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Nur Werkzeuge

«Was aber hast du, das du nicht empfangen hast? Wenn du es aber auch empfangen hast, was rühmst du dich, als hättest du es nicht empfangen?» (1. Kor 4,7).

Wir stehen in Gefahr, als Handelnde auftreten zu wollen, anstatt uns damit zufrieden zu geben, nur Werkzeuge des Herrn zu sein. Oft vergessen wir, dass Er der einzige grosse Handelnde auf der Erde ist. Diese wichtige Wahrheit wollen wir immer im Gedächtnis behalten. Sobald wir uns nicht mehr als Werkzeuge, sondern als Handelnde betrachten, richten wir mit Sicherheit Unheil an. Wir spielen dem Feind in die Hände, anstatt zur Ehre und zum Lob des Herrn Jesus beizutragen. Wir tappen dann in eine Falle und schaden der Sache des Herrn.

Der einzige Ort, wo wir vor dieser Gefahr sicher sind, ist der Platz zu den Füssen des Herrn Jesus. Dort lernen wir, einfach als Hilfsmittel für sein Werk bereit zu sein, worin es auch immer bestehen mag. Dort werden wir Gefässe, die für seinen Gebrauch geeignet sind. Wenn wir jedoch mit der natürlichen Kraft und mit der ruhelosen Aktivität eines Willens handeln, der sich dem Herrn nicht unterstellt, können die Folgen unserer Tätigkeit katastrophal sein.

Wir leben in einer Zeit, die stark durch eigenwilliges Handeln gekennzeichnet ist – auch in Verbindung mit dem Werk des Herrn. Deshalb ist es notwendig, dass alle seine Diener demütig, untergeordnet und zurückhaltend sind. Unsere Abgrenzung von den Prinzipien und dem Geist der uns umgebenden Welt kann nicht klar genug sein. Wir erreichen dies nur, wenn wir zu den Füssen des Meisters bleiben und uns in allem seiner Autorität unterordnen. Dort sind wir sicher und glücklich. Dort gewinnen wir auch eine gute innere Haltung und einen geistlichen Zustand, um als nützliche Werkzeuge des Herrn Jesus zu seiner Ehre gebraucht zu werden. Menschliche Worte können die Realität und das Glück eines Gläubigen kaum ausdrücken, der sich selbstlos und abhängig in der Gegenwart des Herrn aufhält.

Es besteht die Gefahr, dass wir sogar unseren Dienst als Plattform benutzen, um uns selbst zur Schau zu stellen. Das ist schrecklich. Wer würde jemals, wenn er ein auserlesenes Kunstwerk betrachtet, die Werkzeuge loben, mit denen es hergestellt worden ist? Wenn sich der Herr herablässt, uns in seinem Werk zu gebrauchen, dann ist es töricht und verwerflich, mit uns selbst beschäftigt zu sein, als hätten wir etwas erreicht! Es ist zweifellos eine wunderbare Gnade, dass Er so armselige Geschöpfe wie uns aufnimmt und in seinem Werk einsetzt. Ob Er uns benutzt, seine Herde zu sammeln oder zu weiden, wir sind nur Werkzeuge. Wenn ein Gärtner seine Pflanzen giesst und sie dazu bringt, ihren Duft zu entfalten, wer lobt dann die Giesskanne? Trotzdem hat sie ihren Platz. Aber sie ist lediglich ein Hilfsmittel in der Hand des Gärtners.

Nur ein Werkzeug zu sein – darin liegt das Geheimnis unserer Freude im Herzen, unserer Fruchtbarkeit im Dienst und unserer Bewahrung vor den Listen des Feindes. Lasst uns in der Nähe unseres Herrn bleiben, wo wir sicher und zufrieden sind. Dann werden wir auch bereit sein, seinen Willen zu tun.

  • Wir werden seine Füsse sein, um zu einem kranken Gläubigen zu gehen und ihn durch einen Besuch zu ermuntern.
  • Wir werden sein Mund sein, um ein niedergeschlagenes Kind Gottes durch ein Wort aus der Bibel aufzurichten.
  • Wir werden seine Hände sein, um dem Bedürfnis eines Not leidenden Christen zu begegnen.

Mit einem Wort: Wir werden seine Werkzeuge sein, um für seine Sache eingesetzt zu werden. Wenn die Arbeit getan ist, werden wir nicht über uns selbst nachdenken, sondern unseren Platz wieder zu den Füssen des Herrn Jesus einnehmen. In Ehrerbietung und Anbetung werden wir vor der souveränen Gnade Gottes stillstehen, die solche wie uns aufgenommen hat und uns das Vorrecht verliehen hat, als seine Werkzeuge gebraucht zu werden.

Der Herr ist überall in seinem Werk der Handelnde. Das ist eine segensreiche Tatsache! Möchten wir doch alle immer in diesem Bewusstsein bleiben und mit seiner Kraft leben! Wie würde das die Zustände ändern, was würden wir da erleben! Was für andere Ergebnisse würden erzielt werden! Aber leider beschäftigen wir uns oft auf eine egoistische Weise mit uns selbst und mit unserer Arbeit, unseren Gaben und unserem Dienst. Dadurch wird der Heilige Geist betrübt und in seinem Wirken gehindert. Es fällt auch Unehre auf den Namen des Herrn. Gott kann eine solche Arbeit nicht für sich beanspruchen. Stattdessen muss Er die Werkzeuge beiseitenehmen und ihre Fehler durch seine treue und weise Erziehung korrigieren. Sie sollen lernen, dass sie nur Hilfsmittel sind. Wie gross ist seine Gnade, dass Er sich mit unseren Fehlern und Irrtümern beschäftigt, um uns von ihnen zu befreien und uns für seinen Dienst brauchbar zu machen! Was für ein unaussprechlicher Segen, dass wir es mit unserem Gott zu tun haben und in seinen Händen sind! Wer würde Ihn nicht loben, Ihm vertrauen, Ihn lieben und Ihm dienen?

«Von ihm und durch ihn und für ihn sind alle Dinge; ihm sei die Herrlichkeit in Ewigkeit! Amen» (Röm 11,36).

Autor: Charles Henry Mackintosh, Quelle: Friedenstaube