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Den Herrn Jesus erwarten

Das Wiederkommen des Herrn Jesus ist ein Thema, das sich durch das ganze Neue Testament zieht. Sein Kommen zur Entrückung der Gläubigen steht immer dann im Vordergrund, wenn es sich um unsere Stellung vor Gott und um das Ende seiner Gnadenwege mit uns handelt. Sobald es um unsere Verantwortung geht, ist von seinem Kommen in Macht und Herrlichkeit die Rede. Dann wird der Herr jede Treue zu Ihm belohnen, die sich im Leben eines Gläubigen findet. Die Zeit unserer Verantwortung endet bereits, wenn Er kommt, um uns in den Himmel zu entrücken. Dann werden wir allezeit beim Herrn sein, der uns geliebt hat und für uns gestorben ist.

Unser Herr Jesus kommt bald – das ist die glückliche Hoffnung aller Erlösten! Freust du dich, Ihn bald zu sehen? Schaust du täglich nach Ihm aus?

In den vier Evangelien wird das Wiederkommen unseres geliebten Herrn unterschiedlich beleuchtet. In jedem Fall wird ein besonderer Körperteil angesprochen.

Unsere Füsse

Wenn Matthäus davon spricht, betrifft es vor allem unsere Füsse. Im Gleichnis von den zehn Jungfrauen lesen wir: Um Mitternacht aber erhob sich ein lauter Ruf: Siehe, der Bräutigam! Geht aus, ihm entgegen! (Mt 25,6). Leider hat die Christenheit schon in den ersten Jahrhunderten die lebendige Hoffnung auf das Kommen des Herrn Jesus aufgegeben. Doch diese Wahrheit ist im 19. Jahrhundert von vielen treuen Männern Gottes beim Lesen und Erforschen der Bibel neu entdeckt worden. Sie haben diese Hoffnung wieder verkündigt, so dass wir sagen können: Der Mitternachtsruf ist längst ergangen.

Daraus ergeben sich praktische Fragen an uns: Gehen unsere Füsse dem Herrn entgegen? Ist zum Beispiel der hohe berufliche Erfolg wirklich ein Weg, der dem Herrn entgegenführt? Und wie sieht ein Weg, auf dem wir unsere freie Zeit nur für uns selbst verwenden, im Licht des Kommens unseres Herrn aus? Es ist gut, wenn wir unseren Lebensweg unter dem Gesichtspunkt des Wiederkommens unseres Herrn einmal neu überprüfen!

Unsere Augen

Der Evangelist Markus spricht unsere Augen an: Gebt acht, wacht und betet; denn ihr wisst nicht, wann die Zeit ist … Wacht also, denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, abends oder um Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder frühmorgens; damit er nicht, wenn er plötzlich kommt, euch schlafend finde. Was ich aber euch sage, sage ich allen: Wacht! (Mk 13,33-37).

Es ist der Wunsch des Herrn Jesus, dass wir mit wachsamen Augen nach Ihm ausschauen. Der Feind versucht uns vom Herrn abzulenken und schläfrig zu machen. Jeder, der beim Militär schon Wache gestanden hat, weiss, dass es in den letzten Stunden der Nacht am schwierigsten ist, wach zu bleiben. Das ist die Situation, in der wir uns heute befinden. «Die Nacht ist weit vorgerückt, und der Tag ist nahe» (Röm 13,12). Wie können wir wach bleiben? Der Herr Jesus empfiehlt uns: «Wacht und betet!» Lasst uns durch das Gebet die Verbindung mit Ihm im Himmel aufrechterhalten. Das bewahrt uns davor, Ihn zu vergessen und im Blick auf sein Kommen schläfrig zu werden.

Unsere Hände

Bei Lukas geht es im Gleichnis von den Pfunden um unsere Hände. Ein gewisser hochgeborener Mann zog in ein fernes Land, um ein Reich für sich zu empfangen und wiederzukommen. Er rief aber seine zehn Knechte und gab ihnen zehn Pfunde und sprach zu ihnen: Handelt, bis ich komme (Lk 19,12.13). Der Herr hat jedem Gläubigen eine Aufgabe gegeben. Niemand ist arbeitslos. Er wünscht, dass wir uns in der Zeit seiner Abwesenheit für Ihn einsetzen.

Glücklicherweise steht an keiner Stelle, dass die uns aufgetragene Arbeit bis zu seinem Kommen beendet sein muss. Aber der Herr möchte uns, wenn Er kommt, an der Arbeit finden. Wie beschämend wäre es, wenn Er uns bei seiner Wiederkunft untätig antreffen würde! Vielleicht denkt der eine: Es hat in der gottlosen Welt gar keinen Wert mehr, für den Herrn Jesus zu zeugen. Ein anderer meint: Es sieht in der Christenheit so traurig aus, dass es keinen Sinn mehr macht, für die ganze Wahrheit Gottes einzustehen. Solche Gedanken flüstert uns der Feind ein. Lasst uns nicht auf ihn hören, sondern eifrig an unserer Arbeit bleiben.

Unser Herz

Im Johannes-Evangelium spricht der Herr direkt von seinem Wiederkommen und denkt dabei an unser ängstliches und verzagtes Herz. Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an Gott, glaubt auch an mich! In dem Haus meines Vaters sind viele Wohnungen; wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch gesagt; denn ich gehe hin, euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit, wo ich bin, auch ihr seiet (Joh 14,1-3). Es ist der Wunsch und Wille des Herrn Jesus, alle Erlösten für immer bei sich zu haben. Unser Ziel ist nicht einfach der Himmel, sondern die Gegenwart unseres Herrn. Wenn wir bei Ihm sein werden, wird unser Herz keine Bedürfnisse mehr haben. In seiner Gemeinschaft werden wir ewig glücklich sein.

Über all den niederdrückenden Umständen unseres Lebens steht die kostbare Verheissung unseres Herrn: «Ja, ich komme bald» (Off 22,20). Sie tröstet und ermutigt unser niedergeschlagenes Herz. Zugleich gibt sie uns Kraft für die Wegstrecke, die noch vor uns liegt. Diese wunderbare Hoffnung ruft in uns die Antwort hervor: «Amen; komm Herr Jesus!»

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Heft: Jesus Christus kommt wieder!

Autor: Marcel Graf, Quelle: Friedenstaube