Lehre uns die Tage zählen
Das Leben auf der Erde ist kurz. Gott selbst setzt ihm eine Grenze. Nicht alle Menschen erreichen das Alter von 80 Jahren. Ausserdem ist das Leben vieler Leute oft mühsam oder unbedeutend, obwohl sie auf das, was sie tun, stolz sind. – Der Gedanke an die Kürze des menschlichen Lebens veranlasst uns, jeden Tag bewusst mit dem Herrn voranzugehen und die Zeit weise auszukaufen (Epheser 5,15.16). Wenn wir Gott den richtigen Platz in unserem Leben geben und selbst den rechten Platz vor Ihm einnehmen, bekommt unser Tun und Lassen auf der Erde einen Wert für die Ewigkeit.
Ab Vers 13 sprechen die Gläubigen aus Israel. Sie bitten Gott, dass Er sich seinem Volk wieder zuwende. Sie sehnen sich nach dem vollen Segen, der auf die Zeit der Drangsal und Zurechtbringung folgt. – Als Christen können wir uns jeden Tag über den geistlichen Segen freuen, den wir im Herrn Jesus besitzen (Epheser 1,3).
Der zukünftige Überrest sieht in der Bedrängnis die Hand Gottes, die ihn gebeugt und in Not gebracht hat. Aber er weiss, dass Gott die Zeit der Prüfung und der Erziehung beenden wird. Dann folgt eine Zeit der Freude. – Auch wir wissen, dass jede göttliche Erprobung einmal zu Ende geht. Wenn der Herr Jesus wiederkommt, werden wir in seine Freude eingehen.
Das Tun Gottes in der Zukunft wird seine Majestät offenbaren und die Gläubigen aus Israel in den Segen des Reichs einführen. – Jetzt handelt der Herr mit uns, um uns näher zu sich zu bringen und uns seine Herrlichkeit zu zeigen. Ist das nicht ein grosser Gewinn für uns?
Auf Gott vertrauen
Gott ist für die Gläubigen ein sicherer Zufluchtsort. Um diese Tatsache zu unterstreichen, wird Er im ersten Vers mit zwei Namen vorgestellt:
- Er ist der Höchste, der über allem steht. So wird Er im Tausendjährigen Reich auf der Erde bekannt sein.
- Als der Allmächtige bringt Gott Leben aus dem Tod hervor und macht alle seine Verheissungen wahr.
Diesem Gott können wir unser ganzes Vertrauen schenken! Wenn wir bei Ihm Schutz suchen, werden wir bewahrt. Es gab jedoch nur einen Menschen, der vollkommen auf Gott vertraut hat. Der Mensch Jesus Christus nahm bei Ihm Zuflucht vor den Angriffen seiner Feinde und rechnete in jeder Situation mit der Hilfe seines Gottes. So gibt Er allen Glaubenden ein Beispiel, immer bei dem Allmächtigen zu bleiben.
Ab Vers 3 wird der Schutz beschrieben, den Gott den Gläubigen bietet. Als Christen können wir diese Aussagen nicht buchstäblich auf uns übertragen. Für uns haben sie eine geistliche Bedeutung: Wenn wir bei Gott Zuflucht suchen, sind wir den listigen Angriffen des Teufels und dem verderblichen Einfluss der Welt nicht schutzlos ausgesetzt. Unser Gott bietet uns Schutz und Geborgenheit. Die Wahrheit seines Wortes gleicht einem Schild, an dem die Pfeile des Zweifels, der Lüge und der Verdrehung abprallen. Darum brauchen wir uns in der Nähe Gottes weder vor den verdeckten Angriffen noch vor den frontalen Attacken des Feindes zu fürchten.
Die Aussage in Vers 7 trifft vollkommen auf den Herrn Jesus zu: Kein Feind konnte Ihm einen geistlichen Schaden zufügen.
Von Gott bewahrt
In den Versen 9-13 spricht das Volk Israel zu Christus. Als Er hier lebte, vertraute Er Gott und gehorchte Ihm. So machte Er den Herrn zu seiner Zuflucht und fand bei Ihm ein Zuhause. Auf allen seinen Wegen suchte Er die Ehre seines Vaters. Nie handelte der Herr Jesus unabhängig von Ihm. Auch als der Teufel in der Wüste die Verse 11 und 12 anführte, um Ihn zu versuchen, vertraute Er völlig seinem Gott. Er brauchte keinen Beweis des göttlichen Eingreifens zu seinen Gunsten.
So ging der Herr Jesus seinen Weg als vollkommener Mensch bis ans Kreuz weiter, um dort einen Sieg über den Teufel zu erringen (Vers 13). Der Feind, der als listige Schlange Christus versucht hatte und am Ende seines Lebens als brüllender Löwe gegen Ihn auftrat, erlitt am Kreuz eine totale Niederlage.
Ab Vers 14 spricht Gott über den Herrn Jesus. Er stellt Ihm ein dreifaches Zeugnis aus: Christus freute sich an Gott, kannte Ihn und betete zu Ihm. – Ist unser Glaubensleben auch durch diese Merkmale geprägt?
Gott gab Jesus Christus Verheissungen, die nach dem vollbrachten Erlösungswerk in Erfüllung gingen: Er hat Jesus durch die Auferweckung aus dem Tod errettet. Er hat Ihn vor den bösen Menschen in Sicherheit gebracht und sein Rufen am Kreuz beantwortet. Durch die Aufnahme in den Himmel hat Er Christus aus der bösen Welt herausgenommen und zu seiner Rechten verherrlicht. Bald wird Gott Ihn nochmals auf die Erde senden, um durch Ihn die Pläne zur Rettung seines irdischen Volkes auszuführen. – Wie ist das Gottvertrauen des Herrn Jesus belohnt worden!
Gott ist erhaben
Dieser Psalm beschreibt das zukünftige Eingreifen Gottes, damit Christus auf der Erde anerkannt wird und das Volk Israel gesegnet ist. Der Sabbat in Vers 1 spricht von der Ruhe Gottes im Tausendjährigen Reich, die dann auf der Erde Wirklichkeit sein wird. Als Folge davon werden die Gläubigen Gott als den Höchsten loben, der alle seine Gedanken mit der Schöpfung und mit den Menschen zu einem herrlichen Ziel gebracht haben wird.
Wir haben jetzt schon Grund, unserem Gott für seine Güte zu danken, die Er uns jeden Tag erweist. Auch seine Treue zu seinem Wort ist Grund zu tiefer Dankbarkeit. Die Harfe mit zehn Saiten spricht von einem vielfältigen Lob, das die tausendfachen Wundertaten Gottes besingt (Psalm 144,9).
Was der Herr zur Rettung der Gläubigen in Israel tun wird, wird ihre Herzen mit Freude erfüllen und sie in Jubel ausbrechen lassen. – Auch wir erfahren, wie Gott uns bewahrt. Freuen wir uns darüber? Danken wir Ihm dafür?
Gott wird seine Pläne mit der Erde und mit dem Volk Israel zu seiner eigenen Verherrlichung ausführen. Dann werden die Gläubigen sehen, wie gross dieses Werk ist und aus was für tiefen Gedanken es entspringt (Römer 11,33-36). – Wenn wir über den ewigen Vorsatz Gottes mit den Erlösten der Gnadenzeit nachdenken, kommen wir noch mehr ins Staunen und Loben (Epheser 1,3-5).
Menschen, die nicht an Gott glauben und ohne Ihn leben, können sein Wirken nicht erkennen. Auf ihrem verkehrten Weg mögen sie zeitweise Erfolg haben, aber sie gehen dem göttlichen Gericht entgegen.
Der Gerechte ist gesegnet
Die Verse 10-12 beschreiben, wie sich das zukünftige Eingreifen Gottes ins Weltgeschehen auswirken wird. Christus wird erscheinen und sich mit dem gläubigen Überrest vereinen, um gegen die Feinde zu kämpfen. Er wird über alle triumphieren, die gegen Ihn und die Gläubigen aufstehen werden. In der Folge wird der Herr erhöht sein und das Volk Israel eine Vorrangstellung einnehmen. Welche Genugtuung wird es für Christus sein, wenn alle Widersacher beseitigt sein werden und nichts mehr der Erfüllung der göttlichen Pläne im Weg steht.
Die Gläubigen, die mit Ihm ins Reich eingehen, werden mit Palmen und Zedern verglichen (Vers 13):
- Die Palme spricht vom Frieden, den sie nach tiefer Not und grosser Bedrängnis geniessen.
- Die Zeder weist darauf hin, dass die Gottesfürchtigen nach einer Zeit der Unterdrückung erhöht werden.
In den Versen 14-16 finden wir einige positive Merkmale dieser Gläubigen, die auch uns kennzeichnen können. Wenn wir unser Leben in Gott verwurzeln, ziehen wir unseren Lebenssaft aus der Gemeinschaft mit Ihm. Als Folge davon gedeihen wir im Glauben und zeigen eine moralische Schönheit, die zur Freude des Herrn ist.
Eine gelebte Beziehung zu Gott macht uns geistlich stark und lässt uns im Glauben gesund bleiben. Daran muss sich auch nichts ändern, wenn wir älter werden und unser Körper gebrechlicher wird (2. Korinther 4,16). Wie freut sich Gott, wenn unser Leben von Ihm zeugt. Von der Jugend bis ins hohe Alter können wir den Menschen durch Wort und Tat zeigen, wer Er ist.
Der HERR regiert
Dieser Psalm verkündet die grossen und segensreichen Ergebnisse, wenn Gott mit der ersten Schöpfung zu seinem Ziel gekommen sein wird.
Heute regiert Gott die Welt durch Vorsehung. Er greift nicht direkt ins Geschehen ein, lenkt aber im Verborgenen alles nach seinem Sinn. Doch die Zeit wird kommen, da der Herr Jesus öffentlich die Herrschaft über die Erde antreten wird. Dann wird Er das Böse bestrafen und eine gerechte Regierung einführen. Alle werden sich seiner Erhabenheit und seiner Macht beugen müssen (Philipper 2,10.11).
Der Thron Gottes wird durch das Toben der Völker und ihrer Regenten nicht erschüttert. Seine Regierung über die Welt kann niemand antasten. Das wird sichtbar werden, wenn Christus als König der Könige erscheinen und alle Widersacher beseitigen wird.
Im Lauf der Menschheitsgeschichte haben viele Ströme ihre Brandung gegen den Thron Gottes erhoben. Gottlose Menschen sind gegen den Herrn aufgetreten und haben seine Autorität angegriffen. Bis jetzt hat Gott meistens dazu geschwiegen. Dennoch bleibt Er über die Menschen erhaben. Er braucht nur wenig, um seine Überlegenheit zu offenbaren (siehe Daniel 5).
Bis Gott öffentlich ins Weltgeschehen eingreift, halten die Gläubigen an seinem zuverlässigen Wort fest. Sie stützen sich auf seine Zusagen und richten ihren Lebensweg nach der Bibel aus. Ausserdem kennen sie den Ort, wo Gott wohnt und seine Heiligkeit offenbart. Dorthin gehen sie, um immer wieder ihr eigenes Leben und ihre Umgebung aus göttlicher Sicht zu beurteilen.
Gott wird den Gottlosen strafen
Dieser Psalm trägt einen typisch jüdischen Charakter. Es ist ein Gebet der Gläubigen aus Israel, die Gott in der zukünftigen Bedrängnis um Rache an ihren Feinden anrufen. Sie bitten Ihn, als Richter der Erde das Böse gerecht zu vergelten. Dafür geben sie drei Gründe an:
- Die hemmungslose Entfaltung der Gottlosigkeit und Bosheit auf der Erde (Verse 3-4).
- Die Gewalttätigkeiten an den Gläubigen und an den Wehrlosen (Verse 5-6).
- Die freche Herausforderung Gottes (Vers 7).
In Vers 3 fragen die Gottesfürchtigen: Wie lange werden die Gottlosen noch triumphieren? So warten sie mit Sehnsucht auf die Einführung der Gerechtigkeit Gottes durch sein Gericht. Obwohl das Böse überhandnimmt, glauben sie, dass Gott das letzte Wort haben wird.
In der Drangsalszeit werden die Gottlosen bewusst gegen die Gläubigen vorgehen, weil diese ihrem Gott die Treue halten. Die Ungläubigen hingegen schliessen den Allmächtigen völlig aus ihrem Leben aus. Sie meinen, Er würde das Böse nicht sehen.
Ab Vers 8 geben die Glaubenden in Israel ihren ungläubigen Mitbürgern eine Antwort. Sie rufen sie zur Einsicht über ihre Sünden und zur Umkehr auf. Sie erinnern sie daran, dass der Schöpfer alles hört und sieht, was auf der Erde geschieht. Ausserdem hat Er den Menschen durch sein Wort mitgeteilt, was sein Wille für sie ist. Darum kann Er sie mit Recht für ihr Tun und Lassen zur Verantwortung ziehen. Alle, die nicht Buße tun und zu Ihm umkehren, wird Er einmal bestrafen. Sie werden in der Hölle ewig Pein leiden (Offenbarung 20,11-15).
Gott erzieht die Glaubenden
In den Versen 12-15 erkennen die Gläubigen in Israel, dass Gott die zukünftige Drangsal dazu benutzt, um sie zu erziehen. Sie halten im Glauben fest: «Der Herr wird sein Volk nicht verstossen.» – Auch heute erzieht Gott, der Vater, seine Kinder durch die Schwierigkeiten auf ihrem Glaubensweg (Hebräer 12,4-11). Weil wir Ihm gehören, will Er uns durch die Erziehung mehr in Übereinstimmung mit sich bringen.
Ab Vers 17 beschreibt der gläubige Überrest, wie Gott ihm in der Not beigestanden ist und ihn getröstet hat. – Genauso brauchen wir täglich die Hilfe des Herrn auf dem Glaubensweg, bis wir das himmlische Ziel erreichen. Das Bewusstsein der eigenen Schwachheit und der Gefahren um uns her bringt uns dazu, uns ganz auf Gott zu stützen. Er kommt uns auch zu Hilfe, wenn uns sorgenvolle Überlegungen beunruhigen. Er tröstet uns durch sein Wort, indem Er unsere Gedanken auf seine Allmacht und Güte lenkt.
Auf dem «Thron des Verderbens» wird der Antichrist sitzen. Er wird die ungläubigen Juden gegen den treuen Überrest aufhetzen. Doch dieser bleibt standhaft, weil er auf Gott vertraut und weiss, dass der Herr die Bosheit der Ungläubigen bestrafen wird. – In der Gemeinschaft mit unserem Herrn erkennen wir, wie böse und verdorben die Welt ist. Wir wissen, dass Gott sich niemals mit den Ungläubigen eins macht, die das Böse gutheissen. Darum sondern wir uns von ihnen ab. Ausserdem vertrauen wir dem Herrn, dass Er uns auf dem Weg durch die Welt bewahren und vor den Angriffen des Feindes beschützen kann.
Gott ist Schöpfer und Hirte
In diesem Psalm werden die Menschen aus dem Volk Israel aufgefordert, den Herrn zu loben und Ihn als ihren Gott zu verehren. – Als Christen kennen wir Gott als unseren Vater, der Anbeter sucht, die Ihn in Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4,23). Wir stehen Gott also viel näher als die Menschen in Israel und verehren Ihn auf eine geistliche Weise. Dennoch können wir aus diesem Psalm etwas für uns lernen.
Es ist für uns ein Grund zu grosser Freude, gemeinsam mit anderen Erlösten unseren Gott und Vater zu loben (Vers 1). Er ist tatsächlich der Fels unseres Heils: Aufgrund des Erlösungswerks seines Sohnes hat Er uns vor dem ewigen Verderben errettet.
Unser Gott ist gross und erhaben. Keine Tiefe ist für Ihn unerreichbar und keine Höhe übersteigt seine Macht. Er hat alles auf der Erde und im Meer geschaffen. Wie mächtig und weise ist Er!
Vers 6 zeigt, dass die Anbetung Gottes immer von tiefer Ehrfurcht geprägt sein soll. Obwohl wir als erlöste Christen mit Freimütigkeit unseren Gott und Vater anbeten, vergessen wir doch nicht, Ihm mit gebührendem Respekt zu begegnen.
Der Appell zum Lob Gottes wird sich in der Zukunft auch an die ungläubigen Juden richten. Anstatt ihre Herzen zu verhärten, sollen sie zum Herrn umkehren und Ihn als den wahren Gott Israels anerkennen. Nur auf diesem Weg können sie in die Ruhe des Tausendjährigen Reichs eingehen. – Auch heute werden alle, die das Evangelium hören, aufgefordert, ihre Herzen nicht zu verhärten, sondern an den Erlöser zu glauben.
Alle Völker sollen Gott loben
Dieser Psalm appelliert an alle Menschen auf der Erde, den Herrn zu loben. Sie sollen Ihn verehren, weil Er im zukünftigen Friedensreich mit der ersten Schöpfung zu seinem Ziel kommen wird. Als Gott die Himmel und die Erde schuf, jubelten die Engel (Hiob 38,7). Dann verdarb die Sünde alles, so dass der Jubel den Tränen Platz machen musste. Doch in der Zukunft, wenn Gott die Schöpfung vom Fluch des Verderbens befreien und die Menschen segnen wird, werden diese jubeln und dem Herrn ein neues Lied singen.
Die Menschen aus den Nationen haben eine lange Zeit ihre Götter gerühmt (Daniel 5,4). Aber durch die Gerichte in der Endzeit werden sie erkennen, dass ihre Götzen nichtig sind und der Herr die Geschicke der Welt in seiner Hand hält. Durch das Evangelium des Reichs werden sie aufgefordert werden, an den lebendigen Gott zu glauben und Ihm alle Ehre zu geben.
Viele Menschen aus den Völkern der Erde werden diese Botschaft annehmen. Sie werden den Herrn als allein wahren Gott anerkennen. Sie werden zum Tempel nach Jerusalem kommen, um Ihn dort mit Opfergaben zu verehren. Sie werden sich der Autorität des Herrn Jesus beugen, der über die ganze Erde herrschen wird. Unter seiner Regierung wird es in der Welt Gerechtigkeit, Stabilität und Frieden geben.
Das herrliche Ergebnis wird Freude im Himmel und auf der Erde sein. Nicht nur die erlösten Menschen werden Gott loben und seine Herrlichkeit bewundern. Auch die Schöpfung, die vom Fluch der Sünde befreit werden wird, wird dann frohlocken.
Der HERR erscheint als König
Dieser Psalm beschreibt, wie der Herr Jesus in Macht und Herrlichkeit auf die Erde kommen wird. Er zeigt auch, was die Folgen davon sein werden: Die Ungläubigen werden gerichtet, die Gläubigen werden gesegnet und der Herr selbst wird überall anerkannt werden.
Wenn der Herr kommt, wird Er zuerst als gerechter und mächtiger Richter auftreten. Sein Urteil wird unbestechlich sein und unverzüglich ausgeführt werden. Jeden Widerstand gegen Gott wird Er bestrafen.
Wie ein Blitz wird Er plötzlich erscheinen. Sein Kommen wird die Erde erschüttern und bei den Ungläubigen Furcht auslösen. Die hochmütigen und selbstsicheren Regenten, die in Vers 5 mit Bergen verglichen werden, werden vor dem Herrn zusammensinken. Seiner Autorität werden sich alle Menschen auf der Erde beugen müssen. Die Götzen werden die, die sie verehren und ihnen dienen, vor dem gerechten Gericht Gottes nicht retten können.
Das Einschreiten des Herrn Jesus im Gericht wird zur Rettung Israels und Jerusalems führen, denn Er wird sein Volk und seine Stadt von allen Feinden befreien. Darüber wird sich der gläubige Überrest von Herzen freuen. Dann wird der Herr auf der ganzen Erde als der Höchste bekannt sein.
Die Verse 10 und 11 gelten auch für uns: Weil wir den Herrn Jesus lieben, sollen wir das Böse in uns verurteilen und uns vom Bösen um uns her konsequent trennen. Diese ablehnende Einstellung gegenüber dem Verkehrten ist Voraussetzung, damit Gott uns in der Welt bewahren kann. Wir leben dann im göttlichen Licht und freuen uns im Herrn Jesus.
Der HERR verschafft Rettung
In diesem Psalm besingt das Volk Israel die Rettung Gottes am Ende der Zeit. Es appelliert an alle Menschen auf der Erde, den Herrn als König zu verehren.
Am Roten Meer hat Israel die wunderbare Befreiung aus Ägypten mit dem Lied der Erlösung zum Ausdruck gebracht. – In der Zukunft werden die Gläubigen aus diesem Volk ein neues Lied singen. Sie werden den Herrn loben, der sie wunderbar aus ihrer Bedrängnis befreit hat. – Als erlöste Christen blicken wir mit Lob und Dank ans Kreuz zurück, wo der Herr Jesus zu unserer Errettung sein Leben gelassen hat.
Wenn Gott am Ende der zukünftigen Drangsal sein irdisches Volk rettet, werden seine Gerechtigkeit, seine Güte und seine Treue offenbar:
- Er wird ein gerechtes Gericht an den Feinden Israels ausüben und so den Überrest seines Volkes retten.
- Gott wird gütig handeln. Die Rettung Israels wird zeigen, dass Er Gutes für sein Volk im Sinn hat.
- Er wird treu alle seine Verheissungen erfüllen, die Er dem Volk Israel gemacht hat.
Die Menschen auf der ganzen Erde werden das Handeln Gottes mit seinem Volk sehen und darüber staunen. Sie werden in Jubel ausbrechen und den Herrn dafür loben, weil die Rettung Israels der ganzen Erde Segen bringen wird. Sie werden sich über Christus freuen und Ihn in seiner königlichen Autorität anerkennen.
Nach der Befreiung seines Volkes wird Christus eine gerechte Herrschaft auf der ganzen Erde ausüben. Alle, die sich Ihm widersetzen oder gegen Gott sündigen, werden sofort bestraft werden (Psalm 101,8).
Die Herrschaft des HERRN
Dieser Psalm beschreibt, wie der Herr Jesus in Jerusalem über Israel und die Völker regieren wird. Verschiedene Merkmale seiner Herrschaft werden erwähnt:
- Heiligkeit: Er thront zwischen den Cherubim (Vers 1). Alles, was Er tut, wird Gottes Heiligkeit entsprechen.
- Gnade: Er regiert in Zion (Vers 2). Dort wird Er jedem, der sich Ihm unterordnet, seine Gnade erweisen.
- Macht: Der «Stärke des Königs» wird sich keiner widersetzen können (Vers 4).
- Gerechtigkeit: Christus liebt das Recht (Vers 4). Er wird seine Macht auf eine gerechte Weise ausüben.
Ab Vers 6 erfolgt ein Rückblick auf die Geschichte Israels. Wenn dieses Volk sündigte und sich vom Herrn abwandte, gab es immer Einzelne, die für das Volk zu Gott riefen. Mose und Aaron standen in der Wüste für Israel ein und erfuhren, wie Gott auf ihr Rufen antwortete (2. Mose 17,10-12; 4. Mose 16,20-24). Samuel rief im Land zum Herrn um Rettung für sein Volk. Auch ihm gab Gott eine herrliche Antwort (1. Samuel 7,3-11). – Sind wir auch solche Beter für Gottes Volk?
Ein weiteres Merkmal dieser Männer war ihre Treue zum Wort Gottes. Sie bewahrten es und setzten sich im Volk für Gottes Rechte ein (2. Mose 32,19-29; 1. Samuel 7,15-17). – Treten wir im Volk Gottes auch für die biblische Wahrheit ein?
Vers 8 zeigt die beiden Merkmale der Wege Gottes mit seinem Volk: Aufgrund der Fürbitte treuer Männer Gottes übte Er Gnade und vergab, wenn Israel zu Ihm umkehrte. Aufgrund seines Wortes handelte Gott gerecht und liess sein Volk das ernten, was es gesät hatte.
Aufruf zur Anbetung
Die Gläubigen aus dem Volk Israel fordern die ganze Erde auf, den Herrn mit Freude und Jubel anzubeten. Manches, was sie zum Ausdruck bringen, können wir auf uns übertragen:
- «Dient dem Herrn mit Freuden.» Damit ist in erster Linie der Dienst der Anbetung gemeint, der sich direkt an Gott richtet. Ganz allgemein gilt: Gott möchte, dass wir Ihm mit einem freudigen Herzen dienen. Er hat keine Zwangsarbeiter und legt uns kein schweres Joch auf.
- «Kommt vor sein Angesicht mit Jubel!» Als Erlöste können wir mit glücklichen Herzen in die Gegenwart Gottes kommen, um Ihn anzubeten, weil Jesus Christus mit seinem Tod am Kreuz für uns alles gut gemacht hat.
- «Erkennt, dass der Herr Gott ist!» Wie gut und segensreich ist es für uns, wenn wir die Autorität des Herrn über uns und unser Leben anerkennen. Bereits als unser Schöpfer hat Er ein Anrecht darauf, wie viel mehr als unser Erlöser!
- «Lobt ihn, preist seinen Namen!» Den Namen Gottes preisen heisst Ihm sagen, wer Er ist. Es bedeutet, Ihm mit Bewunderung seine Wesenszüge vorzustellen, seine Liebe und seine Heiligkeit zu besingen.
Wenn das Volk Israel im Friedensreich den göttlichen Segen geniessen wird, wird es aus eigener Erfahrung wissen, dass der Herr gut und treu ist (Vers 5). Obwohl Israel versagt und das Anrecht auf den Segen verloren hat, wird Gott in Güte zu seinem Volk und in Treue zu seinem Wort den Plan mit Israel erfüllen. Gottes Güte und Gottes Treue bringen auch uns – trotz unseres Versagens – ans Ziel, so dass wir nur danken können.
Grundsätze der Herrschaft des HERRN
In diesem Psalm drückt König David seine Wünsche für die Regierung seines Landes aus. Was er sich erhofft, wird sich in der zukünftigen Regierung des Herrn Jesus vollumfänglich erfüllen.
Güte und Gerechtigkeit werden die beiden grossen Grundsätze seiner Regierung sein. Christus wird den Menschen Gutes tun, ohne Gottes Ansprüche aufzugeben. Er wird gerecht urteilen und das Böse bestrafen, dabei aber die göttliche Gnade nicht einschränken.
- Christus wird weise und gradlinig handeln. Das ist mehr die äussere und sichtbare Seite seiner Regierung.
- Seine Motive werden vollkommen sein: Er wird die Ehre Gottes und das Wohl der Menschen suchen. Das ist mehr die innere und verborgene Seite seines Königtums.
Ab Vers 3 wird die Einstellung des Herrn gegenüber dem Bösen und sein Vorgehen gegen das Verkehrte in seinem Reich beschrieben. Er verabscheut das Tun der gottlosen Menschen und verurteilt ein unaufrichtiges Herz. Sünden wie Verleumdung, Hochmut, Betrug und Lüge wird Er nicht dulden. Jeden Morgen wird Er in seinem Reich alle, die sich gegen Gott auflehnen und Böses tun, sofort mit dem Tod bestrafen. Das sind Menschen, die während seiner Regierungszeit geboren werden und sich nicht zu Gott bekehren. Sobald sie öffentlich sündigen, wird der Herr sie richten.
In Vers 6 spricht Christus über die Gläubigen, die Ihm in der Zeit seiner Verwerfung treu geblieben sind. Als Belohnung dafür wird Er ihnen in seinem Reich einen besonderen Segen in seiner Gemeinschaft schenken. Sie werden auch das Vorrecht haben, Ihm zu dienen.
Christus ist der Elende
Dieser Psalm zeigt, wie Jesus als Messias abgelehnt und weggetan wird. Dennoch bleibt der göttliche Plan fest, dass Christus einmal über Israel regieren wird. Weil Er selbst der ewige Schöpfer-Gott ist, wird Er schliesslich als Regent auf der Erde stehen.
Er ist der Elende, der seine Klage vor Gott ausschüttet. Wie schmerzte es Ihn, dass Er von seinem Volk verworfen und bedrängt wurde! So betete Er im Garten Gethsemane mit starkem Schreien zu seinem Vater und stellte Ihm seine tiefe Not vor.
Jesus Christus hatte ein kurzes und hartes Leben. Das war schwer für Ihn (Vers 4). Der Schmerz über die Ablehnung vonseiten seines Volkes war so gross, dass Er seine leiblichen Bedürfnisse vergass (Vers 5). Er seufzte über den Unglauben in Israel, der seiner Verwerfung vorausging (Vers 6; Markus 8,12).
Wie fremd und einsam war Jesus als heiliger Mensch in einer gottlosen Welt! Er glich einem Pelikan in der Wüste. Wie litt Er als Sündloser unter Sündern! Er war so allein wie die Eule der Einöden. Keiner verstand Ihn wirklich. Wie der Spatz die Geselligkeit sucht, so sehnte sich der Herr nach Gemeinschaft mit seinen Jüngern. Er öffnete ihnen sein Herz. Doch sie konnten nicht auf seine Gedanken eingehen.
Die Verhöhnung durch seine Feinde schmerzte den Herrn Jesus zutiefst (Johannes 8,48). Er trauerte über den schlechten geistlichen Zustand im Volk und weinte über die Bewohner von Jerusalem, die Ihn kreuzigen würden (Lukas 19,41-44). Er litt auch darunter, dass Er am Kreuz dem Zorn Gottes begegnen musste.
Gott wird einschreiten
Mit Vers 13 tritt eine Wende ein. Es geht jetzt nicht mehr um die Not des Elenden, sondern um den Segen Gottes für sein Volk, der aus dem Tod des Erlösers hervorkommen wird.
Obwohl die Juden den Messias gekreuzigt haben, wird der Herr seine Verheissungen an Israel wahrmachen. Am Ende der zukünftigen Drangsalszeit wird Er sich über sein schuldiges Volk erbarmen und es begnadigen. Er wird dafür sorgen, dass die zerstörte Stadt Jerusalem wieder aufgebaut wird. Wie werden sich die Gläubigen aus Israel darüber freuen!
Mit diesem gnädigen Eingreifen Gottes wird für die Erde eine Zeit des Segens anbrechen. Alle Menschen aus den übrigen Völkern, die seine Autorität anerkennen, werden auch gesegnet sein.
Durch die Befreiung des Überrests aus Israel wird öffentlich bestätigt sein, dass Gott auf das Gebet von bedrängten Gläubigen hört und ihnen zu Hilfe kommt. – Ist das nicht ein Ansporn für uns, in jeder Not unseren Gott anzurufen und bei Ihm Zuflucht zu suchen? Er sieht unsere Probleme und hört unser Seufzen. Nie wird Er uns im Stich lassen!
Die göttliche Rettung des gläubigen Überrests aus Israel wird aufgeschrieben werden, damit die Nachkommen es nachlesen können. Im Rückblick auf dieses wunderbare Eingreifen ihres Gottes werden sie Ihn loben. Damit werden sie vor den Völkern der Erde seine Macht und seine Güte bezeugen. – Auch wir wollen die erfahrene Durchhilfe des Herrn auf unserem Glaubensweg nicht vergessen und Ihm immer wieder von Herzen dafür danken.
Christus ist der Ewige
In den Versen 2-12 haben wir gesehen, wie der Messias gelitten hat und weggetan worden ist. Die Verse 13-23 haben uns gezeigt, wie der Herr trotzdem mit Israel zu seinem Ziel kommen wird, und zwar aufgrund seiner Gnade. Nun bleibt eine Frage offen: Wo wird dann der Messias sein? Die Antwort finden wir in den Versen 24-29: Obwohl Er in der Hälfte seiner Tage sterben musste, bleibt Er ewig, weil Er selbst der Schöpfer ist. Er ist sogar der Herr, der sein Volk befreien und segnen wird.
In Vers 24 drückt der Herr Jesus nochmals seine Not als verworfener Messias aus. Weil Ihn das Volk Israel ablehnte, kam Er nicht auf den Thron, sondern wurde an ein Kreuz genagelt. Wie schwer war es für Ihn, im Alter von ungefähr 33 Jahren den Kreuzestod zu erleiden. Seine Bitte, nicht sterben zu müssen, konnte damals nicht erhört werden. Er bekam eine andere Antwort. Gott erklärte Ihm:
- Du bist der Ewige! (Vers 25). – Eine Generation kommt, eine Generation geht. Doch Christus bleibt, weil Er der ewige Gott ist.
- Du bist der Schöpfer! (Verse 26-27). – Die Schöpfung trägt den Stempel der Vergänglichkeit und wird ein Ende haben. Christus hingegen besteht ewig fort.
- Du bist der Unvergängliche! (Vers 28). – Alles, was zeitlich ist und zur ersten Schöpfung gehört, verändert sich. Nur Christus bleibt derselbe (Hebräer 13,8).
Deshalb wird der Herr Jesus, obwohl Er einst sterben musste, in der Zukunft öffentlich auftreten und von allen anerkannt sein. Dann wird Er von vielen Erlösten umgeben sein, für die Er einst am Kreuz gestorben ist.
Gottes Güte und Erbarmen (1)
Dieser Psalm beginnt mit dem Aufruf, Gott von Herzen zu loben. Die vielen Wohltaten, die Er den Seinen jeden Tag erweist, geben viel Grund zum Danken.
Ab Vers 3 wird das Gute, das der Herr tut, im Einzelnen aufgezählt. Es bezieht sich in erster Linie auf das Volk Israel, trägt einen irdischen Charakter und wird sich erst im Tausendjährigen Reich völlig erfüllen. Dennoch gibt es einiges, was wir für uns nehmen können und was uns zum Loben veranlasst.
Die Vergebung der Sünden ist ein grosses Geschenk unseres Gottes. Auch über die Erlösung aus der Macht des Todes, der Sünde und des Teufels können wir immer wieder staunen. – Aber Krankheit und Altersbeschwerden können uns zu schaffen machen. Diese allgemeinen Folgen des Sündenfalls nimmt Gott erst in der Zukunft weg. In der Zwischenzeit gilt für uns: Wenn der äussere Mensch auch verfällt, so wird der innere Tag für Tag erneuert (2. Korinther 4,16).
Ab Vers 7 blicken die Gläubigen aus Israel, die an der Schwelle des Tausendjährigen Reichs stehen, auf die Geschichte ihres Volkes zurück: Sie bewundern Gottes Barmherzigkeit und Gnade in seinen Regierungswegen mit Israel. Obwohl Er sein Volk erziehen muss, um es zu sich zurückzubringen, wird Er am Ende einen Überrest begnadigen. Sie werden erkennen, dass Gott ihnen nicht das vergolten hat, was sie wegen ihrer Sünden verdient haben. Seine Güte ist unfassbar gross. Sie gilt denen, die Ihn fürchten. Das sind Gläubige, die Gott durch ihr Leben ehren möchten. Sie wissen, dass Er ihnen ihre Sünden nie mehr zur Last legen wird.
Gottes Güte und Erbarmen (2)
In seiner Erziehung mit den Gläubigen handelt Gott wie ein Vater, der sich über seine Kinder erbarmt. Er kennt ihre menschlichen Grenzen und Schwächen und prüft sie nicht über Vermögen.
Wie kurz ist das Leben auf der Erde! Der Mensch wächst wie Gras heran und blüht auf dem Zenit seines Lebens wie eine Feldblume. Doch schon bald spürt man das Alter und weiss, dass man nicht mehr lange hier ist. Diese Vergänglichkeit macht uns zu schaffen. Wie tröstlich für uns zu wissen, dass Gottes Güte ewig währt. In den Wechselfällen des Lebens haben wir es mit einem ewigen, unveränderlichen Gott zu tun, der es gut mit uns meint. Es gibt jedoch Voraussetzungen auf unserer Seite, damit wir den Segen Gottes in seinem gütigen und gerechten Handeln mit uns erfahren können:
- Gottesfurcht: Wenn wir Gott durch unser Verhalten ehren möchten, wird Er uns und unsere Familie segnen.
- Gehorsam: Wenn wir das Wort Gottes befolgen, bekommen wir einen grossen Lohn (Psalm 19,12).
Der Thron Gottes steht im Himmel unerschütterlich fest. Wenn seine Zeit kommt, wird Er auf der Erde sein Reich öffentlich errichten und Christus als Herrscher einsetzen. Daran wird Ihn niemand hindern können.
In Vers 20 werden die Engel aufgefordert, Gott zu loben. Als Täter seines Wortes werden sie in der Zukunft an der Ausführung seines Gerichts beteiligt sein. Wie werden sie staunen, wenn Er seine Pläne mit der Erde und mit dem Volk Israel erfüllen wird. Dann wird die ganze Schöpfung ins Lob Gottes einstimmen (Offenbarung 5,11-14).
Gott hat Himmel und Erde erschaffen
In diesem Psalm betrachtet der Gläubige die Schöpfung und erkennt darin die Erhabenheit und Herrlichkeit Gottes. Darum sagt er gleich am Anfang: «Preise den Herrn, meine Seele! Herr, mein Gott, du bist sehr gross.»
Vers 2 bezieht sich auf den ersten Schöpfungstag, an dem Gott sagte: «Es werde Licht!» (1. Mose 1,3-5). – Was für ein Wunder ist es, wenn es im Herzen und Leben eines Menschen hell wird, weil er an den Herrn Jesus glaubt (Johannes 8,12).
Vers 3 verweist auf den zweiten Schöpfungstag. Damals machte Gott eine Ausdehnung und sammelte die Wasser oberhalb der Ausdehnung (1. Mose 1,6-8).
In Vers 4 ist von den Engeln die Rede, die im Auftrag Gottes zugunsten der Gläubigen tätig sind (Hebräer 1,14). Obwohl sie mächtiger als die Menschen sind, nehmen sie nicht eine herrschende, sondern eine dienende Stellung ein.
Die Verse 5-9 haben das Land und das Meer zum Thema. Da denken wir an zwei Ereignisse:
- Am dritten Schöpfungstag liess Gott die Wasser auf der Erde zusammenfliessen, um zwei Bereiche zu machen: das trockene Land und das Meer (1. Mose 1,9.10).
- Zur Zeit Noahs kam die grosse Flut über die ganze Erde, so dass die Wasser alle Berge bedeckten. Das war Gottes Werk im Gericht an den Menschen.
Nach der Flut kam es vermutlich zu grossen geologischen Veränderungen: Die Berge erhoben sich und die Täler senkten sich (Vers 8). Ausserdem setzte Gott dem Wasser eine Grenze. Eine solche Flut wird es nicht mehr geben (1. Mose 9,11).
Gott sorgt für die Tiere
Diese Verse beziehen sich auf den zweiten Teil des dritten Schöpfungstages, als Gott das Gras, das Kraut und die Bäume hervorspriessen liess, um Nahrung für Tiere und Menschen zu schaffen (1. Mose 1,11.12).
Es geht in diesem Psalm vor allem um die Erhaltung des Lebens, denn alles ist in der Gegenwartsform geschrieben. Gott entsendet Quellen in die Täler, damit die Tiere und die Menschen ihren Durst stillen können. Er lässt jeden Frühling das Gras hervorsprossen und das Kraut wachsen, um den Tieren und den Menschen aufs Neue Nahrung zu geben.
Wir staunen, wie der Schöpfer sich um die Tiere des Feldes kümmert. Er stillt ihren Durst, gibt ihnen zu fressen und lässt sie einen geschützten Wohnort finden (Verse 11-12). Der Herr Jesus nimmt mehrmals auf diese göttliche Fürsorge Bezug, um uns geistliche Unterweisungen zu geben (Matthäus 6,26; 8,20; 10,29). Wenn Gott schon für die Tiere sorgt, wie viel mehr kümmert Er sich um seine Kinder!
Gott ist ein Erhalter aller Menschen (1. Timotheus 4,10). Er lässt die Sonne aufgehen über Böse und Gute, Er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte (Matthäus 5,45). In der Tatsache, dass Er den Menschen genug zu essen gibt, können sie Ihn als den lebendigen und wahren Gott erkennen (Apostelgeschichte 14,15-17).
In seiner Güte gibt Gott uns Menschen viele gute Gaben zum Genuss (1. Timotheus 6,17). Das wird auch in Vers 15 deutlich: Er schenkt Wein zur Freude des Herzens, Öl zur Pflege des Körpers und Brot zur Stärkung. Danken wir Ihm jeden Tag dafür?
Gott sorgt für die Menschen
Die Verse 19-23 nehmen auf den vierten Schöpfungstag Bezug, an dem Gott die Sonne, den Mond und die Sterne gemacht hat. Diese Himmelskörper dienen zur Bestimmung von Tagen, Monaten und Jahren (1. Mose 1,14-19).
Der Psalmdichter beschreibt einen Tag. Er beginnt am Abend mit dem Sonnenuntergang. Dann wird es Nacht und die Tiere des Waldes beginnen sich zu regen. Die jungen Löwen brüllen nach Raub und fordern von Gott ihre Speise (Hiob 38,39-41). Beim Sonnenaufgang ziehen sich die wilden Tiere in ihre Höhlen zurück. Jetzt beginnt die Arbeitszeit des Menschen. Er soll am Morgen nicht faul liegen bleiben, sondern aufstehen und bis am Abend fleissig sein, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Der Wechsel von Tag und Nacht schafft Ordnung im Leben des Menschen und setzt ihm Grenzen. Gott hat uns die Nacht zum Schlafen und den Tag zum Wirken gegeben. Es ist ein Schutz und ein Segen, wenn wir uns – soweit möglich – daran halten.
Am fünften Schöpfungstag hat Gott alle Tiere in den Gewässern geschaffen (1. Mose 1,20-23). Das ist nun das Thema ab Vers 25. Im Meer gibt es viele kleine und grosse Lebewesen. Dort lebte auch der Leviatan, der zu den grossen Seeungeheuern gehört (1. Mose 1,21). Aus der Beschreibung in Hiob 40,25 – 41,26 können wir schliessen, dass er ein starker, fleischfressender Dinosaurier war, der amphibisch lebte.
Wenn die Menschen die Meere mit ihren Schiffen befahren, sehen sie etwas von der Grösse Gottes und wie Er in Notsituationen retten kann (Psalm 107,23-30).
Der Schöpfer soll gelobt werden
Die Verse 27 und 28 beschreiben, wie Gott den Tieren Nahrung gibt. Zu seiner Zeit teilt Er ihnen das aus, was sie brauchen. So sind sie – ohne es zu wissen – von ihrem Schöpfer abhängig, der seine Hand öffnet und sie mit Gutem sättigt.
In den Versen 29 und 30 sehen wir, dass der Schöpfer den Tieren das Leben gibt und wieder nimmt. Sie haben eine sterbliche Seele, darum kehren sie einfach zum Staub zurück, indem sie verwesen. – Die Menschen hingegen haben eine unsterbliche Seele. Wenn sie sterben, zerfällt der Körper zu Staub, aber ihr Geist kehrt zu Gott zurück (Prediger 12,7). Darum ist es für jeden so wichtig, dass er jetzt durch ein Bekenntnis der Sünden und durch den Glauben an den Erlöser Jesus Christus mit Gott ins Reine kommt.
Wenn wir schon über das Geschaffene staunen, wie viel grösser ist die Herrlichkeit des Schöpfers! Sie wird sichtbar werden, wenn der Herr im Tausendjährigen Reich mit der ersten Schöpfung zum Ziel kommen wird. Dann wird der Fluch der Sünde weggenommen und die ganze Schöpfung mit Gott versöhnt sein (Kolosser 1,20).
In dieser zukünftigen Zeit werden die Gläubigen auf der Erde ihren Schöpfer mit Ehrfurcht und Freude loben. Auch die Erlösten im Himmel werden den Schöpfer-Gott verehren und anbeten (Offenbarung 4,9-11). – Schon jetzt staunen wir über die Herrlichkeit unseres Gottes, wenn wir die Wunder der Natur betrachten.
Im Tausendjährigen Reich werden die Sünder und die Gottlosen sofort vertilgt werden. Dann wird niemand den Frieden stören und die Schöpfung verderben können.
Die Geschichte Abrahams
In diesem Psalm stehen die Gläubigen aus Israel an der Schwelle des Tausendjährigen Reichs und blicken auf die Geschichte ihres Volkes zurück. Sie erkennen, dass sie nur aufgrund der göttlichen Verheissungen an Abraham so reich gesegnet sind.
Es beginnt mit dem Lob Gottes. Weil der Segen von Ihm kommt, soll Er verehrt werden. Wenn wir über seine Wunderwerke nachdenken, erkennen wir, wer Gott ist (Vers 2). Das führt uns zur Anbetung. In seiner Nähe und in seiner Gemeinschaft bekommen wir Kraft, um Anbeter und Zeugen Gottes zu sein (Vers 4).
Die Gläubigen aus Israel, die durch die Drangsal ins Reich eingehen werden, sind Nachkommen Abrahams. Darum gelten ihnen die Verheissungen, die Gott diesem Patriarchen gemacht hat. Zugleich sind sie Nachkommen Jakobs. Wie der Herr in seiner Erziehung mit ihm zum Ziel gekommen ist, so wird Er auch in der Zukunft sein Vorhaben mit seinem irdischen Volk erreichen.
Gott hat mit Abraham einen Bund geschlossen, in dem Er sich verpflichtete, seinen Nachkommen das ganze Land Kanaan zu geben (1. Mose 17,7.8). Dieses Versprechen hat Er Isaak und Jakob bestätigt (1. Mose 26,3; 35,12). Aus menschlicher Sicht waren die Patriarchen unbedeutend. Sie lebten als Fremde im Land und zogen als Nomaden von Ort zu Ort. Aber Gott stellte sich zu ihnen und gestattete keinem Menschen, sie anzutasten oder zu bedrücken, weil sie Ihm gehörten.
Als Christen haben wir eine himmlische Berufung. Deshalb leben wir als Fremde auf der Erde. Auf dem Weg durch eine böse Welt erfahren wir Gottes Bewahrung.
Die Geschichte Josephs
Der Bund Gottes mit Abraham bildet die Ausgangslage für die zukünftige Segenszeit des Volkes Israel im Tausendjährigen Reich (Verse 8-15). Nun wird Joseph eingeführt, um in ihm Christus vorzustellen, der die Pläne Gottes mit Israel ausführen wird. Er wird dafür sorgen, dass sich die Verheissungen an Abraham erfüllen werden.
Im Rückblick auf die Geschichte Josephs erkennen wir viele Hinweise auf Jesus Christus:
- Vers 17: Er ist der Mann, den Gott als Retter auf die Erde gesandt hat (Lukas 2,11). Als treuer Knecht hat Er Gott und den Menschen gedient (Jesaja 42,1-4).
- Verse 18-19: Der Herr Jesus hat vonseiten der Menschen und vonseiten Gottes gelitten. Er ist durch Leiden vollkommen gemacht worden (Hebräer 2,10).
- Vers 20: Wegen seiner Frömmigkeit ist Jesus Christus erhört und aus den Toten auferweckt worden (Hebräer 5,7). Auf seine Leiden sind Herrlichkeiten gefolgt.
- Vers 21: Gott hat den Herrn Jesus zum Herrn und zum Christus gemacht, als Er Ihm den Platz zu seiner Rechten gab (Apostelgeschichte 2,34-36).
- Vers 22: Christus wird seine Herrschaft durch Gericht an seinen Feinden antreten, um auf diesem Weg dem Volk Israel den göttlichen Segen zu bringen.
Was können wir persönlich von Joseph lernen? Gott hatte einen Plan mit ihm. In der Hungersnot sollte er der Erhalter vieler Menschen werden. Für diese Aufgabe wurde er durch Leiden und Erprobung geformt. So werden auch wir durch die Erfahrungen im Leben für den Dienst vorbereitet, den der Herr uns anvertrauen will.
Israel in Ägypten
Dieser Abschnitt beschreibt die Zeit vom Kommen Jakobs nach Ägypten bis zum Auszug des Volkes Israel aus dem Land seiner Knechtschaft. Es wird alles aus der Sicht Gottes dargestellt: Er liess die Israeliten zahlreich werden. Er bewirkte den Hass der Ägypter gegen sie. Er sandte ihnen Mose als Befreier. Er brachte furchtbare Plagen über Ägypten. Er schlug die Erstgeburt der Ägypter. Er befreite Israel aus der Sklaverei.
Auch unser Leben ist in der Hand Gottes. Es geschieht nichts, was Er nicht zulässt oder bewirkt. Diese Tatsache ist ein grosser Trost für uns.
Es werden acht von zehn Plagen erwähnt. Sie sind nicht zeitlich, sondern thematisch gruppiert:
- Die Finsternis und das Verwandeln des Wassers in Blut tasteten die beiden Hauptquellen der Existenz und des Wohlstands in Ägypten an.
- Die Frösche, die Hundsfliegen und die Stechmücken plagten jeden Ägypter persönlich und machten ihm das Leben unerträglich.
- Der Hagel und die Heuschrecken betrafen den Besitz der Ägypter: Sie zerstörten die heranreifende Ernte.
- Der Tod aller Erstgeburt war ein direkter Schlag gegen das Leben und den Fortbestand des ägyptischen Volkes.
Was sich am Anfang der nationalen Geschichte des Volkes Israel in Ägypten zutrug, weist prophetisch auf die zukünftige Gerichtszeit hin. Wie Israel damals verschont wurde, wird auch der gläubige Überrest in der Drangsal von Gott bewahrt werden. Die Feinde hingegen, die sich gegen das irdische Volk Gottes stellen, werden gerichtet werden.
Von Ägypten nach Kanaan
Die Erlösung Israels aus Ägypten veranschaulicht unsere Errettung am Anfang des Glaubenswegs. Gott hat uns aus der gegenwärtigen bösen Welt herausgenommen. In unserer Stellung als Erlöste gehören wir nicht mehr zu ihr.
Ab Vers 39 wird die Wüstenwanderung beschrieben. Der Psalmdichter spricht nicht über das Versagen des Volkes, sondern über die göttlichen Hilfsquellen. Wir können sie geistlich auf uns übertragen:
- Die Wolkensäule zum Schutz gegen die Feinde (2. Mose 14,19). – Christus schützt uns vor den Angriffen des Feindes. Niemand kann uns aus seiner Hand rauben.
- Die Feuersäule als Licht im Dunkeln (2. Mose 13,21). – Der Herr Jesus ist unser Licht, damit wir in einer dunklen Welt sicher vorangehen können (Johannes 8,12).
- Das Manna zur Nahrung in der Wüste (2. Mose 16). – Christus ist das Brot aus dem Himmel, von dem wir uns auf dem Glaubensweg geistlich ernähren (Johannes 6,35).
- Das Wasser aus dem Felsen zum Trinken (2. Mose 17,1-6). – Dieses Wasser weist auf den Heiligen Geist hin, der uns durch das Wort Gottes erfrischt und stärkt.
Die Erlösung aus Ägypten, die Fürsorge in der Wüste und die Gabe des Landes Kanaan beziehen sich in diesem Psalm auf Gottes Verheissungen an Abraham. Damit wird die Gnade betont, die auch in der Zukunft die Grundlage sein wird, auf der Gott das Ziel mit seinem irdischen Volk erreichen wird. – Wie soll das wiederhergestellte Israel in der Zukunft auf diese unfassbare Gnade reagieren? Mit Gehorsam aus einem erneuerten Herzen und mit dankbarem Lob (Vers 45).
Der Unglaube in Ägypten
Psalm 105 hebt das souveräne und gnädige Handeln Gottes mit dem Volk Israel hervor, wie Er seine Verheissungen erfüllt. Psalm 106 hingegen beschreibt das Versagen Israels in seiner Verantwortung und das Erbarmen Gottes, der sein Volk dennoch ans Ziel bringt.
Der Psalm beginnt mit einem Lobpreis, weil Gott über das Böse erhaben ist. Wenn das Volk die begangenen Sünden einsieht und bekennt, übt Er Barmherzigkeit. So gut ist Er!
In Vers 3 werden jene glückselig genannt, die das Recht bewahren und Gerechtigkeit üben. Wir bewahren das Recht, wenn wir Gottes Ansprüche an uns anerkennen, und üben Gerechtigkeit, wenn wir so leben, wie es Ihm gefällt. Dann sind wir glückliche Menschen, weil wir die Zustimmung Gottes zu unserem Verhalten besitzen.
Leider müssen wir zugeben, dass wir nicht immer so leben, wie Gott es von uns will, sondern wie es uns gefällt. Wenn uns das bewusst wird, steht uns der Weg zum Bekenntnis unserer Sünden offen (Vers 6; 1. Johannes 1,9).
Die Verse 7-12 geben einen Rückblick auf das Volk Israel in Ägypten. Es beginnt mit dem Unglauben der Israeliten: Sie glaubten nicht an Gottes Macht und Güte zu ihrer Befreiung (2. Mose 14,10-12). Da handelte Gott aus eigenem Antrieb. Obwohl Ihm die Israeliten nicht vertrauten, befreite Er sie aus Ägypten. Weil sich das Schilfmeer spaltete, konnten sie auf dem Trockenen hinübergehen. Damit entzog Gott sie dem Zugriff des Pharaos, der mit seinen Soldaten in den zurückkehrenden Wasserfluten umkam. Nun glaubten die Israeliten, weil sie ihre Rettung sehen konnten.
Das Murren in der Wüste
Jetzt folgt eine Rückschau auf das Volk Israel in der Wüste. Als es schwierig wurde, vergassen die Israeliten schnell, was Gott zu ihrer Rettung getan hatte. Anstatt Ihm zu vertrauen, murrten sie gegen Ihn.
- In ihrem Unglauben forderten sie den Herrn heraus: Würde Er ihnen Fleisch zu essen geben können? Ja, Gott konnte ihre Wünsche erfüllen, aber Er bestrafte sie mit einer inneren Unzufriedenheit. – Der Herr meint es gut mit uns. Hüten wir uns deshalb vor selbstsüchtigen Bitten! Ihre Erhörung wäre nur zu unserem Schaden.
- In ihrem Unglauben griffen einige aus dem Volk die beiden Führer Mose und Aaron an. Diese Empörung musste Gott mit Gericht bestrafen: Ausser den Söhnen Korahs wurden die Rebellen mit ihren Familien von der Erde verschlungen. – Anstatt uns gegen Menschen aufzulehnen, die Gott als Autoritäten eingesetzt hat, sollen wir uns ihnen unterordnen.
- In ihrem Unglauben verwarfen sie den lebendigen und allmächtigen Gott. Sie machten das goldene Kalb und brachten diesem Götzen göttliche Verehrung entgegen. Dieser Götzendienst rief den gerechten Zorn des Herrn hervor. Weil Mose jedoch als Vermittler für das Volk eintrat, konnte er das göttliche Gericht abwenden. – Auch wir werden vor Götzen gewarnt (1. Johannes 5,21). Alles, was in unserem Herzen und in unserem Leben dem Herrn Jesus den Platz streitig macht, ist ein Götze, den wir verurteilen und wegschaffen müssen.
Das Verschmähen des Landes
Dieser Abschnitt bezieht sich auf das Volk Israel an der Grenze des Landes Kanaan.
Als die zwölf Kundschafter nach ihrer 40-tägigen Reise über dieses gute Land berichteten, das von Milch und Honig fliesst, verschmähten es die Israeliten. Sie glaubten nicht, dass Gott sein Wort wahrmachen und die Bewohner des Landes vor ihnen austreiben würde. Stattdessen murrten sie gegen Ihn und sprachen: «Wären wir doch im Land Ägypten gestorben, oder wären wir doch in dieser Wüste gestorben!» (4. Mose 14,2). Da griff Gott mit Gericht ein. Das Volk musste 40 Jahre in der Wüste bleiben, wo alle Erwachsenen starben. Weil Mose ins Mittel trat, blieben die Kinder am Leben.
Durch die Verführung Bileams verbanden sich die Israeliten mit den Moabitern und verehrten den Götzen Baal-Peor. Was für eine Beleidigung des Herrn, der sein Volk aus Ägypten erlöst und in der Wüste versorgt hatte! Nun stand der Priester Pinehas auf, um für die Ehre Gottes einzustehen. Weil er entschieden gegen das Böse im Volk handelte, wurde die göttliche Plage abgewehrt.
Die Begebenheit am Wasser von Meriba ereignete sich auch am Ende der Wüstenwanderung und betraf den Eintritt ins Land (4. Mose 20,2-13). Das Volk haderte mit Mose, weil kein Wasser zum Trinken vorhanden war. Mit ihren klagenden Worten reizten sie ihn, so dass er unüberlegt redete: «Hört doch, ihr Widerspenstigen! Werden wir euch Wasser aus diesem Felsen hervorbringen?» Dann schlug Mose den Felsen, anstatt zu ihm zu reden. Darum durfte er nicht mit dem Volk ins verheissene Land einziehen.
Das Versagen im Land
Hier blickt der Psalmdichter auf die Zeit der Richter zurück, als das Volk Israel im Land Kanaan wohnte.
Obwohl der Herr den Israeliten das gute Land gegeben hatte, gehorchten sie Ihm nicht. Sie liessen einige von den heidnischen Bewohnern am Leben und vermischten sich mit ihnen. Durch deren schlechten Einfluss entfernten sie sich von Gott und dienten fremden Göttern. Dabei übernahmen sie auch die gottlose Lebensweise der Nationen. Sie opferten ihre Söhne und ihre Töchter den Götzen. Wie schrecklich!
In ihrem Verhalten liegt eine geistliche Lektion für uns. Wenn wir es mit der Absonderung von der Welt nicht ernst nehmen, sondern ihre Freundschaft suchen, übernehmen wir ihr Gedankengut und ihre Handlungsweise. In Jakobus 4,4 werden wir eindrücklich davor gewarnt: «Wisst ihr nicht, dass die Freundschaft der Welt Feindschaft gegen Gott ist? Wer nun irgend ein Freund der Welt sein will, erweist sich als Feind Gottes.»
Der Herr konnte das böse und gottlose Verhalten der Menschen in Israel nicht stillschweigend dulden. Er gab sie in die Hand feindlicher Nationen, um sie die Folgen ihres Abweichens deutlich spüren zu lassen.
Ein Beispiel dazu finden wir in Richter 6: Die Israeliten wurden sieben Jahre von den Midianitern bedrängt. Sie verarmten sehr, weil diese Feinde ihre Ernte verdarben. Als sie in grosser Not waren, schrien sie zum Herrn. Da gab Er ihnen in seinem Erbarmen einen Retter und Richter: Gideon befreite das Volk aus der Hand Midians. In der Folge währte im Land Kanaan 40 Jahre Ruhe. So gnädig ist Gott!
Gott erbarmt sich über sein Volk
Die Verse 43-46 fassen die Geschichte des Volkes Israel von der Richterzeit bis in die zukünftige Drangsal zusammen:
- Oftmals rettete der Herr sein Volk, weil seine Erbarmungen nicht zu Ende sind (Klagelieder 3,22).
- Dennoch rebellierte Israel immer wieder gegen seinen Gott, denn das menschliche Herz ist böse und verdorben.
- Als Folge eigener Ungerechtigkeit musste das Volk bitter ernten, was es gesät hatte.
- Trotzdem blieb Gott seinem Volk treu. Er sah, wie die Menschen in Israel litten, und hörte ihr Schreien.
- Er erbarmte sich über Israel und rettete es aus der Hand seiner Bedränger.
Das traf in der Vergangenheit immer wieder zu. Denken wir nur an die Verschleppung nach Babel und an die Rückkehr nach dem 70-jährigen Exil. In Nehemia 9,31 drücken es die Juden wie folgt aus: «Aber in deinen grossen Erbarmungen hast du ihnen nicht den Garaus gemacht und sie nicht verlassen; denn du bist ein gnädiger und barmherziger Gott.»
Auch in der Zukunft wird ein gläubiger Überrest der Juden aus höchster Not gerettet werden, weil sich Gott über sein Volk erbarmen wird. Darum fleht hier der Überrest in Vers 47: «Rette uns, Herr, unser Gott, und sammle uns aus den Nationen!» Die Folge der göttlichen Befreiung und Sammlung wird das Lob und die Anbetung des Herrn sein. Die Erlösten werden seine Gnade rühmen, die über die Sünde des Menschen triumphieren wird. Sie werden staunen, wie der Herr sie trotz ihres Versagens in den Segen des Reichs einführen wird.
Einleitung
In den Psalmen 90 bis 106 wird das Kommen des Herrn Jesus in Macht und Herrlichkeit aufgezeigt. Christus wird in die Welt eingeführt,
Das Erscheinen des Herrn auf der Erde wird aus Sicht des gläubigen Überrests beschrieben,
Der Mensch ist vergänglich
Dieser Psalm stellt den unwandelbaren, vollkommenen Gott dem vergänglichen, fehlbaren Menschen gegenüber.
Der natürliche Mensch hingegen ist vergänglich. Weil er in Sünde geboren ist, wird er einmal sterben. Auch die Gläubigen gehen noch durch den Tod. Sie besitzen jedoch die Hoffnung der Auferstehung.
Der Mensch ist an die Zeit gebunden. Tausend Jahre dauern für ihn sehr lang. Doch für den ewigen Gott sind sie wie ein Tag. Darum wollen wir weiter täglich auf das Kommen des Herrn warten (2. Petrus 3,8.9).
Der vergängliche Mensch gleicht dem Gras. In der Jugend sprosst und blüht er auf. Er kann jedoch nichts daran ändern, dass er älter wird und einmal stirbt. Wenn wir als Glaubende den Willen Gottes tun, hat unser kurzes Leben Ewigkeitswert (1. Johannes 2,17).
Ab Vers 7 spricht der gläubige Überrest aus Israel über seine Situation unter der erziehenden Hand Gottes. Er weiss nicht, dass Gott für ihn ist. Darum sieht er in dem Schweren, das ihm begegnet, eine Strafe für seine Sünden. Nun bekennt er seine Ungerechtigkeiten, weil ihm bewusst wird, dass Gott alles sieht. – Als Christen wissen wir: Der Herr Jesus hat die Strafe für unsere Sünden am Kreuz getragen. Wenn Gott uns erzieht, handelt Er aus Liebe.