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Leseplan: 2. Samuel 10 bis 24
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Die Gesandten Davids werden beleidigt

Auch dieses Kapitel können wir sowohl von seiner prophetischen Seite als auch in der Anwendung auf unsere Zeit betrachten. Die Gnade im Herzen Davids richtete sich nicht nur an solche aus dem Volk, sondern auch zu anderen Nationen. So wird es am Ende der Zeit sein. Die Gnade, die durch die Regierung des Herrn Jesus eingeführt wird, wird auch den Nationen angeboten. Aber nicht alle werden die Boten des Königs aufnehmen und Christus und seine Herrschaft anerkennen.

In der Anwendung auf die heutige Zeit können wir in der Botschaft des Trostes, die David durch seine Leute an Hanun, den Sohn von Nahas, sandte, einen Hinweis auf das Evangelium sehen. Es ist eine gute Botschaft für sündige Menschen. Doch oft müssen die Verkündiger des Evangeliums die gleichen Erfahrungen machen wie die Knechte Davids: Sie werden missverstanden. Man traut der Sache nicht. Und manchmal werden die, denen das Evangelium gesagt wird und die dafür empfänglich scheinen, von ihren Freunden und Ratgebern negativ beeinflusst. Diese tun alles, um solche vom Evangelium abzuwenden, die geneigt sind, ihr Herz zu öffnen.

Wenn das Misstrauen gesät ist und Wurzeln schlägt, ist es ein kleiner Schritt zur Beleidigung der Boten des Evangeliums und zu offener Ablehnung gegenüber dem Herrn Jesus. Jene Delegation Davids wurde mit Spott und Schande weggeschickt. Entehrt und halb nackt mussten sie zurückkehren. Doch sie erfuhren das Mitgefühl und die Hilfe ihres Königs.

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David kämpft gegen Ammon und Syrien

Eine solche Beleidigung des von Gott eingesetzten Königs kann nicht ohne Konsequenzen bleiben. Da nützt es nichts, wenn sich die Feinde Davids mit anderen Armeen verbünden. Es wird zu einer Niederlage führen.

Am Ende der Zeit, wenn Christus auf dieser Erde seine Herrschaft aufrichten wird, wird Er jede Rebellion bestrafen. Jede Auflehnung gegen Ihn wird fruchtlos sein. Wer sich Ihm nicht unterwerfen und seine Herrschaft nicht anerkennen will, wird dies teuer bezahlen müssen.

Und was geschieht mit den Menschen, die heute das Evangelium ablehnen, die sich gegen den Herrn Jesus stellen? Wenn sie unversöhnt mit Gott sterben, müssen sie einst vor dem grossen weissen Thron erscheinen und werden von Dem gerichtet werden, den sie als Retter abgelehnt haben.

Aber wir können diese Niederlage Ammons gegen die Heere Davids noch auf andere Weise anwenden. Wenn der Herr Jesus wiederkommt und all die Seinen zu sich entrückt, werden die zurückbleibenden ungläubigen Menschen in eine schreckliche Gerichtszeit kommen. 2. Thessalonicher 2,10 spricht von solchen, die verloren gehen, weil «sie die Liebe zur Wahrheit nicht annahmen, damit sie errettet würden». Sie werden der Verführung Satans verfallen und schon in diesem Leben gerichtet werden.

Das Ende des Kapitels zeigt, dass Syrien von David in die Knie gezwungen wurde. Jenes Volk musste Frieden mit Israel schliessen und ihnen dienen.

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David begeht Ehebruch

Im zweiten Buch Samuel wird uns David einerseits als Hinweis auf den Messias und König Israels vorgestellt. Anderseits beschreibt ihn der Geist Gottes auch als König, der vor Gott verantwortlich ist. So auch in diesem Kapitel. Immer, wenn die Seite der Verantwortung vor uns kommt, zeigt sich das Versagen des Menschen. Und so ist diese Begebenheit ein göttlicher Spiegel für jeden von uns.

Hier wird David beschrieben, wie er nicht mehr praktisch im Glauben lebte. Warum blieb er zu Hause? War er nicht der oberste Anführer seiner Soldaten? Hätte er beim Angriff auf Ammon nicht die Führung übernehmen müssen? Stattdessen gab er sich dem Müssiggang hin. Wenn wir im Dienst für unseren Herrn träge werden und versuchen, es bequemer zu haben, erhöht sich die Gefahr, in Sünde zu fallen. Wir wollen uns durch diese traurige Geschichte warnen lassen.

David war ein gläubiger Mann. Gott bezeichnet ihn als ein Mann nach seinem Herzen. Aber neben dem neuen, von Gott geschenkten Leben, besass er noch die alte Natur. Jeder Glaubende ist von neuem geboren. Doch solange er auf der Erde lebt, hat er noch die Sünde als Wurzel (die alte Natur) in sich. Sobald er ihr Raum lässt, ist er zu allem Bösen fähig, wie die Geschichte Davids illustriert. Darum erinnert der Apostel Paulus uns in Römer 6 daran, dass unser alter Mensch (was wir vor der Bekehrung waren) im Tod unseres Erlösers mitgekreuzigt worden ist. Wir sollten uns daher der Sünde gegenüber als tot verhalten (nicht mehr darauf reagieren), aber für Gott leben.

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David will seine Sünde vertuschen

Sünden im Leben eines Gläubigen haben oft Folgen, auch wenn diese nicht immer gleich schwerwiegend sind. Die Sünde Davids mit Bathseba blieb nicht ohne Folgen: Die Frau wurde schwanger.

Anstatt die Sünde, die nun nicht mehr länger verborgen bleiben konnte, vor Gott und Menschen zu bekennen, suchte David einen Weg, um sie zu vertuschen. Er liess Urija, den Ehemann Bathsebas, aus dem Krieg gegen Ammon nach Hause kommen.

Aber dieser gottesfürchtige treue Soldat Davids machte dem König durch sein Verhalten einen Strich durch die Rechnung: Er ging nicht nach Hause zu seiner Frau, sondern übernachtete bei den Soldaten der Palastwache. Wenn Joab und das übrige Heer im Freien übernachtete, wollte er sich nicht der Bequemlichkeit hingeben. Auf niederträchtige Art versuchte David, diesen treuen Mann dazu zu bewegen, sein Haus und seine Frau aufzusuchen. Jedoch ohne Erfolg.

Obwohl das Verhalten Urijas in scharfem Gegensatz zum Verhalten Davids stand, scheint es den König überhaupt nicht beeindruckt zu haben. Er hatte sich innerlich so weit von Gott entfernt, dass weder sein Herz noch sein Gewissen reagierten. Er verfolgte nur das eine Ziel, seine Sünde zu vertuschen. Gott hat uns diese Geschichte in seinem ewigen Wort aufbewahrt, damit uns bewusst wird, wohin der Gläubige kommen kann, wenn er den Herrn verlässt und der Sünde in ihm nachgibt.

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Urija stirbt und das Kind wird geboren

In dem Brief, den Urija Joab zu überbringen hatte, stand sein eigenes Todesurteil! Nun fügte David der Sünde des Ehebruchs eine weitere hinzu. Urija sollte im Kampf sein Leben lassen. Dann konnte er Bathseba heiraten und dem ganzen einen Anschein von Rechtmässigkeit verleihen. Wie traurig und wie unwürdig für den König des Volkes Gottes!

In Kapitel 7 hatte der Herr zu David gesagt: «Ich habe dich von der Weide genommen, hinter dem Kleinvieh weg, damit du Fürst sein solltest über mein Volk, über Israel.» Und jetzt: War das ein Regieren in Gerechtigkeit, wenn er seine königliche Macht missbrauchte, um Urija aus dem Weg zu räumen? Im Weiteren machte er mit diesem Brief Joab zum Mitwisser und Mitschuldigen. David lieferte sich gerade dem Mann aus, der ihm früher schon manche Not bereitet hatte. So verblendet kann man sein, wenn man um jeden Preis versucht, die eigene Schuld zuzudecken!

Davids Vorhaben gelang. Aufgrund des hinterlistigen Plans von David kam Urija im Kampf ums Leben. Bathseba wurde die Frau des Königs und gebar ihm einen Sohn. Doch dem Herrn, von dem David sich entfernt hatte, war nichts entgangen und «es war böse in seinen Augen».

Vielleicht vergessen wir manchmal – wie David hier –, dass unser Leben vor den Augen Gottes abläuft. Das ist tröstlich für den, der mit dem Herrn lebt, aber ernst für jeden, der seinen eigenen Willen auslebt. Lies Psalm 139,1-12!

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Nathan überführt David von seiner Sünde

Nun begann der Herr zu wirken. Er schickte den Propheten Nathan mit einer Geschichte zum König. Als David die Erzählung hörte, reagierte er zornig über ein derart schlimmes Verhalten. Er behielt ein gesundes moralisches Urteilsvermögen, während die Sünde im eigenen Leben sein Herz blind gemacht hatte. Erst als Nathan ihm antwortete: «Du bist der Mann!», fielen ihm die Schuppen von den Augen des Herzens.

Ist das nicht manchmal unser Problem? Wir wissen ganz genau, was im Leben der anderen richtig und was falsch ist. Die Sünde, die Ungerechtigkeit, das Verkehrte in unserem eigenen Leben übersehen oder verharmlosen wir. Nur das ständige Selbstgericht im Licht Gottes kann uns vor einer Verblendung unseres eigenen Herzens bewahren.

Gott richtete durch Nathan ein sehr ernstes Wort an David. Er musste ihm schwere Folgen dieser Sünden ankündigen. Das waren einerseits die Wege Gottes der Züchtigung und Erziehung mit David. Aber anderseits machte Gott durch diese öffentliche Strafe dem Volk klar, was nach seinen Gedanken das Wesen seines Königreichs war, auch wenn der von Ihm eingesetzte König versagt hatte. David regierte im Namen Gottes, aber er hatte durch sein sündiges Verhalten einen falschen Eindruck von Gottes gewollter Regierung gegeben. Das musste der Herr klarstellen.

Der nächste Abschnitt zeigt, dass das Gewissen Davids getroffen worden war. Die Worte Gottes durch Nathan waren nicht an ihm abgeprallt, sondern in sein Inneres gedrungen (Psalm 51).

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David tut Buße und das Kind stirbt

Auf sein klares Bekenntnis hin: «Ich habe gegen den Herrn gesündigt», erfuhr David die volle Vergebung Gottes. In Psalm 32 beschreibt er, wie froh und erleichtert sein Herz darüber wurde. Gott vergab David, aber Er nahm die Folgen seiner Sünden nicht weg. Das wird auch unsere Erfahrung sein. Aber wenn Gott die Folgen unserer Sünden nicht wegnimmt, so schenkt Er doch Gnade und Kraft, um sie zu tragen. Er will nicht, dass wir darunter zusammenbrechen. Doch Er bleibt seinem heiligen Wesen treu.

Das Verhalten Davids, das seine Diener nicht verstehen konnten, zeigt, dass seine Beziehung zu seinem Gott wiederhergestellt war. Im Vertrauen konnte er sein tieftrauriges Herz vor dem Herrn ausschütten und um Genesung für das todkranke Kind bitten. Als aber Gott seine Ankündigung wahrmachte und das Kind zu sich nahm, beugte er sich unter dessen Willen. Er stand von seiner Trauer auf und ging zum Haus des Herrn, um anzubeten. Er unterwarf sich ohne Wenn und Aber dem klar offenbarten Willen Gottes und gab Ihm alle Ehre.

Wie schön ist der letzte Satz von Vers 23! Das Kind war in einem Alter gestorben, da es noch nicht verantwortlich war. Daher ging es nicht verloren. Matthäus 18,11 zeigt, dass der Herr Jesus auch für solche gestorben ist. David wusste: Es ist bei Gott in der Herrlichkeit. Als Gläubiger war er zum gleichen Ziel unterwegs. Er würde es wiedersehen.

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Rabba wird eingenommen

Wie gross ist die Gnade Gottes! Der zweite Sohn von Bathseba wurde der Auserwählte Gottes, um nach David König über Israel zu sein. Salomo sollte nach Gottes Gedanken der Mann des Friedens und des Segens sein. Der Herr selbst gab ihm den Namen Jedidjah (= Geliebter Jahs).

In den Schlussversen dieses Kapitels haben wir das Gericht über Ammon. Dieses Volk entpuppte sich als ein besonders frecher Feind des Königs von Israel, indem es seine gütigen Gefühle mit Schimpf und Schande beantwortete (2. Samuel 10,1-5).

Was wir hier finden, ist in einer gewissen Weise ein Vorausbild auf das zukünftige gerechte Gericht, das der Messias bei seinem Wiederkommen in Herrlichkeit ausüben wird. Es lässt uns an die schrecklichen Folgen für die denken, die den Herrn Jesus sogar in seiner Herrlichkeit verachtet und beschimpft haben.

Doch die Grausamkeit, mit der David gegenüber seinen Feinden handelte, macht stutzig. Früher hatte er nie in dieser Weise reagiert. Man fragt sich unwillkürlich, ob er auch so gehandelt hätte, wenn er auf dem schmalen Pfad des Glaubens geblieben und diesen tiefen Fall nicht getan hätte. Gott weiss es. Man erkennt jedoch hier schon etwas von dem, was in den kommenden Kapiteln bestätigt wird: David hatte nach seinem Fall nicht mehr das gesunde klare Unterscheidungsvermögen von früher. Oft fehlte es ihm an der nötigen Weisheit.

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Ammon begehrt Tamar

Es ist eine schändliche Geschichte, die hier vor uns kommt. Aber Gott hat sie in sein ewiges Wort aufgenommen. Einerseits zeigt Er uns damit, wie völlig verdorben der Mensch ist. Anderseits sind diese Vorfälle in der Familie Davids eine Erfüllung der Worte des Propheten Nathans: «So soll von deinem Haus das Schwert nicht weichen … Siehe, ich will aus deinem Haus Unglück über dich erwecken … Ich werde dies tun vor ganz Israel und vor der Sonne!» (2. Samuel 12,10-12). Zudem wollen wir bedenken, dass die Probleme unter den Kindern Davids auch dadurch entstanden, dass jeder Königssohn eine andere Mutter hatte. Hätte David das Wort Gottes aus 5. Mose 17,17 befolgt und nicht so viele Frauen gehabt, wäre manches Problem gar nicht erst entstanden.

Sowohl Absalom als auch Amnon waren ungläubige Söhne eines gläubigen Vaters. Und Amnon hatte in Jonadab, seinem Cousin, einen sehr klugen, aber gottlosen Freund. Anstatt ihm den korrekten Weg vorzustellen, wie es Tamar in Vers 13 tut, schlug er ihm einen Plan vor, um zur Befriedigung seiner sexuellen Begierden zu kommen.

Und David? Er scheint eine natürliche Zuneigung zu seinen Söhnen gehabt zu haben. Jedenfalls suchte er den «kranken» Amnon auf. Aber es fehlte ihm ein geübtes, geistliches Urteilsvermögen. Merkte er nicht, dass Amnon ungläubig war? Hätte er gegenüber seinen Wünschen nicht vorsichtiger sein müssen? Doch er schickte Tamar ohne weiter zu überlegen zu Amnon und damit ins Elend.

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Ammon hasst Tamar

Wie kurz ist der Genuss der Sünde! Kaum hatte Amnon seine Begierden befriedigt, da schlugen seine Gefühle ins Gegenteil um. Nun hasste er Tamar mit sehr grossem Hass. Was war denn das für eine Liebe, mit der er sie vorher geliebt hatte? Sie begrenzte sich auf das rein Sexuelle. Wie traurig!

Wie tief müssen die Gefühle von Tamar dadurch verletzt worden sein! Dass Amnon sie in seinem Hass wegtrieb, war für sie schlimmer als alles andere Böse, das er ihr angetan hatte. Mit Trauer und tiefem Schmerz, den sie hinausschrie, verliess sie den Ort, wo sie das unfreiwillige Opfer einer schändlichen Tat geworden war.

David wurde zwar zornig, als er alles hörte, was in seiner Familie passiert war. Aber er unterliess es, seinen Erstgeborenen Amnon zu bestrafen, wie das Gesetz es forderte. Jedenfalls lesen wir nichts davon im Wort Gottes. Die Sünde in seinem eigenen Leben – obwohl sie vergeben war – raubte ihm die geistliche Kraft, entschieden gegen die gleiche Sünde in seiner eigenen Familie vorzugehen.

Absalom, der Bruder von Tamar, aber nährte in seinem Herzen eine Bitterkeit gegen seinen Bruder, die nichts Gutes verhiess. In seinem Hass unterbrach er jeden Kontakt mit ihm.

Welch eine traurige Entwicklung unter den Söhnen Davids. Möchte es uns mehr bewusst werden, wie zerstörerisch die Sünde wirkt, wenn man ihr nachgibt. Das Resultat ist immer nur Unheil.

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Absalom rächt sich an Ammon

Innerhalb von zwei Jahren führten die Bitterkeit im Herzen Absaloms und sein Hass gegen seinen Bruder Amnon zu einem Mordplan. Dazu machte er eine Einladung an alle seine Brüder und trug diese seinem Vater David vor. Ja, er lud auch ihn ein. David zögerte. Ahnte er wohl Böses? Schliesslich gab er dem Drängen Absaloms nach und liess Amnon mit den anderen zum geplanten Fest gehen. Wieder scheint es bei ihm an einem geübten Urteilsvermögen gefehlt zu haben.

Am Fest schlug die Todesstunde Amnons. Er wurde von den Knechten Absaloms erschlagen. Die übrigen Söhne Davids verliessen das Fest fluchtartig. Sie fürchteten um ihr eigenes Leben. Es drang sogar das Gerücht zu David, alle Söhne des Königs seien erschlagen worden.

Jonadab, der Freund Amnons, kannte den Sachverhalt und klärte den König über die Hintergründe auf. Welch ein trauriges Bild gibt dieser «sehr kluge Mann» ab! Seinen Freund führte er durch seinen Rat direkt in die Sünde. Durch seine menschliche Klugheit musste er das Vorhaben Absaloms bald erkannt haben. Doch er unternahm nichts, um diesen Mord zu verhindern. Schliesslich versuchte er David dadurch zu beruhigen, dass ja nur einer seiner Söhne tot sei. Jonadab war zwar klug, der Sünde gegenüber jedoch völlig gleichgültig.

Wenn wir dies alles überdenken, können wir den Herrn nur um Bewahrung bitten. Möge Er uns helfen, dass wir nicht von Ihm abweichen, in Sünde fallen und dadurch die geistliche Kraft und ein gesundes geistliches Urteilsvermögen verlieren.

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Absalom flieht

Jonadabs Berichterstattung stimmte. Nur Amnon war tot. Die übrigen Söhne kamen laut weinend zu ihrem Vater zurück. Es entstand eine allgemeine Trauer um den ermordeten Sohn und Bruder. Absalom aber floh nach seiner Tat zu seinem Grossvater, dem König von Gesur (2. Samuel 13,37; 3,3), wo er drei Jahre blieb.

Der 39. Vers zeigt eine Schwäche Davids auf, die schliesslich weiteres Unheil über ihn und seine Familie brachte. Der gottlose Absalom scheint Davids Lieblingssohn gewesen zu sein. Wie gefährlich ist es, wenn der Vater oder die Mutter eines ihrer Kinder den anderen vorzieht! Denken wir an Gott, unseren himmlischen Vater. Er hat ganz unterschiedliche Kinder. Aber Er liebt alle mit der gleichen grossen Liebe. Welch eine Gnade!

David sehnte sich nach seinem Sohn. Er hätte ihn gern wiedergesehen. Aber in den drei vergangenen Jahren war die Sünde Absaloms nicht verjährt. Sie war überhaupt nicht geordnet, weder vor Gott noch vor Menschen. Absalom war ein Mörder. Ob David bei seinem Verlangen nach Absalom daran dachte?

Als Joab merkte, dass der König sich nach Absalom sehnte, trat er in Aktion. Wie immer war er auch jetzt auf seinen eigenen Vorteil bedacht. Wenn er Absalom an den königlichen Hof zurückbrachte, war ihm dieser zu Dank verpflichtet. Dadurch konnte er sich eine hohe Stellung bei Absalom sichern. So oder ähnlich musste Joab gedacht haben, als er eine kluge Frau aus Tekoa holen liess und die Schwäche des Königs für sich auszunutzen suchte.

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Die Frau von Tekoa

Die kluge Frau aus Tekoa, die Joab zum König sandte, erzählte David eine Geschichte, die sie als ihre eigene Erfahrung ausgab. In Wirklichkeit aber redete sie im Auftrag von Joab. Welches Ziel sollte damit bei David erreicht werden?

Im Blick auf den Streit zwischen den beiden Brüdern war die Sache vom Gesetz her klar: Der eine hatte den anderen mit Absicht erschlagen. Er war ein Mörder, der nach dem mosaischen Gesetz durch den Bluträcher getötet werden sollte (4. Mose 35,16-21). David aber verhiess ihr Gnade. Doch es war eine Gnade auf Kosten der Gerechtigkeit Gottes.

Sobald der König von Gnade gesprochen hatte, übertrug die Frau ihre Geschichte auf den schuldigen Sohn Absalom (Vers 13). Wenn David der Frau Gnade versprach, musste er auch seinem Sohn gegenüber Gnade walten lassen. Die Frau ging so weit, dass sie sagte: «Gott nimmt nicht das Leben weg, sondern er sinnt darauf, dass der Verstossene nicht von ihm weg verstossen bleibe.» Es waren eigentlich die Worte Joabs, der sich erkühnte, seine Idee als Gottes Gedanken hinzustellen.

Doch mit seinem Vorgehen führte Joab den König zu einem Missbrauch der Gnade, denn er handelte dadurch gegen Gottes Gesetz. An der Tatsache, dass hier keine göttliche Gnade ausgeübt wurde, änderten auch die schmeichelnden Worte der Frau in Vers 17 nichts.

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Absalom kommt zurück

Obwohl David merkte, dass Joab hinter allem stand, nahm er seine Worte nicht zurück. Es scheint, dass seine Gefühle für Absalom (2. Samuel 13,39) mithalfen, auf diese verkehrte Weise Gnade zu üben. Man hat den Eindruck, dass Davids Vaterliebe ihm den Blick für den wahren Sachverhalt trübte. Von der schweren, ungerichteten Sünde Absaloms wird nicht mehr gesprochen.

In Vers 21 nimmt David zwar die Verantwortung auf sich. Doch er lässt Absalom zurückkommen. Er will aber nicht mit ihm zusammentreffen. Man hat den Eindruck, dass David wohl realisierte, dass bei Joab menschliche Intrigen im Spiel waren. Doch er merkte nicht, wie gefährlich es war, Absalom, dessen Gesinnung sich in keiner Weise geändert hatte, an den Hof zurückzuholen. Die Fortsetzung der Geschichte wird dies in trauriger Weise bestätigen.

Was können wir für uns aus dieser Geschichte lernen? Wenn ungläubige Menschen (sowohl Joab als auch Absalom waren ungläubig) die Probleme nach ihrer Weisheit und ihren Ideen zu lösen suchen, wird es schief gehen. Da nützt es nichts, Gott ins Feld zu führen und fromm zu reden. Der Herr kann ein Verhalten, das seinem im Wort Gottes offenbarten Willen entgegensteht, weder gut heissen noch segnen.

Nur in der Abhängigkeit von Gott und im Gehorsam zu seinem Wort können wir einen Weg gehen, der seine Anerkennung findet.

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Absalom versöhnt sich mit David

Nun war Absalom wieder zurück in Jerusalem. Er muss eine auffallende Persönlichkeit gewesen sein, die die Aufmerksamkeit vieler auf sich zog. Manche mögen gedacht haben: Das wird ein wunderbarer König werden. Wir denken an Saul, den ersten König in Israel. Er war ein Mann nach dem Geschmack der Menschen (1. Samuel 9,2). Doch wie sehr hat er versagt! Wegen seines Ungehorsams musste der Herr ihn verwerfen (1. Samuel 15,22-26). Und Absalom? Gott hatte nicht ihn, sondern Salomo, den Sohn von Bathseba, zum Nachfolger Davids und König über sein Volk bestimmt.

Nach zwei Jahren wollte Absalom ein Wiedersehen mit seinem Vater erzwingen, wobei Joab vermitteln sollte. Dieser aber weigerte sich zweimal, zu Absalom zu kommen, da er es vermutlich mit dem König halten und sein Wort (Vers 24) respektieren wollte. Doch in Absalom hatte Joab vorläufig seinen Meister gefunden. Nachdem die Knechte Absaloms das Feldstück Joabs angezündet hatten, sah er sich gezwungen, zum König zu gehen und sich für Absalom einzusetzen. Vers 33 berichtet davon, wie der Lieblingssohn Davids, der aber zum Mörder seines Bruders geworden war, ein Wiedersehen mit seinem Vater hatte. Gespielte Unterwürfigkeit und menschliche Gefühle prägten die Szene. Gott liess dies alles zu.

Bei Joab aber, der sich früher die Gunst Absaloms sichern wollte, war dieser Sohn Davids abgeschrieben. Er war zu einem Hindernis für seine ehrgeizigen Ziele geworden.

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Absalom macht sich zum König

Nun kommen die Gedanken Absaloms ans Licht: Er will seinen Vater stürzen und selbst König werden. Diesen bösen Plan verfolgt er mit aller Raffiniertheit. Mit Schmeicheleien sucht er die Sympathien des Volkes zu gewinnen. Er gibt den Anschein von Gerechtigkeit, von Uneigennützigkeit und von Liebe zu seinen Landsleuten.

Nachdem er einige Jahre darauf verwendet hat, «das Herz der Männer von Israel zu stehlen», schreitet er zur Tat. Seinem Vater gegenüber redet er fromm und missbraucht dazu den Namen des Herrn. Die ahnungslosen Geladenen täuscht er, indem er vorgibt, dem Herrn ein Opfer zu bringen. Weiter verbindet er sich mit einem weisen Berater: Ahitophel, von dem es heisst: «Der Rat Ahitophels aber … war, wie wenn man das Wort Gottes befragte» (2. Samuel 16,23).

Der gottlose Absalom ist Gott gegenüber für sein Tun hundertprozentig verantwortlich. Und doch benutzte Gott ihn, um in seinen Regierungswegen Unglück über David und seine Familie zu bringen, wie Er es vorausgesagt hatte (2. Samuel 12,11).

Absalom ist zudem ein prophetisches Bild auf den Antichristen, der in der Endzeit auftreten wird. Dieser wird sich als der rechtmässige König Israels ausgeben und auf raffinierte Weise die Masse der ungläubigen Juden verführen (Offenbarung 13,13.14). Er wird den wieder eingeführten nationalen Gottesdienst zunächst unterstützen, aber schliesslich beseitigen und einen schrecklichen Götzendienst einführen (Daniel 11,36-39).

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David flieht

Die Nachricht von der Rebellion Absaloms kommt auch zu David nach Jerusalem. Wie reagiert der König? Er mobilisiert kein Heer, um den Aufstand seines Sohnes niederzuschlagen, sondern fordert seine Getreuen sofort auf, mit ihm vor seinem Sohn zu fliehen.

Diese Flucht ist weder Feigheit noch Schwäche. Der Glaube Davids lässt ihn diesen Weg gehen. Er will Jerusalem und seine Bewohner vor einer kriegerischen Auseinandersetzung verschonen. Doch was noch wichtiger ist: David beugt sich unter die züchtigende Hand seines Gottes und lehnt sich nicht dagegen auf. So verlässt der König mit seinem Gefolge die Stadt.

David und sein Verhalten weisen ebenfalls auf die Zukunft hin. Seit seinem Fall ist David ein Vorausbild des treuen Überrests der Juden, der in der kommenden Drangsalszeit durch schwere Leiden zu gehen hat. David hatte mit seinem Befehl an Joab dafür gesorgt, dass Urija ums Leben kam. Er hat unschuldiges Blut vergossen. Das trifft auch auf die Juden zu, die ihren Messias unschuldig umgebracht haben. David hat nach seinem Verbrechen Buße getan und wurde wiederhergestellt. Aber das tiefe Empfinden über die begangenen Sünden blieb, und die Folgen musste er tragen. In seinen Regierungswegen lässt Gott die Menschen ernten, was sie säen. So wird es auch mit dem gläubigen Überrest am Ende der Zeit sein. Er wird sich über den Tod des Messias in tiefer Reue vor Gott beugen (Sacharja 12,10-14), aber in der Not der Drangsal sich ganz auf Gott stützen (z.B. Psalm 3).

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Ittai und die Priester

In diesen Versen finden wir eine schöne Anwendung auf unsere Zeit. Als David seinen Thron verlassen und fliehen musste, wurden die Herzen der Menschen offenbar. Da zeigte sich, wer auch in schwierigen Zeiten, in Zeiten der Not, zu David hielt. Ittai war kein Israelit, sondern ein Gatiter. Doch er erkannte, dass David der rechtmässige König war, und wollte unter allen Umständen bei ihm bleiben und mit ihm ziehen. Er tat es mit seinem ganzen Gefolge.

Einst gehörten wir, die jetzt an den Herrn Jesus glauben, zu denen, die ohne Hoffnung und ohne Gott in der Welt lebten. Nun möchten wir unserem Erlöser und Herrn nachfolgen. Doch Er ist in der Welt der Verstossene und Verachtete. Sind wir trotzdem bereit, uns zu Ihm zu bekennen? Sollte es uns einmal schwer fallen, uns auf seine Seite zu stellen, dann ermuntert uns dieser Ittai zu einer entschiedenen Haltung. Für ihn gab es keine Alternative als mit dem verstossenen, aber rechtmässigen König zu ziehen.

Welch eine Ermunterung für David, dass viele aus dem Volk zu ihm hielten! Die Priester hatten sogar die Bundeslade mitgenommen. Doch der König schickte sie wieder zurück. Sie sollte an dem Ort bleiben, der nach Gottes Gedanken ihr Bestimmungs- und Ruheort war: in Jerusalem. Zudem hoffte David auf die Gnade Gottes, die ihn nach Jerusalem zurückbringen werde, wenn es sein Wille war. – Die Söhne der Priester sollten zu gegebener Zeit Nachricht von der weiteren Entwicklung der Ereignisse überbringen.

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Husai, der Freund Davids

Unter Weinen und tiefer Trauer gehen David und das Volk, das bei ihm ist, die Anhöhe der Olivenbäume hinauf, nachdem er über den Bach Kidron gegangen ist (Vers 23). Den gleichen Weg ging Jesus einige Jahrhunderte später, nachdem Er vorher über die Stadt Jerusalem, die Ihn nicht wollte, geweint hatte (Lukas 19,41.42; Johannes 18,1.2).

Unterwegs hört David, dass sich Ahitophel, sein früherer Ratgeber, zu Absalom hält. Das kommt einem Verrat gleich. Unwillkürlich denken wir an Judas, der sich dem Herrn gegenüber ähnlich verhalten und Ihn an seine Feinde verraten hat. In den Psalmen hat David seine traurigen Erfahrungen mit Ahitophel ausgedrückt (z.B. Psalm 41,10; 55,13.14). Interessanterweise treffen diese alttestamentlichen Stellen prophetisch auch auf Judas Iskariot zu, der den Herrn Jesus verraten und Ihn seinen Feinden ausgeliefert hat.

David ist sich der grossen Gefahr bewusst, die von Ahitophel ausgeht. Darum fleht er in dieser Sache zum Herrn. Kaum hat er seine Not im Gebet vor Gott gebracht, erfährt er schon eine Erhörung: Husai, sein Freund, kommt ihm mit äusseren Zeichen der Trauer entgegen. Diesen treuen Freund schickt er in die Stadt zurück. Er soll seine Loyalität gegenüber Absalom beteuern und den Rat Ahitophels zunichte machen. Nachrichten aus dem Palast soll er den Priestern weitergeben, damit ihre Söhne diese zu David bringen können. Von Husai können wir lernen, uns immer an dem Platz aufzuhalten, an den der Herr uns stellt. Dort sollen wir unsere Aufgabe zu seiner Ehre erfüllen.

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Ziba, der Knecht Mephiboseths

Wir haben bereits gesehen, dass sich durch den Aufstand Absaloms der Zustand der Herzen offenbarte. Man sah, wer trotz allem zu David hielt. Durch seine Flucht kommt auch ans Licht, was im Herzen Zibas, des Dieners Mephiboseths, ist: Er zeigt sich David gegenüber ausserordentlich eifrig und hilfsbereit. Doch er tut es mit Berechnung, zu seinem eigenen Vorteil, indem er gleichzeitig seinen gelähmten Herrn auf niederträchtige Art beim König verleumdet (2. Samuel 19,25-31).

Und David? Es bestätigt sich das früher Gesagte: Seit seinem Fall fehlt ihm das klare geistliche Unterscheidungsvermögen. Man fragt sich bei verschiedenen Gelegenheiten: Wo bleibt die Weisheit von oben, die Gott jedem der Seinen, der darum bittet, schenken will? (Jakobus 1,5). In 2. Samuel 15,9 reagiert er auf die frommen Worte seines ungläubigen Sohnes sofort mit: «Geh hin in Frieden!» Hier in Vers 4 antwortet er auf die verleumderischen Worte Zibas, ohne diese Aussagen auf ihre Richtigkeit zu überprüfen: «Siehe, dein ist alles, was Mephiboseth gehört.»

Das Verhalten Davids warnt uns. Nur wenn wir täglich in ungetrübter Gemeinschaft mit dem Herrn und in Abhängigkeit von Ihm unseren Glaubensweg gehen, behalten wir ein gutes geistliches Unterscheidungsvermögen. Sobald wir uns aber von Ihm entfernen, Ihm nur auf Distanz nachfolgen und in Unabhängigkeit handeln, werden wir nicht mehr klar sehen. Wir werden schnell verkehrte Entscheidungen treffen, die nicht ohne Folgen bleiben werden.

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Simei flucht David

Noch ein anderes Herz wird bei dieser Gelegenheit offenbar. Simei, ein Mann aus der Familie Sauls, überhäuft den trauernden und fliehenden König mit vielen Flüchen. Der ganze Hass gegen David, der früher im Herzen Sauls war, zeigt sich jetzt bei Simei. Welchen Grund hatte er, David auf diese Weise zu beschimpfen? (Verse 7-8). Keinen! David hatte keinen der Nachkommen Sauls umgebracht.

David ist hier ein schwaches Abbild vom Herrn Jesus, der wirklich sagen konnte: «Sie haben mich ohne Ursache gehasst» (Johannes 15,25; Psalm 69,5).

So wie David sich unter die züchtigenden Wege Gottes beugte und Jerusalem als Flüchtling verliess, so beugt er sich jetzt unter diese Angriffe. Zu Abisai, der sich für den König wehren will, sagt er: «Wenn der Herr ihm gesagt: Fluche David!, wer darf dann sagen: Warum tust du so?» Er ist bereit, diese Flüche aus Gottes Hand anzunehmen. Doch gleichzeitig stützt er sich auf die unendliche Barmherzigkeit des Herrn (Vers 12).

David wusste, dass er mit Recht unter der züchtigenden Hand seines Gottes stand. Unser Herr aber war ohne Sünde. Und doch, wie viele falsche Zeugnisse wurden vor dem Synedrium gegen Ihn vorgebracht! Wehrte oder rechtfertigte Er sich? «Er aber schwieg und antwortete nichts» (Markus 14,55-61). Als Angeklagter redete Er nur, wenn es um Gottes Ehre ging und wenn es zu bezeugen galt, wer Er ist: Christus, der Sohn Gottes und der Sohn des Menschen (Matthäus 26,63.64).

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Absalom zieht als König in Jerusalem ein

Nun zieht Absalom in Jerusalem ein. Dass er Husai, den Freund seines Vaters, trifft, macht ihn zunächst stutzig. Doch dieser beteuert, bei dem König bleiben zu wollen, den der Herr erwählt hat, und bei seinem Volk. Was er vor David gewesen ist, will er jetzt vor Absalom sein.

Das Erste, was Ahitophel dem selbsternannten König empfiehlt, ist, sich ganz von seinem Vater zu lösen. Er soll in aller Öffentlichkeit die Nebenfrauen seines Vaters zu seinen eigenen machen. Durch diese öffentliche Sünde meint Ahitophel, die Position Absaloms und die Hände aller, die ihn unterstützen, zu stärken. Doch er trägt damit nur dazu bei, das Wort zu erfüllen, das Gott durch Nathan über David geredet hat (2. Samuel 12,11.12).

Husai sagt dazu kein Wort. Als Freund Davids wusste er bestimmt, was Gott als Folge der Sünde Davids über ihn bringen wollte. Diesem göttlichen Ausspruch widersetzt er sich nicht. Er muss und will diesen Dingen den Lauf lassen.

Interessanterweise steht nach dem ersten Rat, den Ahitophel Absalom gab, der bemerkenswerte Vers 23. Will Gott damit die Grösse der menschlichen Weisheit dieses Mannes hervorheben? Sie kommt besonders beim nächsten Rat, den er Absalom gibt, zum Vorschein. Aber der Mensch mag noch so klug und weise sein, wenn er in Unabhängigkeit von Gott und gegen Ihn handelt, wird er schliesslich in der Katastrophe enden (2. Samuel 17,23).

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Husais Rat ist besser

Man merkt, wie wahr der letzte Vers von Kapitel 16 ist, wenn man den Plan Ahitophels bedenkt. Menschlich gesprochen musste er gelingen, denn in 2. Samuel 16,14 vermerkt der Geist Gottes: «Der König und alles Volk … kamen ermattet an.» Genau wie es Ahitophel vermutete!

Wie konnte Husai dies verhindern? Gott kam ihm zu Hilfe, indem Absalom die Initiative ergriff und ihn um sein Urteil fragte. Da er das Vorhaben Ahitophels kannte, konnte er Gegensteuer geben. Männern, die weniger scharf denkend waren als Ahitophel, leuchtete der Vorschlag Husais und seine Begründungen ein. David war wirklich ein Held und ein Kriegsmann und hatte Helden um sich. Wenn diese im Kampf zu Beginn einige töten konnten, würde dies das übrige Volk bei Absalom demotivieren, denn sie kannten David und seine Männer. Doch in jenem Augenblick waren der fliehende König und seine Mannschaft ermattet. Diese Situation wollte der scharfsinnige Ahitophel zu seinen Gunsten ausnützen.

Nachdem Husai seinen Vorschlag, mit dem er Zeit gewinnen wollte, vorgetragen hatte, lautete das Urteil Absaloms und seiner Männer: «Der Rat Husais, des Arkiters, ist besser als der Rat Ahitophels.» War er wirklich besser? Husai hatte seinen Auftrag, mit dem David ihn nach Jerusalem gesandt hatte, nach seinem Vermögen ausgeführt. Doch das Entscheidende waren nicht seine klugen Worte, sondern das Wirken des Herrn zugunsten Davids. Er bestimmte es so, «um den guten Rat Ahitophels zunichte zu machen.»

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David wird informiert

Sobald Husai sah, dass seinem Vorschlag gegenüber dem Rat Ahitophels der Vorzug gegeben wurde, liess er diese Nachricht David überbringen. Er solle noch in jener Nacht den Jordan überqueren. Die beiden Priestersöhne standen ausserhalb von Jerusalem bereit, um die Botschaft Husais so schnell wie möglich David zu übermitteln. Trotz grösster Vorsicht wurden die beiden von einem Knaben gesehen und an Absalom verraten. Glücklicherweise bemerkten sie, dass sie verfolgt wurden, und konnten sich im Brunnen eines Bewohners von Bachurim verstecken. Es war ein Ehepaar, das zu David hielt und seine Hilfe anbot.

Damit David rechtzeitig gewarnt werden und er sich mit seinen Leuten jenseits des Jordan in Sicherheit bringen konnte, war eine Kette von Diensten nötig. Weil jeder seinen Platz ausfüllte – Husai, die Priester, die Magd, die Söhne der Priester, die Frau in Bachurim –, gelang es. Wenn ein Glied gefehlt hätte, wäre David in die Hände Absaloms gefallen. – Jeder von uns, die wir uns zum Herrn Jesus bekennen, dürfen einen Dienst für Ihn tun. Jeder hat eine andere Aufgabe. Aber alles soll der Ehre unseres Herrn dienen. Sind wir treu an dem Platz, den Er uns angewiesen hat?

Ahitophel war klug genug, um zu erkennen, dass Absalom ins Unglück lief. Gott hatte seine menschlich klugen Pläne durchkreuzt. Eine Rechnung, die Gott ausser Acht lässt, geht nicht auf. Ahitophel zog eine schreckliche Konsequenz. Anstatt sich vor Gott zu beugen, nahm er sich das Leben und lief damit direkt ins Gericht Gottes (Hebräer 9,27).

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David kommt nach Machanaim

Absalom verfolgte David. Auch er überquerte mit seinem Heer den Jordan. Doch er kam zu spät, um David und seine Männer zu überraschen und zu schlagen. Da Joab zu David hielt, setzte Absalom Amasa, einen Cousin von Joab, als Führer an die Spitze des Heeres. Wir ahnen bereits, dass Joab keinen Konkurrenten neben sich dulden wird. Ehrgeizig und rücksichtslos wird er auch Amasa beseitigen (2. Samuel 20,10).

Der Ort Machanaim erinnert an die Geschichte Jakobs (1. Mose 32,3). Auf seiner Rückkehr von Laban in sein Land begegneten ihm dort die Engelheere Gottes. Der Herr stellte ihm diesen Schutz für die Begegnung mit Esau, vor dem er sich zu Recht fürchtete, zur Verfügung. Auch wenn David sich an diesem Ort infolge der Regierungswege Gottes mit ihm befindet – es sind Wege der Züchtigung –, so darf er doch mit dem gleichen Schutz Gottes rechnen.

In Machanaim erfahren David und das Volk bei ihm die Güte und Fürsorge Gottes. Drei wohlhabende Männer verschiedener Herkunft bringen den ermatteten Flüchtlingen Nahrungsmittel und wichtige Gebrauchsgegenstände. Es sind Schobi, ein Ammoniter aus königlichem Geschlecht, Makir, bei dem Mephiboseth gewohnt hatte, und Barsillai, ein 80-jähriger sehr reicher Mann aus Gilead, der dem verstossenen König die Treue hielt. Alle drei hatten nicht nur David, sondern auch das Wohl des Volkes am Herzen. Was für eine Einstellung haben wir zum Volk Gottes?

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Die Schlacht im Wald Ephraim

Nun kommt es zum Kampf zwischen den Soldaten Davids und dem Heer Absaloms. Die Getreuen Davids fürchten, dass sich der Kampf auf den König konzentrieren werde (vergleiche 2. Samuel 17,2.3). Wenn er getötet würde, stände Absalom nichts mehr im Weg, rechtmässiger König auf dem Thron Israels zu sein. Deshalb befolgt David den Rat des Volks und bleibt in der Stadt.

Im Verhältnis zum ganzen Volk, das mit Absalom in den Krieg zieht, ist die Zahl der Soldaten bei David vermutlich gering. Er teilt sie daher in drei Züge auf und unterstellt diese der Führung Joabs, Abisais und Ittais.

Was soll man zum Gebot Davids bezüglich seines Sohnes sagen: «Verfahrt mir gelinde mit dem Jüngling, mit Absalom!»? War es die väterliche Liebe zu seinem Sohn, der einen Putsch anstrebte, oder ist es ein Bild der Liebe des Herrn Jesus zu seinen Feinden? Es ist nicht leicht, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Wir wissen einfach, dass die Langmut Gottes mit seinen Feinden sehr gross ist. Wenn sie jedoch unbeantwortet bleibt und sich erschöpft, wird es kein Erbarmen mehr geben.

In dieser Schlacht – es ist ein Bürgerkrieg in Israel – müssen sehr viele Menschen ihr Leben lassen. Viele fallen durchs Schwert, aber noch mehr kommen in dem wahrscheinlich grossen und dichten Wald Ephraim ums Leben. Auch Absalom stirbt, wie wir im nächsten Abschnitt sehen werden. Das traurige Ende einer eigenwilligen Rebellion, die sich auch gegen Gott richtete!

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Absalom stirbt

Dieser Abschnitt berichtet vom traurigen Ende Absaloms. Der gottlose Sohn Davids hatte sich gegen seinen Vater und damit gegen den von Gott eingesetzten König erhoben. Nun musste er seine Rebellion mit dem Tod bezahlen. Sein Grab war schliesslich ein grosser Steinhaufen. Welch ein Gegensatz zur Denksäule, die er zu Lebzeiten aufgerichtet hatte, um sich über den Tod hinaus ein Denkmal zu seiner Erinnerung zu schaffen! Er musste erfahren, dass Gott dem Hochmütigen widersteht (Jakobus 4,6; 1. Petrus 5,5).

Wir haben früher erwähnt, dass Absalom auf den Antichristen in der Zukunft hinweist. Auch jener Mann, der die teuflische Kopie unseres Erretters sein wird und sich selbst als Gott verehren lässt, wird ein schreckliches Ende finden. Beim Erscheinen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit wird er – der falsche Prophet – zusammen mit dem Herrscher des zukünftigen Römischen Reichs direkt in die Hölle geworfen werden (Offenbarung 19,20; 2. Thessalonicher 2,8).

Diese Verse zeichnen zudem ein getreues Bild vom Charakter Joabs. Ohne sich um das Wort Davids zu kümmern, tötete er Absalom und beglich damit eine offene Rechnung mit dem Königssohn (vergleiche 2. Samuel 14,28-33). Doch der Mann, der Joab darüber informierte, dass Absalom an einem Baum hing, wusste, wie trügerisch sein General war. Wenn es vor David zu seinem Vorteil gewesen wäre, hätte Joab auch seinen Soldaten verraten. Rücksichtslos, ehrgeizig und nur auf den eigenen Vorteil bedacht: So beschreibt ihn die Bibel.

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David bekommt Nachricht

Achimaaz, der treue Sohn des Priesters Zadok, möchte die Nachricht vom Tod Absaloms dem König überbringen. Er will vor allem vom Sieg über die Feinde Davids reden und die Sache vom Tod seines Sohnes möglichst schonend vorbringen. Doch Joab will nicht. Hat er Angst, Achimaaz könnte etwas Negatives über ihn aussagen? Der General schickt einen Afrikaner, den Kuschiten (Kusch = Äthiopien), um die Nachricht vom Sieg der Soldaten Davids dem König zu überbringen.

Achimaaz lässt nicht locker. Vor kurzem hatte er sein Leben gewagt, um David über die Entwicklung der Ereignisse in Jerusalem zu informieren. Aus Liebe zum König möchte er ihm jetzt als Erster die Siegesbotschaft bringen. Schliesslich lässt Joab auch ihn laufen. Er, dessen Herz für David schlägt, kommt dem ersten Meldeläufer zuvor. Er hat einen schnelleren Weg gewählt und kommt als Erster bei David an.

David wartet bereits gespannt auf eine Nachricht. Nachdem er gehört hat, dass die Männer, die sich gegen ihn erhoben haben, geschlagen sind, fragt er nach Absalom. Achimaaz zögert, ihm die Wahrheit zu sagen. Er hat es nicht mit eigenen Augen gesehen, sondern nur von Joab gehört (Vers 20b). Auch der Kuschit spricht zuerst von der Niederlage aller, die gegen David aufgestanden sind. Seine Antwort auf die Frage nach Absalom lässt jedoch für den König keine Zweifel offen: «Absalom ist tot!» Diese schmerzliche Nachricht bricht das Herz von David, wie der erste Vers des nächsten Kapitels zeigt.

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Davids Klage und Joabs Tadel

In der Trauer Davids haben die väterlichen Gefühle die Oberhand. Er lässt sich ganz von ihnen fortreissen und denkt nicht mehr an seine Verantwortung, die er als König gegenüber seinem Volk und seinen Soldaten hat. Er wird ihr überhaupt nicht gerecht.

Der tiefe Schmerz im Herzen Davids, den er laut herausschreit, zeigt, wie lieb der Vater diesen abtrünnigen, rebellischen Sohn trotz allem hatte. Vielleicht ist David auch bewusst geworden, dass er ihn nun endgültig verloren hat. Weil Absalom als ein Ungläubiger gestorben ist, kann er von ihm nicht sagen: «Ich gehe zu ihm», wie er dies vom ersten Sohn Bathsebas sagen konnte (2. Samuel 12,23).

Obwohl Joab direkte Schuld am Tod Absaloms trägt, bleibt er Realist. Er sieht die möglichen katastrophalen Folgen, wenn David sich noch länger seinem Schmerz hingibt und das Volk nicht beachtet. Ohne einen Ton von seiner eigenen Schuld am Tod Absaloms zu sagen, macht er dem König heftige Vorwürfe. David muss gemerkt haben, dass sie gerechtfertigt sind, auch wenn der schuldige Joab sie ausspricht. Er bemüht sich, sein Verhalten zu korrigieren (Vers 9).

Die Stämme Israels merken nun, dass sie einem Falschen nachgelaufen sind. Sie erinnern sich an das, was sie David zu verdanken haben und reden davon, ihn nach Jerusalem zurückzuführen. Der Streit unter den Stämmen in Vers 10 weist wohl darauf hin, dass nicht alle gleich schnell bereit waren, ihr Fehlverhalten einzugestehen.

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David kehrt zurück und begegnet Simei

Es ist schön, in diesen Versen die Gnade im Herzen Davids zu erkennen. Die übrigen Stämme sprachen bereits davon, den König zurückzuführen. Nur Juda, der eigene Stamm Davids, zögerte noch. Doch die Bemühungen des einst verstossenen Königs erreichten das Herz aller Männer von Juda. Es waren Worte der Gnade, die keinerlei Vorwürfe enthielten, und sie blieben nicht ohne Wirkung. Die Antwort der Herzen lautete: «Kehre zurück, du und alle deine Knechte.» Nun konnte David sich auf den Rückweg machen.

Da ist noch einer, der das Verlangen hat, dem heimkehrenden König entgegenzueilen: Simei aus der Familie Sauls und dem Stamm Benjamin. Mit einer ganzen Schar Benjaminiter und mit Ziba, dem Diener des Hauses Sauls, kommt er David entgegen. Simei hat eine grosse Schuld auf sich geladen, als er dem König geflucht hat. Nun bekennt er David sein Vergehen und bittet um Vergebung.

Abisai möchte den Mann gerecht bestrafen. Doch David lässt so etwas am Tag der Gnade nicht zu. Vielmehr vergibt er Simei und versichert ihm mit einem Schwur, ihn nicht zu töten.

Ob das Bekenntnis von Simei echt war, kann man aus diesen Versen nicht erkennen. David untersuchte die Sache damals nicht. Er übergab sie später seinem weisen Sohn Salomo mit den Worten: «Halte ihn nicht für schuldlos» (1. Könige 2,8.9). An diesem Tag gewährt er Simei einfach Vergebung.

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Mephiboseth begegnet David

Der Nächste, der dem zurückkehrenden König entgegenkommt, ist Mephiboseth. Er hat keine Schuld zu bekennen. Er freut sich einfach, dass David in Frieden nach Jerusalem zurückkommt, und möchte dies auch beweisen. Deshalb hat er sich seit dem Tag, da David fliehen musste, nicht mehr gepflegt. Er weiss, dass er von Ziba betrogen und beim König verleumdet worden ist. Ob David bereit sein wird, dem wahren Sachverhalt Glauben zu schenken?

Die erste Frage des Königs beweist, dass er den Worten Zibas geglaubt hat, ohne sie geprüft zu haben. Nun erzählt ihm Mephiboseth die Wahrheit. Doch es geht ihm nicht darum, Recht zu bekommen. Er ist sich bewusst, dass alles, was er bis jetzt von David erfahren hat, reine Gnade ist, die er überhaupt nicht verdient hat. Das Grösste für ihn ist, dass der König in Frieden nach Hause gekommen ist.

David ist relativ kurz in seiner Antwort. Er nimmt seine Worte an Ziba (2. Samuel 16,4) nur halbwegs zurück. Wie schade, dass wir nichts davon hören, dass er zugibt, vorschnell geurteilt zu haben!

Doch von Mephiboseth wollen wir zwei schöne Züge lernen:

  • Lasst auch uns täglich im Bewusstsein leben, dass alles, was der Herr uns schenkt, reine Gnade ist. Wir haben auf nichts ein Anrecht.
  • Die Selbstlosigkeit Mephiboseths ist nachahmenswert. Auf etwas zu verzichten, statt auf unserem Recht zu beharren – wie schwer fällt uns dies!
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Barsillai und der Streit im Volk

Auch der 80-jährige Barsillai erscheint noch einmal, um den König über den Jordan zu geleiten. Sein Herz schlägt wirklich für David. Nachdem er ihn in der Not materiell unterstützt hat (2. Samuel 17,27-29), zeigt er ihm jetzt einfach seine Hingabe.

Der König möchte ihn belohnen. Er ladet ihn ein: Komm mit mir nach Jerusalem! Dort werde ich mich um dich kümmern und dich versorgen. – Welche Ehre! Doch der alte Mann hat dem König nicht für eine Belohnung gedient. Er lehnt das Angebot mit der Begründung ab, er sei alt und habe viele Altersbeschwerden. Er würde dem König nur zur Last fallen. Er hält sich nicht für würdig, so königlich behandelt zu werden. Kimham – vermutlich ein Sohn Barsillais – kommt in den Genuss des königlichen Angebots. Wie schön ist der Abschied Barsillais vom König! Er empfängt von David eine Zusage (Vers 39), einen Kuss als Zeichen der Liebe und seinen Segen.

Wie traurig ist die Diskussion zwischen dem Stamm Juda und den übrigen Stämmen! Beide Seiten trugen ihre Schuld. Weder die einen noch die anderen hatten Grund, derart anmassend aufzutreten. Hätten sich nicht beide über ihr Versagen schämen müssen? Israel war zum grossen Teil Absalom nachgefolgt und hatte damit David verraten. Es war aber nach dem Tod Absaloms zuerst zurückgekehrt. Juda hatte sich anfangs träge gezeigt. Doch es hatte diesen Mangel an Eifer dadurch gut gemacht, dass es dem Ruf der Gnade zuerst Folge leistete, während Israel noch zögerte (2. Samuel 19,9-12.15).

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Scheba macht einen Aufstand

Der Feind lässt nicht locker, wenn es darum geht, die Gläubigen anzugreifen und gegen Gott und seine Wege vorzugehen. Kaum ist Absalom gestorben, erhebt sich eine neue Rebellion. Noch sind nicht alle Stämme wieder unter der Herrschaft Davids vereint, da versucht ein Benjaminiter, die Männer von Israel hinter sich her zu ziehen. Nur Juda, der königliche Stamm, bleibt David treu.

Dadurch, dass Absalom die Nebenfrauen Davids zu seinen eigenen gemacht hatte, war Sünde geschehen und Verunreinigung entstanden. Nun lebte David nicht mehr mit diesen Nebenfrauen zusammen. Er versorgte sie zwar, doch sie lebten bis zu ihrem Tod als Witwen.

Die nächsten Verse zeigen den Versuch Davids, den Heerführer Joab zu entlassen und durch Amasa zu ersetzen. Doch Amasa kommt seinem Auftrag nur zögernd nach. Das bringt David in Unruhe. Doch anstatt die Not im Gebet vor Gott zu bringen, begibt er sich wieder in die Hände Abisais und Joabs. Hätte Gott hier nicht helfend eingreifen können, wenn David auf Ihn gewartet und Ihm vertraut hätte?

Der ehrgeizige, gewissenlose Joab schreckt nicht davor zurück, erneut zum Mörder zu werden, wenn es darum geht, seinen Posten zu verteidigen. Wir wundern uns manchmal, wie viel ungerechtes Tun Gott im Leben eines Menschen zulässt. Doch auch Joabs Stunde wird schlagen (1. Könige 2,28-34).

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Der Aufstand wird niedergeschlagen

Nachdem Joab seinen Konkurrenten kaltblütig und hinterlistig aus dem Weg geräumt hatte, setzte er die Verfolgung des aufständischen Scheba intensiv fort. Ja, es wurde jedem zugerufen: «Wer für David ist, folge Joab nach!» Schliesslich kamen sie zur Stadt Abel-Beth-Maaka, in der sich der Aufrührer verschanzt hatte.

Joab und seine Soldaten versuchten, durch das Unterwühlen eines Stücks der Stadtmauer diese zum Einsturz zu bringen. Aber eine weise Frau rettete die Bewohner und sorgte für ein Ende des Bruderkriegs. Sie erkannte, dass es nur um den Mann ging, der seine Hand gegen den rechtmässigen König erhoben hatte. Die Bewohner der Stadt, in der er sich verschanzt hatte, waren in dieser Hinsicht unschuldig. Sobald der Rebell tot war, blies Joab zum Rückzug. Der Feldzug war beendet.

In den Schlussversen werden alle wichtigen Personen und ihre Aufgaben im Reich von König David aufgelistet. Nachdem die Rebellion Absaloms und der Aufstand Schebas beseitigt sind, kann in der Regierung und Verwaltung des Reiches wieder Ruhe einkehren. Mit dem Abschluss des 20. Kapitels endet dieser Teil der Geschichte Davids. Was der Heilige Geist in den Schlusskapiteln von 2. Samuel noch hinzufügt, sind gewisse Einzelheiten, die sich während der Regierungszeit Davids abgespielt haben. Sie bilden das Schlusswort des Buches.

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Die Gibeoniter

Wann diese Hungersnot stattgefunden hat, wird nicht gesagt. Es war einfach «in den Tagen Davids». Die Not im Volk trieb David ins Gebet vor Gott. Er «suchte das Angesicht des Herrn», und der Herr gab ihm eine klare Antwort. Es handelt sich hier um die Wege Gottes, die Er in seiner Regierung mit den Menschen geht.

Saul hatte während seiner Regierungszeit gegen Gottes Willen gehandelt. Die Gibeoniter gehörten zu den früheren Bewohnern Kanaans. Zur Zeit Josuas hatten sie Israel überlistet, so dass Josua mit ihnen einen Bund schloss, «sie am Leben zu lassen» (Josua 9,15). Als ihr Betrug ans Licht kam, konnte Israel nicht mehr zurück. Sie mussten ernten, was sie gesät hatten.

Der ungläubige, aber religiöse König Saul akzeptierte dies nicht. In seinem Eifer für das Volk Israel wollte er die Gibeoniter ausrotten. Aber Gott konnte dies nicht durchgehen lassen. Durch die Hungersnot erinnerte Er David und das Volk an das geschehene Unrecht.

David fragte die Betroffenen, welche Sühnung sie verlangten. Hätte er nicht mit Gott über die Lösung des Problems reden sollen, nachdem der Herr ihm die Ursache der Hungersnot gesagt hatte? Vielleicht hätte Er ihm einen besseren Weg gezeigt, um der Sache gerecht zu werden. Die Gibeoniter forderten einfach ihr Recht. Bei Gott hätte es vielleicht einen Weg der Gerechtigkeit gepaart mit Barmherzigkeit gegeben.

Das Verhalten Rizpas führte dazu, dass alle Getöteten sowie die Gebeine Sauls und Jonathans ein würdiges Begräbnis im Grab ihres Stammvaters Kis fanden.

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Die Philister

Als das Volk Israel auf der Wüstenreise an die Grenze Kanaans kam, schickten sie Kundschafter ins Land. Diese erzählten bei ihrer Rückkehr von den Riesen, die sie gesehen hatten (4. Mose 13,33). Da zweifelte das Volk an der Macht Gottes und murrte gegen Ihn, so dass sie weitere 38 Jahre in der Wüste umherwandern mussten. Später, bei der Eroberung des Landes unter Josua, wurden diese Riesen ausgerottet, bis auf einige, die in Gaza, Gat und Asdod übrigblieben (Josua 11,21.22). Diese Einzelkämpfer spielten in der Geschichte Davids eine grosse Rolle. Denken wir nur an den Sieg des jungen Hirten über Goliath (1. Samuel 17).

In diesen Versen haben wir eine Zusammenstellung von vier Söhnen des Rapha, also von vier Riesen, die alle durch die Hand Davids oder seiner Soldaten fielen. Bei Jischbi-Benob, dem ersten hier erwähnten, scheint David nicht mehr der Jüngste gewesen zu sein. Er geriet jedenfalls in arge Bedrängnis. Wenn Abisai ihm nicht zu Hilfe geeilt wäre, hätte der Riese David vermutlich erschlagen. Das war für David der Zeitpunkt, um sich vom aktiven Kampfgeschehen zurückzuziehen.

Übertragen auf uns geht es um den Kampf des Glaubens. In 1. Johannes 2,14 wird speziell von den Jünglingen im Glauben gesagt: «Ihr seid stark und das Wort Gottes bleibt in euch und ihr habt den Bösen überwunden.» Wir alle aber wollen daran denken, dass der Herr Jesus den Feind, der uns oft wie ein unbesiegbarer Riese erscheint, am Kreuz besiegt hat. Wir haben es mit einem geschlagenen Feind zu tun.

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Der Herr rettet und befreit

Die Worte dieses Liedes von David entsprechen Psalm 18. Nachdem der Herr ihn von allen Feinden errettet hatte, dichtete er dem Herrn dieses Lied. Es ist gewissermassen ein Dank an Gott für alles, was er von Ihm erfahren hat. Aber David betet Gott mit diesen Worten auch an, indem er Ihn über all das rühmt, was Er in sich selbst ist.

Wie viele Titel und Bezeichnungen gibt David seinem Gott in den Versen 2 und 3! Er ist sein sicherer Fels, seine Burg als Zufluchtsort, sein Erretter, der ihn aus vielen schwierigen Situationen gerettet hat. Er ist auch sein Schild, der ihn vor den Angriffspfeilen der Feinde schützt, das Horn seines Heils, was von Kraft spricht, und seine hohe Festung und Zuflucht.

Die Verse 5 und 6 zeigen, dass David bei manchen Gelegenheiten – sie werden in Gottes Wort nicht näher beschrieben – am Rand des Todes stand. Aber Gott erhörte sein Rufen und kam ihm zu Hilfe.

Die Verse 8-16 beschreiben verschiedene Arten des Eingreifens Gottes. Sie treffen nicht alle wörtlich auf David zu. Diese Verse haben eine prophetische Bedeutung. Sie sind der Ausdruck des bedrängten gläubigen Überrests der Juden in der Endzeit. Diese werden durch Todesnöte zu gehen haben, aber zu Gott um Hilfe rufen. In der Person des Sohnes Davids wird Er ihnen auf sichtbare Weise zu Hilfe kommen. Der Herr Jesus wird in göttlicher Macht und Herrlichkeit erscheinen, seine Feinde vernichten und die Seinen retten. Diese Rettung wird möglich sein, weil Er selbst auf Golgatha für sein irdisches Volk gestorben ist.

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Der Herr handelt gerecht

Wunderbar sind die Rettungen, die David während seines Lebens bei vielen Gelegenheiten von Seiten seines grossen Gottes erlebt hat. Wenn wir dann den Grund für das Eingreifen Gottes erfahren, werden wir stutzig. War David vor seinem tiefen Fall wirklich so rein, so gerecht, so vollkommen? Die Antwort lautet: Nein. Doch wir können von ihm sagen: Er hatte ein aufrichtiges Verlangen, dem Herrn in Treue nachzufolgen und seinem Wort zu gehorchen. Aber vollkommen war er nicht. Auch vor seiner Sünde mit Bathseba lebte er nicht immer auf der Höhe des Glaubens.

Wir merken, dass David hier als inspirierter Schreiber von einem Grösseren spricht. Diese Worte weisen auf den Herrn Jesus hin, den einzig absolut reinen und gerechten Menschen. Er war und blieb ohne Sünde. Wenn es um das Befolgen der Anweisungen Gottes im Gesetz ging, konnte Er von sich sagen: «Dein Wohlgefallen zu tun, mein Gott, ist meine Lust; und dein Gesetz ist im Innern meines Herzens» (Psalm 40,9). Er ist der einzige Mensch, der Gott Grund gab, Ihn zu lieben und Ihn zu erretten.

Doch wir denken daran, dass unser Erlöser diese Errettung nicht für sich in Anspruch nahm (Matthäus 26,53.54). Freiwillig ging Er für andere in den Tod am Kreuz. Ja, dort nahm Er auch deine und meine Stelle im Gericht Gottes ein, damit wir frei ausgehen konnten. So können wir sagen, dass die Errettung, von der in diesem Psalm die Rede ist, dem Volk des Messias und all den Seinen zugut kommt.

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Der Herr hilft im Kampf

Wie vieles hatte David am Ende seines Lebens Gott zu verdanken! Noch einmal zählt er manches auf, das er während seines Lebens erfahren hat. Der Herr war seine Leuchte in dunklen Tagen, seine Hilfe und Kraft, um Hindernisse zu überwinden, sein Schild, seine Zuflucht, sein Fels, seine starke Festung.

David war sich bewusst, dass er nichts in sich selbst war. Alles verdankte er dem Herrn: seine sicheren Schritte auf dem Glaubensweg und dass er ein erfolgreicher Kämpfer wurde und seine Feinde besiegen konnte. So zählt er in diesen Versen im Einzelnen auf, wie Gott ihm geholfen hat.

Interessant ist der Wechsel in der Anrede. In den Versen 29-30 sowie 36-43 spricht er mit Gott. Dankbar erwähnt er vor Ihm, wie er seine Hilfe erfahren hat. In den Versen 31-35 spricht er in der dritten Person von Gott. Es ist, als ob er einem Zuhörer bezeugen wollte, was für ein wunderbarer Gott sein persönlicher Gott und der Gott seines Volkes sei.

David ist uns darin ein nachahmenswertes Vorbild. Möchten auch wir mehr im Bewusstsein der täglichen Hilfe, Führung und Unterstützung unseres Herrn leben. Wo wären wir, wenn Er seine Hand zurückziehen und uns uns selbst überlassen würde? Lasst uns dabei das Danken nicht vergessen (1. Thessalonicher 5,16-18)! Und wenn der Herr uns eine Gelegenheit schenkt, wollen wir auch ein freudiges Zeugnis von Ihm und von dem, was Er ist, ablegen.

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Der Herr sei gelobt

In diesen Versen beschreibt David, wie Gott sein Königtum befestigt und seinen Herrschaftsbereich ausgeweitet hat. Zuerst gab es Unstimmigkeiten innerhalb des Volkes. Siebeneinhalb Jahre regierte er in Hebron nur über den Stamm Juda. Erst dann kamen die Stämme Israels zu ihm nach Hebron und salbten ihn zum König über ganz Israel (2. Samuel 5,1-5).

Als König über alle Stämme erweiterte er den Bereich seiner Herrschaft, indem er die Nachbarvölker unterwarf (2. Samuel 8).

In Vers 49 finden wir sicher einen Hinweis auf Isboseth, den Gegenkönig aus der Familie Sauls, auf Absalom, der seinen Vater vom Thron stossen wollte, und auf Scheba, der versuchte, die elf Stämme von David ab und hinter sich her zu ziehen. Alle kamen in ihrer Auflehnung gegen den von Gott erwählten König ums Leben.

Die Schlussverse dieses Kapitels reden prophetisch von der Errichtung des Tausendjährigen Reiches des Herrn Jesus Christus. Wenn Er seine Herrschaft über die Erde antreten wird, werden sich alle Völker Ihm unterwerfen müssen. Viele werden es mit Schmeichelei tun, denn jeder offene Widerstand gegen Ihn wird sofort bestraft werden. Die Offenbarung zeigt uns, wie der politische Führer des wiedererstehenden Römischen Reichs und der Antichrist als religiöser Führer ihre Heere gegen den Herrn Jesus versammeln. Aber Christus wird einen völligen und umfassenden Sieg davontragen.

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Die letzten Worte Davids

Kapitel 23 beginnt mit den letzten Worten Davids. Was seine menschliche Abstammung betrifft, ist er der Sohn Isais. In den Augen Gottes aber ist er der hoch gestellte Mann, oder wie es anderswo ausgedrückt wird: der Mann nach dem Herzen Gottes. Das ist die Stellung, die Gottes Gnade ihm verliehen hat. Als Gesalbter des Gottes Jakobs ist er König über Israel, und die Bezeichnung «der Liebliche in Gesängen Israels» weist auf ihn als Psalmdichter hin.

Doch David war nicht einfach ein Dichter. Gott benutzte ihn als inspirierten Schreiber seines ewigen Wortes. Die Psalmen von David, die uns in der Bibel aufbewahrt sind, sind wörtlich inspiriert (Vers 2). Durch ihn hat der Gott Israels uns Menschen ewig gültige Mitteilungen gemacht. Sie sind vor allem prophetischer Natur und reden von dem einen wirklich gerechten und gottesfürchtigen Herrscher in der Zukunft: von Jesus Christus. Er lebte einst als Mensch in Niedrigkeit hier und starb am Kreuz. Dann aber ist Er auferstanden und in den Himmel zurückgekehrt. Er wird in Macht und Herrlichkeit wiederkommen, wie es Vers 4 beschreibt. An jenem Morgen ohne Wolken wird Er als die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und sein Reich hier antreten (Maleachi 3,20).

Gleichzeitig mit diesem Blick in die Zukunft muss David sein eigenes Versagen beklagen. – Dann erklärt er, dass das Kommen des Herrn in Herrlichkeit auch das Gericht über die Söhne Belials einschliesst. Damit sind die Menschen gemeint, die im Unglauben und Widerstand gegen Gott verharren.

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Die Helden Davids (1)

Am Ende von Davids Leben finden wir die Liste seiner Helden. Aufgrund der Verse 13-17 können wir annehmen, dass diese tapferen Männer ihre Heldentaten zur Zeit vollbrachten, als David noch auf der Flucht vor Saul war. Damals litt das ganze Volk unter der Bedrückung der Philister. Aber es gab mutige Männer, die sowohl zu David, dem Gesalbten des Herrn, hielten als auch das Wohl des Volkes am Herzen hatten.

Was waren die Merkmale dieser Helden? Sie zeichneten sich durch Mut und Ausdauer aus, aber auch durch Hingabe an ihren Anführer David. Und der Herr bekannte sich zu ihnen. Zweimal heisst es: «Der Herr schaffte eine grosse Rettung» (Verse 10.12). Diese Helden bewiesen ihren Mut, als die Übrigen flohen. Doch sie waren «bei David», der damals vor Goliath auch nicht zurückgewichen war.

Ausführlich wird die Tat von den drei Helden beschrieben, die David einen Herzenswunsch erfüllen wollten und dabei keine Rücksicht auf ihr Leben nahmen. Was muss dies für David gewesen sein, als die Männer mit dem Wasser aus der Zisterne in Bethlehem zurückkamen! Er konnte diese Ergebenheit nicht einfach so annehmen. Das Opfer war zu gross, als dass er das Wasser einfach getrunken hätte. Er goss es dem Herrn als Trankopfer aus.

Wir können heute kaum mehr solche Heldentaten für unseren Herrn vollbringen. Aber mutig für Ihn und seinen Namen einstehen und unser Leben Ihm zur Verfügung stellen – das können wir heute noch. Möchten wir es zu seiner Freude tun.

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Die Helden Davids (2)

Abisai, der Bruder Joabs, war der Anführer der drei in den Versen 13-17 erwähnten Helden. Er zeichnete sich durch eine weitere grosse Tat aus, indem er es mit 300 Feinden aufgenommen hatte. In Vers 24 wird Asael, sein Bruder, erwähnt, der früh gefallen war (2. Samuel 2,23). Seine Tapferkeit musste er also früher bewiesen haben, vermutlich zur Zeit als David noch auf der Flucht vor Saul war.

Auch von Benaja wird Näheres berichtet. Er war der Sohn eines tapferen Vaters. David setzte ihn über die Keretiter und Peletiter, die vermutlich seine Leibwache bildeten (Fussnote 2. Samuel 23,23; 8,18; 20,23). Unter Salomo wurde dieser treue Mann der Anführer des gesamten Heeres (1. Könige 4,4).

Einen interessanten Hinweis liefert Vers 34. Dort wird Eliam, der Sohn Ahitophels, erwähnt. Diese Bemerkung wirft die Frage auf, warum Ahitophel, der Vater eines Helden Davids, nicht zu David, sondern zu Absalom hielt. Eine Antwort darauf ist wohl die Aussage in 2. Samuel 11,3: Bathseba war die Tochter Eliams! Die Sünde Davids mit Bathseba muss ihren Grossvater schwer getroffen und ihn zur Rache an David bewogen haben. Doch Gott liess es nicht so weit kommen.

Der letzte in der Liste ist Urija, der Hethiter. Sein Name blieb in guter Erinnerung, auch wenn David seinen Tod befohlen hatte.

Ein wichtiger Name fehlt in der Liste: Joab, obwohl er sicher auch Heldentaten vollbracht hatte. Doch sein Herz schlug nicht aufrichtig für David. Er dachte immer ehrgeizig an den eigenen Vorteil.

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Die Zählung des Volkes

Der Geist Gottes sagt uns nicht genau, wann diese Volkszählung stattgefunden hat – irgendwann während der Regierungszeit Davids über ganz Israel. Doch der Grund dafür wird angegeben: «Der Zorn des Herrn entbrannte erneut gegen Israel.» In seinen Regierungswegen wollte Gott sein Volk züchtigen. Das Werkzeug dazu war David, der gleichzeitig seine eigene Lektion lernen musste.

Man kann sich fragen: Warum war diese Volkszählung für Gott so schlimm? – Bei den anderen Zählungen oder Musterungen, die in der Bibel aufgeschrieben sind, lag immer ein bestimmter Grund dafür vor:

Diese Zählung jedoch sollte nur den Hochmut des Königs befriedigen.

Joab war dagegen. Er wollte David von seinem Vorhaben abbringen. Warum wohl? Weil es dabei nichts gab, was den Interessen Joabs genützt hätte. Aber David blieb bei seiner Idee. Nach über neun Monaten hatte er seine Zahlen – und ein belastetes Gewissen.

In 1. Johannes 2,15.16 werden wir vor der Liebe zur Welt gewarnt und vor dem, was in der Welt ist: die Lust des Fleisches, die Lust der Augen und der Hochmut des Lebens. In den zwei ersten Stücken hatte David bereits versagt. Nun trat er auch in die dritte Schlinge und fiel. Wir wollen uns durch diese Erfahrungen Davids warnen lassen und alles meiden, was von der Welt kommt. Die Gefahr ist zu gross!

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Die Strafe

Kaum war sein Hochmut befriedigt, da regte sich das Gewissen Davids. Doch das Geschehene konnte er nicht mehr rückgängig machen. Das Einzige, was ihm blieb, war ein aufrichtiges Bekenntnis seiner Sünde vor Gott. Ohne zu zögern betete er zum Herrn: «Ich habe sehr gesündigt in dem, was ich getan habe.»

Doch die Züchtigung konnte Gott nicht wegnehmen. Und denken wir daran, es ging dem Herrn um das ganze Volk (Vers 1). Drei Arten von Gericht legte der Prophet im Namen des Herrn dem König vor. Eine davon sollte er auswählen. Nun zeigt sich der Glaube Davids, auch wenn ihm sehr angst war. Er wollte sich den Händen des Herrn übergeben, weil er wusste, dass Gottes Gerechtigkeit untrennbar mit seinem Erbarmen verbunden ist.

So kam die Pest über das Volk. Bereits waren 70 000 Menschen daran gestorben, als der Engel des Gerichts seine Hand gegen Jerusalem ausstrecken wollte. Nun gebot Gott: «Genug, zieh jetzt deine Hand ab!» In den Worten: «Da reute den Herrn das Übel», erkennen wir etwas von dem Erbarmen Gottes, das nun in Aktion trat. Doch David nahm die ganze Verantwortung auf sich und bekannte: «Ich habe gesündigt, und ich habe verkehrt gehandelt.» Unwillkürlich denken wir an den Herrn Jesus, der im Gegensatz zu David keine eigene Sünde hatte, aber bereit war, vor Gott für uns in den Riss zu treten und dabei unsere Sünden zu den seinen zu machen (Psalm 40,13).

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Der Altar auf der Tenne

Weil David selbst gesündigt hatte, konnte er nicht für das Volk Sühnung tun. Aber Gott in seiner Gnade wies ihn an, einen Altar zu bauen und ein Opfer zu bringen. David kaufte von Arawna, dem Jebusiter, die Tenne und die Rinder, und zwar um den vollen Preis. Er liess sich nichts schenken. Als David dann Brand- und Friedensopfer auf diesem Altar darbrachte, beendete Gott das Gericht über Israel.

Dieser letzte Abschnitt im zweiten Buch Samuel hat eine weitreichende Bedeutung. Es erinnert uns an das, was einst auf Golgatha geschehen ist. Dort am Kreuz hat der Heiland als Mittler zwischen Gott und uns Menschen unsere Stelle im Gericht eingenommen. Dort hat Er durch seinen Sühnungstod die Frage der Sünde auf göttliche Weise gelöst. Nun kann Gott jeden Glaubenden begnadigen, ohne dass seiner Heiligkeit und Gerechtigkeit irgendwie Abbruch getan wird. Wie gross und herrlich ist doch das Opfer unseres Erlösers!

Auf jener Tenne baute später Salomo den Tempel Gottes, wo Gottesdienst dargebracht wurde (2. Chronika 3,1). So ist dieser Altar und das Opfer darauf auch die Grundlage für Gott gemässe Anbetung geworden. Auch unsere christliche Anbetung gründet sich einzig und allein auf das gewaltig grosse Geschehen von Golgatha: das Sühnungswerk unseres Heilands.

So endet das zweite Buch Samuel – das die Verantwortung des Menschen und Gottes Regierungswege zeigt – mit dem Altar und dem Sühnopfer als Grundlage für die Gemeinschaft der Menschen mit Gott.

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