Das Glück suchen
Gott hatte den König mit grosser Weisheit begabt. Damit versuchte er alles, was «unter dem Himmel» ist, zu erforschen und zu erkennen. Im Weiteren sah er alles, was «unter der Sonne» geschah. Diese zwei Bereiche liegen nahe beieinander. Beim Ausdruck «unter dem Himmel» denkt er an Gott, der alles sieht, was auf der Erde vor sich geht. Wenn er sagt: «unter der Sonne», dann hat er den Menschen vor sich und alles, was in seinem täglichen Leben abläuft.
Zum Schluss in Vers 15 muss eigentlich jeder kommen. Die Sünde hat alles verdorben. Ihre Auswirkungen können nicht rückgängig gemacht werden. So ist der gefallene Mensch unverbesserlich – auch wenn sich die Leute bis heute anstrengen, ihn zu kultivieren und zu verbessern. Rettung gibt es nur, wenn der Mensch sich vor Gott als verlorener Sünder erkennt. Wenn er dies zugibt, Gott sein Versagen bekennt und das Angebot der Gnade annimmt, indem er an den Erlöser glaubt, dann schenkt Gott ihm neues, ewiges Leben (Römer 3,23.24; Epheser 2,8; Johannes 3,16).
In Vers 16 stützt sich der Prediger auf seine eigenen Hilfsmittel. Er spricht «in seinem Herzen». Doch auch seine eigene Weisheit hilft ihm nicht weiter. Sie vergrössert nur sein Problem, denn «wer Erkenntnis mehrt, mehrt Kummer». Als gläubige Christen wissen wir, dass die Hilfe von ausserhalb von uns kommen muss. Doch um diese zu ergreifen, braucht es keine menschliche Weisheit, sondern Glauben. «Gesegnet ist der Mann, der auf den Herrn vertraut, und dessen Vertrauen der Herr ist» (Jeremia 17,7).
Das Irdische ist unbefriedigend
Dem König Salomo standen wie keinem anderen ungeahnte Möglichkeiten offen. Er konnte sich nicht nur alles leisten, sondern auch alle seine Ideen verwirklichen.
Die Verse 4-9 schildern, was er alles unternahm, was er ausprobierte, was er sich leistete. Er nutzte seine unbegrenzten materiellen Möglichkeiten in jeder Hinsicht aus, um Befriedigung zu finden. Und was erlangte er?
Eine Freude, die nur vorübergehend war. Sie blieb nicht. Wenn er alles betrachtete, was er erreicht hatte, kam er zum gleichen Schluss wie in Prediger 1,14: «Siehe, das alles war Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.»
Es gibt immer wieder Menschen, die meinen, wenn sie sehr viel Geld hätten, wären sie restlos glücklich. Auch als Gläubige, die noch die alte Natur in sich haben, können wir auf den Gedanken kommen, Reichtum mache glücklich. Der Prediger beweist genau das Gegenteil. Er hat es ausprobiert und keinen Erfolg gehabt.
Echte Befriedigung findet der Mensch nur beim Herrn Jesus, der gesagt hat: «Wenn jemand dürstet, so komme er zu mir und trinke!» Und: «Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird niemals dürsten» (Johannes 7,37; 6,35). Beim Herrn Jesus wird der Durst der Seele gestillt. Bei Ihm gibt es ein Leben in Überfluss (Johannes 10,10). Und wer bei Ihm zur Ruhe gekommen ist, darf ein Segenskanal für andere werden (Johannes 7,38).
Weise oder töricht?
In seiner Weisheit erkannte der Prediger, dass es eine Rolle spielt, wie man lebt. Durch eine unvernünftige, unsinnige Lebensweise kann der Mensch sich viel Ungemach einbrocken. «Ich sah, dass die Weisheit den Vorzug hat vor der Torheit» (Vers 13). Aber dann sah er, dass alle Menschen sterben müssen. Weil der Prediger nichts über den Tod hinaus wusste, fragte er sich nach dem Sinn eines Lebens in Weisheit oder in Torheit. Wenn ich das gleiche Geschick wie jeder andere erfahre, «wozu bin ich dann überaus weise gewesen»? Als er das Leben auf diese Weise betrachtete, kam er wieder zum Schluss: «Alles ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind.»
Mit dem Gedanken an den Tod fragte er sich, was mit seiner Hinterlassenschaft geschehen würde. Möglicherweise würde sein Nachfolger das Zurückgelassene schlecht verwalten und alles verlieren. Es war zum Verzweifeln (Vers 20)!
Alle Überlegungen des Predigers führten in eine Sackgasse. Doch in den letzten Versen des Kapitels spricht er von Gott und erwähnt Menschen, die eine Beziehung zu Ihm haben – es sind die Gottesfürchtigen. Andere hingegen – die Sünder – leben ohne Ihn dahin und haben keine Hoffnung über den Tod hinaus. Der heute lebende Gläubige hat es gut. Sein Glaube an die Auferstehung und seine Erwartung des Kommens des Herrn zur Entrückung sind die mächtigen Triebfedern seines Lebens. Glücklich folgt er seinem Herrn in Treue nach und weiss, dass seine Mühe nicht vergeblich ist (1. Korinther 15,58).
Alles hat seine Zeit
Die ersten acht Verse beschreiben unser abwechslungsreiches Leben auf der Erde. Alles, was der Prediger aufzählt, kommt zwischen unserer Geburt und dem Tod irgendwann vor. Für das Kind Gottes ist es ein Trost zu wissen, dass hinter allem, was das Leben mit sich bringt, die Hand seines Gottes und liebenden Vaters steht. Für die Gläubigen hat alles seine von Gott bestimmte Zeit, so dass wir in Ruhe und im Vertrauen zu Ihm unseren Weg gehen können – auch wenn es unangenehm und schwierig wird.
Die Beschäftigung (jede Art von Arbeit) ist ein Geschenk des Schöpfers, und der daraus entstehende Segen kommt von Ihm (Verse 10.12.13). Durch den Sündenfall aber ist das Arbeiten mit Mühe und Anstrengung verbunden (1. Mose 2,15; 3,19).
Der Prediger zieht seine Lebenserfahrung nur aus dem, was er hier sieht. Er weiss nicht, was nach dem Tod ist. Trotzdem sagt er: Gott hat die Ewigkeit in das Herz der Menschen gelegt. Jeder hat ein Empfinden dafür, dass mit dem Tod nicht alles aus ist, auch wenn mancher vorgibt, das Gegenteil zu glauben. Gleichzeitig anerkennt der Prediger die Grösse des Schöpfers und seiner Werke. Der Mensch wird nie alle Geheimnisse der Natur ergründen können (Vers 11). Die Grösse, aber auch die Vollkommenheit der Schöpfung sollte jeden Menschen zur Gottesfurcht führen. Zudem wird dieser Gott einmal alles Vergangene und von den Menschen Verdrängte hervorholen. Wann? Beim Endgericht, das alle, die im Unglauben gestorben sind, treffen wird (Offenbarung 20,11-15).
Gott und der Mensch
Die Welt, in der wir leben, ist von der Sünde geprägt. Das erkannte auch der Prediger. Gerade da, wo Recht und Gerechtigkeit hätten dominieren müssen – in der Regierung und bei der Rechtssprechung – fand er Gottlosigkeit und damit Unrecht. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Als Folge der Sünde leben wir in einer Welt voller Ungerechtigkeit. Vor allem wohnt die Sünde in jedem Menschenherzen – auch in meinem und deinem. Der Prediger ist überzeugt, dass Gott die Menschen für ihr Verhalten zur Rechenschaft ziehen wird.
Er hat einen begrenzten Blickwinkel und beurteilt alles nur nach dem, was er sieht. Zudem geht sein Blick nicht über den Tod hinaus. Aus diesen Gründen kommt er in Vers 19 zu einem falschen menschlichen Schluss, wenn er sagt: «Da ist kein Vorzug des Menschen vor dem Tier.»
Aus anderen Stellen in der Bibel wissen wir, dass der Mensch aus Geist, Seele und Leib besteht (1. Thessalonicher 5,23). Das Tier jedoch hat nur einen Körper und eine Seele. Wenn es stirbt, ist seine Existenz zu Ende. Der Mensch aber hat einen Geist, mit dem er mit Gott, seinem Schöpfer, in Verbindung treten kann. Zudem sind sein Geist und seine Seele unsterblich. Jeder Mensch hat daher eine ewige Existenz. Darum ist es so wichtig, dass er nicht nur für das Sichtbare lebt, sondern an die Ewigkeit denkt und durch Buße und Glauben mit Gott ins Reine kommt. Es könnte ihm sonst wie dem reichen Mann ergehen, von dem der Herr Jesus in Lukas 16,19-31 erzählt.
Mühe und Arbeit
Weil es auf dieser Erde statt Recht und Gerechtigkeit so viel Gottlosigkeit gibt, werden auch viele Menschen unterdrückt. Es sind vor allem die Schwächeren, die unter denen zu leiden haben, die mehr Macht besitzen. Sie können sich kaum wehren. Der Prediger pries daher die Toten und die, die noch nicht geboren sind. Eine Lösung für die Lebenden hatte er nicht.
Aber der Herr Jesus ladet die Elenden und Armen ein, bei Ihm Hilfe zu suchen: «Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen, und ich werde euch Ruhe geben» (Matthäus 11,28). Und die Gläubigen, die heute an manchen Orten auf der Welt unterdrückt werden, haben ein herrliches Ziel vor sich. Wenn sie einmal bei Gott sein werden, wird Er jede Träne von ihren Augen abwischen.
Auch die tägliche Berufsarbeit birgt Gefahren. Wie viel Neid und Eifersucht kann es am Arbeitsplatz geben, wenn einer geschickt und fleissig ist! – Wäre es besser, sich gehen zu lassen? Nein, der Tor, der seine Hände faltet, ruiniert sich selbst. – Vers 6 zeigt einen guten Weg, den wir in gewissem Sinn im Neuen Testament bestätigt finden: Genügsamkeit, mit wenig zufrieden sein (1. Timotheus 6,6.8).
Alleinstehende Menschen gab es damals schon. Auch heute fragen sich solche: Für wen mühe ich mich ab? Für wen lebe ich? Der gläubige Christ – auch wenn er allein steht und sich vielleicht einsam fühlt – weiss: Der Herr Jesus ist stets bei mir. Ich darf für Ihn leben und arbeiten (Matthäus 28,20; Kolosser 3,23.24).
Einsam und alt?
Die Verse 9-12 sind eine Fortsetzung der Verse 7 und 8. Nun zeigt der Prediger, wie gut es ist, wenn man zu zweit ist und nicht allein da steht. Diese Aussagen finden sicher eine Anwendung in der Ehe, wobei das Wichtigste am Schluss von Vers 12 steht: die dreifache Schnur. Spricht das nicht von der Ehe zweier gläubiger Menschen, die ihren Lebensbund «im Herrn» geschlossen haben und Ihm den ersten Platz in ihrem gemeinsamen Leben geben? Er wird ihnen helfen, damit ihre Ehe auch in den Stürmen des Lebens standhält.
Vers 13 enthält eine Warnung an uns alle, die älter geworden sind. Wie schnell meinen wir, wir hätten genügend Lebenserfahrung und müssten nicht mehr auf Warnungen hören. Doch der Herr sieht das anders.
Allgemein weisen die Verse 13-16 auf den Generationenwechsel hin, der manchmal speziell verlaufen kann. Hier ist die Rede von einem armen, weisen Jüngling, der zu hohen Würden kommen kann, um einen alten, törichten König abzulösen. Aber die nächste Generation scheint sich wenig um das zu kümmern, was früher war. Daher wird sie wieder die gleichen Erfahrungen machen müssen.
In Vers 17 geht es um die Begegnung mit Gott in seinem Haus (damals der Tempel). Für uns wollen wir daraus lernen, dass es wichtiger ist, auf Gott zu hören und seinem Wort zu gehorchen, als Opfer zu bringen (1. Samuel 15,22).
Gottesfurcht
Die ersten Verse sind eine Fortsetzung des Themas von Prediger 4,17. Es sind Empfehlungen des Predigers an den Leser seines Buches. Doch sie stammen von einem Mann, der keine nahe Beziehung zu Gott hat. Für ihn ist Er weit weg im Himmel, während er sich auf der Erde befindet. Und doch sprechen diese Verse auch uns gläubige Christen an. Obwohl wir durch den Glauben an Jesus Christus Kinder Gottes geworden sind und Er jetzt unser Vater ist, bleiben wir seine Geschöpfe. Wenn wir im Gebet vor Ihn kommen, wollen wir es immer mit der nötigen Demut und Ehrerbietung tun.
Wer viel redet, steht in Gefahr, zu weit zu gehen. Weil wir für unsere Äusserungen verantwortlich sind, ist es besser, sich zurückzuhalten. Und wenn wir mit unseren Worten gesündigt haben, dann lasst uns dazu stehen und es nicht abzuschwächen suchen. Gott hat es gehört. Ihm können wir nichts vormachen. Die Ermahnung «fürchte Gott!» haben wir alle nötig.
Über die Bedrückung der Armen sprach der Prediger bereits in Prediger 4,1-3. Jetzt denkt er daran, dass Gott über allem steht und alles sieht, was dabei auf der Erde geschieht (Klagelieder 3,34-36). Zu seiner Zeit wird Er alles Böse richten (Prediger 3,17). Manchmal lässt Er es zu, dass ein Mensch, der andere unterdrückt, bereits auf dieser Erde seinen Meister findet und so behandelt wird, wie er mit anderen umgegangen ist.
Vers 8 lässt uns an König Ussija denken, von dem es heisst: «Er liebte den Ackerbau» (2. Chronika 26,10). Jener König war zu Beginn seiner Regierung wirklich ein Gewinn für das Land.
Die Gefahr des Reichtums
Wer reich werden will, bekommt nie genug. Je mehr einer hat, umso mehr möchte er. Geld und Reichtum haben noch keinen Menschen befriedigt. Zudem sagt das Neue Testament: «Die Geldliebe ist eine Wurzel alles Bösen» (1. Timotheus 6,10). Manche Stellen warnen vor der Habsucht und verurteilen sie (Lukas 12,15; Hebräer 13,5).
Ab Vers 10 spricht der Prediger von einigen negativen Begleiterscheinungen des Geldes und des Reichtums, die er gesehen hat:
- Wenn einer reich wird, gibt es immer solche, die von ihm profitieren möchten.
- Der Arme kann besser schlafen als der Reiche, der in ständiger Angst lebt, sein Reichtum könnte an Wert verlieren.
- Reichtum kann zum Unglück aufgehäuft werden. Auf einmal geht durch ein Missgeschick, z.B. durch einen Börsencrash oder durch einen Krieg, alles verloren, so dass sogar die Nachkommen die Leidtragenden sind.
- Wenn der Tod eintritt, kann man nichts von seinem materiellen Reichtum mitnehmen. Nackt, wie wir in diese Welt gekommen sind, müssen wir sie wieder verlassen (1. Timotheus 6,7).
In den Schlussversen denkt der Prediger bei allem, was er geniessen darf, an Gott. Er ist es, der uns all das Gute und Schöne schenkt und Er lässt es uns auch geniessen. Danken wir Ihm genügend dafür? Aber Gott will uns auch die rechte Einstellung zum Besitz schenken, damit wir nicht von der Geldliebe gepackt werden. Lesen wir doch wieder einmal 1. Timotheus 6,17-19!
Verschiedene Situationen
Weil der Prediger alles am Sichtbaren auf dieser Erde misst, kommt er auf ein weiteres Übel zu sprechen. Er denkt an jemand, der Reichtum und Ehre hat und nichts davon geniessen kann und schliesslich die Welt ohne würdiges Begräbnis verlassen muss. Von einem solchen sagt er: «Eine Fehlgeburt ist besser daran als er.» Eine traurigere Schlussfolgerung kann man sich kaum vorstellen. Am Ende von Vers 6 stellt er zudem die Frage: «Geht nicht alles an einen Ort?» Meint er das Grab? Das kann es doch nicht sein. Es muss nachher weitergehen. Aber das Nachher liegt für ihn im Dunkeln. Das ist das Unerträgliche.
Vers 7 beschreibt das Unbefriedigtsein des menschlichen Herzens. «Alle seine Mühe ist für seinen Mund, und dennoch wird seine Begierde (oder seine Seele) nicht gestillt.» Und die bohrenden Fragen in den Versen 11 und 12? Müssen sie unbeantwortet bleiben?
Nein, wir dürfen uns mit allen ungelösten Lebensfragen zum Herrn Jesus wenden. Er hat nicht nur eine Antwort auf das diesseitige Leben. Er zeigt uns auch, dass jeder, der an Ihn glaubt, ewiges Leben empfängt und eine herrliche Zukunft über das Grab hinaus hat. Der Glaubende darf heute für Ihn leben und damit auch für andere zum Segen sein (Epheser 4,28). Und für das Nachher sagt der Herr Jesus: «Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt; und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit» (Johannes 11,25.26).
Was besser ist
Der Prediger war ein vom Schöpfer mit grosser Weisheit begabter Mann. Wenn er in diesen Versen verschiedene Vergleiche zieht und uns das Bessere empfiehlt, tun wir gut, dies für unser tägliches Leben hier zu beachten.
Im ersten Moment haben wir vielleicht Mühe, das, was der Prediger als das Bessere vorstellt, wirklich auch so zu sehen. Sobald wir jedoch etwas tiefer darüber nachdenken, müssen wir ihm Recht geben.
Einen guten Ruf zu haben, ist besser als nur eine gute äussere Erscheinung (Vers 1). Im Haus der Trauer steht man der Realität des Lebens näher als im Haus des Festmahls und der Freude, wo man leicht vergisst, wie unausweichlich der eigene Tod ist. Als Gläubige haben wir jedoch mehr als die Realität des Todes. Wir haben eine herrliche Hoffnung, die über den Tod hinausgeht (1. Thessalonicher 4,13-18).
Die Zurechtweisung eines Weisen nützt uns mehr als die Lobhudelei törichter Leute, die uns nur schmeicheln wollen.
Der Enthusiasmus, mit dem eine Sache oft in Angriff genommen wird, ist keine Garantie für die Ausdauer, die nötig ist, um sie auch zu Ende zu führen. Der Langmütige erträgt manches, auch schwierige Leute! Der Hochmut reagiert schnell durch Unwillen, wenn ihm etwas in die Quere kommt. Als Gläubige dürfen wir den Herrn bitten, uns zu helfen, den aufkommenden Unwillen zu überwinden. Selbstbeherrschung gehört nach Galater 5,22 zur Frucht, die der Heilige Geist bei uns hervorbringen möchte.
Gute und schlechte Zeiten
Zu meinen, früher sei es besser gewesen, ist gefährlich. Der Prediger warnt uns vor solchen Gedanken, denn das Herz der Menschen hat sich nicht geändert. Es ist seit jeher völlig verdorben (1. Mose 6,5; Jeremia 17,9). Glücklicherweise dürfen wir uns am Herrn Jesus orientieren. Er ist derselbe gestern und heute und in Ewigkeit. An Ihn dürfen wir uns heute in den letzten Tagen der Gnadenzeit klammern.
Für den, der alles nach dem Sichtbaren beurteilt, sind Weisheit und materieller Besitz gut. Die Weisheit steht zuerst, weil sie «ihren Besitzern Leben gibt», d.h. sie beeinflusst unser Leben positiv. Ein weiser Mensch ist vorsichtig, er lässt sich warnen und meidet, was ihm gefährlich werden könnte.
Sowohl gute Zeiten als auch Unglückstage in unserem Leben kommen von Gott. Er hat alles in seiner Hand. Wenn Er eine Prüfung schickt, etwas krümmt, das wir nicht gerade machen können, dann wollen wir uns darunter beugen und uns nicht auflehnen.
Die Erfahrung in Vers 15 machte auch der Psalmdichter Asaph. Aber er ging mit der Bitterkeit seines Herzens ins Heiligtum. Dort sah er die Sache aus der Perspektive Gottes. Da wurde er ruhig (Psalm 73).
Die Verse 16-18 warnen uns vor extremen Haltungen. Ein Übermass an Gerechtigkeit ist Hochmut. Lasst uns nicht gerecht sein ohne Gnade. Die andere Seite bedeutet, es mit der Sünde nicht genau zu nehmen und dem Bösen freien Lauf zu lassen. Vor beiden Extremen kann uns nur Gottesfurcht bewahren. Lasst uns dem Herrn, dem einzig sicheren Weg, nachfolgen.
Eine weise Prüfung
Die Weisheit, die der Prediger von seinem Schöpfer empfangen hat, führte ihn zum gleichen Schluss, den der Geist Gottes uns in Römer 3,10-12 aufzeigt: «Unter den Menschen ist kein Gerechter, der Gutes tut und nicht sündigt.» Daraus zieht der Prediger die praktische Schlussfolgerung: Lege die Worte der Menschen nicht auf die Goldwaage und denke nicht, du müsstest alles erfahren. Du könntest Worte hören, die dich verletzen. Und vergiss nicht, wie oft du schon Unbedachtes, Oberflächliches und Negatives über andere gedacht und gesagt hast!
Der Prediger wollte weise werden und bemühte sich, alles richtig zu beurteilen. Erreichte er sein Ziel? Durch eigene Willensanstrengung erlangte er nicht, wonach er strebte. Er gleicht dem Mann in Römer 7, der als Gläubiger versucht, aus eigener Willensanstrengung gottselig zu leben. Es misslingt ihm, bis er die Kraft des Heiligen Geistes erkennt, die ausserhalb von ihm liegt, und diese in Anspruch nimmt.
Am Schluss kommt der Prediger zur Überzeugung: Gott hat den Menschen aufrichtig geschaffen. Aber seit dem Sündenfall ist er ein Ränkeschmied. Zuerst wollte er seine Nacktheit vor Gott mit Feigenblättern zudecken. Doch diese nützten nichts. Seither schmiedet der Mensch immer wieder neue Ränke für sein Leben ohne Gott. Was kommt dabei heraus? Sünde auf Sünde, wobei sich dies beim Mann mehr durch Gewalttätigkeit ausdrückt und bei der Frau eher durch Verführung und Verdorbenheit. – Es gibt nur Einen, der hier ohne Sünde gelebt hat: unser Heiland!
Das Gericht kommt
Wann wird der Trotz im Angesicht eines Menschen grundlegend verwandelt? Wenn die Weisheit von Gott ihn zur Einsicht führen kann, dass er ein verlorener Sünder ist, und er sich vor Gott demütigt.
Der König ist eine von Gott eingesetzte Autorität – wie jede Art von Regierung –, der wir uns unterordnen müssen (Römer 13,1.2). Und was ist zu tun, wenn wir ihre Entscheide anzweifeln und meinen, sie seien falsch? Dann dürfen wir die Sache Gott überlassen. «Denn für jede Sache gibt es eine Zeit und eine richterliche Entscheidung.» Aber das entbindet uns nicht vom Gehorsam, den wir der Obrigkeit schulden.
Zudem ermahnt uns das Neue Testament, für die Regierung zu beten. Wie wichtig und nötig ist das! (1. Timotheus 2,1.2).
Auch als Christen sind wir begrenzte Menschen, die weder Macht über den Wind noch über den Tag des Todes haben. Und doch haben wir es viel besser als der Prediger. Wir kennen Den, der dies alles in seiner Hand hat, und wir haben eine Beziehung zu Ihm. Er ist unser Gott und unser himmlischer Vater. Wir sind seine geliebten Kinder. Er sorgt für uns und bringt uns durch alles hindurch. Einst werden wir bei Ihm zu Hause sein.
Aber jetzt leben wir noch wie alle Menschen in einer Umgebung, die von der Sünde geprägt ist, in einer Zeit, «wo der Mensch über den Menschen herrscht zu seinem Unglück».
Gottlos oder gottesfürchtig?
Der Prediger ist überzeugt, dass es denen, die Gott fürchten, wohl ergehen wird. Er glaubt auch an ein tragisches Ende der Gottlosen. Doch in der Welt findet er wenig Bestätigung für seine Überzeugung. Auch wir sehen, dass sündige Menschen leben können, wie es ihnen passt, ohne dass Gott eingreift. Anderseits haben Gläubige (Gerechte) oft ein recht mühsames Dasein. Wie können wir das zusammenbringen? Indem wir versuchen, das Leben aus Gottes Sicht zu sehen, und daran denken, was die Bibel über das Leben nach dem Tod sagt. Für den, der als Sünder stirbt, folgt das Gericht (Hebräer 9,27). Wer aber im lebendigen Glauben an seinen Erlöser stirbt, ist nach dem Tod «bei Christus», wo es «weit besser ist» (Philipper 1,23).
Weil der Prediger mit seinem beschränkten Blickwinkel nur das Sichtbare kennt, kommt er immer wieder zum gleichen Schluss. Er empfiehlt dem Leser, sich einfach an den Gaben des Schöpfers zu freuen (Vers 15; siehe auch Prediger 3,12; 5,18.19; 9,7).
Als Christen dürfen wir uns über irdische Gaben, die Gott uns «reichlich darreicht zum Genuss», freuen und sie dankbar aus seiner Hand annehmen. Neben dieser erdgebundenen Freude, die längst nicht jeder Christ hat – viele leiden Mangel –, besitzt jeder Glaubende eine andere, viel tiefere Freude. Sie ist geistlicher Art und unabhängig von den jeweiligen Lebensumständen. Es ist die Freude des Herrn, die Freude seiner Gemeinschaft und die Freude an Ihm (Johannes 15,11; 16,22; Philipper 4,4). Nichts und niemand kann uns diese rauben.
Jeder Mensch muss sterben
Das sichtbare Leben hier, das der Prediger stets vor sich hat, endet mit dem Tod. Aus dieser engen Perspektive gesehen, wird allen das gleiche Schicksal zuteil, unabhängig davon, wie sie gelebt haben. Der Hass der Toten ist nicht mehr zu fürchten. Die Liebe derer, die gestorben sind, kann nicht mehr genossen werden. Der Eifer und die Energie der Toten zählt nicht mehr, denn sie richten nichts mehr aus. Schliesslich gerät alles das, was sie einst im Leben getan haben, in Vergessenheit. Wie trostlos und wie hoffnungslos!
Die Gedanken, die der Prediger uns vorstellt, sind nicht verkehrt. Aber sie sind nicht alles, was Gott uns in der Bibel mitgeteilt hat. Die grösste Offenbarung Gottes sehen wir am Kreuz von Golgatha. Als die Menschen Jesus Christus kreuzigten, machten sie das Mass ihrer Bosheit und des Hasses gegen Gott voll. Aber anstatt die Menschheit zu vernichten, hat Gott damals, in den drei Stunden der Finsternis, seinen Sohn für fremde Schuld geschlagen, um uns seine Gnade und volle Vergebung anzubieten.
Am Kreuz zeigte sich, wie sehr Gott die Sünde hasst, aber auch wie unendlich gross seine Liebe zu uns Menschen ist. Jeder, der in Buße über seine eigenen Sünden und im Glauben an den Herrn Jesus und sein vollgültiges Erlösungswerk zu Gott kommt, wird von Ihm angenommen. Er wird ein Kind Gottes. Er darf jetzt für den Herrn Jesus leben und wissen, dass er ein ewiges Zuhause bei Gott hat.
Gross und klein
«Zeit und Schicksal trifft sie alle.» Das ist die Schlussfolgerung des Predigers, nachdem er beobachtet hat, dass auf der Erde längst nicht alles so verläuft, wie man es erwartet. Der Schnellste, der theoretisch den Lauf gewinnen sollte, stolpert, und schon gewinnt ein anderer! Ähnliches kann jedem passieren. Irgendein Unglück bricht unerwartet über jemand herein und wirbelt alle seine Pläne durcheinander. Dann fühlt er sich wie ein Fisch, der plötzlich im Verderben bringenden Netz gefangen ist. So stirbt längst nicht jeder nach einem langen ausgefüllten Leben schliesslich an Altersschwäche. Viele werden durch Unglück oder Katastrophe unvermittelt aus dem Leben gerissen.
Wenn wir als Glaubende von einem Schicksalsschlag getroffen werden, wissen wir, dass alles, was uns widerfährt, aus der Hand unseres liebenden Gottes und Vaters und nicht von ungefähr kommt. Wie kann diese Gewissheit unsere Herzen trösten und aufrichten!
Der letzte Abschnitt erinnert uns an den Armen, an unseren Herrn Jesus Christus. Er war elend und arm, der von jedermann Verachtete und der Abscheu der Nation (Psalm 40,18; Jesaja 49,7). Aber was für ein gewaltig grosses Erlösungswerk hat Er am Kreuz von Golgatha vollbracht! Er hat nicht nur eine Stadt, sondern Millionen von Menschen, die sich im Glauben auf Ihn und die vollbrachte Sühnung stützen, errettet. Doch es ergeht dem Heiland wie jenem armen weisen Mann. Die Mehrzahl der Menschen will nichts von Ihm wissen, sie lehnt das Evangelium ab.
Weises Verhalten (1)
Die in diesem Kapitel zusammengestellten Sprüche lassen sich auch auf unser praktisches Leben als Christen anwenden. Wir sollten sie wirklich beherzigen.
Wenn ein gottesfürchtiger Mensch unbedachte Worte redet oder eine unüberlegte Tat begeht, kann er dadurch in seinem Leben sehr viel zerstören. Es kann so weit führen, dass andere ihr Vertrauen in ihn verlieren.
Vers 4 kann sicher auch auf Vorgesetzte und Untergebene angewendet werden. Wenn der Chef seinen Ärger an uns auslässt, dürfen wir zum Herrn rufen: Hilf mir, gelassen zu bleiben! Ich möchte mich nicht versündigen.
In den Versen 5-7 stellt der Prediger ein Übel fest, auf das er keine Antwort hat. Aber wir denken an unseren Heiland, dem es gerade so ergangen ist. Der König der Könige wurde als Kind armer Eltern geboren und in eine Krippe gelegt. Später wurde Er von seinem Volk verworfen und gekreuzigt. Als Sohn des Menschen hatte Er weniger als die Füchse und die Vögel: keinen Ort, wo Er sein Haupt hinlegen konnte.
Die Verse 8 und 9 mahnen uns zur Vorsicht bei allem, was wir unternehmen.
Vers 10 enthält eine praktische Anwendung auf unser tägliches Glaubensleben. Wir wollen unser Tagewerk nicht ohne Gebet und Gottes Wort beginnen. Sonst gleichen wir denen, die mit stumpfer Axt arbeiten und sich fragen, warum ihr Leben so kräfteraubend verlaufe.
Weises Verhalten (2)
Damals wie heute offenbaren die Worte eines Menschen, wie es in seinem Inneren aussieht. Einen Weisen erkennt man an seinen gnädigen Worten. Möchten wir alle unserem Herrn und Heiland gleichen, von dem es heisst, dass Er Worte der Gnade redete. Die Sprache des Toren ist oft überheblich. Er macht Pläne, spricht viel und weiss doch nicht, «was sein wird». Denken wir an die Ermahnung in Jakobus 4,13-15! Es ist gut, wenn uns bei allem, was wir unternehmen möchten, bewusst ist: «Wenn der Herr will und wir leben …»
Die Verse 16 und 17 haben sich bis heute unzählige Male wiederholt. Wie manches Volk und Land wurde in den Ruin getrieben, weil unerfahrene Herrscher an die Macht gelangten! Eine vollkommene Regierung zum Wohl aller Menschen auf der Erde wird es erst unter der Herrschaft des Herrn Jesus, des Friedefürsten, geben.
Das Faulenzen hat immer negative Folgen, sei es im Alltagsleben oder in geistlicher Hinsicht. Daher sollten wir im Beruf und im Glaubensleben fleissig sein (Römer 12,11.12).
Der letzte Vers warnt uns davor, gegen andere böse Gedanken zu hegen. Dadurch verunreinigen wir uns und es besteht die Gefahr, dass wir von dem, was wir nur denken wollten, auch etwas laut sagen, vielleicht im engeren Kreis. Doch wie leicht kann das unter die Allgemeinheit kommen und grossen Schaden anrichten! Möchten wir uns mehr mit dem Guten und Positiven beschäftigen und damit unsere Gedanken füllen (Philipper 4,8).
Mit Ausdauer säen und die Jugend
Was der Prediger über das Säen und Ernten mitteilt, können wir gut auf die Arbeit im Werk des Herrn, auf das Ausstreuen des Wortes Gottes, anwenden. Um einmal ernten zu können, muss zuerst gesät werden. Ohne Aussaat keine Ernte! Beim Säen des Wortes Gottes ist es wichtig, dass wir uns durch nichts – weder durch schwierige Lebenssituationen noch durch Menschenfurcht – daran hindern lassen. Wir sollten mit dem Ausstreuen in der Jugend (am Morgen) beginnen und nicht aufhören, wenn wir alt werden (am Abend), sondern unentwegt weitermachen. Wir wissen nicht, was davon aufgehen und Frucht bringen wird. Das Wachstum des ausgestreuten Wortes im Herzen und Leben der Menschen kann nur Gott bewirken. Wie Er es tut, sehen wir meistens nicht, aber «nach vielen Tagen», in der Ewigkeit, wird das Ergebnis des verborgenen Wirkens Gottes – die Ernte – sichtbar werden.
In Vers 9 spricht der Prediger von einem kommenden Gericht. Woher wusste er dies? Er hatte doch keinerlei Offenbarung von Gott! Aber die Natur hatte ihn gelehrt, dass es immer eine Ernte entsprechend der Aussaat gibt. So ist es auch mit unserem Leben. Das Gericht bildet in diesem Sinn die Ernte unseres gegenwärtigen Daseins und Verhaltens. Gott schenkt uns oft manches Schöne im Leben. Er gibt uns auch die Freiheit, es zu geniessen, aber verbindet alles mit unserer Verantwortung und warnt vor der Sünde mit der Ermahnung: «Entferne den Unmut aus deinem Herzen, und tu das Böse von deinem Leib weg.»
Das Alter und ein Schlusswort
In den Versen 2-6 finden wir eine schöne bildliche Beschreibung des Altwerdens eines Menschen. Alles nimmt langsam ab: das Augenlicht, das Gehör, der Geschmackssinn, aber auch die körperlichen Kräfte. Die Schritte werden unsicher, das Gehen macht Mühe, die Hände beginnen zu zittern. Schliesslich kommt der Tag des Todes, an dem der Körper ins Grab gelegt wird und zu Staub zerfällt, während der Geist zu Gott, seinem Schöpfer, zurückkehrt. Der Mensch hört also nicht auf zu existieren. Das weiss sogar der Prediger, obwohl für ihn das Jenseits im Dunkeln liegt.
Doch warum sagt er das alles? Er möchte, dass wir über Gott und die Ewigkeit nachdenken, solange wir dazu noch fähig sind. Das Neue Testament sagt es noch konkreter. Es fordert uns auf, die Bekehrung keinen Tag hinauszuschieben. «Siehe, jetzt ist die wohlangenehme Zeit, siehe, jetzt ist der Tag des Heils.» – «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht» (2. Korinther 6,2; Hebräer 4,7).
Als aufrichtiger Mensch, der ausser der Schöpfung keine Offenbarung von Gott hat, endet der Prediger nicht mit der Eitelkeit, die er in allem fand, sondern mit der Aufforderung: «Fürchte Gott und halte seine Gebote.» Für uns Christen wollen wir daraus ableiten: Echtes Glück, wahre Ruhe und Freude und die nötige Hilfe finden wir nur beim Herrn Jesus und im Gehorsam gegenüber seinem Wort. Das Gericht im letzten Vers muss uns als Glaubende nicht erschrecken. Aber es soll uns zu einem Leben der Gottesfurcht anspornen (2. Korinther 5,9-11).
Buchtipp: Haschen nach Wind
Einleitung
Schreiber
Es gibt mehrere Hinweise darauf, dass Salomo der Schreiber ist. Sein Name wird zwar nicht erwähnt, aber er nennt sich «Sohn Davids» und «König über Israel in Jerusalem» (Prediger 1,1.12). Er spricht von seiner grossen Weisheit und von den vielen Sprüchen, die er verfasst hat (Prediger 1,16; 12,9). Alle diese Tatsachen zeigen klar, dass Salomo dieses Bibelbuch unter der Leitung des Heiligen Geistes geschrieben hat.
Inhalt
Die Kernfrage im Buch des Predigers könnte man so formulieren: Wie verbringt der Mensch sein Leben am besten? Aufgrund seiner Weisheit, seiner Macht und seines Reichtums war Salomo bestens in der Lage, diese Frage durch eigene Erfahrung und Überlegung zu erforschen. Meistens antwortet er aus der Sicht eines Menschen, der nicht über die Erde hinausschaut. Daher vermittelt er mehrmals den Eindruck, als ob er von der göttlichen Wahrheit weit entfernt wäre.
Alles, was der Mensch unter dieser Perspektive tut, ist Eitelkeit und ein Haschen nach Wind. So zeigt sich am Ende des Buches ein klares Ergebnis: Das Leben auf der Erde bringt nur echte Erfüllung, wenn der Mensch eine persönliche Glaubensbeziehung zum Schöpfer besitzt und pflegt.
Menschen, die den Herrn Jesus als ihren Erlöser angenommen haben, finden in seiner Nachfolge den wahren Lebenssinn. Zudem besitzen sie eine sichere Hoffnung über den Tod hinaus. Darum haben sie auf die Fragen, die der Prediger stellt, oft bessere Antworten.
Das Leben ohne Gott
Gott benutzte König Salomo, vermutlich gegen Ende seines Lebens, um das Buch des Predigers zu schreiben. Es ist ein Bestandteil des inspirierten Wortes Gottes. Doch wir finden darin keine Offenbarung Gottes, sondern die Erfahrungen eines Menschen, der weiss: Es gibt einen Gott. Er anerkennt Ihn als seinen Schöpfer, aber er hat keine Beziehung zu Ihm. Der Blickwinkel des Predigers ist auf das Leben auf der Erde begrenzt. Er macht sich viele Gedanken und probiert vieles aus, um echte Erfüllung im Leben zu finden. Doch es bleiben nur Enttäuschung und Hoffnungslosigkeit. Warum das? Weil der Mensch von Natur ein Sünder ist und in dieser Welt überall den Folgen des Sündenfalls begegnet.
In Vers 2 fasst der Prediger seine Erfahrungen zusammen: Es ist alles nichtig. Der dritte Vers erinnert an ein Wort des Herrn Jesus: «Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt und seine Seele einbüßt?» (Markus 8,36). In den Versen 4-11 wird ein endloser Kreislauf beschrieben, den wir sowohl in der Natur als auch im Leben der Menschen feststellen. Alles dreht sich ständig wie ein Rad. Der Prediger kommt zum Schluss: «Es gibt nichts Neues unter der Sonne.» Als gläubige Christen können wir darauf antworten: Doch, es gibt etwas Neues, seitdem der Herr Jesus gekommen ist. Durch sein am Kreuz vollbrachtes Erlösungswerk hat Gott in den Kreislauf der gefallenen Menschen eingegriffen. Jeder, der Buße tut und an den Erlöser glaubt, empfängt neues Leben und hat eine herrliche Perspektive, ein himmlisches Ziel, vor sich.