Die Wiederherstellung von Petrus
Petrus verleugnete seinen Meister dreimal. Doch der Herr gab den gefallenen Jünger nicht auf. Er sorgte dafür, dass Petrus wiederhergestellt wurde. In seinem Handeln können wir sieben Schritte erkennen.
Erster Schritt: Das Gebet des Herrn
Bevor Petrus fiel, hatte der Herr Jesus gesagt: «Simon, Simon! Siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebetet» (Lk 22,31.32). Der Herr bat nicht, dass Petrus vor der Versuchung des Teufels und dem Fall bewahrt würde. Beides war leider nötig, um das ungute Selbstvertrauen von Petrus ans Licht zu bringen. Aber der Herr betete, dass der Glaube seines Jüngers nicht aufhöre. Denn als Folge seiner Sünde hätte sein Gottvertrauen zerstört werden können. Weil der Herr für Petrus betete, blieb dessen Glaube jedoch bestehen. Er gelangte zur Buße und zur Wiederherstellung.
Zweiter Schritt: Die Warnung des Herrn
«Ich sage dir, Petrus, der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, mich zu kennen» (Lk 22,34). Ist es jemals vorgekommen, dass ein Gläubiger gefallen ist, ohne vorher gewarnt zu werden? Weil wir oft so selbstsicher und voller Selbstvertrauen sind, beachten wir die Warnung vielleicht nur wenig oder gar nicht. Es fällt auf, wie direkt der Herr seinen Jünger davor warnte, Ihn vor dem Hahnenschrei dreimal zu verleugnen.
Dritter Schritt: Der Blick des Herrn
Nach der dritten Verleugnung wandte sich der Herr um und «blickte Petrus an» (Lk 22,61). Wir können sicher sein, dass es ein Blick grenzenloser Liebe war. Petrus hatte sich gerade vom Herrn abgewandt und gesagt: «Ich kenne den Menschen nicht!» (Mt 26,74). Unmittelbar danach drehte sich Jesus zu Petrus um und warf ihm einen Blick zu, der ihm gesagt haben muss: Du behauptest, Mich nicht zu kennen, aber Ich kenne dich und liebe dich! Die herzlose Verleugnung durch Petrus rief im Herzen des Herrn weder Verbitterung noch Ärger hervor, denn Er liebt die Seinen bis ans Ende (Joh 13,1).
Vierter Schritt: Das Wort des Herrn
«Petrus erinnerte sich an das Wort des Herrn» (Lk 22,61). Der Blick seines Herrn brach dem Jünger das Herz, das Wort des Herrn erreichte nun sein Gewissen. So ging Petrus hinaus und weinte bitterlich. Er verliess den Hof des Hohenpriesters in tiefer Reue und war damit bereits auf dem Weg zur Wiederherstellung. Er ging hinaus, weil sein aufgewecktes Gewissen ihm nicht mehr erlaubte, in falschen Verbindungen zu bleiben. Er weinte bitterlich, weil die unveränderliche Liebe des Herrn sein Herz erreicht hatte.
Fünfter Schritt: Die Botschaft des Herrn
Mit welcher Fürsorge kümmerte sich der Herr um das verirrte Schaf! An seinem Auferstehungsmorgen teilte Er den Frauen durch den Engel mit: «Geht hin, sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er euch vorausgeht nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat» (Mk 16,7). Er nannte den Namen von Petrus ausdrücklich, um dessen banges Herz zu beruhigen. Er war dem Herrn nur von weitem gefolgt und hatte Ihn verleugnet. Nun würde der Herr vorausgehen und Petrus würde folgen, um Ihn zu sehen – genau so, wie es Jesus Christus gesagt hatte. Das Wort des Herrn wankt nie. Alles wird so kommen, wie Er es angekündigt hat. Berührt das nicht unser Herz? Unser Selbstvertrauen kann uns zu Fall bringen, aber nicht ein einziges Wort des Herrn wird zur Erde fallen (2. Kön 10,10).
Sechster Schritt: Die persönliche Unterredung des Herrn
Die Botschaft des Herrn bereitete Petrus auf das persönliche Treffen vor, das noch am selben Tag stattfand. Wir lesen rückblickend: «Der Herr ist wirklich auferweckt worden und dem Simon erschienen» (Lk 24,34). Wie wunderbar ist diese Gnade! Vielleicht hätten wir gedacht, Er wäre dem Jünger erschienen, den Jesus liebte. Doch die Gnade begegnete zuerst dem Jünger, der Ihn verleugnet hatte: «Er ist Kephas erschienen, dann den Zwölfen» (1. Kor 15,5). Der Herr wollte zuerst das gebrochene Herz von Petrus verbinden, bevor Er die Herzen der anderen Jünger glücklich machte. Bei dieser verborgenen Unterredung mischte sich kein Fremder ein. Der Herr Jesus wollte, dass alles Versagen bekannt und ans Licht gebracht würde. Doch das geschah nur mit Ihm. Keiner sollte jemals wissen, was in diesem ernsten Augenblick zwischen dem Herrn und Petrus geschah.
Siebter Schritt: Das öffentliche Handeln des Herrn
In Johannes 21 finden wir den letzten Schritt zur Wiederherstellung von Petrus. Der Herr sprach zu ihm in Gegenwart der anderen Jünger. Die begangene Sünde war in einer persönlichen Unterredung in Ordnung gebracht worden. Die böse Frucht des alten Baumes war gerichtet und dem Herrn bekannt worden. Das hatte das Gewissen des Jüngers erleichtert. Doch die verdorbene Wurzel, die die schlechte Frucht hervorgebracht hatte, musste noch freigelegt und verurteilt werden. Nur so konnte das Herz von Petrus völlig wiederhergestellt werden. Er hatte seine Sünden bereits verurteilt. Nun führte ihn der Herr mit drei Fragen dazu, sich selbst zu verurteilen.
Als gedemütigter und wiederhergestellter Gläubiger wurde Petrus aufgefordert, sich um die Schafe des guten Hirten zu kümmern, Gott durch den Tod zu verherrlichen und auf dem Weg dorthin dem Herrn Jesus nachzufolgen. Wunderbare Gnade!
Buchtipp: Wie weiter, Petrus?