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Leseplan: Christus – in den Opfern dargestellt
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Einleitung

In diesem Bibelbuch geht es um die Frage: Wie kann ein Israelit zu Gott kommen und Gemeinschaft mit Ihm haben? Die Antwort besteht aus zwei Teilen:

  • Einerseits ist es nötig, dass ein Opfer gebracht wird.
  • Anderseits erfordert es einen heiligen Lebenswandel.

Die Opfervorschriften und die Anordnungen zu einer reinen Lebensführung bilden den Schwerpunkt im dritten Buch Mose.

Wie können wir als glaubende Christen Gott nahen? Es geschieht auf der Grundlage des Opfertodes des Herrn Jesus. Diese Frage wird im Hebräer-Brief ausführlich beantwortet. Der Schreiber nimmt dabei auf den Opferdienst im Alten Testament Bezug und hebt zwei Gedanken hervor:

  1. Die vielen Opfer, die die Israeliten darbrachten, konnten keine Sünden tilgen. Nur das Blut des Herrn Jesus bewirkte vor Gott eine ewige Sühnung.
  2. Die verschiedenen Opfer im Alten Testament weisen in ihrer geistlichen Bedeutung auf Jesus Christus und seinen Opfertod am Kreuz hin.

Einteilung

Kapitel 1 – 7: Die fünf verschiedenen Opfer
Kapitel 8 – 10: Weihe und Heiligkeit der Priester
Kapitel 11 – 15: Reinheitsgesetze für das Volk Israel
Kapitel 16: Der grosse Sühnungstag
Kapitel 17 – 22: Praktische Reinheit und Heiligkeit
Kapitel 23: Die sieben Feste des Herrn
Kapitel 24 – 27: Die Heiligkeit des Volkes Gottes

Übersicht über die Opfer in Kapitel 1 – 7

mögliche Opfergabe

vorbildliche Bedeutung auf Jesus Christus

Brandopfer
3. Mose 1
3. Mose 6,1-6

Stier, Schafbock, Ziegenbock, Turteltaube oder junge Taube

Sein Tod zur Verherrlichung Gottes (Johannes 13,31)

Speisopfer
3. Mose 2
3. Mose 6,7-16

Feinmehl, Öl und Weihrauch als gemeinsame Opfergabe

Sein Leben zur Freude Gottes (Matthäus 3,17)

Friedensopfer
3. Mose 3
3. Mose 7,11-36

Rind, Schaf, Ziege (männlich oder weiblich)

Sein Tod als Grundlage der Beziehung der Glaubenden zu Gott und untereinander (Epheser 2,15.16)

Sündopfer
3. Mose 4
3. Mose 6,17-23

Stier für den gesalbten Priester und für die ganze Gemeinde,
Ziegenbock für den Fürsten,
weibliche Ziege oder weibliches Schaf für jemand aus dem Volk

Sein Tod als Grundlage der Vergebung unserer Sünden (1. Petrus 2,24)

Schuldopfer
3. Mose 5
3. Mose 7,1-10

Ziege oder Schaf (weiblich), zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, 1/10 Epha Feinmehl

Sein Tod als Grundlage zur Wiedergutmachung des Schadens, der durch unsere Sünden entstanden ist (Psalm 69,5b)

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Das Brandopfer (1)

Das Erste, was Gott aus der fertiggestellten Stiftshütte, dem Zelt der Zusammenkunft, durch Mose dem Volk Israel mitteilte, waren seine Anweisungen über das Darbringen der Opfer. Wenn ein gläubiger Israelit den Wunsch hatte, Gott ein Opfer zu bringen, dann erklärte Gott, wie dies zu geschehen hatte.

Die Opfer im Alten Testament sind Vorausbilder auf den Herrn Jesus Christus, «der sich selbst für uns hingegeben hat als Darbringung und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch» (Epheser 5,2). Auf uns Christen übertragen bildet der Opfernde in Israel einen Gläubigen vor, der als Antwort seines erlösten Herzens etwas von der Person und dem Erlösungswerk des Herrn Jesus vor Gott ausdrückt. Voll Dankbarkeit spricht er vor Ihm aus, was ihm sein Heiland und das Opfer seines Erlösers bedeuten (Psalm 119,108; Hebräer 13,15). Gott freut sich, wenn wir Ihn auf diese Weise ehren und anbeten.

Das erste Opfer, über das Gott Anweisungen gibt, ist das Brandopfer. Nachdem das Opfertier zerlegt worden war, wurde das Ganze auf dem Altar geräuchert. Dieses Opfer spricht vom Herrn Jesus wie Johannes Ihn in seinem Evangelium beschreibt. Das oberste Ziel seines Lebens war, in allem den Willen Gottes zu vollbringen (Johannes 6,38). In seiner Hingabe war Er bereit, in den Tod am Kreuz zu gehen, um allen gerechten Anforderungen des heiligen Gottes zu entsprechen. Er wurde gehorsam bis in den Tod am Kreuz. Als Er ausrief: «Es ist vollbracht!», hatten sich alle alttestamentlichen Brandopfer erfüllt.

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Das Brandopfer (2)

Je nach den materiellen Verhältnissen, in denen sich ein Israelit befand, konnte er ein entsprechendes Opfertier bringen. Der reiche brachte einen jungen Stier dar, der arme konnte eine Taube opfern. Das hat für uns Christen eine geistliche Bedeutung. Nicht jeder Gläubige hat das gleich tiefe Verständnis vom Opfer des Herrn Jesus und was es für das Herz Gottes bedeutete. Aber jeder Glaubende – auch wenn er sich erst gerade bekehrt hat und seine Bibel und damit auch seinen Erlöser und die Bedeutung seines Opfertodes noch wenig kennt – darf Gott anbeten und Ihm sagen, was der Herr Jesus ihm bedeutet. Bei allen Opfertieren (Rind, Kleinvieh, Taube) finden wir die gleiche göttliche Schlussfolgerung: «Es ist ein Brandopfer, ein Feueropfer lieblichen Geruchs dem Herrn

Beim jungen Rind und beim Kleinvieh werden die einzelnen Stücke aufgezählt: der Kopf, das Fett, die Eingeweide, die Beine. Alles erinnert an den Herrn Jesus und an sein Leben für Gott. Der Kopf lässt uns an seine Gedanken und sein Gottvertrauen denken. Das Fett ist das Beste des Tieres. Es gehörte bei jeder Opferart Gott. Die Eingeweide reden von seinen Empfindungen und die Beine sind ein Bild der Kraft, in der der Herr Jesus seinen Lebensweg hier ging. Dass die Eingeweide und die Beine mit Wasser gewaschen werden mussten, lässt uns an das Wasser des Wortes Gottes denken. Alles im Leben unseres Herrn – das Innere und das Äussere – entsprach völlig dem Wort und damit den Gedanken Gottes.

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Das Speisopfer (1)

Das Speisopfer war das einzige unblutige Opfer. Es weist auf das heilige, sündlose Leben unseres Heilands hin. Das Speisopfer bestand aus Feinmehl, Öl und Weihrauch. Es konnte auf verschiedene Art und Weise zubereitet werden. Das Feinmehl – hergestellt aus Weizen – ist ein Bild von der reinen, sündlosen Menschheit unseres Herrn. Er selbst vergleicht sich in Johannes 12,24 mit einem Weizenkorn, das sterben muss, um Frucht zu bringen. Das Öl redet vom Heiligen Geist, durch den Er in Maria gezeugt worden war. Es spricht aber auch vom Geist, in dessen Kraft Er sein Leben führte und seinen Dienst tat (Lukas 1,35; 4,1.14.18). Der Weihrauch zeigt, was der Herr Jesus in seinem Leben für Gott war: der einzige Mensch, der stets zur Freude Gottes lebte (Johannes 8,29).

Die unterschiedlichen Zubereitungsarten weisen auf die verschiedenen Leiden unseres Heilands während seines Lebens hin. Das Ofengebäck spricht mehr von seinen verborgenen Leiden, die nicht offensichtlich waren oder die wir nicht aus unserer Erfahrung ableiten können. Was hat Er in Gethsemane gelitten, als die ganze Schrecklichkeit seines Sühnungstodes vor Ihm stand und Er wusste, dass Er für uns und unsere Sünden sterben musste! Das Speisopfer in der Pfanne lässt uns an seine offenbaren Leiden denken. Er wurde gehasst, abgelehnt, nicht verstanden, verleugnet, verraten.

Der Hauptanteil des Speisopfers war Nahrung für die Priester. Wenn wir uns mit dem Leben des Herrn Jesus beschäftigen, wird sich dies positiv auf unser Glaubensleben auswirken.

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Das Speisopfer (2)

Zwei Zutaten durften bei einem Speisopfer auf keinen Fall verwendet werden: Sauerteig und Honig. Beides lässt uns mehr an die Art unserer Darbringung als an das Leben unseres Herrn denken, obwohl Er ohne Sünde (Sauerteig) war und sich auf seinem Weg nicht von seinen Gefühlen (Honig), sondern vom Willen Gottes leiten liess. Wenn wir Gott ein geistliches Opfer in Form von Lob und Dank darbringen und dabei vor Ihm an unseren Heiland denken, dann darf sich nichts, was aus unserer alten Natur kommt, einschleichen: weder Heuchelei noch ungerichtete Sünden, noch Hochmut, indem wir uns auf unsere Frömmigkeit etwas einbilden. Denken wir an 1. Korinther 5,7.8 und 1. Korinther 11,27.28!

In den Versen 14 bis 16 denkt Gott bereits an das Land Kanaan, wohin das Volk Israel noch unterwegs war. Das Speisopfer von den ersten Früchten (Ähren, Schrot vom Jungkorn) redet vom Herrn Jesus als dem auferstandenen Menschen. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden, hat hier für Gott gelebt, ist dann am Kreuz gestorben, aber als Mensch auferstanden. Er bleibt Mensch. Jetzt ist Er nicht mehr der Mensch in Niedrigkeit, sondern verherrlicht. Darum finden wir keine Erwähnung des Feinmehls mehr. Hingegen haben wir noch das Öl und den Weihrauch. So hat Er als Auferstandener durch den Heiligen Geist den Aposteln Befehl gegeben (Apostelgeschichte 1,2). Der Weihrauch redet von der Antwort Gottes auf sein frommes Leben, indem Er Ihn auferweckt und auf den Ehrenplatz zu seiner Rechten erhöht hat (Markus 16,19; 1. Petrus 3,21.22).

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Das Friedensopfer (1)

An dritter Stelle wird das Friedensopfer – auch ein freiwilliges Opfer – vorgestellt.

  • Das Fett dieses Opfers wurde auf dem Altar geräuchert. Es gehörte Gott (Vers 16).
  • Die Brust und der rechte Schenkel waren für den Hohenpriester und seine Söhne bestimmt (3. Mose 7,31-34).
  • Aber auch der Opfernde und jeder Reine im Volk Israel durfte vom Fleisch des Friedensopfers essen (3. Mose 7,19).

Dieses Opfer erinnert uns Christen daran, dass wir aufgrund des Todes unseres Erlösers Frieden mit Gott haben (Kolosser 1,20). Die Versöhnung mit Gott wurde möglich, weil der Herr Jesus für uns auch das Sündopfer wurde (dieses finden wir später in diesem Buch). Da wir mit Gott versöhnt sind, haben wir nun Gemeinschaft mit Ihm, aber auch mit den anderen Gläubigen. Davon spricht das Friedensopfer.

Es ist zugleich ein Dankopfer (siehe Fussnote zu Vers 1). Wie viel haben wir Gott und dem Herrn Jesus zu danken, dass wir durch das Erlösungswerk, das wir im Glauben erfassen durften, in eine so herrliche Stellung gebracht worden sind! (Epheser 2,13-18).

Das Fett des Friedensopfers wurde auf dem Brandopfer geräuchert. Die Grundlage von allem, auch die unserer geordneten Beziehung mit Gott, ist das, was der Herr Jesus für Gott getan hat. Darum heisst es vom Brandopfer: «Es wird wohlgefällig für ihn (den Opfernden) sein, um Sühnung für ihn zu tun» (3. Mose 1,4).

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Das Friedensopfer (2)

Sowohl ein Rind, ein Schaf oder eine Ziege kamen als Friedensopfer in Frage. Im Gegensatz zum Brandopfer wird jedoch keine Taube erwähnt. Das bedeutet: Um die Gemeinschaft mit Gott, in die alle Gläubigen gebracht sind, wirklich geniessen zu können, ist ein gewisses Mass an geistlichem Verständnis nötig. Das verstehen wir gut, wenn wir an eine Familie denken. Ein Baby hat noch keine bewusste Beziehung zu seinen Eltern. Diese wächst und vertieft sich erst mit dem Älterwerden des Kindes. Ähnlich verhält es sich mit uns als Kinder Gottes.

Sowohl in Vers 2 als auch in den Versen 8 und 13 heisst es, dass der Opfernde vor dem Schlachten des Tieres seine Hand auf dessen Kopf legen sollte. Einen ähnlichen Ausdruck fanden wir auch beim Brandopfer (3. Mose 1,4). Das Handauflegen bedeutet immer Einsmachung. Beim Brandopfer geht die Wohlannehmlichkeit des Opfers auf den Opfernden über (Epheser 1,6). Beim Friedensopfer wird durch das Auflegen der Hand die Gemeinschaft mit dem Herrn ausgedrückt (1. Korinther 10,16), aber auch der Dank für den empfangenen Frieden mit Gott bezeugt.

In den Versen 11 und 16 wird erklärt, dass das Räuchern des Fettes des Friedensopfers eine Speise oder ein Brot des Feueropfers ist. Damit will der Heilige Geist uns zu verstehen geben, was der Herr Jesus in seinem Leben und in seinem Sterben für seinen Gott bedeutet hat. Er fand seine ganze Freude im Menschen Jesus Christus, der in ununterbrochener Gemeinschaft mit Ihm lebte und nur seine Ehre suchte.

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Das Sündopfer

Die Kapitel 1 – 3 waren eigentlich eine Anweisung des Herrn bezüglich der freiwilligen Opfer. Jetzt redet der Herr wieder zu Mose und sagt, welche Opfer gebracht werden mussten, wenn jemand aus Versehen sündigte. Bei der geistlichen Anwendung dieser Anweisungen auf uns als gläubige Christen geht es um Gottes Vorkehrungen für den Fall, dass ein Kind Gottes sündigt.

Bei unserer Bekehrung hat Gott uns aufgrund des Opfertodes des Herrn Jesus alle unsere Sünden vergeben. Da haben wir ein ewiges, unverlierbares Heil empfangen. Wir sind für ewig gerettet. Wenn wir jedoch als Kinder Gottes in Sünde fallen, wird unsere Gemeinschaft mit unserem himmlischen Vater gestört. Diese kann nur durch ein aufrichtiges Bekenntnis der vorgefallenen Sünde wieder in Ordnung kommen. Das ist die typologische Bedeutung von 3. Mose 4.

Im ersten Fall geht es um den gesalbten Priester, der aus Versehen sündigt. Er stellt einen Gläubigen dar, der gewohnt ist, sich in Gottes Nähe (im Heiligtum) aufzuhalten. Wenn ein solcher in eine Sünde fällt, ist es viel ernster, als wenn ein jungbekehrter Mensch sündigt. Natürlich wiegt jede Sünde schwer in Gottes Augen und der Herr Jesus musste für jede unserer Sünden in den drei Stunden der Finsternis unendlich schwer leiden. Aber hier geht es um die Wiederherstellung eines in Sünde gefallenen Gläubigen. Die Vorkehrungen Gottes zeigen, wie sehr es Ihm daran liegt, dass wir die Schrecklichkeit der Sünde empfinden und uns bewusst wird, dass der Herr Jesus dafür sterben musste.

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Das Volk oder ein Fürst sündigt

Im zweiten Fall geht es um eine Sünde der ganzen Gemeinde Israels. Bei uns Christen kann es vorkommen, dass eine örtliche Versammlung sündigt. Einen solchen Fall haben wir z.B. in Korinth, wo ein Mann in Hurerei lebte und die anderen Gläubigen nichts gegen das Böse unternahmen (1. Korinther 5). Wie viel brauchte es damals, bis die Sache wieder in Ordnung kam!

Der dritte Fall ist ein Fürst. Wir denken da an einen Gläubigen, der vor dem Herrn eine besondere Verantwortung hat. In 1. Timotheus 5,19.20 geht es z.B. um Älteste, die sündigen. Sie müssen vor allen überführt werden.

Sobald uns eine Sache als Sünde bewusst wird, müssen wir sie unserem Gott bekennen. Aber oft muss der Heilige Geist uns erst darauf aufmerksam machen, dass wir etwas Verkehrtes getan haben. Darum heisst es hier: «Und seine Sünde ist ihm kundgetan worden» (Verse 23.28). Manchmal sind wir schwer von Begriff, so dass der Heilige Geist sich um uns bemühen und uns zeigen muss, was in Gottes Augen Sünde ist.

Wenn wir dann unsere Sünde Gott bekennen, soll uns bewusst werden, dass unser Heiland einst gerade dafür am Kreuz sterben musste. In der vorbildlichen Sprache unseres Kapitels wird dies mit dem Bringen eines Sündopfers und mit dem Auflegen der Hände des Schuldigen auf den Kopf des Opfertieres beschrieben. Wieder haben wir das Bild des Sich-Einsmachens. Aber in diesem Fall geht die begangene und bekannte Sünde vom Schuldigen auf das Opfer über.

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Ein Israelit sündigt

Zuletzt wird jemand aus dem Volk erwähnt, der aus Versehen sündigt. Dieser Fall spricht uns alle an. Haben wir als Gläubige nicht schon gesündigt? Jakobus schreibt in seinem Brief: «Wir alle straucheln oft» (Jakobus 3,2). Mit Beschämung müssen wir bekennen: Wie recht hat er!

Aber unser Kapitel zeigt in alttestamentlicher vorbildlicher Sprache, dass, wenn wir Gläubige gesündigt haben, es wieder in Ordnung kommen kann. Wir dürfen uns daran erinnern, dass der Herr Jesus einst für diese Verfehlung am Kreuz gestorben ist (= ein Sündopfer bringen). Das Denken an den Tod des Herrn für unsere Sünden führt zum Bekenntnis der Tat. Und Gott, unser Vater, wird uns vergeben (1. Johannes 1,9). Das finden wir auch hier: Sühnung und Vergebung (Verse 20.26.31.35).

Diese Sündopfer sollten an dem Ort geschlachtet werden, wo man das Brandopfer schlachtete. Sünd- und Brandopfer gehören zusammen. Als der Herr Jesus am Kreuz von Golgatha starb, hat Er das Werk vollbracht und dabei Gott in jeder Hinsicht befriedigt. Er hat allen seinen Ansprüchen genügt und Ihn durch seinen Gehorsam bis in den Tod am Kreuz unendlich verherrlicht (= das Brandopfer). Aber Er ist auch für jede unserer Sünden gestorben. Er hat unsere ganze Schuld bezahlt. Sein Blut, das damals floss, gab Gott die Möglichkeit, jedem Glaubenden alle Sünden zu vergeben. Wie unendlich gross ist doch das Erlösungswerk unseres Heilands!

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Das Schuldopfer

In 3. Mose 4 ging es um Sünde als Beleidigung der heiligen Natur Gottes. Die Sünde bestand im Übertreten eines der Gebote des heiligen Gottes. In diesem Kapitel sehen wir die Sünde als ein Abweichen von dem, was recht ist. Die Sünde entspricht hier einer Schuld. Alles ist Sünde, aber Gott zeigt sie uns unter verschiedenen Blickwinkeln.

Diese Verse stellen uns drei Arten von Schuld und Sünde vor. In Vers 1 geht es um Unterlassungssünden. Wie schnell versagen wir in unserem Zeugnis vor der Welt! Wir unterlassen es, klar für die Wahrheit des Wortes Gottes und für unseren Herrn einzustehen. Die zweite Art Sünde ist das Berühren von irgendetwas Unreinem. Die Unreinheit spricht von aller Art des Bösen. Davon sollen wir uns fernhalten (1. Thessalonicher 5,22). Wenn wir uns nicht konsequent vom Bösen trennen – ob es nun von ungläubigen Menschen kommt oder von Gläubigen ausgeübt wird –, führt dies zu Sünde in unserem Leben. Die dritte Art von Sünde entsteht durch Mangel an Selbstbeherrschung. Wie schnell kommen unbedachte Worte über unsere Lippen! Oft erkennen wir gar nicht, dass wir uns dadurch schuldig gemacht haben (Vers 4).

In allen Fällen ist ein aufrichtiges Bekenntnis vor Gott nötig, damit die Sache wieder in Ordnung kommt (Vers 5; 1. Johannes 1,9). Das Schuld- und Sündopfer, das der Israelit zu bringen hatte, redet davon, dass Vergebung nur aufgrund des Opfers des Herrn Jesus möglich ist, der auch für diese Verfehlungen am Kreuz sterben musste.

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Die entstandene Schuld

Diese Verse behandeln sehr ausführlich die Situation eines Israeliten, der zu arm war, um das geforderte Sündopfer zu bringen. Gott kam einem solchen entgegen. Der Fehlbare konnte weniger bringen (zwei Tauben oder ein Zehntel Epha Feinmehl) und es wurde ihm dennoch vergeben (Verse 10.13).

Die materielle Armut des Israeliten spricht bildlich von einer mangelhaften Einsicht über die begangene Sünde und der dadurch entstandenen Schuld, aber auch von einem schwachen Verständnis des Opfers des Herrn Jesus für diese Sünde. Wenn wir z.B. nicht einsehen, wie schwerwiegend der Mangel an Absonderung von jeder Art des Bösen in Gottes Augen ist, wird unser Verständnis über das, was der Herr Jesus gerade dafür in den drei Stunden der Finsternis durchmachen musste, auch gering sein. Wir sehen wohl ein, dass es nicht recht ist, und wir bekennen es Gott, aber es geht nicht sehr tief. In seiner Gnade vergibt uns Gott trotzdem. Wie ist das möglich?

Die in den Versen 10 und 13 ausdrücklich erwähnte Vergebung beruht nicht auf der Grösse unseres Verständnisses über das Opfer des Herrn für diese Sünde. Sie gründet sich auf den Wert, den das Opfer unseres Erlösers vor Gott und für Ihn hat. Die Vergebung ist darum absolut sicher und über jeden Zweifel erhaben. – Es ist erstaunlich, dass Gott sogar das Feinmehl – ein Bestandteil des Speisopfers, das vom Leben, nicht vom Tod unseres Heilands spricht – als Sündopfer annimmt! Erinnert uns dies nicht daran, dass der Herr Jesus niemals gesündigt hat?

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Die Wiedergutmachung

Durch die Worte «der Herr redete zu Mose» wird wieder ein neuer Abschnitt eingeführt (siehe 3. Mose 4,1). Jetzt wird das eigentliche Schuldopfer behandelt. Gott möchte, dass wir als Gläubige zu seiner Ehre leben. Aber es ist möglich, dass wir das nicht tun und uns Ihm gegenüber untreu verhalten. Wir enthalten Ihm dann etwas vor, das Er von uns erwartet. Ihm steht z.B. unser Dank für alles zu, was Er uns als Schöpfer schenkt. Wenn wir dies jedoch als selbstverständlich betrachten, schulden wir Ihm etwas.

Sobald eine Schuld vorliegt, haftet der Fehlbare. Gott verlangt in diesem Fall eine Rückerstattung plus 20%. Wie hoch die Schuld ist, sagt Er. Sie richtet sich «nach dem Sekel des Heiligtums». Das ist der göttliche Standard.

Bei der Übertretung eines Verbots des Herrn verlangt Gott keine Rückerstattung. Das Volk konnte nur das tun, was Gott verlangte, nicht darüber hinaus. Von uns verlangt der Herr, dass wir seinem Wort gehorchen. Unterlassen wir das, so laden wir eine Schuld auf uns.

In den Versen 20 bis 26 geht es um ein Verschulden gegenüber unseren Mitmenschen. Jede Sünde gegenüber dem Nächsten ist auch eine Sünde gegenüber Gott (Vers 21). Wichtig ist in diesem Fall die Reihenfolge, die zur Wiederherstellung des Fehlbaren führt. Zuerst muss die Sache mit dem geschädigten Mitmenschen geregelt (120% Rückerstattung), und dann dem Herrn das Schuldopfer gebracht werden (die Sache Gott bekennen). Erst dann wird es zu einer umfassenden Vergebung kommen.

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Das Gesetz des Brand- und Friedensopfers

Die «Gesetze der Opfer», die wir in den Kapiteln 6 und 7 finden, waren zusätzliche Anweisungen für die Priester. Am Anfang steht das Gesetz des Brandopfers. In diesen Versen fällt uns auf, wie der Geist Gottes betont, dass einerseits ein ständiges Brandopfer auf dem Altar sein musste (Vers 2; 2. Mose 29,38-42) und anderseits das Feuer auf dem Altar nicht ausgehen durfte (Vers 5).

Die Nacht erinnert an die Zeit der Verwerfung unseres Herrn. In dieser leben wir. Bis Er wieder kommt, sollen wir niemals vergessen, was am Kreuz auf Golgatha geschah und welch ein gewaltig grosses Werk Er damals durch sein Leiden und Sterben für Gott und auch für uns vollbracht hat (1. Korinther 11,23-26).

Beim Gesetz des Speisopfers wird hervorgehoben, dass die Priester das Übrige dieses Opfers an heiligem Ort essen sollten. Nur das Gedächtnisteil – eine Handvoll – kam auf den Altar, so dass sehr viel übrig blieb. Das Essen des Speisopfers spricht bildlich von der Beschäftigung mit dem heiligen Leben unseres Herrn. Wenn wir uns damit befassen, indem wir z.B. die Evangelien lesen und studieren, wird dies einen heiligenden Einfluss auf unser Leben als Christen ausüben.

Die Priester mussten es an heiligem Ort, im Vorhof, essen. Das bedeutet, dass wir uns klar von der Welt absondern müssen, wenn wir als Priester Gott im Heiligtum dienen möchten. Es ist unmöglich, in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott zu leben und sich gleichzeitig mit der Welt zu arrangieren.

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Das Gesetz des Sündopfers

In den Versen 12 bis 16 haben wir ein besonderes Speisopfer. Dieses musste anlässlich der Salbung oder Einsetzung des Hohenpriesters dargebracht werden. Es war im Gegensatz zu den übrigen Speisopfern ein Ganzopfer und wurde völlig verbrannt. Dieses Speisopfer redet nicht von einer Darbringung, also nicht von dem, was ein Gläubiger aus Dankbarkeit Gott geben darf, sondern vom Herrn selbst und von dem, was Er in seinem Leben als Mensch vor Gott und für Ihn gewesen war. Es weist auf seine völlige Hingabe hin.

Ab Vers 17 finden wir dann das Gesetz des Sündopfers. Zunächst wird das Sündopfer mit dem Brandopfer verbunden (Vers 18). Nur weil der Herr Jesus die Ansprüche eines heiligen Gottes befriedigt hat, konnte Er auch das Sündopfer für jede unserer Sünden werden. Das Sündopfer, das ein Fürst oder jemand aus dem Volk für seine Sünde brachte, musste vom Priester an heiligem Ort gegessen werden. Das spricht vom Sich-Einsmachen mit den Sünden, die unter den Mitgläubigen vorkommen. Esra, Nehemia, Daniel und andere treue Gottesmänner beugten sich vor Gott über die Sünden, die andere im Volk Gottes verübten. Sie bekannten sich als mitschuldig, obwohl sie persönlich in Gottesfurcht gelebt haben (Esra 9; Nehemia 9; Daniel 9). Sie haben wie Priester gehandelt und in diesem Sinn «das Sündopfer gegessen». Das Waschen der Kleider, das Zerbrechen der irdenen und das Scheuern der kupfernen Gefässe: All das redet von Demütigung und Selbstgericht, die zu einem echten Bekenntnis gehören.

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Das Gesetz des Schuldopfers

Das Gesetz des Schuldopfers zeigt gewisse Ähnlichkeiten mit dem Gesetz des Sündopfers. Beide Arten von Opfer liegen in ihrer Bedeutung sehr nahe beieinander. Beim Sündopfer geht es einerseits darum, wer gesündigt hat (3. Mose 4) und anderseits, was geschehen ist, also die Art der Sünde. Beim Schuldopfer steht das Ausmass des Schadens im Vordergrund.

Der Priester, der das Fett des Schuldopfers auf dem Altar räucherte, lässt uns an den Herrn als unseren Sachwalter denken (1. Johannes 2,1). Zu Petrus sagte Er, nachdem Er ihn gewarnt hatte: «Ich aber habe für dich gebetet.» Er war es auch, der Petrus, nachdem dieser Ihn dreimal verleugnet hatte, anblickte und damit echte Buße und eine volle Wiederherstellung auslöste. Er beschäftigt sich auch mit uns, wenn wir als Gläubige sündigen. Er möchte, dass die Sache wieder in Ordnung kommt und zeigt uns, dass Er auch für diese vorgefallene Sünde am Kreuz gestorben ist.

Die Bemerkung in Vers 8 hat eine wichtige geistliche Bedeutung. Auch wenn das ganze Brandopfer Gott gehörte und Ihm auf dem Altar geräuchert wurde, gehörte doch die Haut dieses Opfers dem Priester. Das illustriert den Gedanken, dass Gott die Glaubenden in Christus sieht. Er rechnet uns die Vorzüge seines Sohnes an. Er hat uns begnadigt (oder angenehm gemacht) in dem Geliebten (Epheser 1,6). Unsere Stellung als Erlöste vor Gott ist «in Christus». Was wir jetzt vor Gott sind (seine Kinder und Söhne) gründet sich einzig und allein auf Christus und sein vollbrachtes Erlösungswerk.

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Das Gesetz des Friedensopfers

Das Gesetz des Friedensopfers ist das ausführlichste der Gesetze über die Opfer. Es hat uns Christen besonders viel zu sagen. Warum? Weil in 1. Korinther 10 bei den Belehrungen über den Tisch des Herrn Vergleiche mit dem Friedensopfer gezogen werden. Die Gemeinschaft, die wir am Tisch des Herrn mit Ihm und untereinander ausdrücken, findet ihr Gegenstück im Friedensopfer. Das Fett dieses Opfers gehörte Gott, die Brust und der rechte Schenkel bekamen Aaron und seine Söhne und jeder reine Israelit durfte von dem Opfer essen (3. Mose 7,31-33.19).

Der Ausdruck Dank-Friedensopfer (oder Lob-Dankopfer) weist auf eine wichtige Seite des Tisches des Herrn hin. Wenn wir sonntags zusammenkommen, um Brot zu brechen, und dazu am Tisch des Herrn versammelt sind, kann es nicht anders sein, als dass Lob, Dank und Anbetung zu Gott, unserem Vater, und zum Herrn Jesus, unserem Erlöser aufsteigen. Haben wir nicht allen Grund, dies von Herzen zu tun?

Die Verse 20 und 21 lassen sich auf die Gemeinschaft am Tisch des Herrn anwenden. Wer unrein war und vom Friedensopfer ass, machte sich schuldig. Wer am Brotbrechen teilnimmt, aber in der Sünde verharrt, muss von der Gemeinschaft am Tisch des Herrn ausgeschlossen werden. Auch wer mit Unreinem in Kontakt kam, durfte nicht vom Friedensopfer essen. Für uns bedeutet das: Mit einem Gläubigen, der z.B. mit solchen in Verbindung bleibt, die eine der Bibel entgegenstehende Lehre vertreten, kann man keine Gemeinschaft am Tisch des Herrn haben.

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Was Gott und den Priestern gehört

Ganz klar sind die Anordnungen über das Fett und das Blut. Beides gehört Gott. Es durfte von den Israeliten nicht gegessen werden. Das Fett der Opfertiere spricht von Kraft und von der Energie des Willens. Das ist für Gott. Wir sollen gehorchen und nicht unseren eigenen Willen ausleben. Das Blut ist ein Bild des Lebens. Auch dieses gehört Gott, denn Er ist es, der das Leben gibt und es auch erhält.

Die Verse 28 bis 36 reden ausführlich von dem, was vom Friedensopfer den Priestern gehörte: Sie bekamen die Brust und den rechten Schenkel des Opfertieres. Es wird ausdrücklich gesagt, dass sie Aaron, dem Priester, und seinen Söhnen gehören.

Aaron ist ein Bild des Herrn Jesus, dem unsere Zuneigungen gehören (Brust). Die Priester stellen die Gläubigen dar, die sich geistlich von Christus und seiner Liebe nähren. Wenn der Herr Jesus in Johannes 15,9 sagt: «Bleibt in meiner Liebe», so entspricht dies dem Essen der Brust des Friedensopfers durch die Priester. Wer sich so von der Liebe des Herrn Jesus nährt, wird auch fähig, die anderen zu lieben (Johannes 15,12).

Der rechte Schenkel spricht von Kraft. Wir denken an die Kraft des Herrn, in der Er seinen Lebensweg ging und seinen Dienst tat (Apostelgeschichte 10,38). Der Gläubige darf sich geistlich vom Herrn Jesus nähren, indem er sich mit seinem Leben befasst und die Kraft erkennt, in der sein Heiland als Mensch hier für Gott gelebt und gewirkt hat. Das wird ihm Kraft und Mut für sein eigenes Leben und für seinen Dienst geben.

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Die Priesterweihe

In 2. Mose 28 finden wir die Anweisungen Gottes über die hohenpriesterlichen Kleider Aarons und die Priesterkleider seiner Söhne. In 2. Mose 29 haben wir dann die Vorschriften über die Weihe Aarons und seiner Söhne zum Priesterdienst. Bei der Einweihung der Stiftshütte in 2. Mose 40 wird die Salbung der Priester und ihre Einsetzung in den Priesterdienst kurz beschrieben (Verse 12-16). Aber 3. Mose 8 gibt uns ausführlich darüber Auskunft, wie Aaron und seine Söhne gemäss den Vorschriften in 2. Mose 29 als Priester zu ihrem Dienst geweiht und darin eingesetzt wurden.

Das Waschen mit Wasser lässt uns an die Wirkung des Wassers des Wortes Gottes denken (Epheser 5,26). Mit den Worten des Neuen Testaments ausgedrückt heisst dies, dass nur Menschen, die die Neugeburt aus Wasser und Geist erlebt haben, für Gott geheiligt und fähig sind, Ihm priesterlich zu dienen (Johannes 3,5; 15,3; 1. Korinther 6,11).

Der Leibrock war das normale Priesterkleid, aber die übrigen in den Versen 7 bis 9 erwähnten Kleidungsstücke machten gewissermassen die «Amtskleider» des Hohenpriesters aus. Sie reden bildlich vom Dienst des Herrn Jesus, unserem Hohenpriester im Himmel, den Er jetzt nach der Weise Aarons für uns tut.

Mose nimmt in diesem Kapitel eine Sonderstellung ein. Er tut alles, wie der Herr ihm geboten hat. Er salbt sowohl den Altar und seine Geräte als auch Aaron, um beide für Gott abzusondern.

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Die Opfer der Priesterweihe

Hier haben wir drei Arten von Opfern, die bei der Priesterweihe gebracht werden mussten. Das erste ist ein Sündopfer, denn Aaron und seine Söhne sind ein Bild von uns Gläubigen, die einst Sünder waren. Auch nach unserer Bekehrung können wir noch sündigen. Darum musste der Herr Jesus einst als Sündopfer für uns am Kreuz sterben. Nur aufgrund seines Opfers sind wir in der Lage, als Priester vor Gott zu stehen. – Das zweite Opfer ist ein Brandopfer. Es redet davon, dass wir in der ganzen Vorzüglichkeit unseres Herrn vor Gott stehen (Epheser 1,6). – Der Widder der Einweihung entspricht einem Friedensopfer. Aber das Teil des Priesters gehörte Mose, der dieses Opfer für die priesterliche Familie darbrachte.

Es fällt uns ein wichtiger Unterschied zwischen Aaron und seinen Söhnen auf. In Vers 12 sahen wir, wie Aaron gesalbt wurde. Dann kam in Vers 23 das Blut des Widders der Einweihung auf das rechte Ohrläppchen, den Daumen der rechten Hand und die grosse Zehe des rechten Fusses. Bei seinen Söhnen kam das Blut zuerst und dann die Salbung (Verse 24.30). Wenn Aaron allein erwähnt wird, ist er immer ein Hinweis auf den Herrn Jesus, der ohne Sünde war. Er brauchte kein Opfer, um für den Dienst geweiht zu werden. Wenn Aaron mit seinen Söhnen zusammen erwähnt wird, weist dies auf uns Gläubige als priesterliche Familie hin. Wir brauchen ein Opfer. Als Gläubige sollen wir nur auf Gott hören (Ohrläppchen), nur für Ihn wirken (Daumen) und nur mit Ihm leben (Zehe, Wandel). Der Herr Jesus (Aaron) ist uns dabei das vollkommene Vorbild.

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Die Zeit der Priesterweihe

Die Weihe der Priester dauerte sieben Tage. In dieser Zeit sollten sie sich nicht vom Eingang des Zeltes der Zusammenkunft entfernen. Die sieben Tage sind ein Bild unseres ganzen Lebens als Gläubige. Wir sind nicht nur sonntags Priester, wir sind keine Sonntagschristen. Unser ganzes Leben gehört Gott (Titus 2,14). Auf Ihn sollen wir hören. Wir dürfen Ihm gehorchen, Ihm dienen und für Ihn leben. Wie schmerzt es unseren Gott und Vater, wenn Er sieht, wie oft wir noch Kompromisse mit der Welt eingehen!

Am achten Tag begann der Dienst der geweihten Priester. 3. Mose 9,1-6 beinhaltet die Vorbereitung für den ersten Dienst von Aaron. Der Hohepriester musste ein Sündopfer und ein Brandopfer für sich bereitstellen. Das Volk musste sowohl ein Sünd- als auch ein Brand-, ein Friedens- und ein Speisopfer bringen. Der Grund dafür war nicht nur, dass Aaron zum ersten Mal als Priester an den Altar treten sollte. Mose fügte den göttlichen Anweisungen, die er Aaron weitergab, das wichtige Wort hinzu: «Denn heute wird der Herr euch erscheinen.» Der sechste Vers macht noch deutlicher, dass Gott den Gehorsam Aarons und des Volkes in dieser Sache mit dem Erscheinen seiner Herrlichkeit beantworten wollte. Welch ein Ansporn für das ganze Volk, den Worten ihres Gottes zu gehorchen!

Und wie steht es um uns Christen? Auch uns will sich der Herr offenbaren, wenn wir seine Gebote halten (Johannes 14,21).

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Die Opfergabe des Volkes

Nachdem alle Opfertiere und das Speisopfer bereit gestellt waren, begann Aaron mit dem Opfern. Zuerst das Sündopfer für sich selbst. Damit brachte er zum Ausdruck, dass auch er ein sündiger Mensch war und ein Opfer für sich brauchte, um nachher für andere Opfer darbringen zu können. Dieser Gedanke wird in Hebräer 7,27 bestätigt.

Am Schluss von Vers 10 unterstreicht der Geist Gottes den Gehorsam Aarons mit den Worten: «So wie der Herr Mose geboten hatte.» Auch beim Opfern der verschiedenen Opfer für das Volk heisst es: «Er … opferte es nach der Vorschrift» (Vers 16). Der Abschnitt endet mit den Worten: «So wie Mose geboten hatte.»

Nach dem Darbringen aller Opfer segnete Aaron das Volk von der Erhöhung des Altars herab und trat dann mit Mose zusammen in das Zelt der Zusammenkunft, in die Gegenwart Gottes. Als sie wieder heraustraten, erschien die Herrlichkeit des Herrn und Feuer vom Herrn verzehrte das Brandopfer auf dem Altar. Eine ähnliche Situation finden wir bei der Einweihung des salomonischen Tempels (2. Chronika 7,1-3). Als Folge davon betete das Volk in beiden Fällen Gott an.

Das Heraustreten von Mose und Aaron weist prophetisch auf die Zukunft hin. Nach der Drangsalszeit wird Christus, der Messias Israels, seinem Volk (dem treuen Überrest) als König-Priester erscheinen, wie einst Melchisedek einem Abraham begegnete (Hebräer 7,1-3.15-17). Es wird der Auftakt zum Tausendjährigen Reich bedeuten.

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Die Sünde Nadabs und Abihus

Kaum war das Priestertum eingesetzt worden, zeigte sich bei zwei Söhnen Aarons – Nadab und Abihu – bereits Eigenwille und Ungehorsam gegenüber Gott. Sie taten etwas, das der Herr ihnen nicht geboten hatte, und brachten fremdes Feuer, das nicht vom Brandopferaltar kam (3. Mose 16,12), ins Heiligtum. Nun traf das Feuer des göttlichen Gerichts die beiden fehlbaren Priester auf der Stelle, so dass sie starben.

Wir sehen im Neuen Testament etwas Ähnliches. Nachdem die Versammlung an Pfingsten in Apostelgeschichte 2 entstanden war, dauerte es nicht sehr lang, bis durch den Betrug von Ananias und Sapphira Böses in die Versammlung einzudringen drohte. Auch damals schritt Gott mit Gericht ein: Die beiden fehlbaren Gläubigen mussten sofort sterben (Apostelgeschichte 5,1-11).

Aaron und seine beiden verbliebenen Söhne durften keine Trauer zeigen. Gott wollte verhindern, dass der Eindruck entstand, die engsten Familienangehörigen würden sein Strafgericht nicht ganz akzeptieren. Das hätte die Wirkung seines Eingreifens abgeschwächt.

Vers 10 erwähnt eine wichtige Aufgabe des Priesters: das Volk belehren und das Gesetz erklären (5. Mose 33,10; Maleachi 2,7). Da musste er zwischen dem, was in Gottes Augen heilig und rein, und dem, was unheilig und unrein war, klar unterscheiden können. Unmöglich hätte er eine solche Aufgabe unter Alkoholeinfluss ausführen können. Darum verbot der Herr den Priestern den Genuss alkoholischer Getränke während ihres Dienstes.

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Anweisungen an die Priester

In den Versen 12 bis 15 erwähnt Mose nochmals das, was die Priester von den dargebrachten Opfern essen durften: das Speisopfer und die Brust und den rechten Schenkel vom Friedensopfer. Diese Nahrung stärkte ihre verwundeten Herzen.

Alle diese Teile weisen auf den Herrn Jesus hin. Wenn wir uns mit Ihm beschäftigen, bedeutet dies geistliche Nahrung für unser Herz. Das Speisopfer ist ein Bild seines Lebens des vollkommenen Gehorsams, das Er als abhängiger Mensch hier geführt hat. Die Brust spricht von seiner Liebe und der Schenkel redet von der Kraft, in der Er seinen schweren Weg bis zum Kreuz ging.

In den Versen 16 bis 20 geht es nicht um offenen Ungehorsam der Priester, sondern um eine menschliche Schwachheit, um eine gewisse Unkenntnis der Gedanken Gottes. Mose zeigte Verständnis dafür.

Was bedeutet das Verbrennen des Sündopfers und das Essen des Sündopfers für uns? Das Verbrennen des Sündopfers deutet auf ein allgemeines Gericht Gottes über die Sünde hin. Aber das Essen des Sündopfers zeigt, dass man als Gläubiger verstanden hat, dass der Herr Jesus für jede einzelne Sünde am Kreuz sterben musste. Das betrifft zunächst jede meiner Sünden, dann aber auch die der anderen Gläubigen. Machen wir uns so eins damit, dass wir wirklich tief traurig über Sünden sind, die bei uns, die aber auch im Leben unserer Mitgeschwister vorkommen? In dieser Hinsicht haben wir wohl alle noch zu lernen.

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