung zu vollbringen. Aber dazu musste Er sterben.

Es bedrückte Ihn jedoch, dass einer, der mit Ihm zu Tisch lag, Ihn an seine Feinde verraten würde. Diese traurige Sache stellte Er nun allen vor. Wie reagierten die Jünger? Sie glaubten dem Wort des Herrn. Sie hatten volles Vertrauen in Ihn, aber sie misstrauten sich selbst und fragten ängstlich: «Doch nicht ich?» In diesem Evangelium wird nichts über die Entlarvung von Judas gesagt. Hier liegt der Schwerpunkt auf der Tatsache, dass der Verräter einer der Zwölf war und ein schreckliches Gericht über ihn kommen wird.

Ab Vers 22 war Judas nicht mehr dabei. Nun setzte der Herr Jesus sein Gedächtnismahl ein. Diese Zeichen – das Brot und der Kelch – erinnern uns jeden Sonntag, wenn wir sein Mahl halten, an seine Liebe zu uns und an seinen Tod für uns. Das vergossene Blut weist auf den Tod hin, der eintreten musste, damit die Sünden vergeben und wir erlöst werden konnten. Seitdem unser Heiland gestorben, aber auch auferstanden ist, wissen wir, dass Gott sein Werk angenommen hat und wir für ewig in Sicherheit sind. Die Vergebung unserer Sünden ist vollständig, vollkommen und ewig (Hebräer 10,10-14).

Bei der Ankündigung in Vers 25 geht es um seine Beziehung zum irdischen Volk Israel. Durch seinen Tod wurde sie unterbrochen. In der Zeit von seinem Tod bis zur Errichtung des Reichs in Herrlichkeit empfindet Er keine Freude mehr an Israel.

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Eine Warnung an Petrus

Nachdem der Herr mit den Elfen ein Loblied gesungen hatte, verliessen sie den Obersaal und machten sich auf den Weg zum Ölberg. Unterwegs sprach der Herr Jesus von dem, was sich in den nächsten Stunden ereignen würde. Er, der Hirte, der bis dahin für seine Schafe gesorgt hatte, musste sterben. Keiner seiner Jünger konnte Ihn dabei begleiten. Er musste das Werk der Erlösung ganz allein vollbringen. Die verängstigten Jünger würden wie Schafe zerstreut werden – aber nicht für immer.

Wie bei früheren Gelegenheiten sprach der Herr auch jetzt nicht nur von seinem Tod am Kreuz, sondern auch von seiner Auferstehung. Nach seiner Auferweckung würde Er ihnen voraus nach Galiläa gehen. Dort, wo sein Hauptarbeitsgebiet gewesen war, sollten sie Ihn wiedersehen (Matthäus 28,10).

Voller Selbstvertrauen widersprach Petrus seinem Meister. Er meinte es aufrichtig und ernst. Aber das genügte nicht. Der Herr wusste, dass die eigene Kraft eines Menschen nicht ausreicht, um es mit den Angriffen und Listen Satans aufnehmen zu können. Es wird immer zu einer Niederlage führen.

Petrus vertraute hier so sehr auf sich selbst, dass er dem Herrn sogar ein zweites Mal widersprach und beteuerte, dass er Ihn nicht verleugnen würde. Auch die anderen Jünger versuchten zu zeigen, wie sehr sie sich für ihren geliebten Meister einsetzen wollten. Jetzt schwieg der Herr. Die bitteren Erfahrungen mussten sie nun selbst machen. Es wäre aber nicht nötig gewesen, wenn sie auf sein Wort gehört hätten.

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Im Garthen Gethsemane

Der Herr Jesus liess acht Jünger am Eingang des Gartens Gethsemane zurück und nahm nur Petrus, Jakobus und Johannes mit sich. Sie sollten wachen, während Er zu seinem Vater betete.

Weshalb war seine Seele bis zum Tod betrübt? Weil hier der Tod als Lohn der Sünde vor Ihm stand. Er sah den ganzen Umfang des Erlösungswerks, das Er im Begriff stand zu vollbringen. Dabei würde Er – der Heilige, Reine und Sündlose – unsere Sünden an seinem Leib auf dem Kreuz tragen und dafür von Gott bestraft werden. Niemals konnte Er wünschen, zur Sünde und zum Fluch gemacht zu werden. Deshalb betete Er, dass, wenn es möglich wäre, die Stunde an Ihm vorübergehe. «Abba, Vater, alles ist dir möglich; nimm diesen Kelch von mir weg!» Aber wenn wir der ewigen Strafe für unsere Sünden entgehen sollten, musste Er für uns ins Gericht gehen. Eine andere Möglichkeit gab es nicht. So beugte Er sich unter den Willen seines Vaters und erklärte: «Nicht, was ich will, sondern was du willst!» Anbetungswürdiger Herr! Nie werden wir Dir dafür genug danken können!

Während unser Heiland in ernstem Gebet war, schlief Petrus, der behauptet hatte, mit Ihm sterben zu wollen. Und der Meister? Auch in der grössten Seelennot nahm Er sich Zeit für seine Jünger. Er dachte in Liebe an die Seinen, die in Gefahr standen, durch Satan zu Fall zu kommen. Darum forderte der Herr sie auf, zu wachen und zu beten. «Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach.» An dieser Schwachstelle würde der Feind angreifen.

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Jesus wird festgenommen

Unterdessen war auch der Verräter mit einer Schar bewaffneter Leute nach Gethsemane gekommen. Der Herr Jesus ging ihm entgegen, denn Er war bereit, zu leiden und zu sterben. Bei Judas Iskariot sehen wir, wie weit es mit einem Menschen kommen kann, der sich der Gnade des Heilands verschliesst und dann von Satan verhärtet wird. Mit einem Kuss, dem Ausdruck von Zuneigung, verriet er seinen Meister an die Feinde.

Oftmals war Jesus seinen Widersachern entgangen. Doch jetzt liess Er sich gefangen nehmen. Ihre Stunde und die Gewalt der Finsternis war gekommen (Lukas 22,53). Nun hatte der Herr noch ein Wort an seine Häscher, denn Er wollte vor allem der Autorität der Schriften Zeugnis geben. Täglich lehrte Er öffentlich im Tempel. Warum hatten sie Ihn da nicht festgenommen? Weshalb jetzt in der Nacht, als ob Er ein Räuber wäre? «Aber damit die Schriften erfüllt würden.» Weil sie seinen Tod ankündigten, war Er gewillt zu sterben.

Die Schriften offenbaren die Ratschlüsse und Vorsätze Gottes sowie alle seine Gedanken. Deshalb nahm Jesus Christus als Mensch auf der Erde das geschriebene Wort Gottes zur Richtschnur seines Lebens und zum Beweggrund seines Handelns. Während Er in ungetrübter Gemeinschaft mit seinem Vater lebte, hielt Er sich unentwegt ans Wort Gottes.

Alle Jünger verliessen Ihn und flohen. Der Herr Jesus hingegen unterwarf sich in völliger Ruhe seiner Verhaftung. Er war im Gebet mit seinem Vater durch alles hindurchgegangen. Nun wollte Er dessen Willen bis zum Letzten erfüllen.

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Jesus wird verhört

Im Garten Gethsemane hatte Petrus versucht, sich mit dem Schwert für den Herrn zu wehren. Weil er es im Eigenwillen getan hatte, war es schief gegangen, so dass der Heiland helfend eingreifen musste (Johannes 18,10; Lukas 22,51). Dann war Petrus mit den anderen Jüngern geflohen. In Vers 54 sehen wir, wie er von weitem nachfolgte und sich mit den Feinden seines Herrn an ihrem Kohlenfeuer wärmte.

Unterdessen begann das Synedrium, Jesus zu verhören. Seine Verurteilung stand jedoch bereits fest. Die Führer des Volkes versuchten nur der Sache einen gerechten Anstrich zu geben. Sie suchten Zeugen, die ihr Urteil stützten. Doch alle gaben falsche Zeugnisse, die nicht einmal übereinstimmend waren. Gegen den einzigen Gerechten gab es keinen einzigen Anklagegrund.

Als das Synedrium auf diesem Weg nicht zum gewünschten Ziel kam, stand der Hohepriester auf und sprach Jesus Christus direkt an. Doch Dieser erwies sich als das Lamm, das stumm ist vor seinen Scherern. Er schwieg zu allen Anklagen. Als der Hohepriester aber fragte: «Bist du der Christus, der Sohn des Gepriesenen?», bezeugte Er die Wahrheit. Sie wurde Ihm jedoch als Lästerung ausgelegt und diente dazu, Ihn zum Tod zu verurteilen.

Der Herr war der Messias und der Sohn Gottes nach Psalm 2. Weil Er als solcher verworfen wurde, nahm Er nun seine Stellung als Sohn des Menschen gemäss Psalm 8 ein. In dieser herrlichen Position werden sie Ihn auf dem Ehrenplatz zur Rechten Gottes sitzen, aber auch als Richter kommen sehen.

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Petrus verleugnet seinen Herrn

Der Herr hätte zwölf Legionen Engel rufen können, um sich gegen die grausame und niederträchtige Behandlung durch die Menschen zu wehren. Er tat es nicht, sondern erduldete alles, was diese bösen Menschen Ihm antaten. Doch schmerzlicher als dies war, dass Er von einem seiner Jünger verleugnet wurde.

Gott hat uns den tiefen Fall von Petrus in seinem ewigen Wort festgehalten, damit uns diese Geschichte zur Warnung dient. Was lernen wir daraus?

  • Wenn wir im Selbstvertrauen einen eigenwilligen Weg einschlagen, werden wir keine Kraft haben, der Versuchung zu widerstehen. Die Worte der Magd trafen Petrus unvermittelt und warfen ihn aus der Bahn.
  • Wir werden auch keine Kraft haben, um uns von der Welt abzusondern. Nach der ersten Aussage der Magd hätte Petrus den Hof des hohenpriesterlichen Hauses so schnell wie möglich verlassen müssen. Aber er scheint für die Warnungen taub gewesen zu sein.
  • Ausserdem werden wir die Kraft zum Zeugnis verlieren. Zweimal wurde Petrus gesagt, dass er einer von den Jüngern des Herrn Jesus sei. Anstatt es zu bejahen, verleugnete er den Herrn und seine Mitjünger.

Glücklicherweise sorgte Gott dafür, dass sich Petrus nach dem zweiten Hahnenschrei an das Wort seines Meisters erinnerte. In Lukas 22,61 heisst es sogar, dass der Herr sich umwandte und seinen Jünger anblickte. Da wurde ihm bewusst, was er getan hatte. Weinend verliess er den gefährlichen Ort. Weil der Herr für ihn gebetet hatte, musste er trotz tiefer Beschämung nicht verzweifeln (Lukas 22,32).

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Jesus wird zum Tod verurteilt

In Markus 14,64 wurde das Todesurteil über den Heiland ausgesprochen. Nun führten Ihn die Juden zum römischen Statthalter Pilatus. Er war die oberste richterliche Instanz, die das Todesurteil rechtskräftig machen und auch ausführen konnte. Noch einmal bezeugte der Herr die Wahrheit. Als Pilatus Ihn fragte: «Bist du der König der Juden?», bejahte Er es. Doch zu all den falschen Anschuldigungen schwieg Er. Er übergab sich Dem, der gerecht richtet (1. Petrus 2,23).

In seiner Berichterstattung hebt Markus besonders die Schuld der jüdischen Führerschaft hervor. Doch der römische Richter versagte ebenfalls. Statt der Gerechtigkeit zum Durchbruch zu verhelfen, versuchte er den unbequemen Gefangenen auf andere Weise loszuwerden. Die Römer hatten die Gewohnheit, den Juden zum Passahfest einen Gefangenen freizulassen. Nun liess der gewissenlose Richter das Volk wählen: «Wollt ihr, dass ich euch den König der Juden freilasse?» Nein! Aufgewiegelt durch die Führer zogen sie dem Herrn Jesus den Räuber und Mörder Barabbas vor.

«Was wollt ihr denn, dass ich mit dem tue, den ihr König der Juden nennt?» – «Kreuzige ihn!» Das war ihre übermässig laute Forderung. Weil der römische Richter den Juden einen Gefallen tun wollte, ging er darauf ein und verurteilte Jesus zum Kreuzestod. Dadurch hatte der Wille des jüdischen Volkes und nicht die Herrschaft Roms und das römische Recht die Oberhand. Sowohl die Juden als auch der römische Statthalter müssen sich einst vor dem göttlichen Richter dafür verantworten.

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Spott und Schläge

Die römischen Legionäre wussten, dass der Herr Jesus bezeugt hatte, Er sei der König der Juden. Sobald der Heiland nach dem Urteilsspruch von Pilatus ihren Händen übergeben war, nahmen sie diesen Titel zum Anlass, um den bereits gegeisselten Gefangenen zu verspotten. Der Purpurmantel deutete die Farbe der Könige an (Richter 8,26). Anstelle einer Königskrone flochten sie eine Krone aus Dornen und drückten sie auf sein Haupt. Dann trieben sie ihren grausamen Spott mit Ihm, indem sie Ihn als König begrüssten, ihre Knie vor Ihm beugten und Ihm huldigten. Gleichzeitig schlugen sie mit einem Rohrstab auf sein dornengekröntes Haupt und spien Ihn an. Was wird es sein, wenn diese Menschen einmal vor Ihm als dem Weltenrichter stehen werden und erkennen müssen, dass Der, den sie so misshandelt hatten, wirklich die höchste Autorität ist?

Nachdem sie ihre Brutalität an Ihm ausgelassen und Ihn als König der Juden gedemütigt hatten, führten sie Ihn zur Kreuzigung hinaus. So wurde Er die Erfüllung all der Sündopfer im Alten Testament, die ausserhalb des Lagers verbrannt wurden (3. Mose 4,12.21; Hebräer 13,12).

Auf dem Weg zur Richtstätte zwangen die römischen Soldaten einen unbeteiligten Mann, der vom Feld kam, das Kreuz des Herrn Jesus zu tragen. Über den Eindruck, den dieser Zwischenfall auf Simon von Kyrene machte, lesen wir nichts. Aber Gott hat diesen Dienst an seinem Sohn im ewigen Wort festgehalten. Die Söhne von Simon scheinen zur Zeit der Niederschrift dieses Evangeliums unter den Christen gut bekannt gewesen zu sein.

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Die Kreuzigung

Unser Heiland wurde um die dritte Stunde, also um 9 Uhr morgens, gekreuzigt. In den ersten drei Stunden litt Er unter dem Spott, der Schmähung und Verachtung vonseiten der Menschen. Die Soldaten nahmen Ihm seine Kleider weg und verteilten sie durch das Los untereinander. Es erfüllte sich eine Prophezeiung aus dem Alten Testament: «Sie schauen und sehen mich an; sie teilen meine Kleider unter sich, und über mein Gewand werfen sie das Los» (Psalm 22,18-19).

Auch die Aufschrift mit seiner Beschuldigung, die auf das Kreuz gesetzt wurde, war als Spott gedacht: «Der König der Juden.» In der Zukunft, wenn die Juden auf Ihn blicken werden, den sie durchbohrt haben, werden sie zur Einsicht kommen, dass sie damals ihren Messias gekreuzigt haben (Sacharja 12,10).

In den Versen 29-32 werden drei Gruppen von Menschen aufgezählt, die alle den Gekreuzigten verspotteten. Die Vorübergehenden nahmen seine Aussage aus Johannes 2,19 zum Anlass, Ihn zu lästern. Die religiösen Führer mussten in ihrem Spott bekennen, dass Er andere gerettet hatte. Sich selbst konnte Er tatsächlich nicht retten, wenn Er sein Leben als Lösegeld für viele geben wollte (Kapitel 10,45). Wäre Er vom Kreuz herabgestiegen, hätte kein Sünder errettet werden können. Schliesslich lesen wir von den beiden mitgekreuzigten Räubern, dass sie Ihn schmähten. Das Lukas-Evangelium berichtet, dass einer von ihnen seine Meinung noch geändert und den Heiland um Gnade angefleht hatte. Er wurde gerettet und ging am gleichen Tag mit dem Erlöser ins Paradies.

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Jesus lässt sein Leben

Die Liebe des Heilands war stärker als der Hass der Menschen. Er blieb am Kreuz – für dich und für mich! Ab Vers 33 geht es um unendlich viel mehr als um die Leiden vonseiten der Menschen, obwohl diese überaus schlimm waren. Aber welch ein Unterschied zwischen dem, was die Menschen Ihm antaten und der Strafe, die Gott für unsere Sünden und für die Sünde an Ihm vollzog!

Von der sechsten bis zur neunten Stunde wurde es finster. Da war Christus allein mit Gott, verborgen vor den Augen der Menschen. In diesen drei Stunden bezahlte Er unsere Schuld vor Gott, denn die Strafe zu unserem Frieden lag auf Ihm. Da wurde Er, der keine Sünde kannte, für uns zur Sünde gemacht.

In Psalm 22,12 lesen wir, wie Er prophetisch zu Gott sagt: «Sei nicht fern von mir!» Doch Er war von Ihm verlassen. Ja, Gott musste sein Angesicht von Dem abwenden, der für uns zur Sünde gemacht wurde. Es musste sein – sowohl zur Herrlichkeit und Majestät Gottes als auch zu unserer Errettung. Aber wer kann die Tiefen der Leiden ermessen, durch die der Heiland in jenen Stunden ging? Kein Mensch!

Nach den drei Stunden der Finsternis war das gewaltig grosse Erlösungswerk vollbracht. «Jesus aber gab einen lauten Schrei von sich und verschied.» Er opferte sich ohne Flecken Gott, und Gott legte die Sünden vieler auf Ihn. Er musste sterben. Aber niemand nahm Ihm sein Leben. Er gab es freiwillig in den Tod, ohne irgendein Anzeichen von Schwäche. Nun konnte Gott den Scheidevorhang des Tempels zerreissen. Der Zugang zu Ihm war offen.

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Die Grablegung

Der laute Schrei, mit dem Jesus seinen Geist in die Hände des Vaters übergab, traf das Gewissen des römischen Hauptmanns. So hatte er noch keinen Gekreuzigten sterben sehen. Er musste laut sagen, was er dachte: «Wahrhaftig, dieser Mensch war Gottes Sohn!»

Gottesfürchtige Frauen, die dem Heiland von Galiläa aus nachgefolgt und mit Ihm nach Jerusalem hinaufgezogen waren, hatten von weitem das Geschehen auf Golgatha verfolgt. Sie hatten alles gesehen und gehört: den Spott, die Verachtung, die Misshandlung vonseiten der Feinde, die Finsternis, die Worte des Herrn und schliesslich den Tod ihres Erlösers. Nun war Er gestorben! Was nun?

Gott selbst sorgte dafür, dass nichts Ungeziemendes mit dem toten Leib seines Sohnes geschah. Die ungläubigen Menschen hatten sein Grab bei Gottlosen vorgesehen, «aber bei einem Reichen ist er gewesen in seinem Tod» (Jesaja 53,9). Dieser reiche Mann war Joseph von Arimathia, der bis dahin ein verborgener Jünger Jesu war. Kühn ging er zu Pilatus hinein und bat um den Leib Jesu. Die Bosheit der Menschen, die am Kreuz einen traurigen Höhepunkt erreichte, forderte den Glauben Josephs heraus, so dass er mutig an die Öffentlichkeit trat.

Als er den Leib des Heilands vom Statthalter geschenkt bekommen hatte, nahm er ihn vom Kreuz herab und beerdigte ihn auf würdige Weise in einer Felsengruft. Johannes berichtet noch von einem anderen zaghaften Jünger des Herrn, der Joseph bei der Grablegung unterstützte: Nikodemus (Johannes 19,39).

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Der Herr ist auferstanden!

Sobald der Sabbat vorbei war, wollten die Frauen, die dem Herrn Jesus nachgefolgt waren und wussten, wo Er beerdigt war, Ihm die letzte Ehre erweisen. Mit den gekauften Gewürzsalben hatten sie im Sinn, seinen Leib zu salben. Doch sie kamen zu spät. Als sie am ersten Wochentag nach Sonnenaufgang zur Gruft kamen, war Er bereits auferstanden. Kein noch so schwerer Stein, der die Öffnung der Gruft verschloss, konnte den auferstandenen Herrn daran hindern, das Grab zu verlassen. Ein Engel kam aus dem Himmel herab, um den Stein wegzuwälzen, damit jeder sehen konnte, dass das Grab leer war (Matthäus 28,2).

Hier bei Markus lesen wir von den Sorgen dieser Frauen, die sich jedoch als unbegründet erwiesen. Sobald sie aufblickten, sahen sie, dass der grosse Stein bereits weggewälzt war. Der Jüngling, der dort sass – es war ein Engel –, erklärte ihnen, dass der von ihnen Gesuchte auferstanden sei. Sie sollten seinen Jüngern und Petrus sagen, dass Er ihnen nach Galiläa vorausgehen werde. Dort würden sie Ihn wiedersehen.

Wer aber den Auferstandenen als Erste gesehen hatte, war Maria Magdalene. Sie durfte den Jüngern die herrliche Botschaft des Herrn überbringen: «Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater und meinem Gott und eurem Gott» (Johannes 20,17). Alle Glaubenden gehören seither zur Familie Gottes. Sie sind Kinder Gottes, die Ihn ihren Vater nennen dürfen. In welch eine herrliche Nähe zu Gott sind wir durch das Werk des Herrn Jesus gebracht worden! Aber damals hatten die Jünger Mühe, die Tatsache der Auferstehung zu glauben.

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Predigt das Evangelium!

Die Berichterstattung von Markus ist bis ins letzte Kapitel kurz gehalten. Was über Maria Magdalene in den Versen 9-11 erwähnt wird, finden wir in Johannes 20,11-18 ausführlich beschrieben. Die Begebenheit von den zweien, die aufs Land gingen, wird hier mit zwei Versen erwähnt, in Lukas 24,13-35 aber detailliert erzählt.

Nachdem in den Versen 11 und 13 der Unglaube der elf Apostel unterstrichen wird, offenbarte sich der Herr selbst seinen Jüngern. Er musste sie wegen ihres Unglaubens und ihrer Herzenshärte ernst ermahnen. Doch dann sandte Er gerade diese Männer, die wirklich keine Glaubenshelden waren, mit dem Auftrag in die ganze Welt: «Predigt der ganzen Schöpfung das Evangelium.» Welch eine Gnade des Herrn, dass Er solche unvollkommenen Werkzeuge gebrauchen wollte!

Die Zeichen in den Versen 17 und 18 sollten ihre Verkündigung begleiten. Sie bestätigten, dass die neue Botschaft – das Evangelium der Gnade und der Errettung für alle Menschen – von Gott selbst kam. Durch die Zeichen wurde den Hörern jeder Vorwand für Zweifel und Unglaube genommen (Vers 20b).

Nachdem der vollkommene Knecht seinen Dienst hier beendet hatte, kehrte Er in den Himmel zurück. Weil Er gleichzeitig der Sohn Gottes ist, konnte Er sich selbst zur Rechten Gottes setzen. Doch bis heute hört Er nicht auf, die Seinen in ihrem Dienst der Verkündigung zu unterstützen. Auch wenn Er dies heute nicht mehr mit Zeichen tut, weil wir das ganze abgeschlossene Wort Gottes besitzen, so wirkt Er doch immer noch mit, wenn das Evangelium gepredigt wird.

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