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Wachstum durch geistliche Ährenlese
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Wachstum durch geistliche Ährenlese

In Ruth 1,22 lesen wir: «Sie kamen nach Bethlehem beim Beginn der Gerstenernte.» Noomi und Ruth trafen gerade in Israel ein, als Überfluss herrschte. Doch wie gross die Ernte auch sein mochte, sie konnten ihren Hunger nur stillen, wenn Ruth die Ähren auflas und so für die Bedürfnisse der beiden Frauen sorgte.

Paulus kann einerseits mit grosser Zuversicht sagen, dass die Gläubigen mit jeder geistlichen Segnung in den himmlischen Örtern in Christus gesegnet sind (Eph 1,3). Anderseits betet er um das Wirken des Heiligen Geistes am inneren Menschen, damit die Erlösten die geistlichen Segnungen erfassen und geniessen (Eph 3,14-19). Von Ruth können wir lernen, wie wir uns durch geistliches Ährenlesen persönlich den Segen aneignen, den Gott uns in Christus geschenkt hat.

Es war ein wunderbarer Tag in unserem Leben, als uns der Heiland zu sich rief und wir lernten, dass unsere Sünden vergeben sind. Bei unserer Bekehrung sind wir auch fähig gemacht worden, am Erbe der Heiligen in dem Licht teilzuhaben (Kol 1,12). Darin gibt es kein Wachstum. Aber in der Erkenntnis Gottes können wir zunehmen (Kol 1,10).

Leider dringen wir nur selten in diese Reichtümer ein, um geistlich zu wachsen. Wir sind oft keine fleissigen Ährenleser. Warum ist das so? Weil diese Arbeit einen Zustand voraussetzt, dem wir nicht immer entsprechen. Das wird uns klar, wenn wir die Eigenschaften beachten, die Ruth zu einer ausgezeichneten Ährenleserin machten.

Demut und Unterordnung

Ruth war demütig und ordnete sich unter. Sie bat Noomi: «Lass mich doch aufs Feld gehen und unter den Ähren lesen.» Später sagte sie zum Knecht: «Lass mich doch auflesen.» Sie handelte nicht unabhängig von anderen, die älter und erfahrener waren als sie. Sie verschmähte weder Rat noch Führung. Sie liess sich nicht vom Eigenwillen leiten, der nur das tun will, was in den eigenen Augen recht ist.

Pet­rus schreibt: «Ebenso ihr Jüngeren, ordnet euch den Älteren unter. Alle aber seid gegeneinander mit Demut fest umhüllt; denn ‹Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade›» (1. Pet 5,5). Demut und Unterordnung sind mit­einander verknüpft. Doch der Hochmütige liebt es nicht, sich jemand unterzuordnen. Der Eigenwille ist das grösste Hindernis, um in der Gnade zu wachsen.

Fleiss

Ruth war fleissig. Der Knecht berichtete Boas: «So ist sie gekommen und dageblieben vom Morgen an bis jetzt; was sie im Haus gesessen hat, ist wenig.» Später heisst es: «Sie las auf dem Feld auf bis zum Abend.» Besteht bei uns nicht manchmal ein grosser Mangel an Fleiss? Wir bemühen uns eifrig um die Dinge des täglichen Lebens. Aber für den Herrn haben wir oft nur nebenbei Zeit. Sind wir fleissig im Bibellesen? Sind wir eifrig im Beten? Vielleicht führen wir zu unserer Entschuldigung an, dass die Hektik und die Probleme des Lebens uns nur wenig Zeit dazu lassen. Doch die Frage ist: Wie verbringen wir die knappe Zeit, die uns bleibt? In Hebräer 6 werden wir ermuntert, Fleiss zu beweisen. Dann wird hinzugefügt: «Damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheissungen erben» (Heb 6,12). Wenn wir wünschen, unsere Segnungen zu geniessen, müssen wir fleissig sein. Kein Wunder, dass wir so kleine geistliche Fortschritte machen, wenn wir Zeit finden, die Medien zu konsumieren, aber uns keine Zeit nehmen, auf den reichen Feldern des Wortes Gottes Ähren aufzulesen!

Ausdauer

Ruth zeigte Ausdauer. Sie war nicht an einem Tag fleissig und am nächsten träge. Wir lesen: «Sie hielt sich zu den Mägden des Boas, um aufzulesen, bis die Gerstenernte und die Weizenernte beendet waren.» Tag für Tag las sie Ähren auf, bis die Getreideernte zu Ende war. Das Verhalten der Gläubigen in Beröa ist uns nicht nur darum ein Vorbild, weil sie die Schriften untersuchten, sondern weil sie es täglich taten (Apg 17,11). Es ist nicht so schwierig, einen Tag lang fleissig zu sein. Aber jeden Tag eifrig zu sein, erfordert Ausharren.

«Täglich» ist ein Wort, das uns auf die Probe stellt. Der Herr sagte zu seinen Jüngern: «Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme täglich sein Kreuz auf und folge mir nach» (Lk 9,23). Ab und zu eine grosse Anstrengung unternehmen, um etwas Besonderes zu erreichen, ist relativ leicht. Aber Tag für Tag dem Herrn nachzufolgen, erfordert Ausdauer. Nicht der Wettläufer, der gut anfängt, gewinnt den Preis, sondern der, der bis zum Ende durchhält.

Nachdenken

Wir lesen von Ruth: «Sie schlug aus, was sie aufgelesen hatte.» Es genügt nicht, die Ähren zu sammeln, sie müssen auch ausgeschlagen werden. Die Wahrheit, die wir beim persönlichen Bibellesen oder bei der Verkündigung des Wortes Gottes aufnehmen, sollen wir unter Gebet verarbeiten. Wenn wir darüber nachdenken, wird unser geistliches Wachstum gefördert. Das blosse Erwerben von Bibelkenntnis bläht auf. Geniessen wir jedoch das Wort Gottes in Gemeinschaft mit dem Herrn, dann kann es uns zur tieferen Erkenntnis des Herrn führen.

Das Beispiel von Ruth spornt uns an, im neuen Jahr geistliche Nahrung aus der Bibel zu sammeln. Wir wollen ihre Demut, ihren Fleiss und ihre Ausdauer nachahmen. Vergessen wir nicht, das aufgenommene Wort innerlich zu verarbeiten, damit wir geistliche Fortschritte machen.

Autor: Hamilton Smith, Quelle: Friedenstaube