Das Lamm Gottes
Vom ersten Buch Mose bis zur Offenbarung finden wir Jesus Christus als das Lamm. Es fällt auf, dass die Bibel das Lamm Gottes auch zeitlich vom Anfang bis zum Ende zeigt. Aus dieser Sicht wollen wir einige Stellen anschauen und den Herrn Jesus als das Lamm bewundern.
1) In der Ewigkeit zuvorerkannt
Gott fasste in der Ewigkeit den Vorsatz, die Gläubigen der Gnadenzeit reich zu segnen. Er wählte sie dazu aus, heilig und untadelig vor Ihm in Liebe zu sein. Gott, der Vater, bestimmte auch im Voraus, dass sie seine Söhne seien, die seine Gedanken verstehen (Eph 1,3-5).
Dieser Plan konnte durch die Sünde des Menschen nicht verhindert werden, weil Gott bereits in der Ewigkeit seinen eigenen Sohn als Lamm vorgesehen hatte. Er sollte das Opfer werden, das das Problem der Sünde löst und dadurch die Ausführung des ewigen Vorsatzes Gottes möglich macht. So sind wir als Glaubende erlöst worden «mit dem kostbaren Blut Christi, als eines Lammes ohne Fehl und ohne Flecken; der zwar zuvorerkannt ist vor Grundlegung der Welt» (1. Pet 1,18-20).
2) Im Alten Testament angekündigt
Der erste Mensch übertrat das Gebot Gottes. Dadurch kamen die Sünde, der Fluch und der Tod in die Welt. Das Verhältnis des Menschen zu Gott war gestört. Zur Lösung dieses gravierenden Problems braucht es ein Opferlamm.
Auf dem Weg nach Morija fragte Isaak seinen Vater: «Wo aber ist das Schaf zum Brandopfer?» (1. Mo 22,7). Das ist die grosse Frage, die seit dem Sündenfall im Raum steht: Wo ist das Lamm, das Gott im Blick auf die Sünde verherrlicht und den Menschen vor dem Gericht rettet?
Abraham gab Isaak zur Antwort: «Gott wird sich ersehen das Schaf zum Brandopfer» (1. Mo 22,8). Das heisst: Gott würde die Lösung schaffen und das Opferlamm geben. Gerade in Morija, wo Abraham seinen Sohn opfern sollte, wird das Lamm angekündigt, das Gott ausersehen hat. Es ist sein einzigartiger, geliebter Sohn!
3) In der Zeit offenbart
Als die Zeit erfüllt war, kam der ewige Sohn Gottes als Mensch auf die Erde. Johannes der Täufer sah Ihn zu sich kommen und sagte: «Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt wegnimmt!» (Joh 1,29).
Der Ausdruck «Lamm Gottes» macht einerseits klar, dass der Herr Jesus das Opferlamm ist, das Gott in seiner Liebe zur Erlösung von Menschen gegeben hat (Joh 3,16). Anderseits ist Er das Lamm, das der Heiligkeit Gottes entspricht und den göttlichen Ansprüchen genügt.
Sein Erlösungswerk ist die Grundlage, auf der die Sünde mit allen ihren traurigen Folgen weggetan werden wird. Wenn wir über die weitreichenden Auswirkungen seines Todes nachdenken, können wir nur staunen und anbeten.
4) Von den Menschen misshandelt
«Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf» (Jes 53,7).
Diese Prophezeiung auf den Herrn Jesus betrifft das, was Er vonseiten der Menschen erduldete. Er stand vor dem Synedrium und vor dem römischen Richter wie ein Lamm, das zur Schlachtung geführt wird. Er wurde zu Unrecht geschlagen, verspottet und verurteilt.
Der Heiland beugte sich darunter, als Er so ungerecht und böse behandelt wurde. Er öffnete seinen Mund nicht, um sich zu rechtfertigen – wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern. Wie erstrahlt darin seine moralische Vollkommenheit!
5) Am Kreuz geopfert
«Auch unser Passah, Christus, ist geschlachtet worden» (1. Kor 5,7). In den drei Stunden der Finsternis kam der Heiland ins Feuer des göttlichen Gerichts. Er litt an unserer Stelle für die Sünden, die wir begangen haben. Dann opferte Er sein reines Leben, um mit seinem Blut unsere Schuld vor Gott zu tilgen.
Der Gedanke, dass der Herr Jesus als das Lamm für uns geschlachtet worden ist, soll sich auf unser Verhalten auswirken: Wir nehmen es mit der Sünde ernst, weil wir wissen, dass der Heiland furchtbar gelitten hat, als Er die Strafe zu unserem Frieden auf sich nahm.
6) Im Evangelium verkündigt
Der Äthiopier las die Worte aus Jesaja 53,7 über das Lamm und fragte Philippus: «Von wem sagt der Prophet dieses, von sich selbst oder von einem anderen?» Da benutzte Philippus diese Schriftstelle, um ihm das Evangelium von Jesus zu verkündigen (Apg 8,32-35).
Bis heute wird das Wort vom Kreuz verkündigt und verbreitet. Es stellt Jesus Christus als das Opferlamm vor, das am Kreuz für fremde Schuld gelitten hat und gestorben ist. Wer an den gekreuzigten Heiland glaubt, wird errettet. In seinem Namen empfängt der Glaubende Vergebung seiner Sünden und findet Frieden mit Gott.
7) Im Himmel verehrt
«Ich sah inmitten des Thrones und der vier lebendigen Wesen und inmitten der Ältesten ein Lamm stehen wie geschlachtet» (Off 5,6). Diese Szene weist auf die Zukunft hin, wenn wir im Himmel sein werden.
Der Herr Jesus wird ewig das Lamm wie geschlachtet sein. Er wird die Wundmale des Kreuzestodes an seinem Herrlichkeitsleib tragen, damit wir immer wieder an das erinnert werden, was an der Stätte Golgatha geschah.
Wir werden den Erlöser umgeben und das neue Lied zu seiner Ehre singen. Beeindruckt von seiner herrlichen Person und von seinem weitreichenden Erlösungswerk werden wir vor Ihm niederfallen und Ihn anbeten.